Hallo zusammen,
seit Jahren verfolge ich immer wieder solche Debatten um Zensur von Computerspielen usw. Nun muss ich mich doch auch mal zu Wort melden, da mir immer wieder einige uralte Vertreter dieser Maßnahmen fehlen. Dass 1996 beim ersten Command & Conquer die Einheiten durch Cyborgs ersetzt wurden und statt Blut nur Öl verloren haben, explodieren statt zu schreien, lässt mich dabei völlig kalt.
Einer der ersten Titel, bei der mir die deutsche Zensur echt auf den Keks ging war 1998: Commandos: Hinter feindlichen Linien
Dass die ganze Symbolik rausfliegt und verändert wird, ist und war mir reichlich egal, sicherlich wird immer gesagt:
im Film darf sie doch, warum nicht auch im Spiel, ... nur Zuschauer vs. selber spielen ect., ... , von den geschnittenen Videosequenzen wusste man im Vor-www-Zeitalter eh nix, aber ... alles Wurschtinger.
Die fehlenden Blutspritzer und Blutlachen unter Leichen stören jetzt auch nicht wirklich, erklären sie doch eher die Möglichkeit des unauffälligen Versteckens eben dieser Gegner. Und damit sind wir genau beim grössten Kritikpunkt:
In einem Spiel, wo das unauffällige Eindringen in die gegnerische Basis und damit das leider unvermeidbare Töten von Gegner auf der Route die Grundstruktur bilden, wo auch das Verstecken der Leichen wichtig ist, um weiter unentdeckt vorgehen zu können, weil feindliche Patrolien darauf reagieren (ja, das konnte die KI damals schon), da ist es mehr als ärgerlich, wenn Getötete sofort in Grabsteine verwandelt werden. Hebt der Green Beret selbige auf, um sie aus dem Sichtfeld anderer Wachen zu entfernen, hat er wieder eine Leiche über der Schulter, beim Ablegen wird sie wohl sofort wieder verscharrt...
Bizarr wird es dann, wenn der Grabstein denoch vom Gegner entdeckt wird und dieser aufgeregt ruft: "Ein Verletzter, ein Verletzter..:"
Dann fühlt man sich erst richtig schuldig, da man den armen Kerl wohl aus Versehen (oder doch wegen der Zensur) lebendig begraben hat. Böser, böser PC-Spieler...
Weiter ging es 1999 mit Hidden & Dangerous:
Wieder das Thema der Symbolik, mir wieder schnurzpiepegal, blauen Funken bei Treffern statt Blut wirkte schon wieder sehr störend.
Wirklich nervig waren hier aber, die sich in Rücksäcke verwandelnden Leichen. Klar, ganz entfernen ging nicht, weil man nur so an die benötigte Munition rankam um weiterzukommen. Aber dass diese Dinger, bei verschanzten Gegnern, beim letzten entscheidenden Treffer auch noch 2 Meter in die Luft geflogen sind war der Hammer. Typisches Szenario, Gegner hinter Felsen, nur Helm zu sehen:
Peng, Peng, Peng, ... huch, da fliegt was, ich hab ihn erwischt, ... raus aus der Deckung und weiter. Stimmungskiller hoch drei!
Nach dem 2000 erschienenen No One Lives Forever mit der coolen Agentin Cate Archer, hab ich 2002 auch den Nachfolger NOLF2 ergattert. Und was musste ich erkennen: Auch hier werden getötete Feinde in Rucksäcke gezwängt. Na Klasse...
Die entfernten Blutspritzer und sonstiges war weniger störend und auffällig, ich brauche nicht literweise roten Lebenssaft.
Ich hoffe, hier ein paar nette Ergänzungen beigetragen zu haben,
WindelWinni