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Battlefield 1-Kommentar zur Solo-Kampagne: "Schöne Lügenmärchen"

Also ich verstehe es einfach nicht warum man sich darüber beklagt, das Battlefield 1 KEINE Anti-Kriegs Rhetorik aufweist.
Vorneweg: JA - ich selbst hätte es ebenfalls begrüßt und es hätte potenzial gehabt.
ABER, ich habe es weder erwartet, noch stört es mich was nun aus der Kampagne geworden ist.

1. Ich denke so gut wie jeder hier im Forum wird mir zustimmen, dass Krieg an sich keine gute Sache ist. Warum also soll mir jetzt auch noch ein Spiel etwas klar machen, was man ohnehin schon weis?
2. Es ist ein SPIEL! Was soll dieses? Uns unterhalten. Wie schafft man das am einfachsten? Wirf den Protagonisten in ein Effektgewitter und scheiß auf Realismus.
3. Hat euch das Intro nicht genau den Schrecken, die Sinnlosigkeit, sowie die Erkenntnis gezeigt, dass ein Soldat in diesem Krieg nichts mehr war als eine Ressource? Menschliches Kanonenfutter.
Als der letzte Soldat im Intro als Unkown Solider fällt ist mir all das klar geworden. Was dieses Intro welches man nicht gewinnen kann einem sagen will.
Danach hatte ich erst einmal überhaupt keine Lust die Kampagne zu starten und mich "wieder" in den Kampf zu stürzen. Stattdessen habe ich einfach für fünf Minuten aus dem Fenster geschaut und nachgedacht.
 
Schön geschrieben, kann davon leider nichts bestätigen oder dementieren per eigene Meinung, da ich den SP nach 1 Stunde hab links liegen lassen. Bis auf den prolouge mit dem unweigerlichen Ende (was ganz gut war) hat es mich 0 interessiert, berührt.

Aber hey..ganz ehrlich..wer sich Battlefield wegen des SP holt, der hat den Knall eh nich gehört^^

Nagut, dafür dass man 50-60€ dafür zahlt, könnte man schon etwas mehr vom SP erwarten als solchen Murks. Ich für meinen Teil liebe das Game, also den MP, das ist ja auch der Hauptkaufgrund.

Da Stimmt, abgesehn von einigen kleineren Bugs (die jeder MP-Shooter zu Beginn hat), für mich einfach alles. Das Feeling is grandios. Ich glaube sogar nen neuer WW2-Titel hätte mich begeistert. Es fühlt sich in diesem Falle einfach mal wieder "frisch" an^^
 
Naja gut, darüber dass der BF1 SP inhaltlich völliger Nonsens ist hatte sich TotalBiscuit auch schon vor Wochen im Co-Optional Podcast ausgelassen. Man sollte da vielleicht nicht mit der Einstellung einen "realistischen" Kriegsshooter zu spielen rangehen sondern eher etwas in Richtung Wolfenstein erwarten. :D
 
Das stimmt zwar, aber dennoch: Man hat das sofort bemerkt, aber ehrlich gesagt ist es trotzdem gar nicht so schlecht geworden- mir hat es Spaß gemacht- würde man die Geschichte so erzählen wie sie wirklich war- wäre sie wahrscheinlich nicht mal uncut in Deutschland erhältlich^^
 
Hallo!

Habe der GameStar vor kurzem den Rücken gekehrt und mich nun hier angemeldet und was soll ich sagen, es war anscheinend eine gute Entscheidung, denn genau solche kritischen Artikel habe ich dort schon länger vermisst. Ebenfalls scheinen für mich die Spielewertungen näher an der Realität als bei der "HypeStar".

Deshalb gibt es gleich zu Beginn ein großes Danke für diesen Kommentar! Wirklich toll geschrieben und ich kann die Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen. Habe die Beta getestet und was soll ich sagen... es war ein tolles Battlefield aber wie Erster Weltkrieg fühlte es sich nie an. Dafür war mir das Gameplay zu schnell und es wirkte durch die vielen automatischen Waffen wie eine Art Steampunk 2. Weltkrieg.

Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft hier so tolle und durchaus kritische Betrachtungen von AAA Titeln lesen darf. Bin auch angenehm über die Werbung hier auf PCGames überrascht. Hält sich ziemlich in Grenzen und ist nicht so aufdringlich, somit bleibt auch der Adblocker aus.

Macht weiter so und noch ein Hallo an die Community!

Grüße
 
Direkt mal gespeichert! :D
Haben die Episoden keine Liste der Themen oder bin ich blind?
Kann ich dir nicht genau sagen, ich schau den Podcast immer live am Dienstagabend auf Twitch, ist halt lustiger mit den Reaktionen im Chat. :D
In seiner Youtube-Reihe WTF is ... hat er sich auch drüber ausgelassen.
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/edit:
gefunden ab ungefähr 1:05:25 gehts da mit BF1 los
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Ein schöner Kommentar mit ein paar sehr guten Ideen wie man den Realismus, die Ernsthaftigkeit des Themas, hätte steigern können ohne an Spielspaß zu verlieren.
Dass Sachen wie Maschinengewehre für alle im Spiel sind finde ich aber positiv. Wer will schon einen reinen Stellungskrieg spielen...

Das ist ein SPIEL und kein Geschichtsunterricht !
Wer sich für Geschichte interessiert, wird sich das dann anlesen. Und dazu dient dieses Spiel dann hervorragend um sich über die Zeit zu informieren.

Für viele Jugendliche dürfte es die erste, intensive Berührung mit dem Thema sein. Auch deshalb hätte ich etwas gewissenhafteres Bearbeiten der Thematik begrüßt; die Ansätze waren ja da. Und die Kampagne hätte sich dafür wirklich angeboten. Es muss ja kein Geschichtsunterricht sein, aber wieso wurde die billigste FPS-Strategie gewählt, wenn man es leicht hätte anders machen können?


Bei mir waren es früher Spiele wie Pirates! und Defender of the Crown (ok, sehr viel flacher) die mein geschichtliches Interesse weckten. Später auch Civilization, wo die Civilopedia mir sogar half mich deutlich in Englisch zu verbessern. Ohne Spiel, einfach so, hätte ich mich damals sicher nicht so intensiv mit diesen Epochen auseinandergesetzt. Trotzdem hat es noch lange Zeit gedauert, bis ich anfing freiwillig Geschichtsbücher zu lesen.

Und Battlefield 1 wird die jüngeren Kaliber sicher auf seine Weise prägen. Nur leider im Stile Hollywoods. :-|
 
Bei mir waren es früher Spiele wie Pirates! und Defender of the Crown (ok, sehr viel flacher) die mein geschichtliches Interesse weckten. Später auch Civilization, wo die Civilopedia mir sogar half mich deutlich in Englisch zu verbessern. Ohne Spiel, einfach so, hätte ich mich damals sicher nicht so intensiv mit diesen Epochen auseinandergesetzt. Trotzdem hat es noch lange Zeit gedauert, bis ich anfing freiwillig Geschichtsbücher zu lesen.
Spätestens wenn der atombombenverliebte Gandhi in Civ auf den Plan trat, wusste man alles was man über sein Leben wissen muss. :-B

Geschichtliches Interesse kann man mit BF1 auch wecken.
Es kommt doch eh immer drauf an, was der Spieler daraus mitnimmt.
 
Ja, Battlefield 1 ist einfach nur ein Spiel und als solches -zum Glück!- vollkommen überdreht und unrealistisch.

Ich wage die Prognose, wäre irgendein "War Shooter" auch nur halbwegs realistisch, die überwältigende Mehrheit der Spieler würde ihn links liegen lassen.

Damit meine ich nicht unbedingt einmal die Grausamkeit und Brutalität an sich - diese spielen sicherlich auch eine große Rolle, nein, vielmehr die Tatsache, dass der 1. Weltkrieg insbesondere an der Westfront alles andere als "dynamisch" verlief.

Etwas polemisch formuliert, "Ich sitze in einem Graben und warte auf's Sterben."

Dabei waren wohl diejenigen noch die "glücklichen" Gewinner, die von einer Kugel/Granate/etc. sofort tödlich getroffen wurden; ein nicht unerheblicher Teil der Soldaten verendete qualvoll erst nach Tagen und Wochen; Wundbrand, aber auch Typhus, Ruhr, Cholera waren im 1. Weltkrieg ein ernstes Problem, dem die damalige Medizin noch wenig entgegensetzen konnte.
 
Das ist ein SPIEL und kein Geschichtsunterricht !
Wer sich für Geschichte interessiert, wird sich das dann anlesen. Und dazu dient dieses Spiel dann hervorragend um sich über die Zeit zu informieren.
Ich habe , aus meiner Sicht, selten einen unnützeren redaktionellen Beitrag gelesen.

Zitat
"Es ist schon kurios und auch ein bisschen traurig: Der Erste Weltkrieg ist zumindest in meiner Erinnerung gerade dafür bekannt,"

Sie waren also schon dabei ?
ok, na dann....


Vielen Dank , dies sehe ich genau so.
Das ist ein Spiel und soll Spaß machen.

DerOdy
 
Ja die Community war teilweise auch anstrengend aber die kann ich einfach ignorieren. Was mich wirklich störte war, dass sämtliche Kritik als "Aufschrei einer kleinen Minderheit" abgetan und ignoriert wurde. Die Tests von größeren AAA Titeln, konnte man auch kaum noch ernst nehmen, denn es war von vornherein klar, dass min. eine 75 dabei rauskommt.

Dadurch wurde das gesamte Wertungsystem ad absurdum geführt. In der Community war es deshalb üblich, Spiele unter 75-80 als "Müll" zu sehen, der vl. "mal in nem Sale mitgenommen wird". Somit waren die Tests kaum noch brauchbar zur Entscheidungsfindung und die GameStar verfehlte ihren eigentlichen Aufgabenbereich. Wenn ich einen Test lese, will ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Spiel, wo auch bei einem AAA Titel mal eine 60 rauskommen kann und keine Weiterführung des Hypetrains, der meist eine Woche nach Release mit Vollgas gegen die Wand fährt.
 
An sich eine sehr schoene Kollumne Peter, die einzige Frage die ich habe: Warum gerade jetzt?

Du sprichst es ja ein 1-2 Saetzen kurz an aber wirklich JEDER Militaer Shooter (mMn nicht erst seit Modern Warfare) ist kriegsverherrlichend. Vielleicht muss das sogar so sein um die Leute bei der Stange zu halten. Ich denke, wenn man alle paar Minuten stirbt ohne dass man etwas daran aendern kann, dann ist das sicher kein gutes gameplay. Ich habe BF1 nicht gespielt, vielleicht ist die geschilderte Szene mit dem Plattenanzug ja wirklich nochmal ein paar Nuancen mehr over the top als alles, was wir bisher gesehen haben.
Allerdings koennte man auch sagen, je realistischer ein Spiel zu sein versucht, desto mehr Schaden richtet es an unserer Wahrnehmung ueber historische oder auch heutige Tatsachen in Sachen Kampf und Krieg an. Ein Medal of Honor: Modern Warfighter, dass sich damit bruestet, dass alles streng realistisch in Kollaboration mit Veteranen und "Tier 1 Operators" entstanden ist und dann doch wieder die alte Call of Duty Formel aus Action und Explusionen aufwaermt vermittelt gerade jungen Spielern ein verheerendes Bild von Krieg und Gewalt.

Nun mag man sagen "ist doch nur ein Spiel, nicht die Realitaet, die Leute koennen das schon alles auseinanderhalten" aber gerade in einer Zeit, in der 90% unserer Bevoelkerung seit 2 Generationen keine Kampfhandlungen mehr am eigenen Leib erfahren mussten bin ich mir da nicht so socher (ich moechte mich da selber auch nicht ausnehmen, ich spiele seit ca. 15 Jahren Shooter und Action Spiele und wenn ich an meine Einstellung mitte der 90er zu Gewalt zurueckdenke und heute, dann sehe ich da schon einen Unterschied. Nicht das ich selbst mehr Gewaltbereit bin aber davon zu hoeren oder sie zu sehen schockt mich weit weniger als frueher.

Gerade weil wir vom ersten Weltkrieg sprechen ist das relevant. Wenn ich mich recht (an meinen Geschichtsunterricht) erinnere, dann war der Enthusiasmus fuer Krieg 1914 enorm. Da gab es Fotos von lachenden Jugendlichen, die sich freuten endlich in den Krieg ziehen zu koennen. Der letzte groessere Konflikt war schon eine Weile her (diese Generation hatte jedenfalls nicht viel davon mitbekommen) und die Kriegs-Progagnda war sehr effektiv darin Menschen dafuer zu begeistern "Ehre" auf dem Schlachtfeld zu erlangen. Wie das dann ausgegangen ist wissen wir ja. Aber ein BF1 scheint uns ja genau das wiede glauben machen zu wollen. Das ist schon ziemlich zynisch.

Jedenfalls sollte man aufpassen, dass man nicht heute wieder in genau die gleiche Falle tappt. Gerade wenn es um historisches oder als "realistisch' beworbenes Material geht muss man da mMn sehr vorsichtig sein. Aus dem Grund mag ich auch die ganzen 2. Weltkrieg Shooter Spiele nicht, nicht weil man "halt Nazis abknallt" sondern weil die Perspektive einfach komplett verzerrt ist. Und das ist auch mein Problem mit vielen modern military games. Darum spiele ich viel lieber Spiele, die in SciFi oder Fantasy Szenarien spielen, bei denen umissverstaendlich klar gemacht wird, dass es sich um Fiktion handelt, die in keiner Weise die Realitaet abbilden will oder ueberhaupt kann. Denn mMn gibt es einen generellen Konflikt zwischen dem derzeitigen Ansatz Action Spiele zu designen und der Darstellung echten oder historischen Materials.

Ein sehr schoenes Video zu dem Thema ist uebrigens diese Analyse zum Spec Ops: The Line, dem Spiel, dass genau dieses Problem zu seinem zentralen Thema gemacht hat:
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Du sprichst es ja ein 1-2 Saetzen kurz an aber wirklich JEDER Militaer Shooter (mMn nicht erst seit Modern Warfare) ist kriegsverherrlichend.
Aber grad Spec Ops The Line revidiert doch Deine Aussage ^^


So oder so: viel Action und "unrealistische" Kämpfe sind das eine, aber historisch VÖLLIG Banane-Stories mit vielleicht sogar historisch falschen Fakten sollte es nicht geben, sofern das Spiel da nicht klipp und klar macht, dass es eine pure Fantasie-Story ist.
 
Aber grad Spec Ops The Line revidiert doch Deine Aussage ^^


Aeh ... shit!
Ok, jeder bis auf den.
sm_P-%29.gif
 
Aeh ... shit!
Ok, jeder bis auf den.
sm_P-%29.gif
he he :D

aber kriegsverherrlichend? Finde ich an sich nicht. Selbst bei CoD sind die Stories zwar nach dem Motto "nur mit Gewalt schaffen wir es", aber es ist an sich immer so umgesetzt, dass eine Situation entsteht, in der man an sich keine andere Wahl hat, und es passieren auch immer wieder Dinge, die sehr unschön sind. Das geht da nicht so a la "wir ballern alles weg und finden es geil", zumindest empfinde ich es nicht so. Es wird zwar in vielen Games "Heldentum" gefeiert, und man selber ist immer "das Gute" und gewinnt, ohne zu hinterfragen, ob zB der Einsatz nicht erst durch eine falsche Politik entstanden ist. Aber dass Krieg verherrlicht oder verharmlost wird, das Gefühl habe ich an sich nicht bei den Shootern, die ich so kenne.
 
he he :D

aber kriegsverherrlichend? Finde ich an sich nicht. Selbst bei CoD sind die Stories zwar nach dem Motto "nur mit Gewalt schaffen wir es", aber es ist an sich immer so umgesetzt, dass eine Situation entsteht, in der man an sich keine andere Wahl hat, und es passieren auch immer wieder Dinge, die sehr unschön sind. Das geht da nicht so a la "wir ballern alles weg und finden es geil", zumindest empfinde ich es nicht so. Es wird zwar in vielen Games "Heldentum" gefeiert, und man selber ist immer "das Gute" und gewinnt, ohne zu hinterfragen, ob zB der Einsatz nicht erst durch eine falsche Politik entstanden ist. Aber dass Krieg verherrlicht oder verharmlost wird, das Gefühl habe ich an sich nicht bei den Shootern, die ich so kenne.

Naja, verherrlicht ist vielleicht das falsche Wort (bin mir nicht ganz sicher,kommt darauf an, wie weit man den Begriff fassen will) aber verharmlost trifft es denke ich auf jeden Fall. Schon allein dadurch, dass man die realen Konsequenzen des Verlierens nicht mitbekommt (einfach den letzten Checkpoint laden), sondern nur die des Gewinnens. Ich mache das den Spielen auch nicht zum Vorwurf oder so, es ist schlichtweg die Natur eines Spiels eine Herausforderung zu bieten und das meistern derselben zu belohnen. Nur der Kontext kann halt ein Problem sein, gerade wenn historische Szenarien verwendet werden.

Es geht auch nicht unbedingt nur darum, ob in der Story mal was schlimmes passiert, es geht eher darum, dass der Spieler fuer Kampfhandlungen staendig belohnt aber nie bestraft wird, sei dies durch Freischalten von Goodies oder Story Fortschritt. Selbst wenn dem Charakter etwas schlimmes passiert (wie wenn der Protagonist in CoD4 nach der Atombombenexplosion in CoD4 stirbt), dann ist der Handlungsfortschritt immer noch eine Art positive Reinforcement fuer den Spieler.

Am beten mal das Video anschauen. Sind zwar totale Nerds, die erklaeren den Zusammenhang zwischen Kriegs/Gewalthandlungen aber sehr genau und ausfuehrlich.
 
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