Kill Bill Volume 1

TE
D

danilo2

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Hi,
also ich war gestern in der Preview zu Kill Bill und muss sagen, dass mich er Film doch positiv überrascht hat.
Die Art, wie er gemacht ist, mag für viele (auch für mich) ungewohnt sein, aber doch hat diese Art einen ganz besonderen und eigenen Reiz. Die Mischung aus Kampfsequenzen, Rückblenden bzw. Story-Fetzen und einer 10minütigen Anime-Sequenz weiß zu überzeugen.
Dabei nutzt Tarantino schonungslos die Darstellung von expliziter Gewalt. In dem Film geht es über große Strecken doch recht blutig zu, was dem einen oder anderen Zuschauer vielleicht auch abstoßend erscheinen wird.
Allerdings wird die Gewalt schon SO übertrieben dargestellt, dass man sie nur schwer ernstnehmen kann.
Auch mit Schimpfwörtern wird nicht gespart. Wörter wie "************************" oder "Fick-Fresse" sind in dem Film an der Tagesordnung.
Trotzdem gerät der Film nie ins lächerliche. Zur Auflockerung gibt es ein paar witzige Einlagen.
Schade schade nur ,dass der 2te Teil erst im Februar kommt, denn man hätte große Lust einfach sitzen zu bleiben im Kino um zu sehen, wie es weitergeht.
Ich will nicht das Ende oder Teile der Story vorwegnehmen, aber einiges hat mich doch überrascht.
Alles in allem ein Film, der für das reifere Publikum auf jeden Fall sehenswert ist. Sofern man nicht absolut gegen Gewalt in Filmen ist, sollte man sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen.
Eine entgültige Meinung über das ganze kann man sich wohl nur bilden, wenn man den 2ten Teil gesehen hat.
Ich hoffe, dass viele der Dinge, die jetzt Fragen aufwerfen im 2ten Teil erklärt werden und man größtenteils zufriedengestellt aus dem Kino spazieren kann.
Aber bis dahin dauert es leider noch 4 Monate.
Sollte der 2te Teil auch so überzeugend daherkommen, dann steht das DVD-Set definitiv auf meiner Einkaufsliste.

So long
Danilo
 
TE
A

aph

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Mit Kill Bill ist Tarantino offenbar endgültig im Mainstream-Kino angekommen. Die Effekte, die dreisten Ausleihen bei anderen (derzeit erfolgreichen) Filmen und im asiatischen Kino schielen auf das zahlungskräftige Publikum.

Dabei nutzt der Regisseur jedoch seinen Kultstatus in ausgesprochen selbstverliebter Art und Weise. Aus vielen Schnitten, Kamerafahrten und dem Einsatz von Sound und Musik schreit es einen an: Sieh her - so sieht Kult aus! Mag mich!

Jemand sagte mir, der Film sei deshalb in zwei geteilt worden, weil sich Tarantino nicht entscheiden konnte, irgendwas wegzuschneiden. Mir würden auf Anhieb etliche Stellen einfallen, auf die getrost hätte verzichtet werden können. Dass sie drin blieben, ist nur mit eben jener Selbstverliebtheit des Regisseurs zu erklären.
Ein Beispiel:
Man kennt das aus diversen Mafia/Gangster-Filmen: Einer wird vom Killer verschont, damit er dem gegnerischen Boss eine Botschaft mitteilen kann. Normalerweise ist das mit einem Satz und wenigen Sekunden erledigt. Bei Tarantino wird daraus eine lange Sequenz mit Vor- und Rückschnitten und langen Unterhaltungen sowie Wiederholungen von Unterhaltungen.
Wirklich gerechtfertigt ist das nur, wenn am Ende der Film wirklich eine derart künstlerische Bedeutung hat, dass er es wert ist, auch solch banale Dinge genauer zu zeigen. Wenn sich aber herausstellen sollte, dass es tatsächlich nur ein weiterer Mafia-war-böse-zu-mir-nun-räche-ich-mich-Film ist ohne tieferen Sinn, dann waren das äußerst überflüssige Szenen.

Positiv:
Uma Thurman und Lucy Liu rocken einfach.
Negativ:
Das Anime-Intermezzo. Das sollte man lieber dort lassen wo es herkommt: Im Japan-Kino.
Warnung:
Die deutsche Synchronisation ist vergleichsweise mies. Wer einigermaßen des Englischen mächtig ist, sollte sich den Film unbedingt im Original angucken.

Fazit:
Alles steht und fällt mit Teil 2. Dort wird sich zeigen, ob der Film seine Längen wert ist. Ich empfehle daher, einfach bis zum Double-Feature im nächsten Jahr zu warten und sich beide Teile am Stück anzugucken. Im Gegensatz zu Herr der Ringe und Matrix enthält Vol. 1 auch nichts, weswegen man ihn sich unbedingt sofort ansehen sollte. Da kann man ruhig auch ein paar Monate warten.

PS: Isch habbe krasse Ohrwurm von Titelsong, ey.
Naja, ansonsten nur wenig gute Musik im Gegensatz zu PF und JB.
PPS: Wenn ichs recht überlege, war From Dusk Till Dawn auch ziemlich inhaltsleer und ich mochte ihn trotzdem. *grübel*
Ach was solls, zieht ihn euch einfach rein. Passt scho.
 

TobbeD

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Tja, da ist er nun, der 4. FIlm von Tarantino... Das erhoffte Meisterwerk ? Klares Nein... Sehenswert ? Klares Ja ! Zumindest wenn man keine Probleme mit extrem viel Blut und ungewöhnlichen Sequenzen (Stichwort Anime, in meinen AUgen sehr, sehr gut gelungen!)
Aber warum kein Meisterwerk ? Naja, zum einen schon fast zu viel Gewalt und Blut... Der erste abgehackte Kopf/Arm/Bein schockt ja noch, aber beim 20ten Unterschenkel... Da wäre vielleicht ein bischen weniger ein bischen mehr gewesen.... Ausserdem sind doch ein paar Längen drinnen (Schwertbeschaffung...). Aber naja, anosnten gibt es halt verrückte Ideen (Immer wenn ihr Name ausgesprochen wird, kommt ein Piepen wie in einer Talkshow), perverse Ideen (ich sage nur Vaseline), geniale Ideen (Erzählfolge, Anime-Part)... Die Musik, normalerweise auch ein Highlight in Tarentino Filmen, schwankt ungewöhnlich, zwischen absolut genial und passend (Bang Bang) bis vollkommen hirnrissig (Pfeifen gegen Ende des Liedes, dieser Hummelflug-Verschnitt bei den Motorrädern...)... Trotzdem hole ich mir den Soundtrack ! Und wann wird es endlich Februar ? naja, erstmal Matrix und HdR beenden....

Man muss ihn wirklich gesehen haben ! Und das da oben ist meine Meinung ! Ich kann es gut verstehen, wenn manche den FIlm grottenkacke finden, manche sind während der Preview auch rausgegangen...
 
TE
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DarthMario

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Ich werd mir Kill Bill Volume1 nicht ansehen, immerhin dauert er nur 90Minuten und dann kann man auf den 2. teil warten. Bei so einem Umfang machen andere Filme normalerweise 15 minuten Pause, und dann gehts weiter. Außerdem ist es ja wieder kein richtiger 2. teiler sondern ein zerteilter film. Das hat mich schon bei Matrix angezipft, und daher werd ich mir entweder im Februar das Double Feature ansehen, oder eine DVD Box mit beiden Filmen kaufen (wirds ja wahrscheinlich geben).
 

KONNAITN

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[l]am 18.10.03 um 13:21 schrieb DarthMario:[/l]
Ich werd mir Kill Bill Volume1 nicht ansehen, immerhin dauert er nur 90Minuten und dann kann man auf den 2. teil warten. Bei so einem Umfang machen andere Filme normalerweise 15 minuten Pause, und dann gehts weiter. Außerdem ist es ja wieder kein richtiger 2. teiler sondern ein zerteilter film. Das hat mich schon bei Matrix angezipft, und daher werd ich mir entweder im Februar das Double Feature ansehen, oder eine DVD Box mit beiden Filmen kaufen (wirds ja wahrscheinlich geben).
Gut, mit "nur" 90 min kann ich zwar durchaus leben, aber da ich heuer schon zwei Filme liefen, die erst im nächsten Teil aufgelöst werden, nervt mich das jetzt auch schon ein wenig. Wenn es nachvollziebar ist wie bei HdR gibt es ja auch kein Murren, aber in dem Fall schnalle ich es auch nicht ganz. Dass Kino-Besitzer nicht besonders auf Überlängen stehen ist bekannt, aber bei einem Tarantino-Streifen hätten sie das wohl auch in Kauf genommen. Riecht jedenfalls sehr nach Abzocke. Aber was weiß ich schon...

Ansonsten hört sich das ja ganz gut an, was ich hier bisher gelesen habe. Also ich werde ihn mir vermutlich auch gleich ansehen (Uma Thurman und Lucy Liu zusammen sind einfach lecker *g*) - andererseits, ein Double-Feature im Februar wäre auch verlockend... *grübel*
 
TE
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Aysem

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Ich hab mir den Film angeschaut und muss sagen, das ist echt eine einzige Orgie von Bildern, Blut und Coolness. Surrealistisch bis zum geht nicht mehr und mit einer fantastischen Uma Thurman.
Die Handlung ist Nebensache, hier liegt das Augenmerk auf der genialen Inszenierung
 

kingston

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Hab ihn gestern gesehn. He he einigen Leuten ist richtig übel geworden. :)=) . Ist halt ein echter Quentin. Wers nicht mag solls lassen. Mir hat er gefallen.
Was mir sehr positiv aufgefallen ist war der meiner Meinung nach wirklich gute Soundtrack. Auch die Anime Szene war sehr stimmungsvoll , aber...

und jetzt zum negativen:
...sie war eindeutig zu lange.
Und die derart übertriebene Blutspritzerei war schon mehr als lächerlich. Wenn das Ketchup rausspritzt wie aus einem Wasserschlauch ist das schon etwas übertrieben.

Ansonsten ein guter Film.
 

NoRaWaY

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Der Film ist eine Hommage an das Action-Schund-Kino der 70er und möchte auch als solches verstanden werden.

Die stilistischen Mittel, welcher sich Tarantino bedient, sind wieder einmal genial. (Der Film wechselt zwischen Farbe, Schwarzweiss und Anime-Comix).

Die Rache-Geschichte ist genial erzählt (verschachtelt und in Pulp-Fiction-ähnliche Kapitel aufgeteilt) und filmtechnisch unglaublich gut umgesetzt. Man ist regelrecht erschlagen von dieser Bildgewalt und das Ende lässt einen auf die Fortsetzung regelrecht hinfiebern.

In der Soundtrackauswahl hat Tarantino ebenfalls wieder erstklassige Arbeit geleistet.

Fazit: FILM DES JAHRES dessen Kultigkeit und Kunst jedoch nicht von jedermann verstanden wird.


ob Kill Bill an Pulp Fiction oder Reservoir Dogs rankommt... Nein
zumindest kann ich es noch nicht sagen, da man Kill Bill Vol 1 und 2
als einen film ansehen muss.

aber Tarantino hat es einfach drauf, er ist der Meister des Films
 

Kant

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Ich hab mir den Film gestern reingezogen und fand ihn echt klasse. Zwar bin ich mit negativer Einstellung ins Kino gekommen (nach dem Motto: Der Film hat praktisch keinen Inhalt, keine Message), doch schon nach den ersten 5 Minuten hat er mich in seinen Bann gezogen. Hier geht es nämlich wirklich weniger um Inhalt, als viel mehr darum, wie dieser dargestellt wird. Und hier konnte der Film voll überzeugen. Die übertriebene Gewaltdarstellung ist (glaube zumindest ich) eine Hommage an (bzw. Fortsetzung von) Natural Born Killers, zu dem Tarantino ja das Drehbuch verfasst hat. Die Mittel, mit denen der Regisseur bei Kill Bill arbeitet, machen den Film echt zu einem Kunstobjekt: Die Animesequenz, der Wechsel Schwarz-Weiß, der Soundtrack und die achronologische Kapitelanordnung wurden ja schon genannt; die Lächerlichkeit der Gewaltdarstellung ungewöhnliche Perspektiven (Blick in die Mündung einer Pistole, Tod eines Killers aus der Perspektive der Kugel, Perspektive beim Tod des mexikanischen Präsidenten).
Mein einziger Kritikpunkt ist die schon genannte Zweiteilung des Films (wirkt extrem abgehackt). Zum Glück hat das ja nur mit der Überlänge des "gesamten" Films und nicht mit der Raffgier der Produzenten zu tun. :pissed:
 
TE
N

nnkwp

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
Wie hat Ihnen dieser Film gefallen? Posten Sie hier Ihr Review!

hab mir den film gestern abend angesehn und muss sagen, dass er mir wirklich gut gefallen hat. die 18er wertung hat der film nicht zu unrecht (blutfontönen en masse) aber wie das blut spritzte war doch recht unterschiedlich. als die braut o-renishis erste 6 leute umbringt gabs nur ganz wenig blut, aber wenn sie (o-ren) einem mafiaboss den kopf vom hals säbelt spritzt das blut wie wasser aus einem hydranten...
ich muss dazu sagen dass ich fande dass die schlimmste szene nicht eine metzel szene war ,sondern sie in der die braut aus dem koma erwacht und ihren bauch abtastet,nach ihrem baby suchend...das war wirklich schlimm.
ein bisschen seltsam fand ich die anime szene im film, ist nicht jedermanns geschmack, mich hat sie aber nicht groß gestört.
alles in allem ein meiner meinung nach sehr guter film,der sich auf jeden fall lohnt, wird ohnehin zum kultfilm,von daher sollte man den echt sehen.
 
TE
P

Pupumaker

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Also der Film kommt in die engere Auswahl für den Film des Jahres.
Die Kampfszene gegen O-Rens Privatarmee ist einfach unübertroffen.
Der sicherlich sehr makabere Humor, hat mir dennoch gefallen und ich musste lachen.:)
Des weiteren bin ich süchtig nach der Filmmusik.:D
Leider dauert es jetzt nen paar Monate bis Teil 2 draußen ist.
Also ich kann den Film nur wärmstens empfehlen.

*pups*
 
TE
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Gameplayer69

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Hab Karten für Dienstag Abend und freu mich schon wie ein frisch paniertes Schnitzel auf den Film =)

Werd die Tage darauf dann mal mein Fazit posten... :)

cya later!
Gameplayer69 :]
 

DominicB666

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[l]am 26.10.03 um 11:42 schrieb Gameplayer69:[/l]
Hab Karten für Dienstag Abend und freu mich schon wie ein frisch paniertes Schnitzel auf den Film =)

Werd die Tage darauf dann mal mein Fazit posten... :)

cya later!
Gameplayer69 :]


hä? wie freut sich ein frisch paniertes schnitzel auf einen film. bitte um erklärung
 
TE
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Gameplayer69

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[l]am 27.10.03 um 13:40 schrieb DominicB666:[/l]
hä? wie freut sich ein frisch paniertes schnitzel auf einen film. bitte um erklärung

Naja, is halt so ein Ausdruck: "Man freut sich wie ein frisch paniertes Schnitzel über bzw auf etwas" :D

Viel mehr gibt's da gar nich zum Erlären *g*

cya later!
Gameplayer69 8]
 

bumi

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also ich find ihn schlichtweg geil!
ich hab selten einen Film mit noch weniger Inhalt/Sinn gesehen (From Dusk Til Dawn), aber er war echt geil. Die geniale Choreographie in den Kampfszenen, die Geschichte von der fast ermordeten Braut zur Rächerin und einfach die ganze Darstellung des Films haben mich überzeugt.
Als wir in diesem Kino sassen und das Blut nur so in der Gegend rum spritzte, musste ich mir oft das Lachen verkneifen. Auch in der Anime-Szene, als dieser Mafiaboss getötet wird - eine 2 Meter hohe Blutfontäne... Auch ich empfand diese Comic-Szene als ein wenig zu lang, aber sie war zugegebenermassen sehr gut gemacht und hatte Stil.
Die meisten Pluspunkte erntet Kill Bill aber dank Uma Thurman. Sie rennt nicht einfach hin und veranstaltet ein Gemetzel wie Rambo, sondern sie tötet mit Stil und Anmut. Es ist einfach eine Freude ihr zuzusehen und für mich war jede ihrer Bewegungen ein Augenschmaus... und das liegt nicht an der Frau selber, denn Uma Thurman gefällt mir eigentlich nicht besonders...

aber als Fazit? hmm... anschauen!

P.S. das "ab 18" hat sich der Film verdient...
 

HanFred

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[l]am 30.10.03 um 08:28 schrieb bumi:[/l]
also ich find ihn schlichtweg geil!
ich hab selten einen Film mit noch weniger Inhalt/Sinn gesehen (From Dusk Til Dawn), aber er war echt geil. Die geniale Choreographie in den Kampfszenen, die Geschichte von der fast ermordeten Braut zur Rächerin und einfach die ganze Darstellung des Films haben mich überzeugt.
Als wir in diesem Kino sassen und das Blut nur so in der Gegend rum spritzte, musste ich mir oft das Lachen verkneifen. Auch in der Anime-Szene, als dieser Mafiaboss getötet wird - eine 2 Meter hohe Blutfontäne... Auch ich empfand diese Comic-Szene als ein wenig zu lang, aber sie war zugegebenermassen sehr gut gemacht und hatte Stil.
Die meisten Pluspunkte erntet Kill Bill aber dank Uma Thurman. Sie rennt nicht einfach hin und veranstaltet ein Gemetzel wie Rambo, sondern sie tötet mit Stil und Anmut. Es ist einfach eine Freude ihr zuzusehen und für mich war jede ihrer Bewegungen ein Augenschmaus... und das liegt nicht an der Frau selber, denn Uma Thurman gefällt mir eigentlich nicht besonders...

aber als Fazit? hmm... anschauen!

P.S. das "ab 18" hat sich der Film verdient...

ich fand den film auch lustig, habe dauernd lachen müssen.
hätte aber keine probleme gehabt, beide teile am stück zu sehen. es nervt mich sogar, dass ich bis nächtes jahr warten muss auf den zweiten teil.
die blutfontänen waren eins der ganz lustigen elemente. auch die anime-szene fand ich gut.
etwas langatmig waren einige szenen (mädchen kommt nach hause...), hat mich aber nicht gestört. Uma spielt gut und gefällt mir sehr ;)
seit ich den film gesehen habe, hab ich die melodie im ohr, die die "krankenschwester" gepfiffen hat.
 
TE
R

Rabauke-atwork

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Ich persönliche finde ja Quentins 1. Film, Reservoir Dogs, um einiges besser. Bessere Charaktere, SEHR guter Soundtrack und eine gute Story. Kill Bill Vol. I ist nicht schlecht, würden aber die Witze / übertriebenen "Kills" nicht sein wäre der Film einfach sinnlos brutal. Durch diese geschickte Auflockerung (man bedanke 1. Zitat in diesem Film) sitzt man eigentlich nur grinsend im Sessel und erfreut sich seichter, aber denoch lustiger Unterhaltung.
 

Gargoyle

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Von Tarantino fand ich bisher eigentlich nur Reservoir Dogs gut. Aber Kill Bill hat mich auch positiv überrascht. Die Handlung: durchgeknallt, durcheinander, leicht pervers, brutal - eben kult. Lässige Mucke. Uma Thurman überzeugt auf der ganzen Linie. Viele teils makabre Gags, aber selbst die ach so schlimme Gewaltdarstellung kommt durch ihre gnadenlosen Übertreibungen nur comichaft rüber. Kann sich doch jeder denken, dass ein abgetrennter Kopf/Arm sich nicht zu einer Blutorgie entwickelt, vor der ein durchschnittlicher Duschkopf sich schämen müsste.
Es gibt aber auch einige Böcke:
Die Flucht aus dem Krankenhaus dauert viel zu lang.
Auch das Gelaber bis sie endlich ihr Daikatana hat, ist zwar lustig, aber auch schlaffördernd.
Der Anime ist so was von überflüssig und passt vor allem mit seiner Länge nicht in den Kontext.
Die große Kampfszene am Schluß war im Trailer noch farbig, ist nun aber schwarz/weiss, wäre wohl bunt etwas zu drastisch geworden, ist aber so irgendwie enttäuschend.
Apropos Trailer: Mehrere Szenen daraus kommen im Film nicht vor (wohl erst im 2. Teil)

Insgesamt empfehlenswert,
Note 2.
 

MPO

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Ich hatte bislang nur Gelegenheit, die englische Fassung zu sehen. Wie die deutsche Synchro ist, kann ich daher leider nicht sagen. Auf englisch (oder eher japanisch) ist er auf jeden Fall fantastisch.

Tarantino sagte in einem Interview mal, das er einen Martial-Arts Film (wie schon jemand schrub, im Stile der 70er Jahre-B-Movies) machen wollte. Das ist ihm eigentlich nicht gelungen: Es ist ein waschechter Anime mit realen Schauspielern geworden. Wie immer bei Tarantino spielt die Musik eine große Rolle und ist extrem wechselhaft. Der Hauptsong "Bang, Bang" von Nancy Sinatra ist einfach traumhaft und wird genauso nun untrennbar mit diesem Film verbunden sein wie Tito & Tarantulas "After Dark" auf ewig mit From Dusk Till Dawn verbunden sein wird (was aber kein Tarantino-Streifen ist). Die sonstigen (Hintergrund-)Lieder wechseln sich häufig ab, passen aber zur jeweiligen Situation und bringen mal ein Western- mal eben das Anime-Flair. Mal sind sie modern, mal sind sie eher klassisch, gelegentlich ist sogar Trash dabei.

Im Gegensatz zu aph sehe ich (in der englischen Fassung) keine Längen. Das Gespräch mit Hattori Hanso ist recht interessant aufgebaut und IMO auch wichtig, um ein paar Dinge zu verstehen. Eventuell, um auch Dinge zu verstehen, die erst in Vol. 2 kommen. Auf jeden Fall findet sich hier wieder die klassische Tarantino-Detailverliebtheit, die selten irgendwelche noch so kleinen Details auslässt. Türlich steigert sich das in den Actionsequenzen zu ziemlichen Blutbädern, aber das gehört zum Anime-Charme des Films. Es gibt auf jeden Fall keine Szene in diesem Film, die ich nicht vermissen würde und deswegen bin ich auch froh, das er auf 2 Filme aufgeteilt wurde. Die Motivationskurve stimmt als alleinstehender Film auch, er hat keinen harten Cut wie Matrix 2, sondern man geht recht befriedigt aus dem ersten Teil raus.

Insgesamt mal wieder ein toller Film, der das fade Action-Kino bereichert. Ein gewisses Faible für anime hilft natürlich, diesen Film richtig zu mögen (bzw. zu lieben).

MPO
 

Monstermic

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Mir hat der Film im nachhinein weniger gut gefallen, da viele der durchaus originellen Elemente im Einzelnen zwar gefallen können, aber zusammen den bereits erwähnten pseudo-kultigen Brei ergeben. Damit meine ich im besonderen die Anleihen aus trashigen 70er - Jahre Martial Arts Filmen, die mit der ja doch "ernstgemeinten" Handlung nicht harmonieren. Hier hätte der Regisseur auch die Dialoge und den Handlungsablauf abändern müssen, vielleicht durch extrabanale Dialoge, bei denen man gar nicht erst in Versuchung gerät, die Story ernst zu nehmen. Als Folge dieser unglücklichen Mischung saß ich die meiste Zeit da und überlegte mir ob ich gespannt den Fortlauf der Geschichte folgen soll oder einfach über alles lachen sollte. (Bsp. Schwertübergabe)
Da nicht einmal die Kampfszenen im Vergleich zu anderen Actionfilmen wirklich überzeugen konnten,(in den meisten Szenen wurde Uma Thurmans Steifgliedrigkeit durch schnelle Schnittfolgen geschickt kaschiert) kann ich als Fazit fast nur die Musik loben, die zumindest gut zum Flair des Films passte.
Ich kann einfach keinen Film mögen, der nur durch seine Art der Darstellung überzeugen kann, ansonsten aber tatsächlich nicht mehr bietet als ein "Real-Manga".
 
TE
K

Karneol

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Ja, nun ja.ich wollte mir den film an freitag anschauen und da fragt mich der kassirer ob ich den schon 18 währ? ich, nichts ahnend sage brav nein und der grinst mich blöd an und sag, das der film ab 18 sei.ab 18. dabei hab ich mich sooooo gefreut.
 
TE
S

Stampete

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[l]am 16.10.03 um 15:48 schrieb Jürgen-Fröhlich:[/l]
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Ich muss sagen, dass dieser Film durchaus Kultpotenzial hat...nicht sofort aber mit der Zeit wird dieser Film seine eingefleischten Fans finden, genauso wie damals Pulp-Fiction oder From Dusk Till Dawn.
In dem Film selber finden sich viele kleine Details, die diesen Film enorm abheben lassen von dem "normalen" Kinofilm:
Die stylistischen Mittel (wie z.B. schwarz-weiß, Anime) geben dem Film einen ganz eigenen Flaire, der schwer zu beschreiben ist.
(Soviel Kunstblut MUSS einfach gewollt sein!) ;)
Die Musik ist mit einem Wort: anstrengend!
Sie passt meist, ist aber an manchen Passagen nervtöten schrill
(ob beabsichtigt oder nicht). :S
Die Hauptdarsteller sind überzeugend, wenn auch die Motive der einzelnen Leute nicht rüberkommen (außer bei Uma Thurman).

Dieser audiovisuelle Mix aus ungewohnten Filmtechniken, gutem Soundtrack und solider schauspilerischer Leistung überzeugt ganz klar!
Es ist das was Tarantino-Fans von diesem Film erwarten.

PS: Das DVD-Pack wird in meiner Sammlung nicht fehlen
 

Q20

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Der Film ist ja an und für sich ganz ok. Aber von einem Trarantino Film erwartet man mehr. Von Pulp Fiction ist der Meilenweit entfernt.
 
TE
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Tyrael

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Kill Bill ?

NoRaWaY + MPO = Meine Meinung

Grandios inzeniertes RealAnime im Stile eines Samurai X gepaart mit grandiosem Schaupiel und einem NonMainstream Soundtrack mit Hitpotential (Bang,Bang; Twisted Velvet) verschmelzen zu einem Meisterwerk cineastischer Kunst.
 

Markus_Wollny

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Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

Habe Kill Bill Vol 1. gerade überstanden. Nach all den positiven Kritiken hier war ich dann doch ziemlich überrascht: Der Film ist so spannend wie 90 Minuten Autoverfolgungsjagd mit dem Ford Taunus durch Wanne-Eickel. Die Handlung könnte man in einem Halbsatz erzählen, die Charaktere sind so flach, dass das Adjektiv "stereotypisch" eine maßlose Untertreibung wäre, der Sinn solcher Effekthaschereien wie minutenlanger Gartenschlauch-Blutfontänen und Schwarz-Weiss-Szenen vermochte sich mir nicht so recht zu erschließen und die Musikauswahl ist kindisch-unpassend - ich sage nur "Zauber der Panflöte". Der Film lässt sich nur deshalb nicht in eine Schublade stecken, weil er keine Linie findet und sich stattdessen so sehr darum bemüht "Kult" auszustrahlen, dass es wirklich arg weh tut - Parallelen zum ebenfalls nicht unbedingt originellen Möchtegern-Kultfilm "Irgendwann in Mexiko" (wo die Kampfszenen wenigstens mehr Stil ausstrahlen) drängen sich geradezu auf.
Man hätte den Film albern finden und sich über die überzogene Gewaltdarstellung amüsieren können - aber 90 Minuten, in denen Uma Thurman wahlweise mit Katana, Klapp- oder Küchenmesser Comic-Strip-Amputationen durchführt, sind einfach zu lang um noch witzig zu sein: Ob jetzt ein Arm, ein Fuss, ein Kopf durch die Luft fliegt ist mir nach einigen Minuten Kampf wirklich wurscht, die unmotivierte Metzelei langweilt, der Zauber der Panflöte nervt. Und auch die Animé-Episode reißt das ganze nicht raus - da bleibe ich lieber bei "Prinzessin Monokoke", selbst die Animatrix-Episoden waren durchweg anspruchsvoller, handwerklich besser ausgeführt und spannender erzählt.
Jedem das seine - wer die sinnfreie Gewaltorgie unterhaltsam fand, der darf sich gerne auf Vol. 2 freuen. Ich für meinen Teil werde darauf gerne verzichten.
 
TE
S

Stampete

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AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 15.11.03 um 21:05 schrieb Markus_Wollny:[/l]
Viel Text....

Hmmm......ob Pro oder Contra...eins muss man dem Film aber lassen:
Er gibt viel Stoff zum diskutieren.
Das Problem mit Filmen wie "The Animatrix" ist, dass man sie nicht wirklich mit Kill Bill vergleichen kann, weil KB1 für mich eine Symbiose zwischen Trash und Kunst ist.
Natürlich könnte das jeder Regisseur behaupten, um seinen absolut schlechten Film zu retten. Doch bei KB1 hat man das Gefühl man wäre nicht in einem Kinosaal, sondern in einer surrealistischen Theateraufführung, in der viel getanzt wird (damit meine ich die Kampfszenen, die eher an eine Popstar-Choeografie erinnern).
 
TE
T

Tyrael

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Wass passiert wenn eine Samurai durch eine Prinzessin ersetzt wird....

[l]am 15.11.03 um 21:05 schrieb Markus_Wollny:[/l]
*Zensiert*

Filme wie Fallen Angels oder eben Kill Bill sollten einem nie Ausgesetzt werden: Zuschauern die versuchen sie zu verstehen.

Sie sind eine Ansammlung stilistischer Mittel, zu einem Gesamtwerk, welches der Laie als Kunst bezeichnen könnte.
Sie stehen im krassen Gegensatz zu Werken wie Matrix, bei welchem jeder Satz hinterfragt werden muss, um den Sinn des Filmes zu verstehen - Kill Bill hingegen hat keinen höheren Sinn, keine Entinität welche die Menschheit unterjocht, keine Macht welche den Geist der Natur bedroht.
Es ist einfach ein Film.
Man setzt sich hin, läßt sich berauschen und steht am Ende wieder auf um zu gehen - und nicht bleibt ausser dem Pfeiffen einer Krankenschwester.
Keine Gedanken über den Sinn des Lebens oder die Sinnlosigkeit des Seins beim Nachhausefahren.
Einfach nur ein Film.

Ich wünsche euch noch ein schönes Leben
 

Markus_Wollny

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AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 15.11.03 um 23:53 schrieb Stampete:[/l]
Doch bei KB1 hat man das Gefühl man wäre nicht in einem Kinosaal, sondern in einer surrealistischen Theateraufführung, in der viel getanzt wird (damit meine ich die Kampfszenen, die eher an eine Popstar-Choeografie erinnern).

"Man" finde ich etwas übertrieben - auf mich traf das zumindest nicht zu. Sicherlich gibt es ganz offensichtlich viele Leute, denen der Film wirklich gut gefallen hat, aus welchen Gründen auch immer. Ich fand ihn einfach grottenschlecht - meinen Geschmack hat er also keineswegs getroffen.

Warum genau fand ich Kill Bill langweilig? Das habe ich bereits geschrieben (s.o.), doch zur genaueren Erläuterung: Es scheint mir, als habe sich Tarantino daran gemacht, einen Film aus lauter Höhepunkten zusammensetzen - einen 90 Minuten Showdown, von Anfang bis zum Ende. 90 Minuten Zitate der stärksten Höhepunkte der B-Movie-Martial-Arts-Geschichte. Auf den ersten Blick sieht das Konzept wie ein sicherer Treffer aus. Das ist es aber nicht. Ein Höhepunkt heißt deswegen so, weil er eine Basis hat, auf die er aufbaut, aus der er sich herausheben kann. Wenn der große Endkampf ansteht, wo sich das Schicksal entscheidet, ob nun das Gute oder das Böse obsiegt, dann fiebert der Zuschauer nur dann mit, wenn er weiss wer gut und wer böse ist. Ich muss doch so etwas wie Empathie für den/die Helden ihrem Schicksal nehmen kann - anderenfalls ist es mir egal, wer gewinnt und der gesamte Kampf ist dann belanglos. Niemand schaut sich ein Fussballspiel wegen des Balls an.

Wenn man alle Höhepunkte aller Splatterhorrorfilme aneinanderschneiden würde, bekäme man dann einen guten Film? Man hätte ordentlich Action, Blut und Stückchen, aber keinen Film, geschweige denn einen guten oder auch nur spannenden. Denn Spannung wohnt einer Situation nicht a priori inne, sie muss sorgfältig aufgebaut werden, ein mühsamer Prozess - und den hat sich Tarantino meiner Ansicht nach leider gespart. Wir wissen nichts über "die Braut", sie hat keine Vorgeschichte. Das wird möglicherweise in Vol. 2 nachgeholt, doch im Februar interessiert mich das nicht mehr - dann hätte man eben einen Film draus machen sollen und nicht zwei halbe: So wie das Ganze oft mehr ist als seine Bestandteile, ist eben Teil 1 bei weitem nicht genug, um daraus noch irgendwie am Gesamt-"Kunstwerk" interessiert zu bleiben.

Ich bin ein Fan von Reservoir Dogs und Pulp Fiction - insbesondere letzteres hat sich seinen Platz als echter Kultfilm verdient; die Story wird auf mehreren Ebenen geführt und es gibt von der ersten bis zur letzten Minute etwas zu erzählen. Kill Bill Vol. 1 hat mit Pulp Fiction nur die (hier allerdings zum völlig sinnfreien Effekt verkommene) achronologische Erzählweise gemein: Kill Bill hat kaum etwas zu erzählen sondern nur Blutfontänen, Köpfe und andere abgetrennte Extremitäten auf der Kinoleinwand zu verteilen.
Die schwangere Braut wird zusammen mit ihrer Hochzeitsgesellschaft von vier Killern vor dem Traualtar erschossen, überlebt, wacht nach vier Jahren auf und killt die Mörder.
Das ist keine Story, das ist allenfalls ein Vorwand für ein Gemetzel.

Eine erzählenswerte Story benötigt im Allgemeinen doch einiges mehr als 25 Wörter. Es gibt keine Charakterentwicklung, keinerlei Tiefgang, keinerlei philosophische Aspekte - nur nackte, durch Dauer und Exzess anödende Gewalt. Das ist alles - und wer hier meint, diese Mängel wegerklären zu können, indem er das Machwerk zur "Kunst" verklärt, der tut der Kunst unrecht; ausgerechnet in solchen Fällen wird dieses Etikett immer fix herangezogen, da man damit automatisch jegliche Kritik als Äußerungen von "Kunstbanausen" zu klassifizieren vermag, ohne sich tatsächlich sachlich und inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen.

Nun könnte man sagen, diese Plattheit sei Tarantinos Absicht gewesen, das sei "Ironie" oder was auch immer und immerhin hätte er doch Dutzende von Zitaten aus diversen Bruce-Lee- und anderen Eastern-Klassikern verbaut - mithin eine Hommage an das Genre. Doch das Ergebnis ist nichtsdestotrotz schlicht und ergreifend langweilig, es ist nicht unterhaltsam, da dem Zuschauer keine Möglichkeit gegeben wird, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen und er über deren Motivationen und die Hintergründe der Vorgänge auf der Leinwand völlig im Dunkeln gelassen wird.

Ich habe die schlimmste Befürchtung, dass auch die, die jetzt noch begeistert sein mögen, letztendlich dann mit Vol. 2 enttäuscht werden, wenn sich herausstellen sollte, dass Tarantino Kill Bill lediglich zur eigenen Belustigung gemacht hat, ohne sich darum zu scheren, ob das Endergebnis auch nur annähernd Unterhaltungswert haben wird - stattdessen ist das Gesamtwerk möglicherweise das, was mir Teil 1 jetzt schon scheint: Nicht mehr als eine eine überbewertete Zitat-Kollage eines Martial-Arts-Fans ohne irgendwelche Ansprüche in Bezug auf Plot, Tiefgang und Sinnhaftigkeit.

Kill Bill Vol. 1 ist jedenfalls, absolut objektiv gesehen, Lichtjahre von Filmen wie Pulp Fiction, Crouching Tiger - Hidden Dragon oder Once Upon A Time In The West entfernt. Drama, Epos, Empathie mit den Figuren, Charakterentwicklung - all das sucht man vergeblich. Was man findet sind eine Vielzahl von Zitaten diverser B-Movies und exzessive Gewalt, mehr nicht. Mir reicht das nicht zur Unterhaltung - ich fand Kill Bill nur unwesentlich interessanter als 90 Minuten lang Farbe beim Trocknen zuzusehen. Roter Farbe in diesem Fall. Mit Panflöten-Kitsch-Soundtrack.
 

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AW: Spannend wie eine Autoverfolgungsjagd durch Wanne-Eickel...

[l]am 16.11.03 um 01:39 schrieb Markus_Wollny:[/l]
Viel Text hier
Naja, das ist halt deine Meinung.

Ich wurde 90 Minuten gut unterhalten von dem Film. Allerdings sehe ich auch kein Reservoir Dogs (so toll ist der übrigens auch nicht, Pulp Fiction ist interessanter) darin oder erwarte was ähnliches wie Pulp Fiction.

Deine Meinung, das es 90 Minuten lang nur Höhepunkte gibt, ist schlichtweg falsch. Vielleicht hat sich da etwas arg viel negative Sicht reingeschmuggelt. Es ist richtig, das die letzten 20 Minuten aus einer einzigen Massenschlacht bestehen. Anders als bei Matrix 2 hat mich das aber nicht angeödet, weil es sehr abwechslungsreich war und vor allem mal darauf verzichtet wurde, den billigen Wir-ziehen-Schauspieler-per-Draht-durch die Gegend oder gar die mittlerweile zum Standardeffekt verkommene Bullettime. Es ist halt mal herkömmliche Action, die aber gut choreografiert und wohltemperiert.

Aber es hängt wohl immer davon ab, wie man auf den Film zugeht. Ich finde ihn (nach wie vor) ziemlich toll und freue mich sehr auf die Fortsetzung. Ein gigantischer kommerzieller Erfolg ist aber sicherlich eh nicht eingeplant, die Ab 18 Einstufung wird dies verhindern (Kill Bill läuft auch nur abends, und da überwiegend mehr in den kleineren Sälen).

Zudem glaube ich, das die zweite Hälfte des Films nicht so blutig wird. Die fontänenblutenden Kills gab es eigentlich nur in Japan. Vernita Green hätte eigentlich auch ne schöne Fontäne spritzen können, tat sie aber nicht. Vermutlich sind die Todesszenen also dem Gegner angepasst. Gegen Budd dürfte dann eine Art Westernszene zustandekommen.

Kill Bill hat zudem keine Story (bzw. eine einfache Rachsuchtstory). Aber braucht er das? Hat Reservoir Dogs eine tolle Story? Da geht es um einen Diamantenraub, der schiefgeht. Mehr nicht. Pulp Fiction kann man (wenn man kein Fan wäre) auch als reines Blabla bezeichnen. Es geht einfach um die Atmosphäre bei Tarantino-Filmen, und m.M. nach hat Kill Bill ebenfalls diese Atmosphäre.

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