Fabian Döhla hats im Almost Döhli gut auf den Punkt gebracht: Die fetten Jahre sind vorbei, die Publisher sehen, dass das Streaming ihrer Showcases funktioniert, keine nachteiligen Effekte erzeugt hat, also warum sollte man zurückgehen und Unsummen an Dollar für Messestände ausgeben.
Spiele standen auch dieses Mal im Vordergrund. Die Headline suggeriert einfach ein Bild, das nicht haltbar ist. Es gab genug Spiele auf der Gamescom und da die großen Publisher fehlten, war halt auch mal mehr Platz für die kleinen Studios vorhanden.
Streamer/Influencer haben immer schon auf Messen für viel Furore gesorgt. Das war dieses Jahr vielleicht nochmal was krasser als die Jahre vorher, aber man soll nicht so tun, als ob es eine überraschende Entwicklung ist. Lineares Fernsehen ist tot, Jugendliche konsumieren LPs auf Youtube und Streams auf Twitch, also was ist die Erwartungshaltung?
Kann der ein oder andere Erwachsene ja komisch oder lächerlich finden, wenn die Kids Streamer als Stars feiern, aber jede Generation vorher war doch so und hat irgendwelche Leute idolisiert. Es soll ja Leute geben, die heute Mitte 30 oder Anfang 40 sind und ihre hysterische Backstreetboys Phase hatten, also kommt schon Leute
Wenn Gaming in der Wahrnehmung ins Hintertreffen gerät, sollte man nicht auf die Influencer eindreschen, sondern auf die Veranstalter eingehen. Die Veranstalter wollen gefühlt jedes Jahr neue Besucherrekorde aufstellen und verlangen salzige Preise für die Stände. Es interessiert die doch schlicht nicht, ob die Messebesucher wegen der Messe an sich oder irgendwelchen Influencern da sind. Hauptsache Tickets abgesetzt. Man könnte ja auch problemlos das Mindestalter auf 18 anheben oder Influencer mitteilen, ah ne Freunde geht mal lieber auf die TwitchCon statt auf unsere Messe
Man geht doch schon seit langem nicht mehr zur Gamescom, um da Spiele zu spielen, wenn man sich die Wartezeiten zu Gemüte führt (Indie mal außen vorgelassen). Von daher ist die Entwicklung in Richtung Communitytreff, Cosplay etc. nur folgerichtig. Das hat sich seit über 10 Jahren schon abgezeichnet, Corona hat den Prozess eben nochmal beschleunigt.