Hier meine Gedanken dazu.
Das Sumpflager war für mich am Anfang ein reines Labyrinth. Ich habe mich dort ständig verlaufen, aber genau das hat auch gut zur Atmosphäre gepasst.
Im Alten Lager haben mir die Gardisten und Schatten dann mein Erz abgenommen beziehungsweise geklaut. Ich habe das erst später richtig gemerkt, als ich das Erz für die Quest „Whistlers Schwert“ gebraucht hätte. In dieser Quest sollte ich für Whistler bei Fisk ein besonderes Schwert kaufen. Als ich dann festgestellt habe, dass mein Erz weg war, war die Quest für mich praktisch ruiniert.
Außerdem gibt es im Spiel zeitlich begrenzte oder zumindest zustandsabhängige Quests. Man darf also nicht zu lange warten oder bestimmte Dinge in der falschen Reihenfolge machen, sonst können Aufgaben scheitern oder nicht mehr sauber abgeschlossen werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Auftrag von Thorus mit Mordrag. Thorus gibt einem den Auftrag, Mordrag, den Händler und Boten aus dem Neuen Lager, aus dem Alten Lager zu entfernen. Dabei soll man aber nicht einfach sagen, dass Thorus einen geschickt hat. Genau diesen Auftrag habe ich ebenfalls verbockt: Ich habe zu lange gewartet, bis ich Mordrag angesprochen habe, und hatte dann nicht mehr genau im Kopf, was Thorus mir eigentlich gesagt hatte. Als ich Mordrag dann endlich angesprochen habe, habe ich im Dialog die falsche Entscheidung getroffen. Dadurch war die Quest praktisch ruiniert und ich habe keine Belohnung mehr bekommen.
Gerade das finde ich aber auch interessant. Das Spiel bestraft Unachtsamkeit, schlechtes Timing und falsche Dialogentscheidungen. Man kann Quests nicht einfach beliebig lange liegen lassen oder alles ohne Folgen ausprobieren. Das ist manchmal ärgerlich, macht die Welt aber glaubwürdiger und lebendiger.
Leider hätte es für meinen Geschmack sogar noch mehr solcher Quests geben können. Ich liebe komplexe, verflochtene Haupt- und Nebenquests, bei denen Entscheidungen ineinandergreifen und man durch die Aufgaben mehr über die Hintergründe, die Fraktionen und die Welt erfährt. Besonders stark finde ich es, wenn sich die Spielwelt durch abgeschlossene oder verpasste Quests sichtbar verändert. Genau solche Dinge machen eine Rollenspielwelt für mich deutlich spannender und glaubwürdiger.
Ich habe damals auch Gothic 1 und 2 (mit Addon, später mit mods) und 3 gespielt. Arcania aber nicht bis zum Ende.