@Rodweiler79:
Niemand hat behauptet, dass Dirt 3 oder Fifa gesellschaftliche Zusammenhänge vermitteln wollen. Aber es ist ja auch nicht so, dass Filme und Bücher nur intelektuell herausfordernde Lehrstücke sind. Die meisten Filme sind auch nur seichte Komödien oder generische Actionfilme, trotzdem findet man in diesem Bereich meistens wesentlich geistreichere, relevantere und wirklich lesenswerte Rezensionen.
Tatsächlich kann man auch über dumme Spiele, Filme usw. schlaue Artikel schreiben. Ein Beispiel wäre Call of Duty, das zu Betrachtungen über xenophobe Amerikaner geradezu einlädt.
Wenn Christian Schmidt fordert, dass in Spielezeitschriften öfter als bisher auch die Metaebene behandeln soll, dann heißt das nicht, dass nur noch über Spiele mit philosophischen Untertönen behandelt werden sollen, sondern es soll mehr über den Kontext geschrieben werden, in dem die Spiele erscheinen. Wenn man zum Beispiel Diablo 2 und 3 vergleicht, kann man an den Veränderungen sehr treffend eine ganze Reihe von Veränderungen in der Spielelandschaft ausmachen (Trend zur Vereinfachung, neue Geschäftsmodelle, Verlagerung ins Internet).
Stattdessen beschränken sich die Spielezeitschriften zur Zeit nur darauf, den Spielern zu erklären, ob, sie denn nun für diesen Titel eine permanente Internetverbindung brauchen. Wirkliche Hintergrund-Artikel zu solchen Entwicklungen gibt es selten, statt Einordnung gibt es Tunnelblick.
Die Veröffentlichung von Deus Ex Human Revolution wäre eine passende Gelegenheit, noch einmal auf den ersten Teil zurückzublicken, aber außer kleinen Infokästen oder irgendwelchen Bildergalerien (bin ich eigentlich der einzige, den diese ganzen endlosen Bildergalerien nerven?) gab es das nirgendwo.
@ Philipp141294:
Natürlich würde das Gameplay bei manchen Spielen etwas in den Hintergrund rücken, aber wenn, dann doch nur, weil das Gameplay es nicht schafft, interessanter als die Story zu sein. Bei fast allen aktuellen Ego-Shootern ist die Erläuterung des Gameplays obsolet, da die Unterschiede marginal sind. In den letzten vier CoD-Teilen gab es keine einzige spielerische Neuerung im Single-Player, die wirklich irgendjemanden interessiert hat. Und auch Rennspiele werden in den nächsten 10 Jahren nichts Fundamentales an ihrem Grundprinzip ändern. Mehr als ein oder zwei Eigenheiten auf einmal finden sich in keinem Spiel, und die müssen doch nun wirklich nicht die ganze Rezension für sich beanspruchen.