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Kill Bill Volume 1

Monstermic

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Mir hat der Film im nachhinein weniger gut gefallen, da viele der durchaus originellen Elemente im Einzelnen zwar gefallen können, aber zusammen den bereits erwähnten pseudo-kultigen Brei ergeben. Damit meine ich im besonderen die Anleihen aus trashigen 70er - Jahre Martial Arts Filmen, die mit der ja doch "ernstgemeinten" Handlung nicht harmonieren. Hier hätte der Regisseur auch die Dialoge und den Handlungsablauf abändern müssen, vielleicht durch extrabanale Dialoge, bei denen man gar nicht erst in Versuchung gerät, die Story ernst zu nehmen. Als Folge dieser unglücklichen Mischung saß ich die meiste Zeit da und überlegte mir ob ich gespannt den Fortlauf der Geschichte folgen soll oder einfach über alles lachen sollte. (Bsp. Schwertübergabe)
Da nicht einmal die Kampfszenen im Vergleich zu anderen Actionfilmen wirklich überzeugen konnten,(in den meisten Szenen wurde Uma Thurmans Steifgliedrigkeit durch schnelle Schnittfolgen geschickt kaschiert) kann ich als Fazit fast nur die Musik loben, die zumindest gut zum Flair des Films passte.
Ich kann einfach keinen Film mögen, der nur durch seine Art der Darstellung überzeugen kann, ansonsten aber tatsächlich nicht mehr bietet als ein "Real-Manga".
 
K

Karneol

Gast
[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Ja, nun ja.ich wollte mir den film an freitag anschauen und da fragt mich der kassirer ob ich den schon 18 währ? ich, nichts ahnend sage brav nein und der grinst mich blöd an und sag, das der film ab 18 sei.ab 18. dabei hab ich mich sooooo gefreut.
 
S

Stampete

Gast
[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Ich muss sagen, dass dieser Film durchaus Kultpotenzial hat...nicht sofort aber mit der Zeit wird dieser Film seine eingefleischten Fans finden, genauso wie damals Pulp-Fiction oder From Dusk Till Dawn.
In dem Film selber finden sich viele kleine Details, die diesen Film enorm abheben lassen von dem "normalen" Kinofilm:
Die stylistischen Mittel (wie z.B. schwarz-weiß, Anime) geben dem Film einen ganz eigenen Flaire, der schwer zu beschreiben ist.
(Soviel Kunstblut MUSS einfach gewollt sein!) ;)
Die Musik ist mit einem Wort: anstrengend!
Sie passt meist, ist aber an manchen Passagen nervtöten schrill
(ob beabsichtigt oder nicht). :S
Die Hauptdarsteller sind überzeugend, wenn auch die Motive der einzelnen Leute nicht rüberkommen (außer bei Uma Thurman).

Dieser audiovisuelle Mix aus ungewohnten Filmtechniken, gutem Soundtrack und solider schauspilerischer Leistung überzeugt ganz klar!
Es ist das was Tarantino-Fans von diesem Film erwarten.

PS: Das DVD-Pack wird in meiner Sammlung nicht fehlen
 

Q20

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Der Film ist ja an und für sich ganz ok. Aber von einem Trarantino Film erwartet man mehr. Von Pulp Fiction ist der Meilenweit entfernt.
 
T

Tyrael

Gast
Kill Bill ?

NoRaWaY + MPO = Meine Meinung

Grandios inzeniertes RealAnime im Stile eines Samurai X gepaart mit grandiosem Schaupiel und einem NonMainstream Soundtrack mit Hitpotential (Bang,Bang; Twisted Velvet) verschmelzen zu einem Meisterwerk cineastischer Kunst.
 

Markus_Wollny

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Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

Habe Kill Bill Vol 1. gerade überstanden. Nach all den positiven Kritiken hier war ich dann doch ziemlich überrascht: Der Film ist so spannend wie 90 Minuten Autoverfolgungsjagd mit dem Ford Taunus durch Wanne-Eickel. Die Handlung könnte man in einem Halbsatz erzählen, die Charaktere sind so flach, dass das Adjektiv "stereotypisch" eine maßlose Untertreibung wäre, der Sinn solcher Effekthaschereien wie minutenlanger Gartenschlauch-Blutfontänen und Schwarz-Weiss-Szenen vermochte sich mir nicht so recht zu erschließen und die Musikauswahl ist kindisch-unpassend - ich sage nur "Zauber der Panflöte". Der Film lässt sich nur deshalb nicht in eine Schublade stecken, weil er keine Linie findet und sich stattdessen so sehr darum bemüht "Kult" auszustrahlen, dass es wirklich arg weh tut - Parallelen zum ebenfalls nicht unbedingt originellen Möchtegern-Kultfilm "Irgendwann in Mexiko" (wo die Kampfszenen wenigstens mehr Stil ausstrahlen) drängen sich geradezu auf.
Man hätte den Film albern finden und sich über die überzogene Gewaltdarstellung amüsieren können - aber 90 Minuten, in denen Uma Thurman wahlweise mit Katana, Klapp- oder Küchenmesser Comic-Strip-Amputationen durchführt, sind einfach zu lang um noch witzig zu sein: Ob jetzt ein Arm, ein Fuss, ein Kopf durch die Luft fliegt ist mir nach einigen Minuten Kampf wirklich wurscht, die unmotivierte Metzelei langweilt, der Zauber der Panflöte nervt. Und auch die Animé-Episode reißt das ganze nicht raus - da bleibe ich lieber bei "Prinzessin Monokoke", selbst die Animatrix-Episoden waren durchweg anspruchsvoller, handwerklich besser ausgeführt und spannender erzählt.
Jedem das seine - wer die sinnfreie Gewaltorgie unterhaltsam fand, der darf sich gerne auf Vol. 2 freuen. Ich für meinen Teil werde darauf gerne verzichten.
 
S

Stampete

Gast
AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 15.11.03 um 21:05 schrieb Markus_Wollny:[/l]
Viel Text....

Hmmm......ob Pro oder Contra...eins muss man dem Film aber lassen:
Er gibt viel Stoff zum diskutieren.
Das Problem mit Filmen wie "The Animatrix" ist, dass man sie nicht wirklich mit Kill Bill vergleichen kann, weil KB1 für mich eine Symbiose zwischen Trash und Kunst ist.
Natürlich könnte das jeder Regisseur behaupten, um seinen absolut schlechten Film zu retten. Doch bei KB1 hat man das Gefühl man wäre nicht in einem Kinosaal, sondern in einer surrealistischen Theateraufführung, in der viel getanzt wird (damit meine ich die Kampfszenen, die eher an eine Popstar-Choeografie erinnern).
 
T

Tyrael

Gast
Wass passiert wenn eine Samurai durch eine Prinzessin ersetzt wird....

[l]am 15.11.03 um 21:05 schrieb Markus_Wollny:[/l]
*Zensiert*

Filme wie Fallen Angels oder eben Kill Bill sollten einem nie Ausgesetzt werden: Zuschauern die versuchen sie zu verstehen.

Sie sind eine Ansammlung stilistischer Mittel, zu einem Gesamtwerk, welches der Laie als Kunst bezeichnen könnte.
Sie stehen im krassen Gegensatz zu Werken wie Matrix, bei welchem jeder Satz hinterfragt werden muss, um den Sinn des Filmes zu verstehen - Kill Bill hingegen hat keinen höheren Sinn, keine Entinität welche die Menschheit unterjocht, keine Macht welche den Geist der Natur bedroht.
Es ist einfach ein Film.
Man setzt sich hin, läßt sich berauschen und steht am Ende wieder auf um zu gehen - und nicht bleibt ausser dem Pfeiffen einer Krankenschwester.
Keine Gedanken über den Sinn des Lebens oder die Sinnlosigkeit des Seins beim Nachhausefahren.
Einfach nur ein Film.

Ich wünsche euch noch ein schönes Leben
 

Markus_Wollny

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AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 15.11.03 um 23:53 schrieb Stampete:[/l]
Doch bei KB1 hat man das Gefühl man wäre nicht in einem Kinosaal, sondern in einer surrealistischen Theateraufführung, in der viel getanzt wird (damit meine ich die Kampfszenen, die eher an eine Popstar-Choeografie erinnern).

"Man" finde ich etwas übertrieben - auf mich traf das zumindest nicht zu. Sicherlich gibt es ganz offensichtlich viele Leute, denen der Film wirklich gut gefallen hat, aus welchen Gründen auch immer. Ich fand ihn einfach grottenschlecht - meinen Geschmack hat er also keineswegs getroffen.

Warum genau fand ich Kill Bill langweilig? Das habe ich bereits geschrieben (s.o.), doch zur genaueren Erläuterung: Es scheint mir, als habe sich Tarantino daran gemacht, einen Film aus lauter Höhepunkten zusammensetzen - einen 90 Minuten Showdown, von Anfang bis zum Ende. 90 Minuten Zitate der stärksten Höhepunkte der B-Movie-Martial-Arts-Geschichte. Auf den ersten Blick sieht das Konzept wie ein sicherer Treffer aus. Das ist es aber nicht. Ein Höhepunkt heißt deswegen so, weil er eine Basis hat, auf die er aufbaut, aus der er sich herausheben kann. Wenn der große Endkampf ansteht, wo sich das Schicksal entscheidet, ob nun das Gute oder das Böse obsiegt, dann fiebert der Zuschauer nur dann mit, wenn er weiss wer gut und wer böse ist. Ich muss doch so etwas wie Empathie für den/die Helden ihrem Schicksal nehmen kann - anderenfalls ist es mir egal, wer gewinnt und der gesamte Kampf ist dann belanglos. Niemand schaut sich ein Fussballspiel wegen des Balls an.

Wenn man alle Höhepunkte aller Splatterhorrorfilme aneinanderschneiden würde, bekäme man dann einen guten Film? Man hätte ordentlich Action, Blut und Stückchen, aber keinen Film, geschweige denn einen guten oder auch nur spannenden. Denn Spannung wohnt einer Situation nicht a priori inne, sie muss sorgfältig aufgebaut werden, ein mühsamer Prozess - und den hat sich Tarantino meiner Ansicht nach leider gespart. Wir wissen nichts über "die Braut", sie hat keine Vorgeschichte. Das wird möglicherweise in Vol. 2 nachgeholt, doch im Februar interessiert mich das nicht mehr - dann hätte man eben einen Film draus machen sollen und nicht zwei halbe: So wie das Ganze oft mehr ist als seine Bestandteile, ist eben Teil 1 bei weitem nicht genug, um daraus noch irgendwie am Gesamt-"Kunstwerk" interessiert zu bleiben.

Ich bin ein Fan von Reservoir Dogs und Pulp Fiction - insbesondere letzteres hat sich seinen Platz als echter Kultfilm verdient; die Story wird auf mehreren Ebenen geführt und es gibt von der ersten bis zur letzten Minute etwas zu erzählen. Kill Bill Vol. 1 hat mit Pulp Fiction nur die (hier allerdings zum völlig sinnfreien Effekt verkommene) achronologische Erzählweise gemein: Kill Bill hat kaum etwas zu erzählen sondern nur Blutfontänen, Köpfe und andere abgetrennte Extremitäten auf der Kinoleinwand zu verteilen.
Die schwangere Braut wird zusammen mit ihrer Hochzeitsgesellschaft von vier Killern vor dem Traualtar erschossen, überlebt, wacht nach vier Jahren auf und killt die Mörder.
Das ist keine Story, das ist allenfalls ein Vorwand für ein Gemetzel.

Eine erzählenswerte Story benötigt im Allgemeinen doch einiges mehr als 25 Wörter. Es gibt keine Charakterentwicklung, keinerlei Tiefgang, keinerlei philosophische Aspekte - nur nackte, durch Dauer und Exzess anödende Gewalt. Das ist alles - und wer hier meint, diese Mängel wegerklären zu können, indem er das Machwerk zur "Kunst" verklärt, der tut der Kunst unrecht; ausgerechnet in solchen Fällen wird dieses Etikett immer fix herangezogen, da man damit automatisch jegliche Kritik als Äußerungen von "Kunstbanausen" zu klassifizieren vermag, ohne sich tatsächlich sachlich und inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen.

Nun könnte man sagen, diese Plattheit sei Tarantinos Absicht gewesen, das sei "Ironie" oder was auch immer und immerhin hätte er doch Dutzende von Zitaten aus diversen Bruce-Lee- und anderen Eastern-Klassikern verbaut - mithin eine Hommage an das Genre. Doch das Ergebnis ist nichtsdestotrotz schlicht und ergreifend langweilig, es ist nicht unterhaltsam, da dem Zuschauer keine Möglichkeit gegeben wird, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen und er über deren Motivationen und die Hintergründe der Vorgänge auf der Leinwand völlig im Dunkeln gelassen wird.

Ich habe die schlimmste Befürchtung, dass auch die, die jetzt noch begeistert sein mögen, letztendlich dann mit Vol. 2 enttäuscht werden, wenn sich herausstellen sollte, dass Tarantino Kill Bill lediglich zur eigenen Belustigung gemacht hat, ohne sich darum zu scheren, ob das Endergebnis auch nur annähernd Unterhaltungswert haben wird - stattdessen ist das Gesamtwerk möglicherweise das, was mir Teil 1 jetzt schon scheint: Nicht mehr als eine eine überbewertete Zitat-Kollage eines Martial-Arts-Fans ohne irgendwelche Ansprüche in Bezug auf Plot, Tiefgang und Sinnhaftigkeit.

Kill Bill Vol. 1 ist jedenfalls, absolut objektiv gesehen, Lichtjahre von Filmen wie Pulp Fiction, Crouching Tiger - Hidden Dragon oder Once Upon A Time In The West entfernt. Drama, Epos, Empathie mit den Figuren, Charakterentwicklung - all das sucht man vergeblich. Was man findet sind eine Vielzahl von Zitaten diverser B-Movies und exzessive Gewalt, mehr nicht. Mir reicht das nicht zur Unterhaltung - ich fand Kill Bill nur unwesentlich interessanter als 90 Minuten lang Farbe beim Trocknen zuzusehen. Roter Farbe in diesem Fall. Mit Panflöten-Kitsch-Soundtrack.
 

MPO

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AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 16.11.03 um 01:39 schrieb Markus_Wollny:[/l]
Viel Text hier
Naja, das ist halt deine Meinung.

Ich wurde 90 Minuten gut unterhalten von dem Film. Allerdings sehe ich auch kein Reservoir Dogs (so toll ist der übrigens auch nicht, Pulp Fiction ist interessanter) darin oder erwarte was ähnliches wie Pulp Fiction.

Deine Meinung, das es 90 Minuten lang nur Höhepunkte gibt, ist schlichtweg falsch. Vielleicht hat sich da etwas arg viel negative Sicht reingeschmuggelt. Es ist richtig, das die letzten 20 Minuten aus einer einzigen Massenschlacht bestehen. Anders als bei Matrix 2 hat mich das aber nicht angeödet, weil es sehr abwechslungsreich war und vor allem mal darauf verzichtet wurde, den billigen Wir-ziehen-Schauspieler-per-Draht-durch die Gegend oder gar die mittlerweile zum Standardeffekt verkommene Bullettime. Es ist halt mal herkömmliche Action, die aber gut choreografiert und wohltemperiert.

Aber es hängt wohl immer davon ab, wie man auf den Film zugeht. Ich finde ihn (nach wie vor) ziemlich toll und freue mich sehr auf die Fortsetzung. Ein gigantischer kommerzieller Erfolg ist aber sicherlich eh nicht eingeplant, die Ab 18 Einstufung wird dies verhindern (Kill Bill läuft auch nur abends, und da überwiegend mehr in den kleineren Sälen).

Zudem glaube ich, das die zweite Hälfte des Films nicht so blutig wird. Die fontänenblutenden Kills gab es eigentlich nur in Japan. Vernita Green hätte eigentlich auch ne schöne Fontäne spritzen können, tat sie aber nicht. Vermutlich sind die Todesszenen also dem Gegner angepasst. Gegen Budd dürfte dann eine Art Westernszene zustandekommen.

Kill Bill hat zudem keine Story (bzw. eine einfache Rachsuchtstory). Aber braucht er das? Hat Reservoir Dogs eine tolle Story? Da geht es um einen Diamantenraub, der schiefgeht. Mehr nicht. Pulp Fiction kann man (wenn man kein Fan wäre) auch als reines Blabla bezeichnen. Es geht einfach um die Atmosphäre bei Tarantino-Filmen, und m.M. nach hat Kill Bill ebenfalls diese Atmosphäre.

MPO
 
G

gerry0112

Gast
[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Moin

Ich fand den Film Klasse. Btw kann mir jemand sagen wie der Song im Abspann heißt??? Der mit der Panflöte???
Danke schonmal im voraus.

Gerry
 

Markus_Wollny

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[l]am 16.11.03 um 13:27 schrieb gerry0112:[/l]
Moin

Ich fand den Film Klasse. Btw kann mir jemand sagen wie der Song im Abspann heißt??? Der mit der Panflöte???
Danke schonmal im voraus.

Gerry

"Der Einsame Hirte" von Zamfir und James Last. Frag mal bei Deiner Oma nach - die Chancen stehen gut, dass die Platte irgendwo zwischen Richard Claydermann und Max Greger im großmütterlichen Plattenschrank vor sich hin oxidiert.
 
T

Tyrael

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Kunst oder NichtKunst? Das ist....

[l]am 16.11.03 um 01:39 schrieb Markus_Wollny....[/l]
....5220 Buchstaben und Zeichen....

Kill Bill war einfach das, was nach all den Jahren philosphisch geprägtem Popcornkinos gefehlt hat - ein Film ohne wirkliche Handlung.
Ihn desshalb das Potential eines Kunst- oder gar Kultfilms abzusprchen, kann ich nicht mehr als Geschmacksache abtun.
Man kann ihn Lieben oder auch Hassen - Die Verachtung, welche ich aus deinen Worten lese, ist aber unangebracht.
Dafür wird die Gewalt einfach so übertrieben dargestellt, das sie einfach nicht mehr ernstzunehemen ist und ist der Spannungsklimax im Finalkampf, die Hass-Liebe zwischen Long und
. . . . . .
gepaart mit dem "Wortwitz", einfach zu Überragend ("Was sagt der Igel zum Hasen?"-"Ich bin schon..."-"Da !").

Kill Bill ist ein puristischer Film, der der nicht auf Philosphie oder Sinnvolheit abziehlt- genau das macht ihn für mich einzigartig und widerspricht, erfreulicherweise, dem derzeitigen Einheitsbrei, dem zigten Aufguss der "Held-Rettet-Menschheit" Story.

Daher kann man ihn nur als Kunst bezeichnen, er passt weder in eine Norm noch hegt er den Anspruch jedem gefallen zu wollen.
Und jede Kunst besteht darauf eigenwillig zu sein....
 
K

KaisaSozee

Gast
AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 16.11.03 um 01:39 schrieb Markus_Wollny:[/l]
[l]am 15.11.03 um 23:53 schrieb Stampete:[/l]
Doch bei KB1 hat man das Gefühl man wäre nicht in einem Kinosaal, sondern in einer surrealistischen Theateraufführung, in der viel getanzt wird (damit meine ich die Kampfszenen, die eher an eine Popstar-Choeografie erinnern).

"Man" finde ich etwas übertrieben - auf mich traf das zumindest nicht zu. Sicherlich gibt es ganz offensichtlich viele Leute, denen der Film wirklich gut gefallen hat, aus welchen Gründen auch immer. Ich fand ihn einfach grottenschlecht - meinen Geschmack hat er also keineswegs getroffen.

Warum genau fand ich Kill Bill langweilig? Das habe ich bereits geschrieben (s.o.), doch zur genaueren Erläuterung: Es scheint mir, als habe sich Tarantino daran gemacht, einen Film aus lauter Höhepunkten zusammensetzen - einen 90 Minuten Showdown, von Anfang bis zum Ende. 90 Minuten Zitate der stärksten Höhepunkte der B-Movie-Martial-Arts-Geschichte. Auf den ersten Blick sieht das Konzept wie ein sicherer Treffer aus. Das ist es aber nicht. Ein Höhepunkt heißt deswegen so, weil er eine Basis hat, auf die er aufbaut, aus der er sich herausheben kann. Wenn der große Endkampf ansteht, wo sich das Schicksal entscheidet, ob nun das Gute oder das Böse obsiegt, dann fiebert der Zuschauer nur dann mit, wenn er weiss wer gut und wer böse ist. Ich muss doch so etwas wie Empathie für den/die Helden ihrem Schicksal nehmen kann - anderenfalls ist es mir egal, wer gewinnt und der gesamte Kampf ist dann belanglos. Niemand schaut sich ein Fussballspiel wegen des Balls an.

Wenn man alle Höhepunkte aller Splatterhorrorfilme aneinanderschneiden würde, bekäme man dann einen guten Film? Man hätte ordentlich Action, Blut und Stückchen, aber keinen Film, geschweige denn einen guten oder auch nur spannenden. Denn Spannung wohnt einer Situation nicht a priori inne, sie muss sorgfältig aufgebaut werden, ein mühsamer Prozess - und den hat sich Tarantino meiner Ansicht nach leider gespart. Wir wissen nichts über "die Braut", sie hat keine Vorgeschichte. Das wird möglicherweise in Vol. 2 nachgeholt, doch im Februar interessiert mich das nicht mehr - dann hätte man eben einen Film draus machen sollen und nicht zwei halbe: So wie das Ganze oft mehr ist als seine Bestandteile, ist eben Teil 1 bei weitem nicht genug, um daraus noch irgendwie am Gesamt-"Kunstwerk" interessiert zu bleiben.

Ich bin ein Fan von Reservoir Dogs und Pulp Fiction - insbesondere letzteres hat sich seinen Platz als echter Kultfilm verdient; die Story wird auf mehreren Ebenen geführt und es gibt von der ersten bis zur letzten Minute etwas zu erzählen. Kill Bill Vol. 1 hat mit Pulp Fiction nur die (hier allerdings zum völlig sinnfreien Effekt verkommene) achronologische Erzählweise gemein: Kill Bill hat kaum etwas zu erzählen sondern nur Blutfontänen, Köpfe und andere abgetrennte Extremitäten auf der Kinoleinwand zu verteilen.
Die schwangere Braut wird zusammen mit ihrer Hochzeitsgesellschaft von vier Killern vor dem Traualtar erschossen, überlebt, wacht nach vier Jahren auf und killt die Mörder.
Das ist keine Story, das ist allenfalls ein Vorwand für ein Gemetzel.

Eine erzählenswerte Story benötigt im Allgemeinen doch einiges mehr als 25 Wörter. Es gibt keine Charakterentwicklung, keinerlei Tiefgang, keinerlei philosophische Aspekte - nur nackte, durch Dauer und Exzess anödende Gewalt. Das ist alles - und wer hier meint, diese Mängel wegerklären zu können, indem er das Machwerk zur "Kunst" verklärt, der tut der Kunst unrecht; ausgerechnet in solchen Fällen wird dieses Etikett immer fix herangezogen, da man damit automatisch jegliche Kritik als Äußerungen von "Kunstbanausen" zu klassifizieren vermag, ohne sich tatsächlich sachlich und inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen.

Nun könnte man sagen, diese Plattheit sei Tarantinos Absicht gewesen, das sei "Ironie" oder was auch immer und immerhin hätte er doch Dutzende von Zitaten aus diversen Bruce-Lee- und anderen Eastern-Klassikern verbaut - mithin eine Hommage an das Genre. Doch das Ergebnis ist nichtsdestotrotz schlicht und ergreifend langweilig, es ist nicht unterhaltsam, da dem Zuschauer keine Möglichkeit gegeben wird, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen und er über deren Motivationen und die Hintergründe der Vorgänge auf der Leinwand völlig im Dunkeln gelassen wird.

Ich habe die schlimmste Befürchtung, dass auch die, die jetzt noch begeistert sein mögen, letztendlich dann mit Vol. 2 enttäuscht werden, wenn sich herausstellen sollte, dass Tarantino Kill Bill lediglich zur eigenen Belustigung gemacht hat, ohne sich darum zu scheren, ob das Endergebnis auch nur annähernd Unterhaltungswert haben wird - stattdessen ist das Gesamtwerk möglicherweise das, was mir Teil 1 jetzt schon scheint: Nicht mehr als eine eine überbewertete Zitat-Kollage eines Martial-Arts-Fans ohne irgendwelche Ansprüche in Bezug auf Plot, Tiefgang und Sinnhaftigkeit.

Kill Bill Vol. 1 ist jedenfalls, absolut objektiv gesehen, Lichtjahre von Filmen wie Pulp Fiction, Crouching Tiger - Hidden Dragon oder Once Upon A Time In The West entfernt. Drama, Epos, Empathie mit den Figuren, Charakterentwicklung - all das sucht man vergeblich. Was man findet sind eine Vielzahl von Zitaten diverser B-Movies und exzessive Gewalt, mehr nicht. Mir reicht das nicht zur Unterhaltung - ich fand Kill Bill nur unwesentlich interessanter als 90 Minuten lang Farbe beim Trocknen zuzusehen. Roter Farbe in diesem Fall. Mit Panflöten-Kitsch-Soundtrack.

Wie gut das andere die Filme machen und nicht du........ :finger:

Ne ich bin wirkllich froh darüber weil einige Kritiker, auch wenn sie noch so toll und argumentativ schreiben, einfach keine Ahnung vom Unterhaltungskino haben. Lest doch lieber ein Buch !

PS: Hast du schonmal was von schwarzen Humor und Ironie gehört?
 
D

donvitocorleone

Gast
AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

Das Lied heist "Einsamer Hirte!"Also ich hab den Film genial gefunden!
Persönlich hat er mir sogar besser als Pulp Fiction gefallen. Ich finde das der Film audiovisuell perfekt umgesetzt wurde!!
p.s auf ofdb.de (offizelle deutsche Filmdatenbank) auf Platz1
 
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