anjuna80 am 22.06.2006 16:47 schrieb:
Möchte nur mal was allgemeines loswerden. Viele sprechen hier von fehlenden Innovationen und vieles sei schon einmal da gewesen. Ich beschäftige mich jetzt schon etliche Jahre mit PC-Spielen und hab auch die Anfänge des Shooter-Genres miterlebt- lang lebe ID

Mal ehrlich, wann gab es wirkliche Innovationen?
Dann hast du die letzten Jahre wohl im Koma verbracht. *g*
Aliens vs. Predator 1: Erstmalig gelang es einem Spiel, eine sehr gute Horroratmosphäre zu generieren. 3 Spezies, 3 Wege zu spielen. Das beklemmende Gefühl als Marine durch dunkle Gänge zu laufen war einfach erschreckend. Survival-Horror wie er besser nicht inszeniert sein kann.
Clive Parkers Undying: Horror, Atmosphäre, Spielgefühl. Genial inszeniert, packend präsentiert. Ein Paradebeispiel dafür, wie Shooter aussehen können, und eigentlich auch müßen.
No One Lives Forever: Erstmalig eine Heldin die lustig, intelligent und dynamisch wirkt. Sehr schönes Gameplay dank diverser Munitionsarten, Gadgets, 70'er Atmosphäre und unterschiedlichen Einsatzorten. Dezente Seitenstiche gegen James Bond und Austin Powers waren natürlich rein zufälliger Natur.
Half-Life (1!): Atmosphäre, Spielwitz, Gegnerverhalten und das beklemmende Gefühl "Alleine gegen alle" kämpfen zu müssen, zeichneten den Titel damals aus. Zum ersten Mal übernahm der Spieler dezent Verantwortung im Gameplay, um z.B. Wissenschaftler zu eskortieren oder zu schützen. Vom Standpunkt des "intelligenten" Gameplay sicherlich HL2 um Lichtjahre voraus.
Return to Castle Wolfenstein: Der etwas andere W2-Shooter. Schön mystisch angehauchte Geschichte die gut mit der schnellen und rauen Action harmonierte. Stimmig bis zum Ende.
Serious Sam 2: Bunt, Knatschig, sinnlos. Innovation mal anders, "Back to the Roots" im Bezug auf die Action, "Humor ist King" im Bezug auf Präsentation. Sinnlos aber geil, und deswegen fast schon innovativ.
XIII: Dichte Geschichte, Figuren mit Charisma, cleverer Einsatz von Umgebungsobjekten als Waffen. Durchdachtes Plot.
Call of Chuthlu: Eher weniger ein Shooter, doch in den Passagen wo der Titel sich so verhält durchaus kreativ. Kein Fadenkreuz, kein automatisches Nachladen der Waffen, keine Munitionsanzeige. Intensives Shooterfeeling wo es wirklich auf das Zielen ankam (Beinschuss = Verlangsamung des Gegners, Kopfschuss = Exitus).
Ich bin sicher es gibt noch weitere Beispiele die zeigen, dass sich das Genre in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat, und es Innovationen gab, die auch den Namen verdienen.
Das reflexartige Töten von Gegner ist nur das Mittel zum Zweck, diesen Zweck sinnvoll zu verpacken und zu inszenieren ist hingegen die wahre Kunst eines Shooters. Siehe Undying, siehe HL, siehe XIII.
Regards, eX!