AW: #care
Igro am 28.10.2008 19:07 schrieb:
Und, wieviele ungefährliche, hilflose Wesen hast du in deiner aktiven Gamer Zeit schon getötet? Pacman, Moorhuhn, alle möglichen Strategiespiele mit Kolleteralschaden? Die Käfer in Diablo2?
Ich möchte in Bezug meines vorherigen Beitrags nicht missverstanden werden. Ich will mich nicht für Gewalt gegenüber Kindern in PC spielen einsetzen. Ich möchte in erster Linie auf die teilweise doch sehr absurde Argumentation aufmerksam machen.
Das ist keine absurde Argumentation. Es ist ein Unterschied, ob ich etwas mache, nur weil es möglich ist, oder ob ich etwas in einem Kontext mache. Beispiel: Hühner in Mohrhuhn "umbringen" bringt Punkte. Vielleicht war der Begriff Gegner unglücklich gewählt. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen dem abballern und dem Abgeballerten. Wenn es aber ein sinnfreies Feature ist, ist es schon ein Unterschied. Eine interessante Frage wäre in dieser Hinsicht, wie sieht es aus, wenn kleine Kinder durch die Gegend hüpfen würden, für die man Punkte bekommt. Gäbe bestimmt einen riesen Aufschrei.
Kollateralschaden in Strategiespielen? Ist ein interessantes Argument. Ich habe, in den wenigen Strategiespielen, die ich spiele, noch keine Kinder gesehen. Ich habe mir auch noch nie vorgestellt, dass dort Kinder vorkommen oder in den Städten hausen. Wieso auch, ist für das eigentliche Spiel irrelevant.
In mancherlei Hinsicht entwickeln die Leute ein Abstraktionsbewusstsein, das ist schon nicht mehr feierlich.

Pacman und hilflose Wesen...wer sollen die denn sein? Die Steine, die da rumliegen oder die Geister?
Diablo 2 hab ich nicht gespielt, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Greifen die von allein an oder laufen die nur so da rum? Geben aber sicherlich XP, oder?
Igro am 28.10.2008 19:07 schrieb:
Wollen/dürfen/können/sollen : Nichts muss, alles kann. Keiner wird gezwungen, irgendetwas zu tun, vor allem nicht in PC Spielen. Sollte man dennoch eine Entscheidungsfreiheit haben? Wenn es für die Atmosphäre gut ist und keine künstliche Effekthascherei ist (Fallout 3 ist ja kein Ponyhof), warum nicht?
"Nichts muss, alles kann" ist kein Prinzip, auf dem Gesellschaft basieren kann. Und z. B. in Rollenspielen wird eine virtuelle Gesellschaft dargestellt. Ergo gibt es auch dort Regeln. Ich weiß ja nicht, wie es in den alten Falloutteilen war. Konnte man da konsequenzlos die kleinen Pixelfiguren abknallen? Wenn ja, finde ich das unsinnig. Wenn nein, dann ist es ein Feature, was zum Nachdenken anregen kann.
Und was bringt es bitte an Atmosphäre, wenn es die Funktion gibt Kinder zu töten? Weil es eine grausame Welt ist? Kann es in einer grausamen Welt nicht auch ein letztes Fünkchen Moral geben? Werden die wegen einer düsteren Welt deswegen zu alles tötenden Bestien? Sorry, die Kausalität seh ich nicht.
Vielleicht sollte ich mal folgendes darstellen: Ich bin in Spielen gegen ein sinnfreies Töten virtueller, unschuldiger Pixelwesen. Wenn es einen Sinn machen kann. Tiere geben essen und Kleidung, Pixelfigur potentieller Gegner, etcpp. Ein Beispiel, wie man einen Kindermord in einen Kontext betten könnte: Kind ist verseucht, unheilbar verstrahlt und steckt alle anderen an. Eine Wahl ist Kind töten und vergraben. Oder wenn es (harte) Konsequenzen nach sich zieht, kann es auch einen Sinn haben, die Funktion drin zu lassen.
Igro am 28.10.2008 19:07 schrieb:
Andy77 am 28.10.2008 18:55 schrieb:
Es ist schon ein Unterschied, ob ich durch die gegen[d] fliegende Körperteile sehe, oder Gewalt gegenüber Kindern.
Ja?
Ja. Oder hast du schon
viele Splatterfilme gesehen, bei denen Kinder gewaltsam auseinandergenommen werden? Ich nicht. Die Betonung liegt auf viele aus dem Grund, weil es einen Unterschied macht, ob etwas als Tabubruch gilt, oder ob es "normal" geworden ist in dem Medium.