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Ghost Recon Wildlands: Bolivianische Regierung droht mit Klage

Ähm, du weißt aber schon, dass wir hier von etwas fiktivem reden oder? FIKTIV??!! Alles was ich vorhin erwähnt hab, bezieht sich auf die fiktive Handlung des Spiels! Mir kommt es so vor, als beziehst du alles auf die Realität, was es aber nicht ist. Du kommst mit Fakten eines fiktiven Szenarios, die rein gar nichts mit der Realität zu tun haben. Wie bereits im vorherigen Kommentar von WORREL geschrieben, ist es dem PC-Gamer ja egal wo dieses Spiel spielt. Sei es nun ein Drogenkartell in Bolivien oder ein Drogenkartell in Schasklappersdorf. Auch ist es mir völlig blunzn, ob ich nun eine staatenlose Spezialeinheit spiele, oder die aus Belgien, China oder USA kommt. WORREL: "Wo ist da der Unterschied, ob die Handlung in einer fiktiven Nation in der Nähe von "Zuppeldorf am nassen Wasser" oder in einer real benannten Stadt in Bolivien spielt?"

Auch weil du dauernd von Propaganda, CIA, UN-Mandat schreibst, was hat das mit dem Spiel zu tun? Kommt das irgendwo im Spiel vor? Du bringst Sachen in Zusammenhang, die man so nicht stehen lassen kann. Mich stört es nur, dass du vehement versuchst dem Publisher bzw. dem Spiel Absichten und unterschwellige Nachrichten zu unterstellen, die abscheulich sind. Wie gesagt es handelt sich, ich wiederhole es gerne nochmal, um ein fiktives Setting (Synonyme für fiktiv: angenommen, ausgedacht, (frei) erfunden, nicht real/wirklich).

Das ist ja auch der Punkt, du sagst dass die Amerikaner nichts mit diesem fiktiven Bolivien zu tun haben. Ich sage: Doch haben sie! Da es ja ein frei erfundenes Szenario ist! Du kritisiert ja auch nicht die freie Meinung von einem Zeitungsartikel oder?
Ich beziehe mich auf die Realität, die das Spiel abbildet. Natürlich ist das Fiktion, aber es ist keine Fantasy. Daher hat es auch eine Botschaft. Wenn Ubisoft nicht wollte, dass ich im Spiel als US-Agent in Bolivien agiere, dann hätten sie es nicht so getan. Ich bewerte das Spiel in seiner Geschichte und seinem Setting so, wie Ubisoft es darbietet. Und es ist natürlich Bullshit, dass Ubisoft Bolivien wegen der schönen Landschaft ausgewählt hatte. Sie haben es ausgewählt, weil dort in Massen Kokain angebaut wird. Ebenso wenig ist es Zufall, dass man einen US-Agenten spielt. Das ist nun mal die Power-Fantasy, die das normamerikanische Zielpublikum gerne verfolgt. Wenn du das alles völlig irrelevant findest, ist das dein Ding. Ich sehe das eben durchaus problematisch.

Und selbst wenn die Länder etc. völlig fiktiv wären, wäre die gleiche Konstellation und die gleiche Story immer noch moralisch abstoßend und man würde immer noch einen Verbrecher bzw. Killer spielen. Das ist das, was du scheinbar nicht wahrhaben willst.

Was ich Ubisoft unterstelle, ist ein fehlendes Gespür für die Aussage der eigenen Produkte und auch eine fehlende Selbstreflexion, was letztlich in einem bescheuerten, indifferenzierten und moralisch fragwürdigem, Storytelling endet . Nicht mehr und auch nicht weniger.
 
Ich beziehe mich auf die Realität, die das Spiel abbildet. Natürlich ist das Fiktion, aber es ist keine Fantasy. Daher hat es auch eine Botschaft. Wenn Ubisoft nicht wollte, dass ich im Spiel als US-Agent in Bolivien agiere, dann hätten sie es nicht so getan. Ich bewerte das Spiel in seiner Geschichte und seinem Setting so, wie Ubisoft es darbietet. Und es ist natürlich Bullshit, dass Ubisoft Bolivien wegen der schönen Landschaft ausgewählt hatte. Sie haben es ausgewählt, weil dort in Massen Kokain angebaut wird. Ebenso wenig ist es Zufall, dass man einen US-Agenten spielt. Das ist nun mal die Power-Fantasy, die das normamerikanische Zielpublikum gerne verfolgt. Wenn du das alles völlig irrelevant findest, ist das dein Ding. Ich sehe das eben durchaus problematisch.

Und selbst wenn die Länder etc. völlig fiktiv wären, wäre die gleiche Konstellation und die gleiche Story immer noch moralisch abstoßend und man würde immer noch einen Verbrecher bzw. Killer spielen. Das ist das, was du scheinbar nicht wahrhaben willst.

Was ich Ubisoft unterstelle, ist ein fehlendes Gespür für die Aussage der eigenen Produkte und auch eine fehlende Selbstreflexion, was letztlich in einem bescheuerten, indifferenzierten und moralisch fragwürdigem, Storytelling endet . Nicht mehr und auch nicht weniger.

Ok, ich glaube jetzt verstehe ich deinen Standpunkt. Das habe ich vorher ganz anders aufgefasst. Aber was ich noch nicht ganz verstehe ist, warum gerade dieses Spiel? Wenn du schon sagst, dass es moralisch abstoßend ist einen Verbrecher bzw. Killer zu spielen, was unterscheidet dann dieses Spiel von allen anderen? Oder hast du noch andere gute (oder auch negative) Beispiele? Deine Kritik geht dahingehend eigentlich nur auf die Spiele von Ubisoft?! In deinen ersten Kommentaren habe ich das so verstanden, dass du Spiele wo man als Soldat gegen Soldat in einem Krieg spielt, nicht so "schlimm" findest wie dieses Setting? Findest du Spiele, wie die Assassin's Creed Serie auch verwerflich, weil sie die Geschichte ganz anders darstellt und auch gezielt manipuliert?
 
was soll die Aufregung ?

Ist doch eh nur ein simples casual Spielchen mit dem ich nie meine Zeit verschwenden würde.
 
Ich muss dir jetzt echt den Unterschied zwischen einer Fantasywelt im Comic-Look und einem Setting erklären, das mit voller Absicht auf "Realismus" setzt, sprich auf echte Menschen, mit echten Waffen, in echten Ländern?
Ich hatte Folgendes von dir zitiert:
"... Basically, the player is a CIA terrorist that murders people in a foreign country for no obvious reason other than "somebody said they were the bad guys and we had to kill them all". ..."
und bezog mich bei der Antwort ausschließlich auf die Begründung von (Mord-)Aufträgen in Spielen. Daß mein Beispiel aus einem Spiel mit Comic Grafik stammt, ist dabei irrelevant, es ist schlicht das Erste gewesen, was mir einfiel.

Und im Prinzip ist das sogar noch gefährlicher als in einem real dargestellten Szenario, denn da es in einer Comic Grafik spielt, wird die "Argumentationskette" nicht so kritisch hinterfragt - ist ja nur ein Spiel - und entsprechende Denkmechanismen unkritischer auf- oder gar übergenommen.

Es ist zunächst mal eine Frage des Kontext, warum ich jemanden virtuell umbringe.
Ist es das? Oder "morden" viele Spieler sich durchs Game, einfach, weil das der nächste Gegner ist, der einem vor die virtuelle Flinte gestellt wird?
Wenn man sich mal all die Aussagen ins Gedächtnis ruft, wo jemand mal gesagt hat, daß er sämtliche Ingame Videos übersprungen hat oder Questtexte einfach wegklickt, ohne sie zu lesen, dann läßt das auf eine relevante Teilmenge der Spieler schließen, die sich ziemlich genau gar nicht darum scheren, wen oder warum sie den umnieten sollten, sondern es einfach tun, weil er nun mal da rumsteht.

Außerdem bringst nicht du jemanden virtuell um, sondern deine Spielfigur.

Viele Shooter sind entweder komplett fiktional oder spielen im Krieg, sprich ein Soldat gegen andere Soldaten.
Und inwiefern ist das Szenario "Krieg" besser als eine hohle "das sind halt 'die Anderen'" Begründung?
Wenn man frei nach dem Motto "Jeder Schuss ein Russ'" den Gegner niedermetzelt, einfach, weil er der von der Regierung erklärte "Feind" ist, ohne zu berücksichtigen, ob es irgendeinen moralischen Grund gäbe, den zu verschonen?

In Wildands gibt es sowas nicht. Amerika ist nicht bedroht. Es soll auch kein konkretes Ziel verfolgt werden, wie etwa Drogenlabore zu zerstören. Nein, das alleinige Ziel im Spiel ist es alle Anführer des Kartell zu töten. Ich kenne keinen Shooter, der ein dermaßen bescheuertes und fragwürdiges Spielziel hat.
Je nachdem, wie man das darstellt, kann das ja durchaus eine Kritik an der amerikanischen Selbstwahrnehmung als "Weltpolizei" sein. Generell ist es ja durchaus als positiv anzusehen, gegen Drogenkartelle vorzugehen. Ob man das in einem fremden Land ohne rechtsstaatliche Legitimierung tun sollte, ist hingegen fragwürdig - aber willst du lieber eine 20stündige Gerichtsverhandlung spielen oder einen Action geladenen Shooter? ;)

Erinnerst du dich an Battlefield Hardline?
Nein. Und auch mit sonstigen realistic-only Settings brauchst du mir nicht zu kommen. Für mich müssen Spiele immer mindestens eine Prise Surrealismus/Fantasy/ Fiction/... haben, um interessant zu sein. Rein "realistische" Spiele Szenarios langweilen mich total. Und ich finde es auch fragwürdig, Original Kriegs Schauplätze möglichst realistisch nachspielen zu wollen.

... der Spielercharakter in Wildlands ist kein Held, sondern ein Verbrecher. Alles, was man in Wildlands macht, ist ein Verbrechen, illegal und unmenschlich. Es gibt weder eine rechtliche noch eine moralische Rechtfertigung für das, was man in Wildlands macht. Und DAS ist das Hauptproblem.
Und ist es mit der moralischen Rechtfertigung in anderen Spielen wirklich soviel besser? ...

Problem inwiefern?
Problem insofern, als daß man dafür irgendwen verklagen oder das Spiel verbieten müßte.
Wie gesagt: solange dort keine konkrete Hetze gegen reale Personen betrieben wird.

Und mit Hetze gegen Menschen hat das überhaupt nichts zu tun. Aber das Spiel bekräftigt unterschwellig das Vorurteil, dass Bolivien zur "Achse des Bösen" gehört. ...

Ich finde das Spiel dadurch persönlich praktisch unspielbar. Ich finde es ehrlich gesagt zum Kotzen.
Schön und gut, aber das ist dein persönliches Problem. ;)
Wie gesagt, finde ich allzu realistische Sznerios ebenso unspielbar - aber trotzdem sollen diejenigen, die sowas spielen wollen, das ruhig dürfen, ohne daß irgendwer dafür verklagt wird.

Der Unterschied ist dir echt nicht klar, oder?
Nicht wirklich, nein, Für entsprechende Kreise sind *** ja sowieso die Bösen, und deren Ansicht wird durch die Rolle des Othello bestärkt.
 
Langsam verstehe ich wegen was für Menschen es vermehrt den Hinweis in Spielen gibt das es sich um fiktive Werke handelt und das Ähnlichkeiten mit realen Personen zufällig sind.
 
Vielleicht findet sich ja "Lindsay Lohan" wieder im Spiel, als zerschossene Schießbuden-Figur. Beide kennen sich auch mit Drogen aus. Die perfekte Sammelklage!
 
Meiner Logik zufolge haben die Amerikaner absolut gar nichts in diesem fiktiven Boliven verloren. ABSOLUT GAR NICHTS.
Stimmt. Und?

Es handelt sich um die Handlung in einem Spiel, nicht um Nachrichten- oder Propagandamaterial. Und bei Spielen & Filmen gibt es nicht immer nur die Heile-Welt Geschichten mit Heldenbotschaft, sondern auch Abgründe wie Hatred, Maniac oder fragwürdige Messages wie in the Matrix.

Was du offenbar nicht gelernt hat (und genau das ist das Problem), dass es nicht richtig ist, diese Menschen zu töten -auch wenn es schlimme Menschen sind. Du bist also genau der rechten totalitären Propaganda auf den Leim gegangen, von der ich gesprochen habe.
Und was du offenbar nicht gelernt hast, ist, daß es einen Unterschied gibt zwischen dem, was die von mir gesteuerte Figur im Rahmen ihrer Möglichkeiten in einem Spiel macht und was ich im RealLife mache.

Zum Beispiel ist es innerhalb eines Spieles sehr oft völlig legitim, Menschen mit was-für-einer-Begründung-auch-immer zu töten.
Im richtigen Leben hingegen ist das hierzulande verboten.
 
Zu schade, dass Bolivien zur Achse des Bösen gehört. Diese verdammten Sozialisten mit ihrer Vision von einer gerechten Gesellschaft und einer liberalen, auf Traditionen basierenden Drogenpolitik...

Sorry, hab dieses Kommentar erst jetzt gelesen. Hätte ich das davor getan, dann hätte ich mir einige Zeit erspart und auf deine anderen Kommentare nicht geantwortet. Ich gehe nämlich wirklich davon aus, dass du Fiktion von Realität nicht unterscheiden kannst und somit alle fiktiven Szenarien mit realen Ereignissen vergleichst oder darauf beziehst. Das ist dann in dem Fall keine gemeinsame Gesprächsbasis (eher eine fiktive oder wie war das nochmal mit real und fiktiv?).
 
Hallooooo...Mc Fly jemand zu Hause.DAS ist ein SPIEL und nicht die Realität.Die Bolivianische Regierung soll mal die Luft rauslassen .....aber korrupt sind sie trotzdem alle die feinen Herren.
 
Also ich kann die Aufregung schon verstehen. Stellt euch mal vor jemand dreht einen Film über eure Stadt oder eure Straße in der ihr wohnt. Also ein realer Ort um den es da geht. Im Film geht es z. B. um... ka... z. B. darum wie die Leute anfangen Asylanten (Homos, Hunde, Behinderte... such dir aus was für dich am schlimmsten ist) zu ermorden/töten weil es ihnen einfach nicht passt. Egal ob es fiktiv ist oder nicht, wäre euch dabei nicht komisch? Würde euch das null stören? Es ist einfach mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, aber ich sehe an den Kommentaren dass manch einer Vorurteile hat. Wer von uns war schon mal in Bolivien und hat sich selber mal ein Bild über das Land gemacht? Glaubt nicht alles was in den Medien kommt. Peace, out.
 
Stellt euch mal vor jemand dreht einen Film über eure Stadt oder eure Straße in der ihr wohnt. Also ein realer Ort um den es da geht. Im Film geht es z. B. um... ka... z. B. darum wie die Leute anfangen Asylanten (Homos, Hunde, Behinderte... such dir aus was für dich am schlimmsten ist) zu ermorden/töten weil es ihnen einfach nicht passt. Egal ob es fiktiv ist oder nicht, wäre euch dabei nicht komisch?
Nicht wirklich.
Würde sich jede Regierung so einpinkeln wie die bolivianische, wären entsprechende Klagen an der Tagesordnung.
Am besten tun sich mit PETA zusammen und schließen ein Bündnis gegen fiktive Inhalte in jeglichen Medien...
 
Ich hatte Folgendes von dir zitiert:
"... Basically, the player is a CIA terrorist that murders people in a foreign country for no obvious reason other than "somebody said they were the bad guys and we had to kill them all". ..."
und bezog mich bei der Antwort ausschließlich auf die Begründung von (Mord-)Aufträgen in Spielen. Daß mein Beispiel aus einem Spiel mit Comic Grafik stammt, ist dabei irrelevant, es ist schlicht das Erste gewesen, was mir einfiel.
Du gibst also zu, dass du meine Aussage bewusst aus dem Kontext gerissen hast? Super...

Und im Prinzip ist das sogar noch gefährlicher als in einem real dargestellten Szenario, denn da es in einer Comic Grafik spielt, wird die "Argumentationskette" nicht so kritisch hinterfragt - ist ja nur ein Spiel - und entsprechende Denkmechanismen unkritischer auf- oder gar übergenommen.
Nein, dem kann ich nicht zustimmen. In deinem Beispiel gibt es überhaupt(!) keinen Zusammenhang zu unserer realen Umwelt. Es ist ein reines Fantasieprodukt mit keinerlei Signifikanz für unser Bewusstwein. Wildlands ist gerade deshalb so kritisch zu sehen, weil es realistische Inhalte mit phantastischen Inhalten mixt und dabei keinerlei kritische Hinterfragung vornimmt.

Ist es das? Oder "morden" viele Spieler sich durchs Game, einfach, weil das der nächste Gegner ist, der einem vor die virtuelle Flinte gestellt wird?
Wenn man sich mal all die Aussagen ins Gedächtnis ruft, wo jemand mal gesagt hat, daß er sämtliche Ingame Videos übersprungen hat oder Questtexte einfach wegklickt, ohne sie zu lesen, dann läßt das auf eine relevante Teilmenge der Spieler schließen, die sich ziemlich genau gar nicht darum scheren, wen oder warum sie den umnieten sollten, sondern es einfach tun, weil er nun mal da rumsteht.
Natürlich ist die Story für all jene irrelevant, die darauf überhaupt keinen Wert legen. Das spricht die Story und das Setting an sich doch aber nicht von jeglicher Kritik frei. Denn es gibt sehr wohl auch Leute, die das Spiel (auch) wegen dem Story und dem Setting spielen. Wäre das nicht der Fall, dann hätte Ubisoft das alles von Anfang an weggelassen. Das haben sie aber nicht getan. Sie haben diese Story, dieses Setting in genau diesem Kontext in ihr Spiel eingebaut. Und ich denke auch, dass moderne Medien breitenwirksamer auftreten, ohne dass wir es bewusst mitbekommen bzw. bereits existierende Vorurteile und Doppelmoral bestätigen, wenn sie diese ohne kritischen Kontext propagieren. Ein beliebtes Element dieser Doppelmoral ist nun mal, dass der "gute Westen" bzw. die "guten US" dasselbe tun können wie die "bösen Ausländer", ihre Taten aber völlig anderes bewertet werden. So ist ein Drohnenangriff der USA in der Realität für viele ein Akt der Selbstverteidigung, selbst wenn dabei 10 Kinder im Ausland sterben. Dasselbe gilt für Kommandoaktionen, wie erst kürzlich die im Jemen, bei dem nicht nur ein Navy Seal, sondern auch viele unschuldige Jemeniten ums Leben kamen. Aber in den USA wird der Navy Seal betrauert und die Jemeniten nur von ganz linken Medien am Rande erwähnt, obwohl es aus "objektiver" Sicht ein Kriegsverbrechen der Amerikaner war und der Navy Seal sich zum Täter machen ließ.

Natürlich ist Ghost Recon nur Fiktion. Aber wie jedes Medium hat es eine Botschaft und diese Botschaft ist voll auf Linie eben dieser Propaganda, die die Welt in gut und böse aufteilt, nicht aufgrund von Taten, sondern von bloßer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Selbstverständnis, das mittels kulturellen und militärischer Macht legitimiert wird - und nicht zuletzt durch die Medien, bewusst oder unbewusst, beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Diesen Schuh muss sich Ubisoft imo einfach anziehen. Es ist nun mal ein FAKT, dass Wildlands über keinerlei kritischen Kontext und über keinerlei Selbstreflexion verfügt. Es ist ein Spiel, in dem diese real existierende Doppelmoral als ungefilterte und unkommentierte Powerfantasy verkauft wird und diese dadurch tendenziell noch verstärkt wird. Sorry, dass ich Ubisoft dafür kritisiere.

Außerdem bringst nicht du jemanden virtuell um, sondern deine Spielfigur.
Die Spielfigur wird von mir gesteuert und feuert nur dann, wenn ich das befehle. Die Entscheidung über Leben und To (in der Fiktion) obliegt also natürlich dem Spieler selbst. Das ist allerdings nicht wirklich relevant, da auch ohne die direkte Einwirkung eine beschissene Botschaft von dem Spiel ausgeht. Die würde auch davon ausgehen, wenn es ein Film oder ein Buch wäre statt ein Spiel. Imho wirkt sie im Spiel nur stärker, weil sie den Spieler als ausführende Kraft mit ins Boot holt.

Und inwiefern ist das Szenario "Krieg" besser als eine hohle "das sind halt 'die Anderen'" Begründung?
Wenn man frei nach dem Motto "Jeder Schuss ein Russ'" den Gegner niedermetzelt, einfach, weil er der von der Regierung erklärte "Feind" ist, ohne zu berücksichtigen, ob es irgendeinen moralischen Grund gäbe, den zu verschonen?
Es ist schon mal zumindest ein juristischer Unterschied im Sinne des Völkerrechts. Aber ich gebe dir recht, der Krieg alleine ist keine ausreichende Begründung. Und ich will auch gar nicht, dass Krieg automatisch als moralfreier Raum angesehen wird. Aber es gibt konkreten Kontext, der bestimmte Taten erklären kann. Das kann tendenziell "guter" Kontext sein, wie etwa die Soldaten, die in CoD MW versuchen, die Explosion der Atombombe aufzuhalten. Das Töten von Gegnern wird in Kauf genommen, um diesem größeren Ziel zu dienen. Das kann auch tendenziell "böser" Kontext sein, etwa wenn der Charakter auf Rache aus ist, weil etwa Familienmitglieder getötet wurden. All das sind im Kontext nachvollziehbare Motive für Gewalt. Das heißt nicht, dass sie moralisch über jeden Zweifel erhaben sind und es hängt sehr stark von der Qualität der Erzählung ab und der Art, wie der Kontext hergestellt wird,

Je nachdem, wie man das darstellt, kann das ja durchaus eine Kritik an der amerikanischen Selbstwahrnehmung als "Weltpolizei" sein. Generell ist es ja durchaus als positiv anzusehen, gegen Drogenkartelle vorzugehen. Ob man das in einem fremden Land ohne rechtsstaatliche Legitimierung tun sollte, ist hingegen fragwürdig
Zum einen verharmlost du hier erneut das, was eigentlich passiert im Spiel. Dort wird nicht "gegen Drogenkartelle vorgegangen" (indem man etwa die Produktion zerstört, wie das in der Realität im "Krieg gegen die Drogen" geschieht), dort wird einzig und alleine eine Hitliste abgearbeitet, sprich es sollen alle Unter- und Oberanführer des Kartells ermordet(!) werden. Und wenn dabei hunderte einfache Handlanger und bolivianische Soldaten getötet werden, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Daran gibt es keinen positiven Aspekt, absolut ZERO. Natürlich sind Drogenkartelle Mist und natürlich ist es schade, wenn diese existieren und die Menschen vor Ort bedrohen. Aber wir beide wissen, dass die Realität sehr viel komplexer ist und dass es nicht nur lächerlich ineffektiv ist, einfach die Drogenbosse zu töten, sondern dass es darüber hinaus auch einfach falsch ist.

Und mal eine Frage: Hast du das Spiel (bzw. die Beta) selbst überhaupt gespielt und weißt du überhaupt, worin es darin konkret(!) geht? Das kommt mir nämlich nicht so vor. Denn dann müsstest du auch wissen, dass in dem Spiel eben keine Möglichkeit gelassen wird, das "anders darzustellen". Eine Brechung wie in Spec Ops: The Line ist ganz sicher nicht vorhanden, sondern man zieht genau das durch, was man in Spec Ops im Nachhinein als eigenes Versagen erkennt. Nur dass der Charakter in Spec Ops durch die Vorgänge vor Ort ins Verderben geführt wird, während der Charakter in Wildlands aus kalter und professioneller Grausamkeit handelt.

- aber willst du lieber eine 20stündige Gerichtsverhandlung spielen oder einen Action geladenen Shooter? ;)
Ich verstehe die Frage nicht. Ich habe doch nirgendwo geschrieben, dass ich prinzipiell gegen Shooter bin. Ich bin prinzipiell gegen schlechtes, unreflektiertes Storytelling, das die darin gezeigte und ausgeübte virtuelle Gewalt nicht ausreichend aufarbeitet

Nein. Und auch mit sonstigen realistic-only Settings brauchst du mir nicht zu kommen. Für mich müssen Spiele immer mindestens eine Prise Surrealismus/Fantasy/ Fiction/... haben, um interessant zu sein. Rein "realistische" Spiele Szenarios langweilen mich total. Und ich finde es auch fragwürdig, Original Kriegs Schauplätze möglichst realistisch nachspielen zu wollen.
Seltsam. Erneut bezweifle ich, dass du das Spiel überhaupt gespielt hast, denn Wildlands hat kein Haar mehr Surrealismus oder Fantasy als Battlefield Hardline...

Und es wundert mich auch, dass du scheinbar nichts dagegen hast, wenn du in Bolivien spielst, solange es nur kein real nachgebauter Ort ist (den du überhaupt nicht wiedererkennen würdest, weil du wahrscheinlich nie dort warst). Das widerspricht sich doch eklatant. Oder sprichst du hier von deinem persönlichen Spielegeschmack? Sorry, aber von dem hatte ich es nicht, also weiß ich nicht, warum du jetzt damit ankommen solltest...

Und ist es mit der moralischen Rechtfertigung in anderen Spielen wirklich soviel besser? ...
Jein. Die Frage ist falsch gestellt. Richtig müsste sie lauten: Ist es in anderen Spielen wirklich besser gestellt um den Kontext, in dem Gewalt stattfindet, und ist die Motivation des Spielecharakters für die Ausübung seiner Gewalt ausreichend erklärt und bietet das Spiel genug kritische Hinterfragung für die Taten des Spielers? Und die Antwort lautet "ja, in den meisten (relevanten) Spielen der letzten Jahre."

Eine weitere wichtige Frage wäre: Gibt es hier einen größeren Widerspruch zwischen den Taten des Spielecharakters und der Geschichte, die darum gesponnen wird, als anderswo? Und auch hier würde die Antwort wieder lauten "ja, in den meisten".

Problem insofern, als daß man dafür irgendwen verklagen oder das Spiel verbieten müßte.
Wie gesagt: solange dort keine konkrete Hetze gegen reale Personen betrieben wird.
Ich bin generell gegen Verbote. Aber Ubisoft könnte dem auch einfach entgehen, wenn sie das Land im Spiel schnell gegen eine Fantasienation austauscht. Die Weigerung das zu tun, zeigt doch nur erneut wieder, über wie wenig Selbstreflexion man verfügt. Was würde Ubisoft denn genau verlieren, wenn man das tun würde? Was hätte Ubisoft verloren, wenn man von Anfang an auf reale Staaten verzichtet hätte? Und ja, die Frage meine ich sehr ernst.

Ich persönlich finde die ganze Sache vor allem deshalb gut, weil dadurch Aufmerksamkeit für die reale Problematik und die reale Situation in Bolivien erzeugt wird und weil dadurch extra auf die Doppelmoral in Realität UND Fiktion hingewiesen wird. Nur schade, dass das offenbar niemanden interessiert. Und DAS zeigt mir, dass die Indoktrinierung bereits so gut gewirkt hat, dass man das gar nicht mehr als problematische Message erkennt, nicht mal hier in Deutschland.

n und gut, aber das ist dein persönliches Problem. ;)
Wie gesagt, finde ich allzu realistische Sznerios ebenso unspielbar - aber trotzdem sollen diejenigen, die sowas spielen wollen, das ruhig dürfen, ohne daß irgendwer dafür verklagt wird.
Natürlich ist es mein persönliches Problem. Was soll es denn sonst sein? Jegliche Kritik an Unterhaltungsmedien ist immer persönlich bzw. die Meinung des entsprechenden Kritikers. Ich habe keine Ahnung, warum ich das immer und immer wieder aufs Neue sagen muss. Das ist doch selbstverständlich.

Und verklagt wird auch nicht der interessierte Spieler, sondern der Hersteller, der nicht in der Lage ist, sein eigenes Werk zu hinterfragen. Und dafür gehört Ubisoft imo sehr wohl ein Denkzettel verpasst. Und du glaubst doch nicht wirklich, dass irgendein europäisches Gericht das Spiel deshalb verbieten wird? Das wird natürlich im Sand verlaufen. Aber die Aufmerksamkeit ist gut, obwohl ich befürchte, dass die meisten Gamer nicht reif genug sind, das Thema differenziert zu betrachten und alleine schon aus Trotz zu Ubisoft stehen, weil sie sich in irgendeiner Weise mit angegriffen fühlen. Und das finde ich an der Stelle mal ziemlich lächerlich. ;)


Nicht wirklich, nein, Für entsprechende Kreise sind *** ja sowieso die Bösen, und deren Ansicht wird durch die Rolle des Othello bestärkt.
Müssen wir jetzt wirklich ein Werk aus dem 16. Jahrhundert mit einem aktuellen Videospiel vergleichen? Das führt doch zu nichts., weil der Entstehungskontext ein ganz anderer ist Wenn du Shakespeare besprechen willst, gerne, aber an anderer Stelle.
 
Also ich kann die Aufregung schon verstehen. Stellt euch mal vor jemand dreht einen Film über eure Stadt oder eure Straße in der ihr wohnt. Also ein realer Ort um den es da geht. Im Film geht es z. B. um... ka... z. B. darum wie die Leute anfangen Asylanten (Homos, Hunde, Behinderte... such dir aus was für dich am schlimmsten ist) zu ermorden/töten weil es ihnen einfach nicht passt. Egal ob es fiktiv ist oder nicht, wäre euch dabei nicht komisch? Würde euch das null stören?
Das kommt darauf an, was das für ein Werk ist. Ein Spielfilm hat ja generell einen fiktiven Charakter, während der Stil einer aufklärenden Dokumentation reale Bezüge vermuten läßt. Was aber trotzdem irreführend sein kann (siehe Stromberg).

Glaubt nicht alles was in den Medien kommt.
Warum dann die Aufregung? ;)
 
Du gibst also zu, dass du meine Aussage bewusst aus dem Kontext gerissen hast? Super...
äh, nein ... ich gebe zu einen einzelnen Aspekt deiner Argumentation separat betrachtet zu haben, weil ich dazu eine konkrete Anmerkung hatte.

Und "aus dem Zusammenhang gerissen" wäre das nur, wenn dadurch die Bedeutung verdreht würde - das passiert hier aber nicht, denn das ist doch gerade der Kern deiner Argumentation, daß der Spieler den äußerst simpel gestalteten Auftrag "somebody said they were the bad guys and we had to kill them all" einfach unreflektiert durchführen soll - letzten Endes lediglich mit der Begründung, "weil wir die Guten sind".

Nein, dem kann ich nicht zustimmen. In deinem Beispiel gibt es überhaupt(!) keinen Zusammenhang zu unserer realen Umwelt.
Und du meinst, dadurch werden keinerlei Denkmuster übernommen/verfestigt? Nur, weil es in einer fiktiven Welt spielt?

Es ist ein reines Fantasieprodukt mit keinerlei Signifikanz für unser Bewusstwein.
Und was ist mit dem Unterbewußtsein?

Wenn ich jetzt beispielsweise ein realistisches Spiel hätte, in dem die Handlung wäre: "Die AfD bildet eine Kampftruppen Elite aus, die Mitglieder der Etablierten Parteien unter Druck setzt oder bei Widerstand tötet", dann weiß ich bewußt, daß das so nicht stimmen kann und daß ich mich in einem unrealistischen Szenario befinde, und nichts vom Spielinhalt relevant ist für die Realität. Es besteht ein hoher Kontrast zwischen dem, was ich aus der Realität weiß und dem Spielinhalt.

Wenn ich hingegen "Die Nachtelfen bilden Kampftruppen Eliten aus, die hochrangige Mitglieder der anderen Völker unter Druck setzen oder bei Widerstand töten" als Handlung eines fiktiven Szenarios habe, habe ich mit der fiktiven Welt ein Abbild, das als Metapher für unsere Welt herhalten kann und Handlungsweisen als moralisch richtig darstellen kann, die man in der Realität und auch den Grenzen des Rechtsstaates nicht für gut heißen würde, die in der fiktiven Welt aber vollkommen nachvollziehbar sein können. Und sich damit ggfalls unbewußt(!) verankern.


Was ich meine, ist die Übertragung des Uncanny Valley Prinzips auf die Akzeptanz der moralischen Bewertung von dargestellten Handlungen. Also quasi:
Je näher die Handlung an der Wirklichkeit angelangt ist, sie aber nicht ganz erreicht, desto weniger werden die Handlungen (auch unterbewußt) akzeptiert.​

Es ist ein Spiel, in dem diese real existierende Doppelmoral als ungefilterte und unkommentierte Powerfantasy verkauft wird und diese dadurch tendenziell noch verstärkt wird.
Wenn es wirklich unkommentiert ist ... kann es dann überhaupt Powerfantasy sein? Bei "Hatred" gibt es zB diese besonders brutalen Killanimationen, die quasi "posterreif" sind - DAS ist definitiv "Powerfantasy". Wei ist das denn in GR:W?

Die Spielfigur wird von mir gesteuert und feuert nur dann, wenn ich das befehle. Die Entscheidung über Leben und Tod (in der Fiktion) obliegt also natürlich dem Spieler selbst.
Das "Problem" ist allerdings, daß durch meine Aktionen (die dann die Spielfigur ausführt), niemand in der Realität zu Schaden kommt oder gar stirbt.

Ich als ehemaliger Kriegsdienst Verweigerer habe jedoch keinerlei Bedenken, in einem Shooter oder sonstigem Spiel die fiktiven Gegner zu quälen oder zu töten. Da mir der Unterschied zwischen fiktiver Welt und Realität jederzeit vollkommen klar ist.

Es ist schon mal zumindest ein juristischer Unterschied im Sinne des Völkerrechts.
Details. Die man sich hinbiegen kann, wie man will. Wie war das nochmal mit den Massenvernichtungswaffen von Hussein ...?


Zum einen verharmlost du hier erneut das, was eigentlich passiert im Spiel. Dort wird nicht "gegen Drogenkartelle vorgegangen" (indem man etwa die Produktion zerstört, wie das in der Realität im "Krieg gegen die Drogen" geschieht), dort wird einzig und alleine eine Hitliste abgearbeitet, sprich es sollen alle Unter- und Oberanführer des Kartells ermordet(!) werden. Und wenn dabei hunderte einfache Handlanger und bolivianische Soldaten getötet werden, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Daran gibt es keinen positiven Aspekt, absolut ZERO.
Das hat natürlich nichts mehr mit einem Rechtsstaat und Gewaltenteilung zu tun, aber wenn man sich das mal genau überlegt, was diese Menschen getan haben, um an die jeweilige Position zu gelangen - und da braucht man ja nur mal an die Anzahl ihrer "Kunden" zu denken, deren Leben sie durch die Drogen zerstört haben - kann es eine durchaus nachvollziehbare Haltung sein, daß sie ihr Lebensrecht dadurch verloren hätten.

Natürlich sind Drogenkartelle Mist und natürlich ist es schade, wenn diese existieren ...
Jetzt verharmlost du aber. Es ist "Mist und schade", wenn diese Verbrecherkartelle massenhaft die Leben von Menschen und Jugendlichen zerstören ...?

Und mal eine Frage: Hast du das Spiel (bzw. die Beta) selbst überhaupt gespielt und weißt du überhaupt, worin es darin konkret(!) geht? Das kommt mir nämlich nicht so vor.
Hab ich auch nie behauptet.

Denn dann müsstest du auch wissen, dass in dem Spiel eben keine Möglichkeit gelassen wird, das "anders darzustellen".
Du kritisiertest: "Nein, das alleinige Ziel im Spiel ist es alle Anführer des Kartell zu töten. Ich kenne keinen Shooter, der ein dermaßen bescheuertes und fragwürdiges Spielziel hat." und darauf hatte ich geantwortet. Letzten Endes hat bspweise "Max Payne" exakt diese Story mit eine Prise "Du hast meine Frau getötet"-Rachemotivation.

Ich verstehe die Frage nicht. Ich habe doch nirgendwo geschrieben, dass ich prinzipiell gegen Shooter bin. Ich bin prinzipiell gegen schlechtes, unreflektiertes Storytelling, das die darin gezeigte und ausgeübte virtuelle Gewalt nicht ausreichend aufarbeitet
Man spielt Shooter doch in erster Linie wegen der Action. Und sobald ich einen Shooter starte, ist mir klar, daß ich keine Nachrichtensendung, sondern ein fiktives Geschehen sehe. Und wenn die Schreiber nun mal einfallslos sind, ist mit "Der Charakter tritt aus der Tür und beginnt einen Amoklauf." schon die gesamte Spielhandlung beschrieben. Oder eben mit "Der Charakter reist nach Bolivien und tötet dort alle Mitarbeiter eines Drogenkartells."

Und es wundert mich auch, dass du scheinbar nichts dagegen hast, wenn du in Bolivien spielst, solange es nur kein real nachgebauter Ort ist (den du überhaupt nicht wiedererkennen würdest, weil du wahrscheinlich nie dort warst). Das widerspricht sich doch eklatant.
Ich habe nichts dagegen, wenn Spiele an realen Schauplätzen spielen oder diese als Vorlagen nehmen.

Wenn man allerdings konkrete Ereignisse wie das Columbine Massaker oder 9/11 (zB als Feuerwehrmann) nachspielen soll, ist mir das zu nah an der Realität. Das wäre dann in der "Uncanny Valley" Darstellung der Teil hinter dem Valley.

Oder sprichst du hier von deinem persönlichen Spielegeschmack? Sorry, aber von dem hatte ich es nicht, also weiß ich nicht, warum du jetzt damit ankommen solltest...
Ja, tue ich. Weil es sich so im Verlauf meines Postings ergeben hat.

Jein. Die Frage ist falsch gestellt. Richtig müsste sie lauten: Ist es in anderen Spielen wirklich besser gestellt um den Kontext, in dem Gewalt stattfindet, und ist die Motivation des Spielecharakters für die Ausübung seiner Gewalt ausreichend erklärt und bietet das Spiel genug kritische Hinterfragung für die Taten des Spielers? Und die Antwort lautet "ja, in den meisten (relevanten) Spielen der letzten Jahre."
Und stimmt das denn?

Im Spiel hat man doch immer irgendwen, der einem die Situation erklärt. Natürlich sind "die Anderen" schuld, haben zB einen Waffen Konvoi überfallen und dabei x Soldaten getötet.
Aber was ist denn davor passiert? Und was davor? Und wieso gibt es dort überhaupt einen Waffenkonvoi bzw überhaupt Soldaten?
Möglicherweise kommt man dann viel öfter als man gedacht hat, zu dem Schluß, daß man nur "imaginäre Massenvernichtungswaffen sucht" und eigentlich Teilstück eines Angriffs/Eroberungskrieges ist ...

Ich bin generell gegen Verbote. Aber Ubisoft könnte dem auch einfach entgehen, wenn sie das Land im Spiel schnell gegen eine Fantasienation austauscht. ... Was würde Ubisoft denn genau verlieren, wenn man das tun würde?
Den Bezug der Spielhandlung zur Realität?
Kunden, die auf Szenarios Wert legen, die in der Realität spielen könnten und nicht in dem Wald "Mondlichtung" die Anbauer von "Maulbeerstaub" mit Feuerbällen, sondern eben "Drogenbosse in Bolivien" mit einem handelsüblichem realistischen Waffenarsenal bekämpfen wollen?

Und verklagt wird auch nicht der interessierte Spieler, sondern der Hersteller, der nicht in der Lage ist, sein eigenes Werk zu hinterfragen. Und dafür gehört Ubisoft imo sehr wohl ein Denkzettel verpasst.
Aha. Wieso denn? Sollen die Macher dann eine amtliche Genehmigung der jeweiligen Handlungs Schauplatz Inhaber beantragen müssen, sobald man die Schauplätze in einer fiktiven(!) Handlung verwenden will ... ? Ist doch absurd.

Müssen wir jetzt wirklich ein Werk aus dem 16. Jahrhundert mit einem aktuellen Videospiel vergleichen? Das führt doch zu nichts., weil der Entstehungskontext ein ganz anderer ist Wenn du Shakespeare besprechen willst, gerne, aber an anderer Stelle.
Wenn es um Nachhilfestunden bei der Betrachtung der Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit geht: Warum denn nicht?
Genauso, wie man von dem schwarzen Othello nicht auf reale lebende Schwarze schließen kann, kann man auch nicht von dem Protagonisten eines Videospiels auf reale Menschen schließen.
Das eine ist Fiktion, das andere Wirklichkeit. Teilweise bilden diese sich gegenseitig ab, und dessen muß man sich bewußt sein / werden.

Darüber zu diskutieren ist also absolut sinnvoll. Den Staat oder Gesetzgeber damit zu belasten, halte ich jedoch für überflüssig.
 
Und du meinst, dadurch werden keinerlei Denkmuster übernommen/verfestigt? Nur, weil es in einer fiktiven Welt spielt?
Nicht nur weil es in einer fiktiven Welt spielt, sondern weil die Muster völlig abstrakt sind und keinerlei Parallelen mit der realen Welt haben? Niemand würde auf die Idee kommen Parallelen zwischen der realen Welt und der fiktiven Welt zu ziehen, ganz einfach, weil WoW gerade das vermeiden will. Die Fantasie in WoW ist es ja gerade, sich in einer fiktiven Welt zu bewegen, die keinerlei Verbindung zu unserer Realität hat. Die Fantasie, die Wildlands bedient, ist da ganz anders, denn die baut gerade eben darauf, DASS sie "Realismus" bieten will, dass sie "reale" Elemente darstellen will. Teil der Faszination in Wildlands ist gerade, DASS man einen CIA-Killer spielt und DASS man unrefklektiert realistisch dargestellt virtuelle Menschen tötet. WoW und Wildlands arbeiten da also auf völlig unterschiedlichen Ebenen. Wildlands muss sich durch diese bewusste Nähe zur Realität eben auch die Kritik an seiner Message gefallen lassen, eine Message, die meist wahrscheinlich nur unterbewusst arbeitet.

Und was ist mit dem Unterbewußtsein?

Wenn ich jetzt beispielsweise ein realistisches Spiel hätte, in dem die Handlung wäre: "Die AfD bildet eine Kampftruppen Elite aus, die Mitglieder der Etablierten Parteien unter Druck setzt oder bei Widerstand tötet", dann weiß ich bewußt, daß das so nicht stimmen kann und daß ich mich in einem unrealistischen Szenario befinde, und nichts vom Spielinhalt relevant ist für die Realität. Es besteht ein hoher Kontrast zwischen dem, was ich aus der Realität weiß und dem Spielinhalt.
Das stimmt, aber es gibt einen gewaltigen Unterschied. Denn das Geschehen in Wildlands ist zwar konkret fiktiv, basiert aber im Grunde sehr wohl auf etwas, was genau so auch in der Realität existiert. Wir wissen, dass die AfD keine Kampftruppen hat, die andere Parteien töten. Wir wissen aber auch, dass die CIA sehr wohl Killerkommandos hat, die im Krieg gegen die Drogen moralisch und juristisch höchst zweifelhafte Missionen in Südamerika durchführen bzw. in der Vergangenheit durchgeführt haben. Es gibt jetzt (Unterhaltungs-)Medien, die diese Geschichte einigermaßen kritisch aufarbeiten bzw. zumindest in einem kritischen Kontext betrachten, z.B. der Spielfilm "Das Kartell", das auch auf Tom Clancy basiert. Und es gibt ein Spiel wie Wildlands, das sich nicht selbst hinterfragt, und diese Taten als amerikanischer Patriotismus glorifiziert und daraus eine Powerfantasie strickt. Es stimmt, dass der konkrete Rahmen in Wildlands fiktiv ist. Aber - und das ist das Entscheidende - er basiert praktisch auf einer wahren Geschichte bzw. realen Vorkommnissen, die indirekt von diesem Spiel legitimiert werden, auch wenn das vom Entwickler so nicht vorgesehen ist. Aber dass die im Spiel versteckte Propaganda wirkt, sieht man schon, wie über das Spiel berichtet wird und auch, wie hier von euch argumentiert wird. Ich habe zig Artikel bzw. Reviews gelesen, in denen unrefklektiert geschrieben wird, dass man in Wildlands Bolivien "von einem Drogenkartell befreit", ganz in der Tradition amerikanischer Heroen. Kein Wort darüber, dass diese Befreiung im Grunde ein Verbrechen ist bzw. auf höchst zweifelhafte Weise geschieht. Und um das zu legitimieren wird das Monster Kartell aufgebaut, das so schlimm ist, dass jedes Mittel recht erscheint. Auch diese Argumentationsstruktur dürfte bekannt vorkommen. Damit rechtfertigten Staaten wie die USA nämlich auch in der Realität ihre Tötungsmissionen, z.B. bei Drohnenangriffen. Es ist imo erschreckend, wie weit uns diese höchst fragwürdige Sicht schon durchdrungen hat und Spiele wie Wildlands werden sicher nicht helfen, das in Frage zu stellen...

Wenn ich hingegen "Die Nachtelfen bilden Kampftruppen Eliten aus, die hochrangige Mitglieder der anderen Völker unter Druck setzen oder bei Widerstand töten" als Handlung eines fiktiven Szenarios habe, habe ich mit der fiktiven Welt ein Abbild, das als Metapher für unsere Welt herhalten kann und Handlungsweisen als moralisch richtig darstellen kann, die man in der Realität und auch den Grenzen des Rechtsstaates nicht für gut heißen würde, die in der fiktiven Welt aber vollkommen nachvollziehbar sein können. Und sich damit ggfalls unbewußt(!) verankern.
Dass ist keine Metapher, sondern eine bewusste Interpretation deinerseits. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich würde behaupten, dass die meisten Menschen diesen Zusammenhang so nicht sehen und der auch so nicht von den Entwickler gewollt ist. Um ihn überhaupt zu sehen, muss man eine Menge Abstraktionsarbeit leisten, was auf intellektueller Ebene geschieht und eben nicht im Unterbewusstsein.

Was ich meine, ist die Übertragung des Uncanny Valley Prinzips auf die Akzeptanz der moralischen Bewertung von dargestellten Handlungen. Also quasi:
Je näher die Handlung an der Wirklichkeit angelangt ist, sie aber nicht ganz erreicht, desto weniger werden die Handlungen (auch unterbewußt) akzeptiert.​
Nein, das sehe ich anders. Beim Uncanny Valley geht es darum, dass die Darstellung (!) von Menschen bzw. von menschlichen Emotionen ein unbehagliches Gefühl auslösen können, wenn wir erkennen, dass es sich nicht um Menschen handelt, obgleich eine große visuelle Ähnlichkeit mit echten Menschen besteht. Bei Handlungen wie dem Töten in der 3rd Person Perspektive trifft das imo nicht zu, ganz im Gegenteil. Die Fantasie, die sich auf reale Elemente stützt, wird hier von den meisten Menschen unterbewusst zur vollen (fiktiven) Realität ausgebaut, was etwa bei WoW nicht passiert. Das Ziel bei Wildlands ist, dass sich der Spieler tatsächlich als "realer" CIA-Operator "fühlt" bzw. "mit ihm fühlt", in WoW hingegen geht es explizit um eine fiktive, abstrakte Rolle.​

Wenn es wirklich unkommentiert ist ... kann es dann überhaupt Powerfantasy sein? Bei "Hatred" gibt es zB diese besonders brutalen Killanimationen, die quasi "posterreif" sind - DAS ist definitiv "Powerfantasy". Wei ist das denn in GR:W?
Mit "unkommentiert" meinte ich nicht, dass überhaupt kein Storyrahmen besteht, sondern dass kein kritisches Reflektieren vorgenommen wird (von ein paar wenigen Kommentaren des Squads mal abgesehen, die allesamt folgenlos bleiben). Die Story in Wildlands ist eindimensional, indem sie dem Spieler eben verkaufen will, dass er der Gute ist, der die Bösen bekämpft, ganz gleich durch welche Mittel. Die Powerfantasie in Wildlands ist "Du bist ein kalter, professioneller Killer, der Amerika vor den bösen Drogenbossen in Bolivien beschützen muss" (was an sich schon ziemlich balla balla ist). Was ich übrigens besonders schlimm finde ist, dass sich die Story auch nicht organisch entwickelt und irgendeine persönliche Motivation erzeugt wird. Nein, der Spieler bekommt von Anfang an eine Todesliste, die er abzuarbeiten hat, auf der alle Bosse des Kartells vermerkt sind. Es geht in Wildlands also in der Tat ausschließlich um das Abarbeiten einer Todesliste. Dass das in praktisch keinem Review auch nur mal erwähnt wird, finde ich erschreckend und falsch. Als "Rechtfertigung" für diese Todesliste im Spiel dient übrigens die Ermordung eines Undercover DEA-Agents durch das Kartell. Das ist schon alles. Es werden hunderte Bolivianer abschlachtet, nur weil ein Amerikaner sterben musste. Kommt dir das irgendwie bekannt vor aus der Realität? Vergleiche das mal mit dem Film "Das Kartell" (kennst du doch bestimmt, oder?). Da liegen Welten dazwischen.

Was Hatred anbelangt: Zum einen habe ich nie behauptet, dass das ein besonders wertvolles Spiel ist. Zum anderen ist aber in Hatred von Anfang an klar, dass man einen irren Amokläufer mimt. Daran lässt das Spiel keinen Zweifel. Ob man diese Powerfantasie jetzt geil findet, bleibt jedem selbst überlassen, ebenso wie bei Wildlands, das ist klar. Aber beide bieten imo deshalb auch reichlich Anlass zur Kritik.

Das "Problem" ist allerdings, daß durch meine Aktionen (die dann die Spielfigur ausführt), niemand in der Realität zu Schaden kommt oder gar stirbt.
Ich wüsste nicht, dass ich das jemals behauptet hätte.

Ich als ehemaliger Kriegsdienst Verweigerer habe jedoch keinerlei Bedenken, in einem Shooter oder sonstigem Spiel die fiktiven Gegner zu quälen oder zu töten. Da mir der Unterschied zwischen fiktiver Welt und Realität jederzeit vollkommen klar ist.
Das geht an meinem Argument vorbei. Ich behaupte ja nicht, dass man durch das Spielen von Wildlands selbst zum gewissenlosen Mörder wird. Das ist völliger Mumpitz. Meine Behauptung ist, dass die Art und Weise, wie in Wildlands die Gewalt legitimiert wird, uns unterbewusst in der eh schon vorherrschenden Ansicht bestärkt, dass es eine Art "Sendungsbewusstsein" westlicher Gewalt gibt, die es rechtfertigt, unsere eigenen inländischen moralischen Vorstellungen immer dann aufzugeben, wenn wir uns in einem ausländischen Kontext begeben bzw. wenn es politisch opportun ist, um die eigene Vormachtstellung zu sichern.

Details. Die man sich hinbiegen kann, wie man will. Wie war das nochmal mit den Massenvernichtungswaffen von Hussein ...?
Häh? Willst du damit andeuten, dass du der Meinung bist, dass der Krieg im Irak völkerrechtlich und moralisch in Ordnung war? Aber auch das geht am Ziel vorbei, weil die USA dem Irak offiziell den Krieg erklärt hat, warum auch immer. In Wildlands kommt es ja gerade deshalb zum Einsatz der Ghosts, weil das nicht der Fall ist.

Das hat natürlich nichts mehr mit einem Rechtsstaat und Gewaltenteilung zu tun, aber wenn man sich das mal genau überlegt, was diese Menschen getan haben, um an die jeweilige Position zu gelangen - und da braucht man ja nur mal an die Anzahl ihrer "Kunden" zu denken, deren Leben sie durch die Drogen zerstört haben - kann es eine durchaus nachvollziehbare Haltung sein, daß sie ihr Lebensrecht dadurch verloren hätten.
Nein, das kann es nicht. Hat man dich irgendeiner Gehirnwäsche unterzogen oder was ist nur los mit dir??? Außerdem vergisst du offenbar völlig, dass es nur eine Gewalt gibt, die über Leben und Tod entscheiden kann: das Gesetz, das von der Judikative durchgesetzt und entsprechend sanktioniert wird. Die Exekutive hat keine Autorität darüber, wie man mit Verbrechern verfährt! Wenn du der Meinung bist, dass es in der Gewalt der Exekutive liegen sollte, dann befindest du dich ganz auf Linie von totalitären Autokraten. Glückwunsch! :-B

Jetzt verharmlost du aber. Es ist "Mist und schade", wenn diese Verbrecherkartelle massenhaft die Leben von Menschen und Jugendlichen zerstören ...?
Das ist völlig irrelevant für die juristische und moralische Betrachtung. Schon mal darüber nachgedacht, warum das Spiel in Bolivien angesiedelt ist und nicht etwa in Los Angeles? Warum ist es ok, Verbrecher in Bolivien einfach so zu töten (ohne Gerichtsverfahren etc)? Wenn das der Fall wäre, müsste es auch innerhalb der USA ok sein und dann müssten die CIA-Killer gar nicht so weit reisen, gibt ja auch im eigenen Land genug Verbrecher, die man abknallen kann. Aber wir beide wissen, dass es so einfach nicht ist, denn da versteckt sich natürlich im Spiel genau die gleiche Doppelmoral, die es auch in der Realität gibt. Bolivianer haben selbstverständlich nicht die gleichen Rechte wie Amerikaner, die kann man abknallen wie Vieh, und ihre Verbrechen reichen offenbar selbst für einen "linken" Beobachter wie dich auch, um ihre Ermordung durch ausländische Killerkommandos zu rechtfertigen. Erschreckend.

Hab ich auch nie behauptet.
Seltsam, dass du dann so viel zur Story in Wildlands schreibst, wenn du angeblich gar nichts darüber weißt...

Du kritisiertest: "Nein, das alleinige Ziel im Spiel ist es alle Anführer des Kartell zu töten. Ich kenne keinen Shooter, der ein dermaßen bescheuertes und fragwürdiges Spielziel hat." und darauf hatte ich geantwortet. Letzten Endes hat bspweise "Max Payne" exakt diese Story mit eine Prise "Du hast meine Frau getötet"-Rachemotivation.
In Max Panye gibt es keineswegs das Ziel, ALLE Anführer zu töten. Und ja, Max Payne ist eine Rachefantasie, ganz recht. Allerdings fängt diese Rachefantasie mit Selbstverteidigung an, nur mal so am Rande. In Wildlands gibt es keine Selbstverteidigung. Der Spieler ist der aggressive Part, der nicht aus persönlichen Motiven handelt, sondern im Auftrag eines Staates bzw. einer staatlichen Organisation. Großer Unterschied.

Man spielt Shooter doch in erster Linie wegen der Action. Und sobald ich einen Shooter starte, ist mir klar, daß ich keine Nachrichtensendung, sondern ein fiktives Geschehen sehe. Und wenn die Schreiber nun mal einfallslos sind, ist mit "Der Charakter tritt aus der Tür und beginnt einen Amoklauf." schon die gesamte Spielhandlung beschrieben. Oder eben mit "Der Charakter reist nach Bolivien und tötet dort alle Mitarbeiter eines Drogenkartells."
Und das ist jetzt dein Totschlagargument gegen jegliche Kritik am Storytelling? Es ist halt Action, daher ist alles ok? Wow. Kritiker, ihr könnte alle einpacken, es ist nicht länger legitim über Story usw. zu reden, denn der Wert definiert sich offenbar ausschließlich über das Genre...

Ich halte das für völligen Mumpitz. Action und eine gute Story schließen sich nicht aus. Action und eine reflektierte, kritische Selbstbetrachtung schließen sich nicht aus. Und ja, die Autoren sind einfallslos, aber ihre Story wirkt halt auch darüber hinaus. Jedes Medium hat eine Wirkung bzw. Wirkungen. Das sollte sich jeder Autor bewusst machen. Und er sollte auch wissen, dass man dafür kritisiert werden kann.

Ich habe nichts dagegen, wenn Spiele an realen Schauplätzen spielen oder diese als Vorlagen nehmen.

Wenn man allerdings konkrete Ereignisse wie das Columbine Massaker oder 9/11 (zB als Feuerwehrmann) nachspielen soll, ist mir das zu nah an der Realität. Das wäre dann in der "Uncanny Valley" Darstellung der Teil hinter dem Valley.
Der "War on Drugs" ist auch ein konkretes, geschichtliches Ereignis. Ebenso sind CIA-Terrorkommandos im Ausland real und konkret. Das ist ja gerade das Problem...

Und stimmt das denn?
Ja, in den allermeisten Fällen schon. Und ich habe in den letzten 20 Jahren wirklich schon SEHR viele Shooter gespielt.

Im Spiel hat man doch immer irgendwen, der einem die Situation erklärt. Natürlich sind "die Anderen" schuld, haben zB einen Waffen Konvoi überfallen und dabei x Soldaten getötet.
Aber was ist denn davor passiert? Und was davor? Und wieso gibt es dort überhaupt einen Waffenkonvoi bzw überhaupt Soldaten?
Möglicherweise kommt man dann viel öfter als man gedacht hat, zu dem Schluß, daß man nur "imaginäre Massenvernichtungswaffen sucht" und eigentlich Teilstück eines Angriffs/Eroberungskrieges ist ...
Ich kenne praktisch kein Spiel, in dem das zutrifft. Du verwechselst hier Realität mit Fiktion. In den allermeisten Spielen dieser Art GIBT es eine konkrete Bedrohung, auch wenn es die in der Realität oftmals nicht gibt (siehe Irakkrieg). Aber ja, es gibt auch ein paar Spiele, in denen man nicht der Gute ist. Das wird dann aber fast immer entsprechend in den richtigen Kontext gestellt und das ist imo nun mal wichtig.

Es wäre übrigens eine tolle Idee für einen Shooter, mal genau so eine Story zu erzählen, in deren Verlauf der Spieler merkt, dass er eigentlich als Soldat nur verarscht wird oder dass er weit über das "Ziel" hinaus schießt. Es gibt viel zu wenige Spec Ops..

Den Bezug der Spielhandlung zur Realität?
Kunden, die auf Szenarios Wert legen, die in der Realität spielen könnten und nicht in dem Wald "Mondlichtung" die Anbauer von "Maulbeerstaub" mit Feuerbällen, sondern eben "Drogenbosse in Bolivien" mit einem handelsüblichem realistischen Waffenarsenal bekämpfen wollen?
Du sagst es doch selbst, spielen KÖNNTEN. Was würde sich denn für diese Spieler groß ändern, wenn man einzig dem Bolivien im Spiel einfach nur einen Fantasienamen gibt? Imo überhaupt nichts. Es würde dem Spiel aber diverse politische Implikationen nehmen. Dasselbe hat übrigens doch auch bei Far Cry prima geklappt. In Far Cry 4 heißt das entsprechende Land ja auch nicht Tibet, oder? Scheinbar hat man sich das bei den Chinesen nicht getraut, was man sich jetzt bei den Bolivianern traut. Aber Far Cry 4 hat auch mit Fantasieland prima funktioniert in einem "realistischen" Szenario mit Menschen und ihren realistischen Waffen...

Aha. Wieso denn? Sollen die Macher dann eine amtliche Genehmigung der jeweiligen Handlungs Schauplatz Inhaber beantragen müssen, sobald man die Schauplätze in einer fiktiven(!) Handlung verwenden will ... ? Ist doch absurd.
Absurd ist es, dass du scheinbar so vehement dagegen bist, dass Ubisoft über die eigenen Spiele reflektiert. Und wenn man bei Ubisoft sich nur mal zwei Minuten lang hingesetzt hätte und über die politische Lage in Bolivien reflektiert hätte, dann wäre einem vielleicht auch von ganz alleine der Einfall gekommen, dass es vielleicht andere Länder gibt, die besser geeignet sind, oder dass man vielleicht besser gleich ganz bei einem Fantasieland bleibt - oder einfach eine weitaus bessere Story schreibt. Es geht mir nicht darum, dass Ubisoft irgendwelche Genehmigungen einholt. Es geht mir darum, dass sie bessere Spiele machen und dass sie mehr über die Message ihrer Spiele nachdenken.

Wenn es um Nachhilfestunden bei der Betrachtung der Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit geht: Warum denn nicht?
Du meinst also, ich brauche die? Keine Sorge, ich kenne die Grenzen sehr gut.

Genauso, wie man von dem schwarzen Othello nicht auf reale lebende Schwarze schließen kann, kann man auch nicht von dem Protagonisten eines Videospiels auf reale Menschen schließen.
Zum einen kann man das natürlich nicht, weil wir nicht mehr im 16. Jahrhundert leben. Wildlands ist aber nicht in der Vergangenheit angesiedelt, sondern im "hier und jetzt", sprich in unserer Zeit.

Und zum anderen schließe ich nicht aus dem Spiel auf "reale Gegebenheiten", auch wenn du mir das noch so oft vorwerfen willst. Was ich sage ist, dass das Spiel eine Botschaft vermittelt, die reale Vorurteile und fragwürdige Einstellungen bestärkt bzw. bestärken kann und dass das Spiel eine Botschaft vermittelt, die durchaus als politische Propaganda verstanden werden kann, auch wenn das so nicht beabsichtigt war (und ja, das trifft auf viele Medien zu, insbesondere auf die "made in Hollywood").

Darüber zu diskutieren ist also absolut sinnvoll. Den Staat oder Gesetzgeber damit zu belasten, halte ich jedoch für überflüssig.
Es wurde überhaupt keiner damit belastet. Bisher gibt es nur die Androhung. Und die hat dazu geführt, dass das Thema überhaupt mal diskutiert wurde. Denn in den meisten Reviews findet das nicht mal am Rande Erwähnung, siehe auch hier auf PCG. Und wie gesagt, ein Verbot halte ich auch für Blödsinn. Ich würde es viel eher begrüßen, wenn Ubisoft mit weniger Selbstgerechtigkeit auf die Kritik reagiert. Aber die entsprechende Reaktion war ja leider (wie zu erwarten) ganz anders.
 
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Ne, im Ernst:
Nicht nur weil es in einer fiktiven Welt spielt, sondern weil die Muster völlig abstrakt sind und keinerlei Parallelen mit der realen Welt haben? Niemand würde auf die Idee kommen Parallelen zwischen der realen Welt und der fiktiven Welt zu ziehen, ...
Bist du dir da so sicher?

Da gibt es doch einiges, was da an moralischen Werten, Grenzen des politisch Machbaren, Verhandlungstaktiken etc vermittelt wird.
zB bzgl der Frage "Ist Folter ein vertretbares und wirksames Mittel, um die Wahrheit herauszubekommen?" - in WoW gibt es mehrere Quests, in denen die vom Spieler(!) Gefolterten daraufhin ihr Geheimnis preisgeben.

Gerade durch die Comicgrafik und das Fantasy Setting könnte sowas als harmloser aufgenommen werden als es eigentlich ist.

Wir wissen [...], dass die CIA sehr wohl Killerkommandos hat, die im Krieg gegen die Drogen moralisch und juristisch höchst zweifelhafte Missionen in Südamerika durchführen bzw. in der Vergangenheit durchgeführt haben. [...] der konkrete Rahmen in Wildlands [...] basiert praktisch auf einer wahren Geschichte bzw. realen Vorkommnissen, die indirekt von diesem Spiel legitimiert werden, ...
Ok, dann wäre es kein Spiel für mich. Aber generell sehe ich kein Problem bei einer Veröffentlichung eines solchen Spiels.

Nein, das sehe ich anders. Beim Uncanny Valley geht es darum, dass die Darstellung (!) von Menschen bzw. von menschlichen Emotionen ein unbehagliches Gefühl auslösen können, wenn wir erkennen, dass es sich nicht um Menschen handelt, obgleich eine große visuelle Ähnlichkeit mit echten Menschen besteht.
Richtig, das ist kein "Uncanny Valley" laut Definition, aber ich halte einen ähnlichen Effekt bzgl. moralischer Inhalte durchaus für möglich und eine dahingehende Erklärung für schlüssig.

Ich wüsste nicht, dass ich das jemals behauptet hätte.
Es ist aber eben keine "Entscheidung über Leben und Tod", sondern über das Reduzieren der Hitpoints des NPC auf 0 oder eben nicht.

Häh? Willst du damit andeuten, dass du der Meinung bist, dass der Krieg im Irak völkerrechtlich und moralisch in Ordnung war?
Äh, nein.
Ich habe nur betont, daß "juristisch korrekt" innerhalb internationaler Politik ein sehr dehnbarer Begriff ist. Was von dem einen Standpunkt aus ein Angriffskrieg ist, ist laut offiziellem Standpunkt (den ich aber nicht gutheißen muß, um das erwähnen zu dürfen!) eine notwendige präventive Verteidigungsmaßnahme oder ein "Friedenseinsatz".

Nein, das kann es nicht. Hat man dich irgendeiner Gehirnwäsche unterzogen oder was ist nur los mit dir??? Außerdem vergisst du offenbar völlig, dass es nur eine Gewalt gibt, die über Leben und Tod entscheiden kann: das Gesetz, das von der Judikative durchgesetzt und entsprechend sanktioniert wird. Die Exekutive hat keine Autorität darüber, wie man mit Verbrechern verfährt! Wenn du der Meinung bist, dass es in der Gewalt der Exekutive liegen sollte, dann befindest du dich ganz auf Linie von totalitären Autokraten. Glückwunsch! :-B
Ähm doch. Ich kann ja auch nachvollziehen, warum Erdogan Systemkritiker einsperrt und die freie Presse ausradiert.
Das heißt ja noch lange nicht, daß ich die Motive oder Vorgehensweise gutheißen würde oder gar wollte, das man das hierzulande so einführt. Und natürlich verstößt das hierzulande gegen die Prinzipien des Rechtsstaates und der Gewaltenteilung. Und gott oder wem auch immer sei Dank, daß das bei uns so geregelt ist.
Nachvollziehen kann ich das trotzdem.

Das ist völlig irrelevant für die juristische und moralische Betrachtung. Schon mal darüber nachgedacht, warum das Spiel in Bolivien angesiedelt ist und nicht etwa in Los Angeles? Warum ist es ok, Verbrecher in Bolivien einfach so zu töten (ohne Gerichtsverfahren etc)? [...] Bolivianer haben selbstverständlich nicht die gleichen Rechte wie Amerikaner, die kann man abknallen wie Vieh, und ihre Verbrechen reichen offenbar selbst für einen "linken" Beobachter wie dich auch, um ihre Ermordung durch ausländische Killerkommandos zu rechtfertigen. Erschreckend.
Es. ist. ein. Spiel. ist. Mit fiktiver Handlung.

Und selbst fragwürdige Handlungen können multimedial gut gemacht verpackt werden. Wie zum Beispiel dieser Film, in dem der Held Wachpersonal, Regierungstruppen und Zivilisten abknallt und das Erdgeschoß eines Wolkenkratzers in die Luft jagt, um einen der meistgesuchtesten Terroristen zu befreien.

Seltsam, dass du dann so viel zur Story in Wildlands schreibst, wenn du angeblich gar nichts darüber weißt...
Du schreibst doch, was du daran kritisierst. Und darauf antworte ich. Bisher hast du noch keine Szene oder sonstiges präsentiert, was mich zu einer kritischen Meinung über dieses Spiel überredet hötte. Also abgesehen davon, daß es mir wahrscheinlich "zu real" wäre.

Und das ist jetzt dein Totschlagargument gegen jegliche Kritik am Storytelling? Es ist halt Action, daher ist alles ok? Wow.
Nein, das ist das Argument, daß es ruhig auch derart platte Stories in Spielen geben darf.
Genau wie es im Action Film Bereich auch Filme gibt, deren Story auf einen Bierdeckel paßt. Auf dem das Logo schon 90% des Platzes einnimmt. Und die Strichliste die Hälfte der verfügbaren Schreibfläche.

Du verwechselst hier Realität mit Fiktion.
Ich? lol. :B

Aber ja, es gibt auch ein paar Spiele, in denen man nicht der Gute ist. Das wird dann aber fast immer entsprechend in den richtigen Kontext gestellt und das ist imo nun mal wichtig.
Inwiefern ist das wichtig? Darf ein Spiel nicht auch mal einfach widerlich sein? So wie Hatred zum Beispiel. Das war für mich ein Spiel, das mir keinen Spaß gemacht hat. Aber gerade deshalb war es eine einmalige Spiel Erfahrung.

Du sagst es doch selbst, spielen KÖNNTEN.
Höh? Wieso das denn? Ich meinte den Satz ohne "könnten". Also:
Kunden, die auf Szenarios Wert legen, die in der Realität spielen und nicht in dem Wald "Mondlichtung" die Anbauer von "Maulbeerstaub" mit Feuerbällen, sondern eben "Drogenbosse in Bolivien" mit einem handelsüblichem realistischen Waffenarsenal bekämpfen wollen​
Sorry für meinen Verformulierer.

Was würde sich denn für diese Spieler groß ändern, wenn man einzig dem Bolivien im Spiel einfach nur einen Fantasienamen gibt?
Es wäre eben kein realer Ort mehr als Vorlage. Was einem - je nach Präferenz - den Spielspaß verderben kann.

Absurd ist es, dass du scheinbar so vehement dagegen bist, dass Ubisoft über die eigenen Spiele reflektiert.
Bin ich ja gar nicht. Aber ich bin eben der Meinung, daß es ruhig auch derart platte Stories in Spielen geben darf.
 
Aber ich bin eben der Meinung, daß es ruhig auch derart platte Stories in Spielen geben darf.
Und ich bin der Meinung, dass man das durchaus kritisieren darf, wenn dem so ist. Und zwar sowohl was die Qualität der Story an sich angeht, als auch was die darin verborgene mediale Botschaft angeht. Not more, not less. ;)
 
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