Freezeman am 22.11.2006 22:19 schrieb:
TV-TIPP in der ARD - Kontraste Donnerstag 21.45 Uhr, Thema: "Killerspiele als Gebrauchsanleitung"
Es wird nachgetreten....
Danke, werde ich mir auch mal anschauen.
Meine Meinung zur Sendung heute: Nicht nur eine Beleidigung für Computerspieler, sondern eine Katastrophe für die gesamte Fernsehwelt.
Warum?
Weil der Großteil der Gäste in der Sendung keinerlei Erfahrungen mit Computerspielen hatte und trotzdem glaubte, darüber fachlich diskutieren zu können. Außerdem gab es viele Falschinformationen ... an Kleinigkeiten wie z. B. die Anzahl der Spieler in einem World of Warcraft Raid (vielleicht war auch die Gilde gemeint, die 42 Mitglieder hat) will ich mich nicht aufhängen. Eher die Sache mit GTA San Andreas.
Das Spiel wurde dargestellt, als wäre es Inhalt des Spiels, möglichst brutal unschuldige Passanten zu töten. Davon abgesehen sind solche Aktionen, wie da beschrieben wurden, in der deutschen Version gar nicht möglich. Dass das Spiel all diese Aktionen eher schwarzhumorig darstellt und sich selbst meist nicht sehr ernst nimmt, wurde auch großzügig ignoriert.
Wenn bei diesem Thema derart inkompetent diskutiert und berichtet wird, wie kann man sich dann darauf verlassen, dass in anderen Sendungen bei Themen, von denen man selbst nicht viel Ahnung hat, die einen aber dennoch interessieren, korrekt berichtet wird?
Noch kurz meine Meinung zu den einzelnen Personen:
Prof. Dr. Christian Pfeiffer: Immerhin hat er sich auf die Sendung vorbereitet. Ich bin zwar nicht seiner Meinung, aber er ist diskussionsfähig.
Josef Bausch-Hölterhoff: Ist mir nicht groß aufgefallen, außer dass er wenig Ahnung von der Materie hatte.
Barbara Sommer: Ging ohne Ahnung und voller Vorurteile in die Sendung. Wirkte auf mich nicht sehr kompetent.
Dr. Michael Heilemann: Der Schlimmste von allen. Nicht nur, dass er Bildschirmunterhaltung grundsätzlich verteufelt, er hat auch noch Vorurteile gegen jeden, der spielt ... Stichwort: "Noch ein armer, Introvertierter." Entschuldigt hat er sich für die Äußerung nicht. Außerdem war seine Art zu diskutieren dich sehr agressiv für jemanden, der anderen Leuten die Agressionen abtherapieren will.
Eindeutig ein fantasieloser Mensch ... sich NUR mit der Welt vor der Tür zu beschäftigen würde nicht nur bedeuten, dass man keine Computerspiele mehr spielt und keine Filme mehr guckt, es würde auch bedeuten, keine Bücher mehr zu lesen. Das wäre der Tod der Fantasie des Menschen. Menschen brauchen Abwechslung und wenn man nen anstrengenden Tag hinter sich hat, will man einfach mal etwas anderes sehen.
Heiner Sievert: Für das Thema Computerspiele eindeutig fehl am Platz, später in der Sendung hatte er schon ein paar Punkte genannt, die ganz vernünftig klangen.
Meine Meinung zur Sendung bezieht sich größtenteils auf die erste Hälfte, die zweite Hälfte, als es weniger um Computerspiele ging, hat durchaus einige Dinge ergeben, denen ich zustimme. Allerdings wurde das Thema von Anfang an falsch gewählt indem die bösen Computerspiele das Kernthema waren.