AW: News - Beziehungsstreit: Frau löscht Online-Charakter
FetterKasten am 21.01.2005 15:12 schrieb:
So seltsam ist das eigentlich garnicht. Computerspiele sind ja schließlich ein Hobby und man steckt viel Arbeit hinein, also in den Charakter. Das ist eigentlich dasselbe als wenn jemand anderes als Hobby Oldtimer zusammenschraubt und ein anderer aus Rache das Auto in nen See versenkt. Der wird dann auch bestraft.
Ja, aber ganz so einfach ist das doch nicht. Aus gutem Grund kann man nämlich nicht belangt werden, wenn man rein ideelle Werte zerstört.
D.h. die Zeit usw. die jemand in etwas steckt, haben per se erstmal *keinen* Wert. Ein Wert wird erst dann zugerechnet, wenn dieser sich auch intersubjektiv ermessen läßt.
Der Schuldspruch basiert im Falle des Oldtimer-Liebhabers darauf, das dieser auch einen realen Wert darstellt, d.h. der Oldtimer kann veräußert werden und der Wert läßt sich recht gut ermitteln.
Würde stattdessen die Ex-Freunding die in jahrelanger Kleinarbeit erstellte Sammlung von Nasenpopeln des Betroffenen zerstören, kriegte er mit Sicherheit keinen Cent, bzw. eine bestrafung würde kaum stattfinden, da das eben keinen Wert darstellt, allenfalls einen ideellen für den Popler. Und der wird aus sehr gutem Grund nicht herangezogen. Sonst könnte ja jeder behaupten, dies und das sei ihm eben aus ideellen Gründen 200 Millionen Euro wert...
Für virtuelle Werte, wie z.B. Items in einer Spielewelt ist das im Moment auch sehr schwierig. Wobei sich zusätzlich die Frage stellt, ob der Spieler überhaupt ein Recht daran hat, laut Blizzard z.B, gehören die Items Blizzard, der Spieler hat nur ein *nichtveräußerliches* Nutzungsrecht. Damit würden die Items dann keinen anderen als einen ideellen Wert darstellen.