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"Lootboxen sind kein Glücksspiel": USK und ESRB zum Jugendschutz

es gibt bei Lootboxen aber keinen Hauptgewinn (Jackpot) den nur eine Person (oder wenige Personen) bekommen, sondern eben die üblichen Sachen. Daher hinkt der Jackpot-Vergleich etwas, von den fehlenden Nieten mal abgesehen
 
Und genau das meinte ich auch mit meiner Kritik. Statt irgendwelche Aussagen von Leuten, die nur für ein "Guten Tag" in Öffentlichkeit/Presse schon eine gewisse Summe X auf ihr Konto bekommen zu posten, vermehrt mal wieder tief gehendere Berichte und Reportagen posten. Das kann auch ein Gaming-Magazin. Das habe ich eigentlich immer an der PC Games geschätzt.

Was du dabei nicht bedacht hast: Diese von dir kritisierten News werden vorrangig von unseren News-Autoren geschrieben. Selbst wenn die jetzt keine solchen Artikel mehr veröffentlichen würden - das würde sie auch nicht frei machen für tiefgehende Reports, denn dafür sind sie überhaupt nicht zuständig. Derartige Artikel entstehen entweder in der Kernredaktion (bei den Leuten, die gerade mit Tests beschäftigt sind) oder bei externen Autoren, die auf Artikelbasis bezahlt werden. Im Umkehrschluss belasten die gefürchteten Pachter-News also auch nicht die Redaktion, sichern aber mit ihrer enormen Reichweite und Beliebtheit das Überleben der Webseite.
 
Nehmen wir mal an Melu, ich kaufe 300 Rubbellose und mehr weil ich auf den Jackpott scharf bin und sehn will was ich bekomme...wie würdest du das Bezeichnen? Glücksspiel?
Nehmen wir mal an Melu, ich kaufe 300 Lootboxen und mehr weil ich auf den Jackpott scharf bin und sehn will was ich bekomme...wie würdest du das Bezeichnen?

Ich sehe kein Unterschied ob ich 300 Rubbellose aufmache oder 300 Kisten, im Endeffekt das gleiche.

Awwww mal sehn wie er sich jetzt da rauswinden will:-D Jetzt hab ich ihn im Schwitzkasten!!!!!:-B

Rubellose sind aber Glücksspiel und werden auch so gehandhabt, daher ist diese Frage hinfällig.
Und bei Lootboxen gibt es keinen Jackpot. Du erhälst immer etwas für dein investiertes Geld, vielleicht nicht das Item was du möchtest, aber du erhältst was. Ansonsten wären deiner Logik nach auch TCGs Glücksspiel und das sind sie nicht.
300 Lose oder 300 Kisten sind ein gewaltiger Unterschied! Das eine macht süchtig, das andere ist dein privates Vergnügen für dein Hobby.

Im Grunde ist es doch schon eine Art Glücksspiel, denn man kann ja nicht genau bestimmen was als Inhalt in dieser Truhe ist, sondern es ist völlig zufällig.
Du kannst ja z.B. nicht 20 Euro hinlegen und sagen, dafür will ich Gegenstand XY, sondern es ist willkürlich, was du bekommst.
Ist das nicht im Grunde das Gleiche, als wenn du Geld in einen Automaten wirfst und gespannt wartest, was dann dort herauskommt? Ist doch ein ähnliches Prinzip.

Wenn du im Spiel XY dann ein besonderes Schwert oder einen bestimmten Skin haben willst, dann musst du ja solange Geld bezahlen, bis das gewünschte Objekt irgendwann erscheint.
Da sind wir wieder beim Automaten, bei dem die Leute Geld reinwerfen, bis sie was gewonnen haben. Wieder eine gewisse Ähnlichkeit.

Kann man es als eine Art Glücksspiel sehen? Ja, kann man durchaus, aber das kann man auch bei vielen anderen Sachen im Leben. Und so lange es nicht als Glücksspiel definiert ist, ist es auch keins.
Das geht auch bei TCGs, Wundertüten, Ü-Eiern und und und. Nur weil das Element Zufall drin ist, muss es kein Glücksspiel sein. Nur weil man für seine 20€ nicht das gewünschte Item bekommt, ist das nicht verwerflich. Bei Glücksspiel kann man auch Geld verlieren, ohne etwas je dafür zu bekommen. Alles was du ausgibst, ist für dein persönliches Vergnügen im Spiel! Du kannst eher schwer Haus und Hof verspielen für ein paar Skins.
Und auch diese Automaten sind als Glücksspiel definiert und auch so geregelt und gehandhabt, daher zieht es nicht. Beim Automaten kannst du gewinnen, oder alles Geld verlieren. Bei Skins geht das nicht.
 
Meinst du das ernst? Lootboxen öffnen ist kein Glücksspiel, weil man irgendwann alle Teile einmal bekommen hat? Was ist denn das für ein Unsinn? Dann ist an Automaten zocken auch kein Glücksspiel, weil man ja aufhören kann, wenn man jedes Geldstück einmal gewonnen hat. Nehmen wir mal Counter Strike Go als Beispiel, sagen wir mal es gibt ca 2500 Skins und jeden dieser Skins in 4 verschiedenen Qualitätsklassen, macht 10.000 mögliche Gewinne. Die Wahrscheinlichkeit, eines der 95%igen Skins unter 5€ Wert zu bekommen ist sehr hoch, die Wahrscheinlichkeit jedoch einen hochwertigen Skin zu bekommen ist natürlich sehr niedrig. Wenn man sich auf YouTube Videos anguckt, in denen Leute ihre CS Go lootboxen öffnen sieht man deutlich, wie spielsüchtig diese Leute sind. Brüllen laut rum wenn es Schrott gibt und kreischen noch lauter, wenn es mal etwas von Wert gibt. Mein 250€ Messer habe ich für 150€ einem Spielsüchtigen abgekauft. Nachdem ich 20 Kisten geöffnet hatte und 20 mal Trash bekam, der je 2€ weniger wert war als der Schlüssel zum öffnen der Kiste, beschloss ich, nie wieder eine Kiste zu öffnen, sondern mir die Skins als Schnäppchen zu schießen. Da braucht man mehr Geduld als Glück und man ist kein direkter Teil mehr dieser schamlosen Ausbeutung
 
Der Vergleich hinkt, weil der Spieler die Chance auf einen Itemdrop nicht mit Geld bezahlen muss. Er kauft das Spiel, ein mal.
Aber das Prinzip ist das selbe wie bei Lootboxen. Man bekommt IMMER irgendwas. Ob es einem was bringt oder nicht, ist das andere Paar Schuhe. Bei Lootboxen investiert man Geld, in Diablo investiert man eben Zeit. Teilweise jede Menge, wenn man Item X und Y haben möchte. Wie man Zeit und Geld als für sich stehende Faktoren nun wertet, bleibt ja jedem selbst überlassen. Aber Geld zahlen allein macht den Kauf von Lootboxen nicht zu einem Glücksspiel. Da das eigentliche Prinzip, auf dem diese Unsitte basiert, eigentlich schon uralt ist.


Ich halte Lootboxen an sich nichtmal für grenzwertig. Kosmetische Inhalte sind nicht weiter wild. Die bringen einem keine Vorteile. Nur ne pinke AK-47. Auch wenn man sich so einen Kram, wenn schon, ebenso lieber selbst erspielen sollte. Aber wenn das Spieldesign (Shadow of War z.B.) darauf ausgelegt ist oder wenn die Inhalte der Boxen das Spiel maßgeblich beeinflussen können, ist das besorgniserregend. Besonders dann, wenn dieses Prinzip auch noch Erfolg hat. Warum? Weil der Mensch nunmal bequem ist und, wenn er die Wahl hat, den einfachen Weg zum Erfolg nimmt. Genau darauf bauen solche Dinger. Und allein darum sollte es gehen und nicht darum, ob Lootboxen mit Glücksspielen wie in einem Casino gleich zusetzen sind. Das sind sie nämlich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt möchte ich hier nochmal als ehemaliger Automatensüchtiger nochmal versuchen zu erklären, warum ich in Glücksspiel und Glücksspiel einteile und somit dafür bin das unser Gesetz so bleibt wie es ist.

Ich habe nicht mal 1 Jahr in der Spielhalle benötigt um mich 5-stellig zu verschulden. Die Auswirkungen dadurch begleiten mich heute noch. Zwar ist zum Glück vieles bezahlt mittlerweile, und nächstes Jahr ist meine Schufa endlich wieder sauber, aber dafür habe ich jetzt fast 10 Jahre gebraucht. 10 Jahre in der mir ein gewisser Teil meiner Selbstbestimmung fehlte. Mal einfach ein neues Auto kaufen, auch wenn man das Geld dazu verdient, das ging nicht mehr. Spätestens nach der Schufaabfrage hieß es: Tut uns leid, aber sie sind nicht Kreditwürdig.
Trifft alles 1:1 genauso auf jemanden zu, der sich durch Mikrotransaktionen verschuldet hat.

Auch wenn ich es heute besser weiß und schon lange keine Spielhalle mehr besuche, süchtig ist man aber sein Leben lang. Die Gefahr rückfällig zu werden ist riesengroß.
Und jetzt stell dir mal vor, das Objekt deiner Sucht wäre nicht einen Weg in die Stadt entfernt, sondern 24/7 sofort mit jeden iNet fähigen Gerät von zu Hause aus oder auch unterwegs verfügbar. Die Gefahr dürfte noch deutlich höher sein, denn während du auf dem Weg in die Stadt noch Dutzend(e) Minuten lang Zeit hast, "Nein" zu sagen, bist du bei Mikrotransaktionen schon längst wieder ins Spiel eingeloggt.

Und genau da möchte ich ansetzen. Lootboxen sind Glücksspiel, da gebe ich euch recht. Aber diese enthalten eine begrenzte Anzahl an Gegenständen. Das heißt, das ich irgendwann alles aus den Lootboxen habe. Und wenn ich das habe ich aus den Boxen wollte, lässt der Reiz nach.
Das wäre ein Argument, wenn es denn endliche Inhalte geben würde. Aber dann kommen erst mal exklusive Collector's Edition Lootboxen, dann saisonale (nur während Halloween erhältlich) und schließlich sonstwie begrenzte Items (nur in 2017 lootbar). Und nächstes Jahr gibt es dann ein zusätzliches Sommerevent, die 2018er Lootboxen und die Spezial Anniversary Items.

Lange Rede, kurzer Sinn: Lootkisten Inhalte zu erstellen ist keine große Kunst. Je mehr man erstellt, umso unwahrscheinlicher ist es, daß man seine Sammlung vervollständigen wird. Umso reizvoller kann es aber gerade dadurch sein, dies zu versuchen ...

Auch wenn ich dort natürlich einiges an Geld lassen kann, so wird das zeitlich beschränkt sein. Ich setze den Zustand eher mit einem teuren Auto gleich wofür ich mich zeitlich gesehen Einschränke nur um es mir leisten zu können.
Nächstes Jahr hat das Auto aber noch Heckspoiler, es gibt einen neuen Rennmodus, Klebestreifen zum Verzieren und einen Raketenantrieb.
Im Jahr darauf dann noch alternative Skins, die aus einem Mercedes ein Batmobil machen oder zu Weihnachten eine Rentierkutsche.
Danach wird der Weltraum erforscht und man kann Farbeffekte für den Transwarpantrieb looten.
etc ad inf

Anders sieht es aus, wenn man ins Kasino oder der Spielhalle z.B. geht. Dort gibt es kein Ende, weil man immer mehr Geld möchte und sein Lebtag auch Geld braucht.
Dieser Faktor hat aber nichts damit zu tun, daß der Inhalt von Lootkisten endlich sei.

Geld brauchen wir alle, aber Lootboxen eben nicht. Und genau das ist der Unterschied.
Das Problem ist, daß für einen "Mikrotransaktionssüchtigen" dieser Unterschied nicht vorhanden ist.

Die Glückshormone sind übrigens immer die selben, egal ob ich an der Börse richtig spekuliere, am Automaten gewinne, mir ein Auto oder Haus kaufe, oder meinen erhofften Loot erlange. Es wird immer der selbe Teil des Gehirns angesprochen.
Deswegen unterliegt ein Kredit, Börsenspekulation usw aber jetzt nicht dem Glücksspiel wie ein Kasino oder der Spielhalle. Und genau deswegen bin ich dagegen zu sagen das Lootboxen gleichzusetzen sind mit Spielhallen und Kasino´s.
= "Es werden dieselben Hirnareale angesprochen und dieselben Hormone ausgeschüttet, deshalb ist das nicht dasselbe" ... häh!?

Bei Lootboxen ist der Gewinn garantiert. Ich weiß das ich was bekomme.
Ach, du weißt, daß in der Lootbox der Held Azmodan und der "legendäre" Skin für Illidan drin sein werden ...?

Reiz und Auswirkung von Lootboxen sind im Vergleich mit dem eigentlichen Glücksspiel nicht zu vergleichen,
Irgendwie finde ich dafür kein einziges Argument in deinem Posting ...

Die paar Einzelfälle bezüglich Lootboxen sind nichts im Vergleich zu den wirklich Süchtigen nach Glücksspiel.
Was hat denn "Einzelfall" damit zu tun, ob jemand "wirklich" süchtig ist oder nicht?

Also, Glücksspiel ist nicht gleich Glücksspiel!
Gut, daß du uns jetzt klar und deutlich erklären konntest, was Glücksspiel ist und was nur Glücksspiel. Nächste Woche hätte ich dann gerne eine exakte Unterscheidung zwischen Musik und Musik und die Differenzierung von Killerspielen und Killerspielen. Kann ja nicht sein, daß Leute das immer noch verwechseln!!!!!
 
Mit Lootboxen kann ich nichtmal ansatzweise an einem Abend mein ganzes Leben verspielen. Im Kasino schon.
Und weil das eine schneller geht, ist das andere kein Glücksspiel mehr?!

Das macht für mich ähnlich viel Sinn wie folgende Behauptung:
Wenn ich Half-Life in einem Speedrun nur schnell genug durchspiele, ist es kein Shooter mehr. :B
 
Einerseits wird hier oft und gern gegen die Reglementierungswut des Staates gewettert, aber wenn es dann doch mal etwas betrifft was einen persönlich nervt wird nach Gesetzen geschrien. ;)

Warum Loot-Boxen kein Glücksspiel sind wurde hier schon ausführlich beschrieben. Auf diesen Unterschied bezieht sich auch die USK, und IMO muss man an den Gesetzen wegen Loot auch nichts ändern.
Wenn ein Kind sein komplettes Taschengeld für Boxen (oder Sammelbilder) ausgibt ist es nicht Sache des Staates es zu reglementieren. Dafür sind die Eltern da. Und wenn ein Kind das Konto der Eltern leerräumt zeigten sich Entwickler bisher immer kulant. Zumal die Kleinen ja eigentlich sowieso nicht geschäftstüchtig sind.

Ja, auch bei F2P gibt es Leute die sich deshalb verschulden. Aber die Zahl der Betroffenen, wie auch die Summen, sind gegenüber echten, von Glücksspiel Betroffenen eine absolute Randerscheinung. Loot-Boxen sind (noch) viel zu unwichtig um ein eigenes Gesetz zu rechtfertigen. Spielsucht ist wieder ein anderes Thema. Zwar nicht für Gesetze, aber für Therapiemöglichkeiten und Hilfsgruppen.

Und ein Verbot von "Spielen mit Zufallsfaktor", wie es Orzhov vorschlägt, könnte zudem ungeahnte Auswirkungen haben. Dann müsste auch jede Kirmes-Losbude zusperren. Wobei Verlosungen für einen guten Zweck an Schulen schon jetzt nicht unproblematisch sind. Da sollte man die Vorgaben eher lockern.
 
Hallo Stiernacken,
ich erkenne an, dass du einen elementaren Unterschied feststellst zwischen den Formen des Glücksspiels. Das zu bestreiten ist gar nicht meine Absicht, ich möchte allerdings feststellen, dass beide Arten Sucht erzeugen und nur durch Glück einen Gewinn erzielen lassen. Ob ich 5 Rubbellose für 2,50€ kaufe und dann 1 Gewinn und 4 Nieten ziehe ist für mich vergleichbar mit dem Öffnen einer Lootbox für 2,20€ oder eines Boosterpacks. Ich erwarte ja schließlich bei beiden Arten nur mit geringer Wahrscheinlichkeit einen Gewinn. Gewinn definiert sich bei mir als etwas, das mehr wert ist als mein Einsatz. Wenn ich bei den Rubbellosen erst mit 4 Treffern meinen Einsatz raushabe sehe ich die Wahrscheinlichkeit als genauso niedrig wie wenn ich bei einer CS GO Lootbox den Einsatz wieder rausholen würde. Ob es ein Glücksspiel ist hängt schließlich davon ab, wieviel Glück man braucht und die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei Automaten, Rubbellosen und Lootboxen fragwürdig genug, um sie als Glücksspiel zu klassifizieren.

Grüße und alles Jute
 
Alles klar, Lootboxen sind Glücksspiel...
Überraschungseier sind es dann übrigens auch...
 
Klingt jetzt etwas an den Haaren herbei gezogen, doch ein ehemaliger langjähriger Kollege ist vor Jahren in die Online Casino Sucht abgerutscht. Wenn er dort mal was gewonnen hat ist er ins Freudenhaus gegangen und von dem Rest hat er Lootboxen geöffnet, erst bei Cs Go, später dann bei irgendwelchen Handy Games. Zu der Zeit habe ich aber den Kontakt zu ihm eingestellt, weil er mich um 3000€ betrügen wollte. Nur durch die Warnung seiner Schwester, dass er eine 5-stellige Schuldensumme habe, ist mein Geld nicht zu ihm gewandert. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie er ausgerastet ist, umbringen wollte er mich. Ich warte bis heute auf ihn. Er ist ein Feigling und ein Opfer seiner Triebe der dringend eine Therapie braucht. Das letzte was ich gehört habe ist, dass er mit harten Drogen angefangen hat. Ich halte Glücksspiel mittlerweile auch für eine. Wer da so Späße macht wie "Überraschungs-Eier dann aber auch" hält Existenzvernichtungen auch für den ganz normalen Alltag im Neoliberalismus, biologische Auslese regelt heute der Markt.
 
Trifft alles 1:1 genauso auf jemanden zu, der sich durch Mikrotransaktionen verschuldet hat.
....

Sorry Worrel, da muss ich widersprechen. Das ist keine Glücksspielsucht, sondern Videospielsucht. Das Symptom mit dem Kauf der Lootboxen hat eine ganz andere Grundlage, als die Glücksspielsucht.

Und was stier meint, es spricht beides das Belohnungszentrum im Gehirn an. Das tun aber viele Sachen und ist auch einer der Mitgründe für Süchte. Man sucht den nächsten Kick, der Glückshormone ausschüttet.
So funktionieren auch Drogen im allgemeinen. Es stimuliert das Gehirn und man braucht immer mehr um den nächsten Kick zu haben-
Bei Lootboxen wird das Areal aber nicht so stimuliert, wie z.B. im Casino. Die Effekte unterscheiden sich erheblich im neurologischen/biologischen Sinne.
Und man zeige mir bitte den Menschen, der sein Leben mit Lootboxen ruiniert hat. Dürfte es wohl nicht geben. Bisher haben sich die Leute eher mit p2w-Spielen ruiniert, aber das ist dann auch wieder Videospielsucht.
 
Wer da so Späße macht wie "Überraschungs-Eier dann aber auch" hält Existenzvernichtungen auch für den ganz normalen Alltag im Neoliberalismus, biologische Auslese regelt heute der Markt.

Wieso Späße ein Ü-Ei ist doch auch ne Art Lootbox oder? Man bekommt immer was ob es das ist was man will steht auf nem anderen Blatt. Keiner will hier Ü-Eier mit Glücksspiel gleichsetzen (nochmal richtig lesen), aber dafür Lootboxen mit Glücksspiel.

PS: Er hätte sich ja auch statt der CS Lootboxen ne Palette Ü-Eier kaufen können, wären dann die Ü-Eier des Problem oder das Casino?
 
Wieso Späße ein Ü-Ei ist doch auch ne Art Lootbox oder? Man bekommt immer was ob es das ist was man will steht auf nem anderen Blatt. Keiner will hier Ü-Eier mit Glücksspiel gleichsetzen (nochmal richtig lesen), aber dafür Lootboxen mit Glücksspiel.

Tut mir Leid, fand ich nicht witzig. Wenn ich so darüber nachdenke waren Ü-Eier das erste nach dem ich süchtig war. Ich hatte mit 12 Jahren 3 große Setzkästen voll. Früher war ich darauf stolz, aber ich will gar nicht wissen, wie viel Geld meine Familie dafür ausgegeben hat.

Es scheint hier einen deutlichen Konsens darüber zu geben, dass zwar die selben Tricks verwendet werden um die Spieler zu stimulieren, aber nur Kasinos das Leben eines Spielers ruinieren.

In Ordnung, Lootboxen sind keine Kasinos, denn man zockt ja nicht mit dem Skill den man zum Beispiel beim einarmigen Banditen oder beim Roulette braucht, man kauft mit seinem Key auch keinen Einsatz um die durchlaufende Drehscheibe in Gang zu setzen und es gibt auch keine besonders tolle Musik wenn man einen Hauptgewinn erzielt, äh sorry eine hochwertige Sammelwaffe meine ich natürlich.

Ist okay, nur dort wo man einen Wagen im Wert von 120.000€ einsetzen darf, nur dort kann man sein Leben verschwenden.

Grüße und alles Jute
 
Tut mir Leid, fand ich nicht witzig. Wenn ich so darüber nachdenke waren Ü-Eier das erste nach dem ich süchtig war. Ich hatte mit 12 Jahren 3 große Setzkästen voll. Früher war ich darauf stolz, aber ich will gar nicht wissen, wie viel Geld meine Familie dafür ausgegeben hat.

Es scheint hier einen deutlichen Konsens darüber zu geben, dass zwar die selben Tricks verwendet werden um die Spieler zu stimulieren, aber nur Kasinos das Leben eines Spielers ruinieren.

In Ordnung, Lootboxen sind keine Kasinos, denn man zockt ja nicht mit dem Skill den man zum Beispiel beim einarmigen Banditen oder beim Roulette braucht, man kauft mit seinem Key auch keinen Einsatz um die durchlaufende Drehscheibe in Gang zu setzen und es gibt auch keine besonders tolle Musik wenn man einen Hauptgewinn erzielt, äh sorry eine hochwertige Sammelwaffe meine ich natürlich.

Ist okay, nur dort wo man einen Wagen im Wert von 120.000€ einsetzen darf, nur dort kann man sein Leben verschwenden.

Grüße und alles Jute

Wie gesagt warum Spaß? Das ist doch ein passender Vergleich, wer Lootboxen als Glückspiel ansieht muss dann auch Ü-Eier, Paninibilder Tüten, TCG, usw. als Glücksspiel deklarieren, weil selbes Prinzip.
 
Ich habe hier mal die definition von Glückspiel

Wesentliche Kennzeichen für Glücksspiele

Der Spielausgang ist ausschließlich vom Zufall abhängig.
Es gibt einen äußeren Anreiz in Form eines materiellen Gewinnes.
Es gibt einen materiellen Einsatz (fast immer Geld), der mit einer Gewinnerwartung und Verlustrisiko verbunden ist.
Die Spielregeln und Gewinnausschüttungen sind so ausgelegt, dass ein Spieler auf lange Sicht stets Geld verliert.

Also ist die USK nicht ganz bei der sache
 
Ich habe hier mal die definition von Glückspiel

Wesentliche Kennzeichen für Glücksspiele

Der Spielausgang ist ausschließlich vom Zufall abhängig.
Es gibt einen äußeren Anreiz in Form eines materiellen Gewinnes.
Es gibt einen materiellen Einsatz (fast immer Geld), der mit einer Gewinnerwartung und Verlustrisiko verbunden ist.
Die Spielregeln und Gewinnausschüttungen sind so ausgelegt, dass ein Spieler auf lange Sicht stets Geld verliert.

Also ist die USK nicht ganz bei der sache

Zum dritten gewinnst du bei einer Lootbox immer, es gibt keine Nieten. Ob der Gewinn den Erwartungen entspricht hat damit nicht direkt was zu tun.
Zum vierten ist bei Lootboxen das Geld immer Weg es gibt keine Gewinnausschüttung in Form von Geld, du erwirbst immer etwas und verlierst nie, der Gewinn ist an die persönliche Erwartungshaltung gekoppelt.


Ich will hier Lootboxen nicht verteidigen, ich mag die Dinger selber nicht, aber hier Lootboxen mit Glücksspiel gleichzusetzen halte ich einfach für übertrieben.


PS: Natürlich kann man von den Dingern in einer Art süchtig werden, kann man auch vom shoppen, essen, usw. natürlich kann man jetzt die ganze Verantwortung dem Staat zuschieben und sagen Regel das, aber wollen wir das?
Nur weil uns diese Lootboxen auf den Keks gehen diese jetzt gleich zu dämonisieren ist doch reichlich übertrieben und dann irgendwelche Vergleiche ziehen damit sie verboten oder von staatlicher Seite gebrandmarkt werden.
Hätte es den auch große folgen wenn ein Spiel wegen Lootboxen jetzt USK 18 wäre, ich würde behaupten wenn dann geringe, CoD ist auch USK 18 und wieviele unter 18 hampeln da rum? Würde dadurch einer etwa nicht trotzdem süchtig werden können?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum dritten gewinnst du bei einer Lootbox immer, es gibt keine Nieten. Ob der Gewinn den Erwartungen entspricht hat damit nicht direkt was zu tun.
Zum vierten ist bei Lootboxen das Geld immer Weg es gibt keine Gewinnausschüttung in Form von Geld, du erwirbst immer etwas und verlierst nie, der Gewinn ist an die persönliche Erwartungshaltung gekoppelt.

da auch eine Tombola, wo es für jedes erworbene Los einen Trostpreis gibt als Glücksspiel zählt, sind beide Argumente für den Poppes :D
 
Einerseits wird hier oft und gern gegen die Reglementierungswut des Staates gewettert, aber wenn es dann doch mal etwas betrifft was einen persönlich nervt wird nach Gesetzen geschrien. ;)
Es geht doch nur um die Kategorisierung als Glücksspiel und damit maximal um eine Altersbegrenzung.

Warum Loot-Boxen kein Glücksspiel sind wurde hier schon ausführlich beschrieben.
Siehe § 3 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV):
Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.

Und es hängt ja nun mal vom Zufall ab, ob Item A, B oder C in der Lootbox ist.

Wenn ein Kind sein komplettes Taschengeld für Boxen (oder Sammelbilder) ausgibt ist es nicht Sache des Staates es zu reglementieren. Dafür sind die Eltern da.
Provokante Gegenfrage:
Wenn ein Kind sein komplettes Taschengeld für Glücksspielautomaten ausgibt - wieso ist es denn da plötzlich Sache des Staates es zu reglementieren? Dafür sind doch die Eltern genauso da.

Ob ich 5 Rubbellose für 2,50€ kaufe und dann 1 Gewinn und 4 Nieten ziehe ist für mich vergleichbar mit dem Öffnen einer Lootbox für 2,20€ oder eines Boosterpacks. Ich erwarte ja schließlich bei beiden Arten nur mit geringer Wahrscheinlichkeit einen Gewinn.
Die Frage ist auch: Wer definiert denn eigentlich, was eine "Niete" ist?
Ich kann ja bei einer Verlosung auch jeder "Niete" ein M&M geben - schon hätte ich eine "nietenfreie" Verlosung, denn man gewinnt ja immer was!

@WORREL

Wenn ich voreingenommen was lese, kommt der Unsinn raus den du präsentierst.
Du darfst gerne konkrete Punkte aus meinem Posting verwenden, um mir daran aufzuzeigen, daß ich da falsch liege. ;)

Frage meinerseits:
Warst du Spielsüchtig?
Ach, das ist jetzt die klassische wer-das-nicht-mit-gemacht-hat-darf-nicht-mitdiskutieren Schiene?
War schon immer supersinnvoll. not.

Aber um dein Interesse zu befriedigen:
- ich mache einen Bogen um Spielautomaten, weil ich das Gefühl habe, daß ich spielsüchtig werden würde, wenn ich damit anfange.
- als Starcraft herauskam, habe ich das im Multiplayerbereich gespielt. Damals hatte ich noch Internet mit Minutentaktung. Trotzdem mir bewußt war, daß jedes Match dadurch soundsoviel DM kosten würde, habe ich viel gespielt. Selbst nach einer Telefonrechnung von 300 DM habe ich am nächsten Monat nochmal genauso viel gespielt und daher eine genauso hohe Rechnung verursacht und bin erst im dritten Monat wieder davon losgekommen.

Du stellst einfach gegenteilige Thesen auf ohne diese zu begründen.
Welche?

Zudem hast du meinen Text weder richtig gelesen noch verstanden.
Sicher habe ich den richtig gelesen. Ich habe wohl lediglich eine andere Meinung dazu als du.

Solange du nicht wirklich in dieser Welt zumindest mal ansatzweise warst, wirst du den Unterschied auch nicht kennenlernen. Ich hoffe du wirst auch niemals in dieser Welt irgendwie landen. Das wünsche ich keinem.
Danke. =)

Aber ebenso kann es auch sein, daß du gerade durch deine Erfahrungen die Gefahren von Systemen wie Lootboxen nicht objektiv einschätzen kannst, da du mental auf deine Sucht fixiert bist.

Und aufgrund meiner Erfahrung (leider) kann ich guten Gewissens sagen, Glücksspiel ist nicht Glücksspiel, weil bei dem einem die Konsequenzen viel schneller zu tragen kommen und viel weitreichender sind. Und genau das macht den Unterschied aus.
Dann solltest du mindestens im Rahmen dieser Diskussion nicht beides mit dem selben Wort bezeichnen, sondern mit "Glücksspielen" in Anführungszeichen oder mit "Glücksspielen wie Lootboxen" arbeiten.

Und ob ein Glücksspiel schneller in den Ruin führen kann, ist für die Frage , wie man als Gesellschaft damit umgeht, relevant, aber nicht für die Frage, ob es ein Glücksspiel ist. Es sei denn, das wäre in der Definition von "Glücksspiel" enthalten. Ist es aber nicht.

Genau das Argument womit jetzt schon viele kamen hier und wo der Hund begraben liegt. Garantiert und nicht garantiert. Das ist ein meilenweiter Unterschied. Ich erhalte immer was aus Boxen, auch wenn es für meine Augen Crap ist. Ich habe aber den Gegenwert erhalten.
Die Frage ist doch: Ist das für den Spieler relevant?
Wenn ich eine Niete erhalte, schmeiße ich die weg.
Wenn ich in Heroes of the Storm eine Dialogzeile als tolle "Nicht-Niete" erhalte, ignoriere ich das völlig bzw rerolle noch mal den Kisteninhalt.*

Der schlimme Gedanke ist immer, das ich mein GELD wieder zurück erlangen möchte. [...] Der Reiz unterscheidet sich gewaltig von einer Lootbox.
Richtig. Er unterscheidet sich. Das ist aber für die Frage, ob es sich um ein Glücksspiel handelt, irrelevant (jedenfalls, solange wir die Definition dafür nicht ändern)
Aber auch wenn sich der Reiz bzw: die Motivation unterscheidet: der Wunsch ist doch derselbe: Man möchte gewinnen.

Solange hier aber nicht verstanden wird, dass der Reiz sein schwer verdientes Geld wieder zu bekommen viel gefährlicher ist als wie irgend ein Item zu erhalten, solange wird hier weiter diskutiert.
Es geht nicht um "gefährlicher", sondern um die Kategorisierung von Lootboxen.

Sicherlich gibt es deutliche Unterschiede, aber eben auch Gemeinsamkeiten - genauso wie zB bei Whiskey und Bier. Beides sind alkoholische Getränke, aber von Whiskey wird man schneller besoffen - um mal einen krummen Vergleich zu machen. ;)

Ich habe Menschen kennengelernt in der Therapiegruppe, die haben ihre 120000Euro teure S-klasse ans Kasino verpfändet und eine Woche später ihre Firma zu Geld gemacht in der Hoffnung alles zurück zu gewinnen. Die existentielle Bedrohung ist eine ganz andere. Will man das wirklich mit Lootboxen gleichsetzen?
Es geht nicht darum, was man gleichsetzen will, sondern was die Definition hergibt.
Möglicherweise müßte eine neue Definition her, zB "Zufallsverkäufe".

Trifft alles 1:1 genauso auf jemanden zu, der sich durch Mikrotransaktionen verschuldet hat.

Sorry Worrel, da muss ich widersprechen. Das ist keine Glücksspielsucht, sondern Videospielsucht. Das Symptom mit dem Kauf der Lootboxen hat eine ganz andere Grundlage, als die Glücksspielsucht.

1. Mein "Trifft alles 1:1 zu ..." bezog sich auf diesen Text:
Ich habe nicht mal 1 Jahr in der Spielhalle benötigt um mich 5-stellig zu verschulden. Die Auswirkungen dadurch begleiten mich heute noch. Zwar ist zum Glück vieles bezahlt mittlerweile, und nächstes Jahr ist meine Schufa endlich wieder sauber, aber dafür habe ich jetzt fast 10 Jahre gebraucht. 10 Jahre in der mir ein gewisser Teil meiner Selbstbestimmung fehlte. Mal einfach ein neues Auto kaufen, auch wenn man das Geld dazu verdient, das ging nicht mehr. Spätestens nach der Schufaabfrage hieß es: Tut uns leid, aber sie sind nicht Kreditwürdig.

Innerhalb eines Jahres kann man sich durchaus mit Lootboxen hoch verschulden. Mit entsprechender Suchtausprägung kann ich mir auch durchaus eine Verschuldung in 5-stelliger Höhe vorstellen.
Der ganze Rest des Textes handelt von den Auswirkungen, die diese Schulden auf sein Leben hatten. Und exakt diese Auswirkungen hätte er eben auch 1:1 mit Schulden gehabt, die auf einer anderen Sucht basieren.

2. Das Prinzip hinter der "Lootboxsucht" dürfte das des Sammlers sein, der seine Sammlung komplett haben will - ein Unterfangen, was ihm nicht gelingen wird, da ja im Laufe der Zeit immer neue Lootitems generiert werden.
Während der Spielautomaten Spieler den Geldgewinn als Motivation hat.

Bei Lootboxen wird das Areal aber nicht so stimuliert, wie z.B. im Casino. Die Effekte unterscheiden sich erheblich im neurologischen/biologischen Sinne.
Also wenn ich in Heroes of the Storm eine Lootbox öffne, ist das schon mit einem Erfolgsgefühl verbunden, wenn ich da eine tolle Belohnung rausfische. Das Öffnen wird ja auch inszeniert: erst schwebt die Lootbox vor dir, dann klickt man drauf, dann sieht man die Qualitätsstufe der 4 enthaltenen Items (normal, selten, rar, legendär), muß diese aber nochmal einzeln anklicken, um zu sehen was das jeweils ist und das wird dann mit einem Soundeffekt und ggfalls einem Voice over "Legendär!" angezeigt.*

(Gekauft habe ich noch keine einzige Lootkiste, daher fühlt sich das Öffnen für mich auch noch mehr wie ein erreichter Spielabschnitt an.)

Man kann sein Leben bei so vielem verschwenden. Und getrickst damit wir kaufen wird woüberall, da kann ich jede einzelne Werbung auseinander pflücken und dir zeigen, wie unterschwellig mittlerweile alles ist, was wir geistig konsumieren. Das von dir beschriebene würde ich sogar eher unter Kauf- und Sammelsucht einordnen, auch wenn es Glück ist die noch fehlende Figur zu erhalten. Aber wie viele Ü-Eier muss ich über einen langen Zeitraum kaufen um mich finanziell in den Ruin zu treiben?
Da dürfte auch eher der Second Hand Markt problematisch sein, auf dem zur Komplettierung der Sammlung fehlende seltene Figuren für horrende Preise gezielt nachgekauft werden.


*
In Heroes of the Storm gibt es Lootkisten. Diese kann man a) kaufen oder b) pro Levelaufstieg eines Helden bekommen. Afaik kann man alles, was in den Lootkisten ist, gegen eine Ingamewährung (= echtes Geld) direkt kaufen. Wer also unbedingt ausschließlich Item X haben will, nimmt am besten einmal 10-20 Euro in die Hand und kauft sich das direkt (oder wartet, ob das Item mal im Sale auftaucht).

Falls einem die Items der Lootkiste nicht gefallen, kann man sich gegen leicht verdientes ingame Gold den Inhalt neu auswürfeln lassen.
 
1. Mein "Trifft alles 1:1 zu ..." bezog sich auf diesen Text:
Ich habe nicht mal 1 Jahr in der Spielhalle benötigt um mich 5-stellig zu verschulden. Die Auswirkungen dadurch begleiten mich heute noch. Zwar ist zum Glück vieles bezahlt mittlerweile, und nächstes Jahr ist meine Schufa endlich wieder sauber, aber dafür habe ich jetzt fast 10 Jahre gebraucht. 10 Jahre in der mir ein gewisser Teil meiner Selbstbestimmung fehlte. Mal einfach ein neues Auto kaufen, auch wenn man das Geld dazu verdient, das ging nicht mehr. Spätestens nach der Schufaabfrage hieß es: Tut uns leid, aber sie sind nicht Kreditwürdig.

Innerhalb eines Jahres kann man sich durchaus mit Lootboxen hoch verschulden. Mit entsprechender Suchtausprägung kann ich mir auch durchaus eine Verschuldung in 5-stelliger Höhe vorstellen.
Der ganze Rest des Textes handelt von den Auswirkungen, die diese Schulden auf sein Leben hatten. Und exakt diese Auswirkungen hätte er eben auch 1:1 mit Schulden gehabt, die auf einer anderen Sucht basieren.

Nein, das ist kein stichhaltiges Argument. Man kann sich mit vielem in einem Jahr komplett verschulden. Sei es Homeshopping, esoterischer Kram, Drogen und und und
Das alleine definiert keine Glücksspielsucht. Der Kauf von Lootboxen ist immer noch eine Videospielsucht statt Glücksspielsucht. Das Symptom hat eine völlig andere Ursache.

2. Das Prinzip hinter der "Lootboxsucht" dürfte das des Sammlers sein, der seine Sammlung komplett haben will - ein Unterfangen, was ihm nicht gelingen wird, da ja im Laufe der Zeit immer neue Lootitems generiert werden.
Während der Spielautomaten Spieler den Geldgewinn als Motivation hat.

Also wenn ich in Heroes of the Storm eine Lootbox öffne, ist das schon mit einem Erfolgsgefühl verbunden, wenn ich da eine tolle Belohnung rausfische. Das Öffnen wird ja auch inszeniert: erst schwebt die Lootbox vor dir, dann klickt man drauf, dann sieht man die Qualitätsstufe der 4 enthaltenen Items (normal, selten, rar, legendär), muß diese aber nochmal einzeln anklicken, um zu sehen was das jeweils ist und das wird dann mit einem Soundeffekt und ggfalls einem Voice over "Legendär!" angezeigt.*

(Gekauft habe ich noch keine einzige Lootkiste, daher fühlt sich das Öffnen für mich auch noch mehr wie ein erreichter Spielabschnitt an.)

Auch das spricht nur den Sammeltrieb an, den so ziemlich jeder Mensch hat. Der eine mehr oder weniger ausgeprägt. Und wer sich so von dem Sammeltrieb leiten lässt, hat eher ein anderes Problem, als ein Glücksspielproblem.
Und natürlich muss das ganze optisch was hermachen, sonst wäre es ja auch langweilig für die Spieler. Menschen sind visuelle Wesen und wir brauchen die optischen Reize einfach.
Ich freue mich auch, wenn ich mal was tolles in der Box habe, aber am Ende ist es auch nur ein virtuelle nicht real existierendes Gut. Es kann unendlich vermehrt werden von den Entwicklern und hat keinen realen Wert. Es kann eines Tages einfach gelöscht werden und ich kann nichts dagegen machen.
 
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