Noch massentauglicher? Man kann es nunmal nicht allen recht machen. Die großen Publisher versuchen immer JEDES ihrer Spiele an JEDEN Spielertyp zu verkaufen. Naja, wenn die meinen ... was hat Bilbo noch gleich gesagt über Butter, die auf zuviel Brot verstrichen wurde?
Lernen die Publisher eigentlich gar nichts aus den Erfolgen von diversen Indie Games? Wenn man bestimmte Zielgruppen mit einer guten Idee, guter Umsetzung und dem richtige, nicht übertriebenen Marketing anvisiert, dann verkauft man beinahe genauso viele Spiele und bewahrt nebenbei noch seinen guten Ruf.
Man schaue sich z. B. Dragon Age an ... Teil 1 war super, alle haben sich gefreut. Teil 2 sollte dann massentauglicher werden und keiner hat's gemocht. Der gesunde Menschenverstand sagt: "Dann machen wir es wieder mehr wie in Teil 1." EA sagt: "Dann war es halt immer noch nicht massentauglich genug!"
Doch! Ich habe Dragon Age 2 wesentlich mehr gemocht als Dragon Age 1. Und das sage ich als Baldurs Gate-Veteran. Nein, nicht die PS2-Auskopplung, wobei die als Hack-and-Slay-Reihe wirklich gut war. BG1 plus Schwertküste sowie BG2 und Throne of Bhaal waren einfach außer Konkurrenz (von Torment mal abgesehen!). Aber Dragon Age 1 war einfach nur schrecklich langatmig mit viel zu viel Leerlauf. Ich weiß nicht, wo genau ich nach knapp 50 Spielstunden war, aber es hat mich nur noch gelangweilt.
Dragon Age 2 dagegen war von der Story her für mich sehr ansprechend, die häufigen Charakter-Interaktionen haben Spass gemacht, Freund/in - Frau haben, unterschiedliche Party-Mitglieder je nach eigenem Charakter oder Spielweise... und endlich wurde man auch mal angemessen für seine Taten belohnt (Haus, Residenz, etc.). Klar, freies Erkunden der Gebiete wie noch in BG1 war einfach nicht vorhanden, aber die für mich wichtigen Dinge eines Rollenspiels (Story, Interaktion, Auswahlmöglichkeiten, etc.) waren alle vorhanden. Ich hatte es nach knapp 28 Stunden durch (viele Nebenquests, etc.) und habe es aber insgesamt 3x erneut durchgespielt. Mir ist da einfach ein kürzeres dafür spannenderes Spiel lieber, als eines wo ich stundenlang spiele und dann merke, dass es sich nur um eine popelige Nebenquest gehandelt hat.
Baldur´s Gate oder auch Torment hatten halt beides. Viel Erkundung UND wenig (BG1) bis garkeinen (BG2) Leerlauf.
Was Dead Space angeht: Ich habe nur den ersten Teil gespielt, fand ihn ganz nett. Der zweite Teil war dann ja schnell von Steam weg und Origin mag ich nicht. Bei einem Shooter habe ich aber prinzipiell nix dagegen, wenn man möglichst jegliche Komplexität weglässt. WASD, Leer, c und 2 Maustasten. Das reicht aus. Laufen, springen, ducken und ballern. Ich will keine umständlichen Gadgets, etc.. Hirnlos durchballern und eine tolle Optik.
Aber gut, das ist eben Geschmackssache.
Die Verkaufszahlen, und das ist letztlich das einzige, worum es (EA) geht, sprechen zudem eine eindeutige Sprache. Je komplexer, desto weniger Kohle. DA II hat sich hervorragend verkauft und das nicht nur am Anfang... was dafür spricht, dass die Zielgruppe dafür nicht so klein gewesen sein kann, wie es die Gegner gerne gehabt hätten...