Das ist ein 0815 Shooter-Adventure für Erwachsene.
Höchstens in B-Movies und schlecht designten Spielen werden so viel "Gegner" sinnlos abgeschlachtet, nur damit man was zu tun oder zeigen hat...
Ach, irgendwer musste ja "Tomb Raider " in den Raum werfen. Als TR Fan der ersten Stunde will ich, für's Protokoll, festhalten, dass ich die oft negative Bewertung des Reboots ungerecht finde.
Bei einem "Reboot" geht halt's darum, etwas anderes zu machen und altes nicht fortzuführen. Sonst wär's ja kein Reboot. (D'oh!)
So wie beim chronologisch elften "Star Trek" Film, der die Uhr quasi wieder auf Null stellt und sich nicht aus den vorangegangenen Teilen entwickelt hat.
"Tomb Raider 2013" ist also eher ein "Tomb Raider 0", der für mich allerdings *nicht* die Vorgeschichte zu "Tomb Raider 1996" ist, sondern höchstens für ein etwaiges "Tomb Raider 1-A".
"2013" mit der, außer Konkurrenz laufenden, "Ur-Trilogie" zu vergleichen, funktioniert einfach nicht.
Ebenso hinkt ein Vergleich mit der großartigen "Crystal Dynamics Trilogie" (alte Tugend (verrückte Sprünge, Puzzles, Backtracking, Verirren, etc. ) trifft endlich funktionierende Maus/Tastatur Steuerung).
Was schon daran zu erkennen ist, dass alleine das optionale Erkunden von Croft Manor mehr Hirnschmalz benötigt, als der gesamte Reboot...
Als Actionspiel betrachtet, finde ich "2013" recht gut. Solche Spiele stehen und fallen mit der Steuerung. Und die funktioniert hier mit Maus und Tastatur tadellos. Selbst das automatische Deckungssystem erfüllt seinen Zweck gut. Und optisch macht die PC Fassung echt was her. Und aus der unnahbaren und vorwiegend gefühllosen Vorzeigepuppe wird endlich ein Mensch.
Der allerdings nicht immer logisch oder nachvollziehbar handelt. Story war allerdings noch nie die Stärke eines TR Spiels.
Und speziell im Reboot nimmt sich diese viel zu ernst. Alles ist finster, alles ist schrecklich, alles muss taff sein, (alles wirkt so bemüht). Überbleibsel des "Survival" Aspekts aus der frühen Entwicklungsphase, wovon aber nur ein "Überlebe die QTEs" und "Töte und weide Tiere aus" geblieben ist.
Weshalb der Reboot für mich, obwohl noch ein 80er Titel, letztendlich an der Messlatte "Uncharted 2" scheitert, welches zwar einen ebenso lächerlich hohen Bodycount aufweisen, aber die coolere Story, sympatischeren Charaktere und neben all der Dramatik auch eine Prise Selbstironie und augenzwinkernden Humor auf der Habenseite verbuchen kann.