Wir brauchen keine weiteren MMOs, in der vermeintliche Spielwelten für den MMO Markt erstellt werden, zumindest keine, die der typischen "WoW" Formel folgen, wie sie derzeit Standardmäßig angeboten werden.
Es wurde bereits von vielen anderen Mitgliedern bemerkt (, ich möchte an dieser Stelle besonders auf Shadow_Mans sehr guten Beitrag hinweisen,) dass die meisten Spiele, nicht zwingend als MMO herausgebracht werden müssen, um ihr Spiel in die Onlinewelt zu transferrieren. In vielen Fällen, wie zum Beispiel Diablo gibt es bereits sehr ausgereifte Möglichkeiten, das Spiel über einen Online Hub zu genießen.
Was ein MMO mit offener Spielwelt (im klassischen Sinne), besonders im Rollenspielgenre, ausmachen sollte, worin allerdings bisher alle Spiele auf dem Markt gescheitert sind, ist eine lebendige Spielwelt, die es dem Spieler ermöglicht aktiv mit dieser zu interagieren - über das Schema "Quest annehmen, mit Questdingen interagieren (töten/aufsammeln/wegbringen), Questbelohnung abholen" hinaus. In der Tat ist es eher nachteilig eine offene Spielwelt zu haben, da die Spielwelt dann stark an diese limitierten Interaktionsmöglichkeiten angepasst werden muss. (Man betrachte die riesigen, weitestgehend leeren Gebiete in gängigen MMORPGs, in denen Monster nur darauf warten, von aufstrebenden "Helden" getötet zu werden und der Sinn der Spielwelt einzig und allein darin besteht, diese Monster auf eine für Spieler komfortable Art zu beherbergen.)
Für ein so einseitiges System bietet sich eine Lösung, wie sie in GuildWars eingebracht ist, wesentlich besser an. "Soziale Hubs", wie Städte, Aussenposten, etc., in denen alle Spieler miteinander vereint sind und ihren Charakter managen können. Um Monster zu jagen, geht es dann in einer Gruppe in instanzierte Gebiete, die für diese Aufgabe designt werden können, wo man seinem Handwerk (töten) in Ruhe nachgehen kann.
Eine solche Lösung entspricht allerdings nicht dem, was sich viele von einer Spielwelt in einem MMO erhoffen.
Unter einer Spielwelt in einem MMO stellen sich die meisten eine (im phantastischen Rahmen) realistische, tiefe, lebendige Welt vor, in der die Bewohner (NPCs) sich entsprechend realistisch verhalten und der Spieler durch seine Taten Teil dieser Welt werden kann. Also all das, was viele Rollenspiele, die alleine gespielt werden, versprechen.
Zugegebenermaßen, ist es kein Leichtes, eine Spielwelt, die in einem Einzelspielerspiel bereits schwer zu erstellen ist, für ein MMO zugänglich zu machen. Die Simulation von NPCs, geschweigedenn Kosten für Sprachaufnahmen allein, würden das Budget arg belasten und im Falle der Simulation Spielern eher das Gefühl geben, in einem Chaos zu leben, was sie nicht verstehen.
Warum erstellt man also nicht ein MMO, was eher, wie eine Sandbox scheint, eine Welt der Möglichkeiten für den Spieler, ohne große Rolle von NPCs?
Was meine ich damit? Damit meine ich, dass der Spieler von der Rolle des "Questerfüllers" in die Rolle des "Questgebers" aufsteigt. Man stelle sich eine Welt vor, die die Spieler selbst bevölkern und in der Veränderung ausschließlich durch Spieler geschieht, die NPCs praktisch obsolet werden lässt.
Ein König, z.B., wäre dann kein Tag und Nacht in seinem Schloss hockender NPC, der zwar gut anzusehen ist, aber ansonsten zu nichts zu gebrauchen ist, sondern ein Spieler, der sich die Mittel verschafft hat an der Spitze eines Königreichs zu stehen und dadurch alle Vorteile und Handlungsmöglichkeiten, sowie Verantwortung und Einschränkungen erhält.
Anstatt dem Spieler versuchen zu vermitteln, die Welt wäre lebendig, müsste man den Spielern Möglichkeiten geben, die Spielwelt lebendig zu machen. Das bedeutet, dass die Spieler Gegenstände und Städte, die es in der Welt gibt, selbst Gestalten und bevölkern. (Alles im Rahmen dessen, was Spaß macht, versteht sich.)
Um dem ganzen dann noch Dramatik zu verleihen könnten Entwickler globale Quests und Herausforderungen bereitstellen, an denen die Spieler teilnehmen können.
Das wäre etwas, was ein neues MMO (im klassischen Sinne) in meinen Augen rechtfertigen würde. Für alles andere gibt es elegantere Methoden, um den Spielern eine vergnügliche Onlineerfahrung zu vermitteln.
P.S.: Man verzeihe den teils konfusen Stil.