AW: muss ich nicht
Meine Güte, diese ganze Flughafen-Szene, ob zensiert oder nicht, ist ein einziger Marketing-Gag. Spätestens wenn das in den regionalen Nachrichten ist, wird jeder der nichmal weiß wer der Herr Infinity Ward ist, von dem Spiel gehört haben. Und diese ganze "Werbe-Kampagne" kostet GARNICHTS. Kapiert es endlich!
Zum Glück hast Du die Weisheit mit Löffen gefressen.
Dass dies zur Werbekampagne gehört, macht die Tatsache, dass ein solcher Inhalt auf der DVD zu finden ist, auch nicht vergessen. Es geht darum, dass solche Szenen nicht frei zugänglich zum Verkauf angeboten werden sollten. Was IW mit diesem Schmutz bezweckt, ist dabei völlig egal.
Demnächst kommen noch Leute an und schreien: "Meine Güte, dieser ganze zweite Weltkrieg, ob schön oder nicht, war ein einziger Marketing-Gag. Deutschland wollte nur auf sich aufmerksam machen. Kapiert es endlich."
Denn genau solche Aussagen verdeutlichen doch Stunde um Stunde (und zwar hier auf dieser Plattform), wie es um die Bildung im Land steht. Da wird gejammert, weil blutige Szenen aus einem Spiel geschnitten werden - immerhin ist man ein mündiger Bürger und weiß selbst, was man sich zumuten darf und was nicht. Wenn ein Kind dann an ein solches Spiel kommt, sind ausschließlich die Eltern schuld usw. Man darf hier einfach nicht hinhören.
Wer nur den Hauch von Selbstwürde verspürt, kauft sich einen solchen Humbug nicht. Aber daran sieht man, wie tiefgründig ein Großteil der Diskussionen hier ist. Wenn Blut verschwindet, da fühlt man sich in seiner Persönlichkeit verletzt. Wenn ein ein Mappack Geld kostet, dann ist es unglaublich, was den Verantwortlichen eigentlich einfällt. Da werden witzige Petitionen gestartet und trollige Warnmeldungen auf Amazon geschrieben ala "Vorsicht: Securom wird euch ausspionieren" oder "Ich habe einen schlechten Ping, kauft nicht". Aber wenn es wirklich einmal darum geht, einem Entwicklerteam - welches in diesem Falle auf ganzer Linie versagt und viel zu weit über die Strenge geschlagen hat - zu zeigen, dass man fähig ist, Qualität von absoluten Müll zu unterscheiden, dann wird überhaupt nichts unternommen. Schließlich will mans ja doch spielen und seine eigenen Wünsche befriedigen.
Aber seis drum. Das größte Problem an der ganzen Killerspieldebatte ist doch, dass ein Großteil der PC-Spieler wirklich genau in die Schubladen gesteckt werden kann, die Politiker auf Grund simpler Recherchen öffnen. Hier wäre doch die Möglichkeit gewesen, der Welt zu zeigen, dass dies ein Inhalt ist, den das ganze Spiel absolut nicht braucht. Das wäre doch die Chance zu zeigen, dass der Spieler nicht geil auf Gewalt ist und schlichtweg alles konsumiert, was ihm vorgeworfen wird. Aber genau für diesen Schritt fehlts dem Großteil der Zockergemeinde schlicht und ergreifend an Bildung.