AW:
Stoppt den "Killersport"?
Also ich finde diese gegenwärtige Diskussion um dieses neue Übel, das mal wieder direkt aus der Hölle zu kommen scheint, sehr interessant.
Alles was neu und fremd ist, ist erstmal schlecht und bringt den Untergang des Abendlandes mit sich. Sei es RocknRoll Musik, Filme, Metal, Frauen in Hosen, Frauen ohne BH, ein Nippel, Computerspiele oder ein "neuer" Sport. Manchmal frag ich mich, ob wir wirklich schon im Jahre 2009 leben
Es ist doch so einfach, selber ein wenig vernünftig zu recherchieren, dann würde man erkennen, dass der Sport genauso Regeln hat wie zB der Boxsport. Dass es weniger Todesfälle gibt. Dass es Mediziner sogar für weniger bedenlich halten als Boxen, da dort öfter und über einen längeren Zeitraum wiederholte Schläge auf den Kopf ausgeführt werden. Die Kämpfer müssen sich regelmässig gründlichen Untersuchungen unterziehen, vor allem vor und nach einem Kampf und insbesondere mit MRTs des Kopfes. Wer einen Kampf durch (T)KO verliert ist erstmal automatisch gesperrt, bis sichergestellt ist, dass er keine Schäden davongetragen hat. Kleinere Verletzungen gibts natürlich auch, aber die gibts in jedem Sport, sogar im Nicht-Kampfsport Fussball. Die Schiedsrichter fackeln auch nicht lange und greifen blitzschnell ein, wenn ein Kämpfer den Anschein macht sich nicht mehr zu wehren. Egal ob im Stehen oder auf dem Boden.
Auf einen bereits besiegten Gegner minutenlang einzuschlagen, davon kann absolut keine Rede sein. Im Übrigen ist es auch nicht automatisch so, dass derjenige der am Boden liegt auch immer der Unterlegene ist.
Ich hab 2, 3 Berichte im Fernsehen gesehen, die ähnlich "sachlich und objektiv" waren wie die bekannten Vertreter bezüglich der Killerspiele. Konsequenterweise werden die Bilder dann auch immer so zusammengeschnitten, dass es möglichst brutal oder wie eine wilde, technisch unsaubere Prügelei rüberkommt. Lustigerweise wird auch immer extra hervorgehoben, dass die Kämpfe in einem "Käfig" stattfinden würden, vermutlich um den Eindruck des "barbarischen" noch zu verstärken. Dabei sieht das Octagon sogar noch freundlicher aus als ein normaler Boxring, in dem es immerhin richtige Ecken gibt und der auch kleiner ist und damit schwieriger Schlägen und Tritten auszuweichen.
Ich war am Samstag in der Lanxess Arena, um mir mal ein persönliches Bild davon zu machen, was an diesen "Gladiatorenkämpfen" wirklich dran ist. Es ist definitiv nicht brutaler als Boxen. Im Gegenteil sogar, die meiste Zeit befinden sich die Kämpfer in irgendwelchen Grifftechniken am Boden und ringen ständig um die bessere Position um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen oder Punkte bei den Schiedsrichtern zu sammeln. Im Stehen sieht es im wesentlichen aus wie Kickboxen.
Einfach nur heuchlerisch, was da abgeht. Den Boxern erlaubt man bei uns den Kindern ne Milchschnitte anzudrehen, und den MMA Sportlern wirft man brutale Prügelei vor. In Computerspielen ist es so furchtbar wenn kleine Pixelmänneken aufeinander schiessen, aber in Saw ist es natürlich nicht schlimm, wenn echte Menschen auf kreativste und verabscheuungswürdigste Weise zu Tode gefoltert werden. Aber gut, die Filme sind ja auch ab 18
Zum Schluss möchte ich aber auch nicht verheimlichen, dass der 2. Kampf des Abends optisch ziemlich eklig war. Einer der Kämpfer hatte nen fiesen Cut direkt auf der Stirn, der zwar sofort behandelt wurde, aber danach nochmal aufging. Der Typ hat den halben Ring vollgeblutet, aber am Ende trotzdem gewonnen. Das war aber auch schon das krasseste an diesem Abend (neben den Preisen für Pommes und Bier

)