Liebe Forumsleser,
als ich in der aktuellen PCGAMES las, dass Biowares Festhalten an
gleichgeschlechtlicher Liebe in ihrem nächsten Dragon Age Diskussionen zum
Thema Homosexualität hervorgerufen haben soll, konnte ich nicht umhin, verhalten
zu gähnen.
Nichtsdestotrotz bleibt das Thema sowohl global als auch lokal anscheinend
spannend, denn der europäische Kontinent ist gesellschaftlich längst nicht so
aufgeschlossen, wie er sich gegenüber dem Nord-Amerikanischen zu positionieren
versucht.
Mir imponiert im Übrigen die Verteidigung der Spieleschmiede ...vermutlich war
denen ohnehin bewusst, dass es sich dabei um eine Debatte der unsterblichen Art
handelt; denn zur Sexualität hat jeder etwas zu sagen, der über ein Geschlecht verfügt,
so unausgegoren der Beitrag dann vielleicht auch sein mag. Ich jedenfalls werde
Biowares Vorstoß in beinahe an Selbstverständlichkeit grenzende Aufgeschlossenheit
und für Homosexuelle wie mich höchst erfreuliche Sphären des Videospiels
weiterhin gebührend würdigen, dat Zeuch also kaufen, solange das Drumherum eben
auch stimmt.
Und dann dachte ich, lies doch mal wieder ein Forum zum Gassenhauer Homosexualität.
Auch wenn sich das meiste wiederholt. Man kriegt beim Lesen vieler Forumsbeiträge
immerhin einen Eindruck davon, wer über die Fähigkeit verfügt, Argumente
anderer tatsächlich aufzugreifen und allgemein verständlich und leserlich in
eine Resonanz umzuwandeln. Ich möchte an dieser Stelle mechico lobend erwähnen,
weil er/sie in der Lage ist, einerseits mit Quellangaben zu dienen und trotz
teilweise beleidigenden Aussagen wie "Quark" und
"Klugpunktpunktpunkt" weiterhin sachlich versucht, seinen/ihren
Standpunkt darzulegen. Von Deiner Sorte sollte es meiner Meinung nach mehr
geben
(Ob man nun in einem Forum, in dem es um das anerkannte Kulturgut Spiele geht,
dergleichen diskutieren sollte, muss jeder für sich entscheiden. Für die einen
ist es kräftezehrende Verschwendung. Wenn man betrachtet, mit welch unbeholfenen
Mitteln manch Diskussionsteilnehmer „zurückschießt“ und auch noch glaubt, über
durchdachtes Material zu verfügen, ist das nachvollziehbar. Für die anderen ist
es indes ein wichtiger Diskurs, der keinesfalls in Vergessenheit geraten darf
und gerade in Foren, in denen manch heterosexueller Mann eine der letzten
Domänen für Virilität sieht, aufrecht erhalten werden muss. Und sei es nur für
die Hoffnung auf einen Entwicklungsprozess. Ebenfalls nachvollziehbar.)
Forumsteilnehmer, die Argumente anderer lediglich durch die Behauptung zu entkräften
versuchen, dass sie das selbst alles schon studiert hätten, spüren vermutlich
selbst nicht mehr, wie ihnen die Glaubwürdigkeit schleichend abhanden kommt. Da
geht es offenkundig längst nicht mehr um das Verlangen nach einer Debatte, in
der aufrechte Persönlichkeiten durchaus auch zugeben können müssten, etwas
gelernt - oder nicht gelernt - zu haben. Lediglich das Verballern von
Platzpatronen scheint da wichtig zu sein …die machen so schön Peng und tun aber
nichts zur Sache (man möge mir die militante Analogie bitte verzeihen)
Gutes Beispiel hierfür ist margoyle, dem/der es nicht gelingt, auch nur eine
der Thesen mechicos annähernd zu dekonstruieren. Schon die überholte Beschwörung
des evolutionären Prozesses als argumentative Grundlage für überhaupt irgendwas
positioniert margoyle weit weniger weit entfernt von ignoranten Stammtischparolen,
als das dem Teilnehmer vermutlich klar ist. Schon mal drüber nachgedacht, dass
selbst die liebe Fraugott die Evolution als willkürliches Gagfeuerwerk mit
erstaunlichem, aber ungeplantem Ergebnnis konzipiert haben könnte? Dann wäre
das alles Zufall hier, selbst die hübsche Eiche, an der man sehenden Auges
vorbeigelaufen ist. Weniger wert wäre das zufällige Faszinosum „Erde all inclusive“
dadurch nicht unbedingt, und möglicherweise zeigt die Dame mit Rauschebart gerade
jetzt mit großartig anprangerndem Finger auf Dich herab und lacht, so wie Du stellenweise
hilflos über mechico lachst. Den Glauben an eine höhergestellte Macht, die dem
Ganzen einen Sinn verleiht, muss zwar jeder mit sich selbst aushandeln. Wenn
die Evolution aber so zielgerichtet ist, wenn also die Macht des Stärkeren oder
die Fortpflanzungsfähigkeit oder Göttins Wille ausschlaggebend ist, würde mich verdammich
nochmal interessieren, warum sie die Homosexuellen nicht läääängst ausgemerzt
hat. Wo die doch so wenig zum jenem Prozess beitragen, der beim Bier und der
Currywurst immer hochgehalten wird wie der heilige Gral der
populärwissenschaftlichen Erkenntnis. Vermutlich hat sie uns Homosexuelle Frauen und Männer einfach ganz dolle lieb, die
Evolution. Und ich könnte es ihr nicht verübeln
Ich freue mich all den Querelen zum Trotze darauf, mit meinem evolutionär naturbelassenen,
virtuell konzipierten und attraktiv homosexuellen Kumpanen in großartige
Schlachten und Intrigen zu stolpern und ihm danach den filigran texturierten
Rücken zu massieren, weil er mir gerade romantisch gestanden hat, dass er sich doch in
einen User-Mann wie mich verliebt hat. Obwohl ich keine Kinder kriegen kann. Klingt gut. Proceed!
Hat das genossen, der
Nocidim