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Urheberrechtsreform: Was ist ein Uploadfilter und welche Konsequenzen hat er?

AntonioFunes

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Jetzt ist Deine Meinung zu Urheberrechtsreform: Was ist ein Uploadfilter und welche Konsequenzen hat er? gefragt.


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Zum Artikel: Urheberrechtsreform: Was ist ein Uploadfilter und welche Konsequenzen hat er?
 
"Kleine Firmen sind zudem auch nicht sofort von einer großen Keule bedroht, denn die Pflicht, dass keine nicht legalen Inhalte online erscheinen dürfen, greift erst dann, wenn eine Firma länger als drei Jahre besteht, die Nutzerzahl pro Jahr über fünf Millionen liegt und der Umsatz auf über zehn Millionen Euro pro Jahr steigt."

Das ist kein "und" sondern eine oder Liste. D.h. dass auch Firmen mit weniger als 5 Millionen Nutzern oder mit weniger als 10 Millionen Umsatz betroffen sind, sobald sie drei Jahre alt werden ...


Was die wiederholt im Artikel gemachte Aussage angeht "es muss sich was ändern, das Urheberrecht muss im Internet gelten" verstehe ich nicht? Das Urheberrecht GILT schon immer im Internet exakt genauso wie es offline gültig ist mit genau den gleichen Regeln.

Und die Rechteinhaber durchkämmen seit Jahrzehnten Offline-Medien, genauso wie heute Online-Medien nach Verstößen, durfte ich selbst schon erfahren, als ich ein Foto einer eher unbekannten Sportlerin für eine relativ kleine Print(!) Zeitung geklaut hatte. Da kam zwei Wochen später die Rechnung. Ich weiß bis heute nicht, wie die das erfahren haben, ich nehme also tatsächlich an, dass es da Kanzleien / Agenturen gibt, die sämtliche gedruckten Publikationen durchschauen. Und genauso haben die selbstredend Crawler, die das Web durchsuchen.
 
"Kleine Firmen sind zudem auch nicht sofort von einer großen Keule bedroht, denn die Pflicht, dass keine nicht legalen Inhalte online erscheinen dürfen, greift erst dann, wenn eine Firma länger als drei Jahre besteht, die Nutzerzahl pro Jahr über fünf Millionen liegt und der Umsatz auf über zehn Millionen Euro pro Jahr steigt."

Das ist kein "und" sondern eine oder Liste. D.h. dass auch Firmen mit weniger als 5 Millionen Nutzern oder mit weniger als 10 Millionen Umsatz betroffen sind, sobald sie drei Jahre alt werden …
Bist du da sicher (und hast vlt eine Quelle), dass jede Firma, sobald sie 3 Jahre alt ist, daruter fällt - selbst bei nur 100 Nutzern und 50€ Umsatz? Oder ist es vlt so, dass eine Firma, die entweder 5 Mio Nutzer hat ODER 10 Mio Umsatz, nach 3 Jahren "fällig" ist?



Was die wiederholt im Artikel gemachte Aussage angeht "es muss sich was ändern, das Urheberrecht muss im Internet gelten" verstehe ich nicht? Das Urheberrecht GILT schon immer im Internet exakt genauso wie es offline gültig ist mit genau den gleichen Regeln.
Jein. Da sind eben viele Punkte dabei, die nicht so klar sind und die es im offline-Leben nie gab. Es gab zB nie einen TV-Sender, bei dem Leute ihre Videos einreichen konnten, und der Sender hat es einfach gesendet und an den Werbeeinnahmen gut verdient. YouTube macht so was aber, und etliche Klagen haben gezeigt, dass man eben nicht eindeutig entweder YouTube oder den Nutzer dafür bestrafen kann (und will). Auch gab es nie eine bundesweit erhältliche kostenlose Zeitung, in der private Leute alles mögliche reingeschrieben haben inkl Fotos, egal ob sie daran überhaupt die Rechte haben - und die Zeitung nimmt schön die Werbeanzeigeeinnahmen ein. So was in der Art ist aber Facebook. Auch da sind die bestehenden Gesetze eben nicht eindeutig genug bzw . würden zu etwas führen, das man ebenfalls nicht will. Wären die Gesetze schon passend, dann hätten die Rechteinhaber ja dauernd Schadenersatz auf dem Konto und würden sich freuen ohne Ende... aber so einfach ist das nicht, vor allem kleinere Urheber haben auch gar nicht die Kapazitäten, das zu verfolgen. Es geht ja nicht nur um den Schutz von großen Labels, Verlagen usw.

Vor allem geht es ja auch um eine in Europa einheitliche Regelung UND darum, dass gerade die "Großen" IT-Player schwer greifbar sind, wenn sie im Ausland sitzen. Nur die EU hat dann die Macht, dem einen Riegel vorzuschieben.


Die Sache mit der "Mühe", die sich die Rechteinhaber machen müssen, ist ja nur noch ein "Sahnehäubchen" oben drauf. Es ist für Rechteinhaber um Welten einfacher, ein paar Dutzend Tageszeitungen durchzublättern, als die zig Tausend Stunden, die JEDEN Tag allein bei YT hochgeladen werden, zu untersuchen. Bei Deinem Zeitungsfall war es vlt purer Zufall, vlt. kannte ein Leser das Bild oder die Sportlerin, dann hat sie oder einer aus dem Umfeld Wind davon bekommen und schon "schnappt die Falle zu". Das muss keine "Agentur" gewesen sein. Aber selbst wenn doch: wenn es pro grober Region zB 10 Zeitungen gibt, dann hat das EIN Mitarbeiter das locker an einem Arbeitstag durch inkl. Check, ob die Reche am Foto okay sind. Das ist also jetzt echt kein so hoher Aufwand., vor allem wenn bei einem Foto die Quelle fehlt.


Klar ist aber auch, dass es anders gehen muss. Warum nicht einen "sanften" Filter, der nur klare Fälle blockt UND dann trotzdem die Option bietet, das Video händisch prüfen und dann freischalten zu lassen? Das macht YT ja sowieso schon. Und Strafen nur dann, wenn es wirklich nachweisbar relevant ist oder es ständige Verstöße gibt. Selbst eine Website mit 5Mio Nutzern verursacht keinen messbaren Schaden, wenn ein Video mit 100 Clicks das Urheberrecht verstößt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hat euch bei dem Artikel ein Anwalt, oder eine auf andere Art im Bereich Jura geschulte Person dabei geholfen?
 
Sorry Herb, beschäftigte dich erst einmal mit dem Urheberrecht, das deckt das alles durchaus ab. Es hat nur eine Weile gedauert bzw. wird teilweise eben ignoriert (wo kein Kläger ... )
Unser Glück ist hier auch die amerikanische "fair use" Klausel, die eben die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material unter bestimmten Umständen erlaubt. Die Firmen machen sich nicht die Mühe nicht amerikanische Poster zu verklagen.

Und was YT durchschauen angeht, das geht vollautomatisch, deswegen gibt es ja auch soviele falsche Claims, weil das alles eben Programme sind, die das durchschauen und das nicht richtig entscheiden können. Da sitzt doch keiner und guckt das manuell durch.

https://juliareda.eu/wp-content/uploads/2019/02/Art_13_unofficial.pdf Seite 7, es geht nur um neue Firmen, die dann drei Jahre halt einen Sonderstatus erhalten.

Und hier noch eine schöne Grafik, die kann allerdings inzwischen schon wieder ein wenig überholt sein:
DzNkDHNWoAAaQ0e.jpg large.jpg

Hat euch bei dem Artikel ein Anwalt, oder eine auf andere Art im Bereich Jura geschulte Person dabei geholfen?
Sicher nicht, dafür ist er zu laienhaft, das merkt man leider, wenn man den Artikel mal mit den anderer Seiten wie etwa Golem oder Heise vergleicht, dass da ein Redi sehr bemüht war aber nicht wirklich Ahnung von der Materie hat und da nicht wirklich drin steckt.
 
Ich kann da mal den Youtube-Kanal von Herrn Solmecke empfehlen, einem Medienanwalt, der sich derzeit vermehrt mit diesem Artikel beschäftigt. Zu finden auf Youtube, unter "Kanzlei WBS"
 
Mach nicht einen auf Neuland, sondern verlink gleich was. Meine Güte.
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Bist du da sicher (und hast vlt eine Quelle), dass jede Firma, sobald sie 3 Jahre alt ist, daruter fällt - selbst bei nur 100 Nutzern und 50€ Umsatz? Oder ist es vlt so, dass eine Firma, die entweder 5 Mio Nutzer hat ODER 10 Mio Umsatz, nach 3 Jahren "fällig" ist?



Jein. Da sind eben viele Punkte dabei, die nicht so klar sind und die es im offline-Leben nie gab. Es gab zB nie einen TV-Sender, bei dem Leute ihre Videos einreichen konnten, und der Sender hat es einfach gesendet und an den Werbeeinnahmen gut verdient. YouTube macht so was aber, und etliche Klagen haben gezeigt, dass man eben nicht eindeutig entweder YouTube oder den Nutzer dafür bestrafen kann (und will). Auch gab es nie eine bundesweit erhältliche kostenlose Zeitung, in der private Leute alles mögliche reingeschrieben haben inkl Fotos, egal ob sie daran überhaupt die Rechte haben - und die Zeitung nimmt schön die Werbeanzeigeeinnahmen ein. So was in der Art ist aber Facebook. Auch da sind die bestehenden Gesetze eben nicht eindeutig genug bzw . würden zu etwas führen, das man ebenfalls nicht will. Wären die Gesetze schon passend, dann hätten die Rechteinhaber ja dauernd Schadenersatz auf dem Konto und würden sich freuen ohne Ende... aber so einfach ist das nicht, vor allem kleinere Urheber haben auch gar nicht die Kapazitäten, das zu verfolgen. Es geht ja nicht nur um den Schutz von großen Labels, Verlagen usw.

Vor allem geht es ja auch um eine in Europa einheitliche Regelung UND darum, dass gerade die "Großen" IT-Player schwer greifbar sind, wenn sie im Ausland sitzen. Nur die EU hat dann die Macht, dem einen Riegel vorzuschieben.


Die Sache mit der "Mühe", die sich die Rechteinhaber machen müssen, ist ja nur noch ein "Sahnehäubchen" oben drauf. Es ist für Rechteinhaber um Welten einfacher, ein paar Dutzend Tageszeitungen durchzublättern, als die zig Tausend Stunden, die JEDEN Tag allein bei YT hochgeladen werden, zu untersuchen. Bei Deinem Zeitungsfall war es vlt purer Zufall, vlt. kannte ein Leser das Bild oder die Sportlerin, dann hat sie oder einer aus dem Umfeld Wind davon bekommen und schon "schnappt die Falle zu". Das muss keine "Agentur" gewesen sein. Aber selbst wenn doch: wenn es pro grober Region zB 10 Zeitungen gibt, dann hat das EIN Mitarbeiter das locker an einem Arbeitstag durch inkl. Check, ob die Reche am Foto okay sind. Das ist also jetzt echt kein so hoher Aufwand., vor allem wenn bei einem Foto die Quelle fehlt.


Klar ist aber auch, dass es anders gehen muss. Warum nicht einen "sanften" Filter, der nur klare Fälle blockt UND dann trotzdem die Option bietet, das Video händisch prüfen und dann freischalten zu lassen? Das macht YT ja sowieso schon. Und Strafen nur dann, wenn es wirklich nachweisbar relevant ist oder es ständige Verstöße gibt. Selbst eine Website mit 5Mio Nutzern verursacht keinen messbaren Schaden, wenn ein Video mit 100 Clicks das Urheberrecht verstößt.

Ich denke schon, dass im Einzelfall gegen ein Verstoß gegen das Urheberrecht vorgegangen worden ist, aber eben nicht in relevanter Größenordnung. Das Urheberrecht gilt grundsätzlich natürlich auch für das, was im Internet herum schwirrt. Warum sollte es das auch nicht? Youtube sperrt ja auch oft urheberrechtlich geschütztes Material, das von Privatnutzern hochgeladen wurde. Das geschieht auch auf Antrag des Urhebers (in der Tat hatte ich das selbst bereits erlebt).

Und ansonsten...nur, weil nicht dagegen vorgegangen wird und weil jeder irgendeinen Scheiß im Social Network postet, heißt es nicht, dass das Urheberrecht im Internet nicht so gilt, wie im Real Life. Natürlich sind Werke von Ralph Ruthe urheberrechtlich geschützt, auch wenn er sie auf Facebook postet. Natürlich ist die Musik von In Extremo urheberrechtlich geschützt, auch wenn es Links zu deren Videos auf Facebook gibt. Oder auf Youtube.

Es gibt keinen Grund, warum es im Internet anders sein sollte. Lad mal auf Facebook öffentlich irgendein Bild oder alternativ auch einen selbst verfassten, total deepen Spruch von dir hoch. Ich kann dir garantieren, dass du es nach spätestens 2 Wochen auf irgendwelchen anderen Seiten finden wirst. Und genau das ist das Problem: Im Internet verbreitet sich alles schneller, als man überhaupt reagieren kann. Dennoch gilt auch hier das Urheberrecht, so wie es aktuell ist.
 
Uploadfilter… das ich nicht lache: Wie soll ein Upload-Filter bitte feststellen, ob ein Uploader die Rechte tatsächlich nicht besitzt. Die Zahl an "false Positives" die einen Takedown bewirken ist ja schon heute hoch (da kommt es sogar vor, dass Material einem Takedown unterzogen wird, welches vom Rechteinhaber selbst beispielsweise auf Youtube hochgeladen wurde...), der kann ja dementsprechend nur noch höher werden...
 
Diese falsch positiven Sperrungen haben wir dann denjenigen zu verdanken, die sich bisher nicht um das Urheberrecht geschehrt haben. Genau wie die Werbeblocker - die haben sich die Seitenbetreiber selbst zuzuschreiben mit ihrer übetriebenen Werbung, die blinkt, sich über den ganzen Bildschirm legt, zig Fenster öffnet etc.
 
Politische Zensur wird im Artikel als eine Art bedauerlicher Kollateralschaden beschrieben. Ich bitte mal darum, die kriminelle Energie unserer Politiker nicht zu unterschätzen! M.M.n. ist das der Hauptzweck der ganzen Maßnahme und das Urheberrecht bloß die passende Hintertür. Wird eher eine Frage von Monaten als von Jahren sein, bis Forderungen kommen, diese Filter zweckzuentfremden (wie es bis jetzt bei jedem ähnlich gelagerten Gesetz überall auf der Welt der Fall war). Gab vor einer Weile auf SPON mal eine Kolumne in der gewarnt wurde, dass wir einen "schlüsselfertigen Überwachungsstaat" errichten, der nur noch auf einen Autokraten wartet. Ich bin selbst Urheber, aber ich finde nicht, dass mein Urheberrecht diesen Preis wert ist!
 
Politische Zensur wird im Artikel als eine Art bedauerlicher Kollateralschaden beschrieben. Ich bitte mal darum, die kriminelle Energie unserer Politiker nicht zu unterschätzen! M.M.n. ist das der Hauptzweck der ganzen Maßnahme und das Urheberrecht bloß die passende Hintertür. Wird eher eine Frage von Monaten als von Jahren sein, bis Forderungen kommen, diese Filter zweckzuentfremden (wie es bis jetzt bei jedem ähnlich gelagerten Gesetz überall auf der Welt der Fall war). Gab vor einer Weile auf SPON mal eine Kolumne in der gewarnt wurde, dass wir einen "schlüsselfertigen Überwachungsstaat" errichten, der nur noch auf einen Autokraten wartet. Ich bin selbst Urheber, aber ich finde nicht, dass mein Urheberrecht diesen Preis wert ist!
Ich denke nicht, dass die Politik hier irgendwas davon hat. Die Verantwortlichkeit wird hier ja quasi komplett auf die Seitenbetreiber abgewälzt. Entweder Lizenzen erwerben oder Inhalte sperren. Und die meisten werden eher (zu viele) Inhalte sperren, um auf der sicheren Seite zu sein, was aber auch langfristig nach hinten los gehen kann. Egal, wie man es dreht und wendet...bei diesem Gesetz hat keiner was davon. Am wenigsten die User, aber eben auch Seitenbetreiber nicht. Im Gegenteil, für die ein oder anderen Seitenbetreiber kann dieses Gesetz im schlimmsten Fall existenzgefährdend sein.

Wenn es um reine Zensur ginge, hätte man ein anderes Gesetz durchdrücken können. Beispielsweise sowas wie "Inhalte müssen vor dem Hochladen von staatlichen Instanzen auf Rechtmäßigkeit geprüft werden" o.ä. So ist es aber eben nicht. Die Politik hat hier im Endeffekt keinerlei Verantwortlichkeit mehr, weil sie sich eben dieser entzieht und sie auf andere abwälzt. Somit hat die Politik von diesem Gesetz rein gar nichts.
 
Ich denke nicht, dass die Politik hier irgendwas davon hat.
Wenn es Politikern immer nur darum ginge, dass "die Politik" etwas davon hat, hätte ea auch nie Privatisierungen o.ä. gegeben. Die Frage ist immer, was einzelne Politiker davon haben. Auch hier ist der Zusammenhang vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich, jedoch kann davon ausgangen werden, dass ein dezentrales Internet, in dem jeder Content verbreiten kann all jenen ein Dorn im Auge ist, die den Informationsstrom kontrollieren wollen. Ein rechtliches Drohszenario gegen Plattformen wie Youtube (aber auch private Homepages älter als 3 Jahre), das es deutlich aufwendiger und im Zweifelsfall auch langsamer macht, Inhalte zu verbreiten ist sicherlich in deren Interesse. Wenn in einer akuten Krise staatlich beeinflusste Zeitungen und Fernsehsender wieder die ersten sind, die Informieren (weil das Video bei allen anderen noch im Prüffilter hängt), ist bereits einiges gewonnen. Und ja, die Uploadfilter werden selbstverständlich auf "Terrorpropaganda" und "Fake-News" (im Sinne der Machthaber) ausgedehnt werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Autokratie ist das neue Schwarz.
 
"Wie kann man nun aber dafür sorgen, dass das Album nicht ungeprüft bei YouTube hochgeladen wird? Oder dass jemand eine faire Abgabe bezahlt, der bei YouTube seine Spielevideos mit Musik untermalt, die ihm viele Clicks bringt, für die er aber keinen Cent bezahlt hat? Oder dass jemand auf Instagram damit Geld verdient, dass er Fotos von professionellen Fotografen verwendet, sie unter seinem eigenen Namen postet und damit viele Follower erreicht?"

Finde die Frage trivial. Wenn der Rechteinhaber keinen Wind davon bekommt, fällt der Schaden nicht groß aus. Wir reden hier ja nicht von illegalen Plattformen, die möglichst wenig Publicity wollen, sondern vom genauen Gegenteil. Nutzer die mit urheberrechtlich geschütztem Material erfolgreich sind, werden vom Rechteinhaber ausfindig gemacht und dann hat die Plattform die Pflicht dagegen vorzugehen. Vielleicht lässt sich auch der Nutzer für eine Klage ausfindig machen. Doch das ist dann die Sache des Rechteinhabers.
Natürlich ist dieses System nicht das Gelbe vom Ei und ich bin für jede Alternative offen, welche die Nutzer nicht unter Generalverdacht stellt!
 
Ohne Generalverdacht funktioniert das aber nicht. So wie eigentlich fast nie. Du willst in einen Club? Du stehst erst mal unter Generalverdacht unter 18 zu sein und musst deinen Ausweis vorzeigen. Du stehst da auch unter Generalverdacht, dass du illegale Dinge mit in den Club nehmen willst, wie Drogen, Waffen, eigene Getränke und musst einer Durchsuchung zustimmen, sonst kommst Du da nicht rein. Bei einer Fahrzeugkontrolle stehst Du unter Generalverdacht ohne Führerschein oder unter Alkohol/Drogen gefahren zu sein oder das Fahrzeug gestohlen zu haben und musst da Ausweis/Fahrzeugschein vorzeigen und ggf. einen entsprechenden Test machen. Liste beliebig ausweitbar auf die nächsten 100 Seiten.

Für Youtuber gilt daher: Du willst ein Lied hochladen, dein Lets-Play mit Musik untermalen, einen längeren Beitrag online stellen: Du stehst unter Generalverdacht und musst nachweisen, dass es entweder alles selbst produziert ist oder die enstprechenden Lizenzen eingeholt wurden.
 
Ich schätze mal, dass in den ersten Monaten der Filter brutal zuschlagen wird und vielleicht gerade mal 20% erfolgreich hochgeladen werden kann. Viele Youtuber werden entnerft aufgeben und zum Jobcenter pilgern. Youtube wird weniger Content haben, dafür aber qualitativ hochwertigeren.
 
Das sagt mir der Artikel 13 und der Uploadfilter - der eben im Zweifelsfall löscht. Soll der Inhalt dann doch online gehen, sind wohl diese Nachweise notwendig. Wobei es natürlich nicht expliziet so da steht, gehe ich doch stark davon aus.
 
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