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    Wenn ihr Kritik, Fragen oder Anregungen zu unseren Artikeln habt, dann könnt ihr diese nun in das entsprechende Forum packen. Vor allem Fehler in Artikeln gehören da rein, damit sie dort besser gesehen und bearbeitet werden können.

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News - "Killerspiele": Unsere Aktion - wir brauchen Sie!

AW: News -

Orlok am 31.01.2007 10:48 schrieb:
Glaubt wirklich jemand, daß die ARD von solchen Aktionen beeindruckt wird?

Wir reden hier über eine Institution, die uns monatlich Geld (GEZ) mit der Begründung abknöpft , daß sie für eine kulturelle Grundversorgung in den Medien verantwortlich ist. ... und sendet dann den "Musikantenstadl".
Also bitte!

Solange wir trotzdem GEZ bezahlen müssen, könnt Ihr Euch auf den Kopf stellen ... das interessiert diese Ignoranten in keinster Weise.

:-S Traurig aber wahr!

Kannste dir gar nicht vorstellen das sowas wie Musikantenstadl auch zur Kultur gehört?
 
AW: News -

olebm am 30.01.2007 12:57 schrieb:
Diese Aktion ist ebenso blind wie das dümmliche Bild, das Medien und Politik von Spielen verbreiten. Aber es passt zur PC Games, Populismus und profaner Aktionismus waren da schon immer gerne gesehen... ARM.

Hmm. . . Ich will DICH sehen wenn Crysis oder Unreal Tourmament 3
hier verboten werden :pissed: >:-| :-S

Denk mal drüber nach!!!!
 
AW: News -

Also als erstes sollte man hier wieder darüber reden, warum es wirklich geht. Es sind Computer Spiele, keine KILLERSPIELE. Es ist doch schrecklich, das hier auf dem selben Zug aufgestiegen wird. Das wollen die doch hören. “ KILLERSPIELE “

Und als zweites denke ich das so ein schreiben in dieser Form nichts bringt, es wird sowieso
als Versuch angesehen von Computerspiel - Spielern, sich zu rechtfertigen, bzw abzulenken.
Mehr oder weniger “ wenn ein Täter versucht seine Taten zu rechtfertigen und zu entschuldigen.
Was anderes wollen die nicht sehen. Ich bin kein Täter sondern Computerspieler, und fühle mich mit den Amokläufern in keinerlei weise gleichgestellt. Weda durch meine Persönlichkeit noch durch meine Hobbys.

Viel mehr sollte man auf die waren Probleme aufmerksam machen und reden. Im Prinzip, dass was in der Verantwortung von Politiker , Medien , Gesellschaft etc... liegen müßte. Statt dessen wird von den genannten, ein Sündenbock gesucht. Eine Randgruppe, die sich nicht währen kann und von der man nicht sonderlich viel weiß “ Vorurteile “ ( Siehe pseudo Intelligenz Diskussionen in TV , das soll unsere Elite sein ?? ) . Diesmal sind es die Computerspieler, auf die man reinkloppt. Beruhigt das eigene schlechte gewissen. Denn würde man eine ehrliche Debatte führen, würde man auf begriffe wie Politik, Medien, Gesellschaft stoßen. Das schmeckt denen nicht. Schult sind immer die anderen. Eine Gesellschaftskrankheit.
 
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gildenmeister am 01.02.2007 17:29 schrieb:
Ich bin kein Täter sondern Computerspieler, und fühle mich mit den Amokläufern in keinerlei weise gleichgestellt. Weda durch meine Persönlichkeit noch durch meine Hobbys.

Viel mehr sollte man auf die waren Probleme aufmerksam machen und reden. Im Prinzip, dass was in der Verantwortung von Politiker , Medien , Gesellschaft etc... liegen müßte. Statt dessen wird von den genannten, ein Sündenbock gesucht. Eine Randgruppe, die sich nicht währen kann und von der man nicht sonderlich viel weiß “ Vorurteile “ ( Siehe pseudo Intelligenz Diskussionen in TV , das soll unsere Elite sein ?? ) . Diesmal sind es die Computerspieler, auf die man reinkloppt. Beruhigt das eigene schlechte gewissen. Denn würde man eine ehrliche Debatte führen, würde man auf begriffe wie Politik, Medien, Gesellschaft stoßen. Das schmeckt denen nicht. Schult sind immer die anderen. Eine Gesellschaftskrankheit.

Genau das sollst du in den Brief schreiben. Vielleicht noch ein bisschen hübscher formulieren und dann ist es genau das was bei der Aktion raus kommen soll. Begründungen, warum das in den Medien gesagte schlicht falsch ist. Und ich glaube es macht schon eindruck, wenn vor den Redakteuren ein ganze Kübel Briefe ausgekippt wird. Das bringt halt aber nur was, wenn auch ein paar Leute mitmachen und ein Brief beeindruckt immer noch mehr also ein schrieb in irgend einem Forum!
 
AW: News -

SYSTEM am 29.01.2007 17:49 schrieb:
Jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Hier können Sie Ihren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
:hop: Hurra dann Fahrenen wir kein auto, und fliegen nicht mehr.Die HERREN und DAMEN haben wohl nichts zu tun als auf aussenseiter los zu gehen die sollen mahl ihre arbeit machen damit es uns allen besser geht
mfg rogoli
 
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Man müsste einfach nur allgemein die Dummheit verbieten und schwer bestrafen, dann könnten sich Politiker, Medienfuzis und Amokläufer diverse Zellen teilen und ihre Herrschaftsfragen unter der Dusche klären...

...so wären alle Probleme gelöst :-)
 
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outoforder am 01.02.2007 22:34 schrieb:
Man müsste einfach nur allgemein die Dummheit verbieten und schwer bestrafen, dann könnten sich Politiker, Medienfuzis und Amokläufer diverse Zellen teilen und ihre Herrschaftsfragen unter der Dusche klären...

...so wären alle Probleme gelöst :-)

Nicht wirklich... dann würde nämlich die ganze Menschheit in Zellen sitzen, die Wärter mit eingeschlossen.
"Dummheit" ist ein sehr relatives Wort, was sehr vom Standpunkt der jeweiligen Person abhängt. Und wer soll schon an welchen Richtlinien festlegen, wer "dumm" ist und wer nicht... ich wette, jeder Mensch wird von mindestens irgend einem anderen Menschen auf dieser Welt als "dumm" angesehen.
 
AW: News -

Hm, da hast du wohl recht. Dann lasst uns eben einen Häuptling wählen der die Maßstäbe festlegt und dem wir huldigen können. Ich würde mich ja prompt zur Wahl stellen, allerdings bin ich zeitlich schon voll ausgelastet :-)


Tja, da das eine so wenig klappen wird wie das andere kann man wohl nur zu dem Schluss kommen, dass sich ein jeder für seine wirklichen und sinnvollen Interessen einsetzen sollte, so find ich die Aktion an für sich unterstützenswert. Schickt die Briefe an alle auf die es positiven Einfluss haben könnte, Politiker, Psychologen, Medien... Veranstaltet Demos und so (aber nicht mit Steinen werfen, das würde nach hinten los gehen, macht eher einen auf Hippies und habt euch alle lieb, aber nicht zu lieb, weil, das kommt auch wieder nicht gut an :-) ... alle unter 18 sollten vielleicht auch besser zu Hause bleiben *grüble*)




P.S. Wer nie gelernt hat zwischen Spiel und Wirklichkeit, zwischen Spaß und Ernst, zwischen Schwachsinn und Sinnvollem zu unterscheiden, der wird weder mit noch ohne Killerspiele zu einem vernünftigen Leben in der Gesellschaft fähig sein. Da kann man verbieten was man will...

...Politik war noch nie seriös :-)
 
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oh man, wehe einer von euch lacht! Dann wird die AK 47 rausgeholt! :-D

PS: Natürlich noch Grundform und für alle Anregungen, vorallem Rechtschreibungskorrektur bin ich dankbar.


An die Kontraste-Redaktion,

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern sehe ich der derzeitigen Diskussion um das Thema der sogenannten „Killerspiele“ im Zusammenhang mit einigen, leider sehr traurigen, und zutiefst abstoßenden, Amokläufen in Deutschland entgegen. Viele Redaktionen renommierter Zeitschriften sehen die, meiner Meinung nach, zu schnell verurteilten Computer- und Konsolenspiele, als Auslöser. Dazu muss ich zu meiner Person äußern, dass ich selbst Computerspielbegeisteter bin. Seit meinem 12. Lebensjahr, somit bereits seit fast 15 Jahren, zähle ich diese zu einem meiner liebsten Hobbies. Zwar neigt mein persönliches Interesse mehr dem Rollenspielen, dennoch kann auch ich bereits diverse Titel des Ego-Shooterbereichs mein eigen zählen. Somit bin ich fast komplett erwachsen geworden mit dem spielen von Computergames. Ein Bericht ihrerseits hat mich dennoch sehr zum Nachdenken bewegt. Als sie gewaltverweigernde Spieler als „statistische Außreisser“ titulierten, konnte ich, sehr zu meinem Bedauern, nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich habe noch nie in meinem Leben jemanden etwas zu leide getan, geschweige denn andere Straftaten gegen Leib und Seele begangen. Als mittlerer Beamter einer großen Staatsanwaltschaft wäre dies auch nicht in Vereinbarung zu bringen mit meinem Beruf. Ich versuche Ihnen hiermit nur in Erinnerung zu holen, dass es sich bei diesen Amokläufern um sehr gestörte Personen gehandelt hatten, deren soziales Umfeld schon allein die Tat erklären könnte. Mein Umfeld im Gegenzug ist von normaler Natur wenn man so etwas zu nennen vermag. Auch kann ich mir trotz des immer schneller werdenden Alltags kaum vorstellen dass mehr als 10% aller Computerspielenden Menschen in Deutschland ein schlechteres Umfeld besitzen als ich. Dennoch scheinen viele Zeitungen und Fernsehreportagen dies schlichtweg zu übersehen. Meist werden viel erschreckendere Tatsachen, wie z.B. Vernachlässigung durch Erziehungsberechtigten oder der zu übertriebene Konsum von Drogen anscheinend ignoriert. Ebenso muss man mit Erschrecken den Ablauf eines heutigen Schulbesuches beimessen, dass viele Jugendlichen kaum mehr eine Gewaltgrenze besitzen und somit die „schwächeren“ Mitschüler viel Gewalt auf deutschen Schulen ertragen müssen. Halten Sie sich auch bitte in Erinnerung, dass ebenfalls zu starker Einfluss von Film und Fernsehen eine Schwelle der Gewalt erheblich abschwächen können. Dazu muss man sowohl die sogenannten Actionfilme aus „Hollywood“ aber auch die deutschen Krimiserien wie „Tatort“ etc. zählen. Und, auch wenn so mancher etwas ältere Jahrgang mit der Stirn runzeln sollte, ebenfalls die Tagesthemen. Denn auch das „reale Leben“ ist mit viel Gewalt gezeichnet was ja dem Programmieren solcher Titel als Vorbild dient. Es mag für Außenstehende schwer zu verstehen sein, was für eine „innerliche Ruhe“ solch ein Unterhaltungsmedium wie das Spielen von Computerspiele für Leute meiner Gesinnung erzeugen kann, dennoch würde ich Sie bitten immer die beiden Seiten einer Medaille zu betrachten. Ich für meinen Teil kann mir nicht erklären was es für einen Anreiz geben könnte Briefmarken zu sammeln. Ich hoffe ich konnte etwas Verständnis für „unsere“ Lage bei Ihnen erzeugen, da viele Computerspieler derzeit in Verruf geraten.

Mit freundlichen Grüßen


:ugly:
 
AW: News -

Michael-Miggi am 02.02.2007 12:04 schrieb:
An die Kontraste-Redaktion,

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern sehe ich der derzeitigen Diskussion um das Thema der sogenannten „Killerspiele“ im Zusammenhang mit einigen, leider sehr traurigen, und zutiefst abstoßenden, Amokläufen in Deutschland entgegen. Viele Redaktionen renommierter Zeitschriften sehen die, meiner Meinung nach, zu schnell verurteilten Computer- und Konsolenspiele, als Auslöser. Dazu muss ich zu meiner Person äußern, dass ich selbst Computerspielbegeisteter bin.

Chapeau. Das ist nach einer weitgehend zwecklosen Debatte über T-Shirts und dem üblichen Politik-Bashing endlich mal ein substantieller Beitrag.
Wenn Sie möchten, dass Ihre Briefe auch gelesen werden, würde ich den Text allerdings um mindestens die Hälfte kürzen.
Politische Magazine wie Kontraste sollte man sich kritisch ansehen. Wenn der Anklagestil der Redakteure andere trifft, ist das immer prima, dann machen solche Sendungen Freude und es ist leicht, in den Chor einzustimmen. Wenn aber die eigenen Interessen zum Gegenstand der redaktionell erhofften Empörung werden, ist die Wahrnehmung eine etwas andere. Medien haben definitiv Macht, Stimmungen im Lande zu erzeugen. Bei Computerspielen ist das im Moment ziemlich einfach.

L.
 
AW: News -

Hallo,
noch ein Vorschlag von mir: Ihr könnt in in euren Briefen auch mal auf die großen Events wie die WCG in Monza letztes Jahr oder auf die Gathering in Hamar/ Norwegen verweisen. Auch ein Verweis auf die zahlreichen Spiele- Ligen rund um den Globus und auf die professionellen Spieler in Süd- Korea kann mal nicht schaden.
So bekommen die Briefe zum einen auch eine wirtschaftliche und globale Komponente (und dafür sind ja unsere Volksvertreter besonders empfänglich) und zum anderen wird vielleicht auch mal das ganze Ausmass des Themas deutlich.
Bei aller Berichterstattung habe ich immer das Gefühl, die Damen und Herren Reporter und Politiker sind sich der eigentlichen Dimension über das, was sie sagen, nicht im klaren.

Man müsste mal den Einen oder Anderen vor laufender Kamera fragen, ob er denn weiß, was die WCG sind, wenn er denn schon so altklug über die Community parliert....

Grüße
Cicero
 
AW: News -

Nette Aktion, hab ich momentan aber weder Zeit noch Lust zu. Kann man das T-Shirt irgendwo bestellen? Das ist nämlich echt :top: :-D
 
AW: News -

Auch wenn ich Eure Aktion nicht schlecht finde, wird das die rechtsradikalen Propagande-Macher auf den Kontraste-Bürostühlen nicht interessieren. Solange sie öffentliche Gelder für ihre populistischen Beiträge, die offensichtlich politisch motiviert sind und befreundete oder auch zahlende Politiker unterstützen und Zulauf bringen sollen, einstreichen können, ist für die die Welt doch in Ordnung.
Man darf das nicht erst nehmen, die wollen nur Quote machen und indem sie sich "Politmagazin" nennen sieht das dann seriös aus.
Ausserdem haben die jetzt eine Ossi-Chefredakteurin, da kann man ja verstehen wenn die sich über irgendwas aufregen müssen, schon schade wenn es keinen Klassenfeind mehr gibt.

Also laßt die Propaganda machen, meldet euch wie ich bei der GEZ ab und laßt die machen was sie wollen. Ich mache auch was ich will. Zum Beispiel jetzt eine Runde "Killerspiele" spielen, mir dann ein paar Pornos reinziehen, noch etwas Kiffen und dann pennen gehen.

ciao.

P.S.:
Hier mal ein paar Links zur Kontraste "Redaktion", wie zum Beispiel Mitarbeiter rausgeekelt und gemobt werden und andere reisserische, "BILD"-ähnliche Berichte gesendet wurden.

http://www.netzeitung.de/medien/315907.html

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2005/20051115_Schydlo_an_Kontraste.htm
 
AW: News -

hallo leute,

als volljurist der seit bestimmt 20 jahren dem waffenlastigen e-sport hobbyweise fröhnt, bin ich wohl auch ein "statistischer ausreißer". mein bruder als diplomierter BWL´er wohl ebenso... irgendwas haben unsere eltern wohl falsch gemacht...

auch ich habe nach der kontraste-sendung eine protestmail an die redaktion geschickt und die hinlänglich bekannte antwort der redaktion mit haufenweise links auf wissenschaftliche beiträge, die beweisen, dass daddeln dumm macht bekommen.

nachdem die rbb-kontrate-redaktion mit ihrer mail sich über die mangelnden "validen" argumente der protestmailer beklagte, habe ich mir die mühe gemacht und die in der rbb-mail enthaltenen links, die angeblich wissenschaftlich beweisen sollten, dass killerspiele dumm machen angeklickt und die artikel tatsächlich aufgearbeitet.

meine antwort an die rbb-radaktion habe ich für euch nun hier eingefügt. die redaktion reagierte darauf lediglich noch einmal mit einer standard mail, die dem geneigten zuschauer anempfohl, die beiträge aus ihrer ersten mail zu lesen. hätten die lieben redakteure dort wohl selber mal machen sollen.

sorry, komplexes thema, ging nicht kürzer. :

Sehr geehrter Herr Mayer,

vielleicht findet sich trotz dem zugegeben z.T. unerfreuliche unsachlichen Echos aus der Gamer-Szene trotzdem jemand die Zeit, sich mit dieser meiner Mail und meiner kritischen Würdigung Ihres Beitrages und insbesondere Ihres Rundschreibens auseinander zusetzen.

1. Statistische Relevanz
Ein geflügelter Satz heißt "nicht alles was hinkt ist ein Vergleich" und ihr Vergleich von Raucherrisiken mit Computerspielern ist zudem kein guter. Tatsächlich sind jugendliche Amokläufe in bezug auf die Kriminalstatistik die statistisch verschwindend geringe Ausnahme - im Gegensatz zum Rauchen und bestimmten Krankheiten. Reziprok-disproportional zu Amokläufen sind zeitnah zu der Tragödie veröffentlichte Beiträge in den Medien, die sehr populistisch und in der Sache unausgewogen auf die "Killerspiele" eindreschen.
Wenn sie schon plakative Vergleiche heranziehen wollen, dann wenigstens solche mit ähnlichem Inhalt. Flugzeugabstürze sind immer tragisch und mit einer Vielzahl von Opfern verbunden, aber gemessen am Gesamtverkehrsaufkommen mit weitem Abstand das sicherste Verkehrsmittel. Warum ruft also die breite Front der Journalistenzunft nicht bei jedem Flugzeugunglück nach dem generellen Verbot der Fliegerei?
Ein weiterer Vergleich: Denken sie an die Aufklärungswelle der 60er und die verbissen geführten öffentlichen Diskussionen über Pornografie. Heute würde jeder ausgelacht, der versucht Pornografie als alleinige Auslöser für sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder darzustellen und der Meinung ist, dass onanieren taub und blind macht. Kein Journalist würde heute auf die Idee kommen zumindest anlässlich von Prozessen gegen Mehrfachvergewaltiger nach dem Verbot von medialer Nacktheit zu schreien. Pornos sind wie "Killerspiele"; moralisch/ethisch grundsätzlich bemakelt bzw. polarisierend, aber die meisten mögen es, wie die jeweiligen Branchenumsätze deutlich zeigen.

2. Stil
Die in Ihrer Antwortmail kaum verhohlenen Beleidigungen als Antwort auf weniger wortgewandte Protestmails an ihre Redaktion entsprechen nicht meinen Vorstellungen seriösem journalistischen Stils. Dies ist wohl kaum zielgruppenorientierte Sprachwahl, sondern plumpes herabbegeben auf ein Niveau das Sie selbst als nicht wünschenswerte Verdummung anprangern.

3. Weblinks
Im folgenden beziehen sich meine Anmerkungen nur auf die direkt von Ihnen verlinkten Dokumente.

a. "Mediennutzung,Schulerfolg,JugendgewaltunddieKriesederJungen.pdf"
Diese Studie beschäftigt sich auch mit Gewaltkonsum in Medien, d.h. auch durch fernsehen und Videos. Der Titel Ihres Fernsehstücks und auch fast der gesamte Inhalt bezieht sich jedoch allein auf "Killerspiele". Hier natürlich die Frage an Sie nach dem Warum.
Inhaltlich ist an dieser Studie jedenfalls zu bemängeln, dass sie nur eine methodisch unsaubere Momentaufnahme darstellt, die lediglich auf einige Metastudien ohne konkreten Bezug verweist. In den für Ihren Beitrag wohl wesentlichen Inhalt der Seiten 15 ff. über den Zusammenhang von Medienkonsum und Jugendgewalt bleibt offen, wie unter Neuntklässlern der Begriff „Gewalttäter“ definiert wird. Meinen die Autoren Schulhofschubsereien oder musste dafür zumindest eine Verletzung des Opfers vorgelegen haben? Fragwürdig erscheint auch der Verweis auf die Anteilsentwicklung von Tatverdächtigen an Gewalttaten im Alter von 16 bis 17 während man sich in der Studie überwiegend mit Neuntklässlern (15 Jahre) beschäftigt und keinerlei Zahlenmaterial zur statistischen Relevanz dieser Altersgruppe im Rahmen der Gewaltkriminalität beifügt.
Die Abbildungen 16 bis 18 sind in ihrem Aussagegehalt diffus, denn es fehlt der Bezug zur übergeordnete statistische Relevanz. Insbesondere fehlt bei Abb. 18 a) und b) jegliches Datenmaterial zum generellen Gewaltverhalten von Realschülern und Gymnasiasten im direkten Vergleich, wenn man schon darlegen möchte, dass Schüler aus „heilem familiären Background“ nach Mediangewaltkonsum zur realen Gewaltausübung neigen. Zudem ist die Unterscheidung von „Ego-Shootern“ und „Kampfspielen“ nicht sinnvoll.
Weiterhin ist es m.E. keine großartige wissenschaftliche Erkenntnis, dass wer seinen Schulnachmittag verdaddelt keine guten Lernerfolge erzielen kann. Die Studie zeigt aber nicht auf, dass Computerspieler schlechter in der Schule sind, als Schüler, die nur vor dem TV-Gerät hocken.

b. “thueringer-allgemeine.de/ta/ta_media/ta.KomGut.pdf“
Dies ist keine wissenschaftliche Studie, sondern ein Untersuchungsbericht zum Tathergang mit dem Versuch von Erklärungen. Ab Seite 335 werden bei dem Täter gefundene Videos und Computerspiele beschrieben. Auf Seite 345 oben kommt aber selbst diese Kommission zu dem Schluss, dass „sicherlich von der Mehrheit der Gewaltvideos und Ego-Shooter konsumierenden Jugendlichen, deren moralische und ethische Vorstellungen eine Überschreitung der Tötungstoleranz vom virtuellen „sportlichen Wettkampf“ in das wirklich gelebte Leben verhindern.“
Weiterhin wird auch hier der Einfluss von Fernsehberichterstattung über Amokläufe auf die labile Psyche von Robert Steinhäuser berichtet...

c. „.mediengewalt.de/forschung/forschung-computerspiele.shtml“
Überwiegend nutzlose Linksammlung, weil meist nur Verlinkung auf journalistische Beiträge. Gegenseitiges zitieren zur Untermauerung von Aussagen und unreflektierte Übernahme von PR-Materialien ist eine stark zunehmend zu beobachtende Bequemlichkeit der Journalisten.
So weit dort links direkt auf Studienbeiträge oder Veröffentlichungen von Ministerien/ Behörden gehen, herrscht Uneinigkeit über die Signifikanz der Studienergebnisse. Ich denke keiner wird leugnen, dass Mediengewalt Einfluss auf die Entwicklung haben kann, aber welchen Größe dieser Mosaikstein im gesamten Entwicklungsprozess des Menschen hat, bleibt selbst bei Verfechtern des negativen Einflusses stets unklar. Es wird immer von einem Beitrag geredet, nicht wie relevant er für einen späteren Gewalttäter ist. Interessant und medial gänzlich unbeachtet: Die Stimmungsbilder von dem Link auf die Website von Waldemar Vogelsang.

d. Studie Kunczik / Zipfel
In der Tat sehr interessantes Material, dass offenbar nicht von Ihnen gelesen wurde. Bereits in der Einleitung warnen die Wissenschaftler vor Simplifizierungen und monokausalen Argumentationen bei denen immer nur andere Studienergebnisse punktuell zitiert werden, so lange sie dem eigenen Standpunkt zum Thema dienlich sind. Auf Seite 205 wird nach vorangegangener ausführlicher Darstellung auch hier noch einmal zusammengefasst, dass Mediengewalt nur ein kleiner Faktor in einem vielfältigen Ursachenbündel für reale Gewalt sein kann. Dies wird auf Seite 294 auch für Computerspiele bestätigt.

4. Sach- und Rechtslage
Gewalttätige Computerspiele sind für Kinder durch die USK-Einstufung verboten. Sie fordern trotz bestenfalls als unsichere zu bewertender Forschungslage ein völliges Verbot solcher Spiele, wollen also in den Rechtskreis Erwachsener eingreifen. Äußerst bedenklich, wenn Sie mit dem Recht der Menschenwürde von virtuellen Computer-Opfern gegen das Recht der echten Spieler auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht der ebenfalls realen Hersteller- und Vertriebsfirmen auf freie Berufsausübung antreten wollen. Computeranimationen sind keine Träger von Grundrechten, Spieler und Spiel-Anbieter jedoch schon.

5. Fazit
Man kann vielleicht heftig darüber diskutieren, ob die USK-Einstufungen vielleicht zu lasch sind und ob die zuständigen Aufsichtsbehörden stärker die Einhaltung der entsprechenden Altersfreigaben bei der Abgabe durch den Einzelhandel kontrollieren müssten. Man sollte sogar fordern, dass Eltern darauf achten, was ihre Sprösslinge so in und nach der Schule treiben. Man sollte vielleicht fordern, das Schulsystem und das Ehrenamt zu stärken und so Schüler entsprechende Förderung erfahren, wo Sie das Elternhaus aufgrund vielgestaltiger sozialer Probleme nicht leisten kann.
Vielleicht sollte man auch auf die Auswahl seiner Experten achten. Herr Prof. Pfeiffer ist sehr medienpräsent und karriereorientiert. Auch ARD und ZDF haben sich in jüngster Vergangenheit schon einmal in die Nesseln gesetzt, in dem sie bei jeder unpassenden Gelegenheit Lobbyisten der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ die sich hinter einem Neutralität ausstrahlenden Professorentitel tarnten, ein Mikrofon vor die Nase hielt und zum PR-Werkzeug bestimmter Interessengruppen wurde (vgl. WDR MONITOR vom 13.10.05)....
Mit Ihrem Fernsehstück und auch Ihrer Mail haben Sie sich jedenfalls ein grandioses journalistisches Armutszeugnis ausgestellt. Erst populistisch und subjektiv und dann per Mail noch eine Prise Überheblichkeit bei der Sie sich mit Ihren Weblinks selbst ad absurdum führen, da so gut wie nichts Ihre Thesen stützt. Sie zeigen sich nicht in der Lage Sachverhalte thematisch zu trennen und daraus eine adäquate realistische Forderung an die Gesellschaft mit Ihrem Beitrag zu stellen. Möglicherweise wollten Ihnen das, was ich Ihnen nun so wortreich aufzeigen musste, meine „Mit-Intelligenzbestien“ in der weniger eloquenten aber zumindest pointierten Weise, so wie Sie es in Ihrer Mail zitiert haben, mitteilen.
Ich hoffe Ihnen Ihren Ansprüchen genügend valide Argumente für die Blödsinnigkeit Ihres Beitrages und Ihre dabei zu Tage getretene fachliche Inkompetenz geliefert zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
 
AW: News -

...tja, man bräuchte wohl noch ein paar populäre Medien welche sich permanent und gezielt mit der Hinterfragung und Prüfung der Medien selbst beschäftigen...
 
AW: News -

Tja, schon vor fast 2000 Jahren schrieb ein weiser Mann namens Iuvenal "sed quis custodiet ipsos custodes?", was so viel heißt wie "Aber wer bewacht die Wächter?"
Die freie Presse wird in der modernen Staatstheorie als eine der Hauptträger einer Demokratie verstanden, weil sie Politik und aktuelle Ereignisse beobachten und Mißstände veröffentlichen. Die Pressefreiheit ist daher in unserem Grundgesetz verankert und der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird durch GEZ finanziert, um seine Unabhängigkeit von privaten Investoren zu gewährleisten.

Der deutsche Pressecodex vom 12.12.1973 (einen Ehrencodex)

http://www.presserat.de/pressekodex.html

besagt zusammengefasst etwa folgendes:

- Für eine Nachricht braucht es mindestens zwei voneinander unabhängige glaubwürdige Quellen
- Bei Konflikten sind beide Positionen darzustellen
- Ein Journalist hat ein gewisses Mindestmaß an neutraler Distanz zum Thema zu wahren, er macht sich niemals eine Sache zu eigen

Und was haben wir inzwischen trotz steigender GEZ? Immer mehr billiges Skandal-Infotainment als gute alte sauber recherchierte ausgewogene Nachrichten auch auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen. Ehrlich, wo ist den inzwischen der Unterschied zwischen "RTL-Explosiv" und "Sat1 - Akte 0x" zu vor eingen Jahren noch respektablen Sendungen wie "Frontal 21", "Kontraste" usw. hin? Alles eine ***, hauptsache man entdeckt Skandale und vermittelt dem Zuschauer Angst und Wut. Und wenn gerade kein echter Skandal zu endecken ist, baut man sich selbst einen.

Die Post-Aktion von PCG an die RBB-Kontraste Red. wird IMHO dort nicht einmal einen Sturm im Wasserglas auslösen. Besser wäre eine derartige Aktion, wenn PCG per Telefon oder Fax (auf Mails wird ja nicht mehr reagiert) versucht eine persönliche Übergabe zu organisieren und dort mit Kamera auftaucht. Würde zumindest gerne so einem Beitrag auf der Hft-DVD sehen. Besser noch, man wendet sich direkt an die Intendanz vom RBB oder gleich der ARD. Eine Beschwerde beim Deutschen Presserat wäre auch in Erwägung zu ziehen, auch wenn dieser eigentlich nur für Printmedien zuständig ist...

Ciao
Ligretto1
 
AW: News -

Ich finde, die Politik müsste als erstes mal in der Lage sein unabhängig von der Presse agieren zu können. Dann würden so ein paar unnötige Medien kaum interessieren. Wenn derartige Meinungsmacher jedoch mal wieder irgendwas voll aufplustern, dieses dann seine Einschaltquoten erreicht (und somit an viele Bürger bzw. potenzielle Wähler verkauft wird ) und die Politiker daraufhin prompt neue irrsinnige Gesetze verabschieden, dann darf man die Kompetenz der Politik doch stark in Frage stellen, oder?!
 
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