Ich kaufe PC-Spiele seit 1990. Damals gab es so gut wie keine verdeutschten Spiele (und das war auch gut so).
Mein PC war damals ein 386SX mit 16 MHz und 1 MB RAM, vin der 20 MB Festplatte ganz zu schweigen. Spiele kosteten bis zu 120 DM und da waren dann in der Schachtel meist nur ein paar 5 1/4 Zoll Disketten (360kB, nicht 1,2 MB!) drin - immerhin gabs dazu noch ein gedrucktes Handbuch. Der PC hatte übrigens schon VGA und einen 14 Zoll Festfrequenzmonitor und die VGA Tochterkarte auf dem Mainboard hatte satte 256kB Grafikspeicher. Ich hatte den PC seit 1988 und keiner meiner Freunde besaß ansonsten auch nur etwas was noname 386 war. Ich hatte einen Compaq, damals mindestens der Mercedes unter den Computern. Der war für die Ewigkeit gebaut - was ich dadurch beweisen kann, daß er heute Januar 2005 immer noch funktioniert. Ich muß ihm jetz nur mal eine neue Batterie fürs BIOS einbauen, die alte hat nur bis 2002 gehalten. Durch einige Nachbesserungen hat der PC heute gerade genug Power für ein zähes Windows 95.
Zurück zum Thema, bis 1990 hat man Spiele "getauscht" wie bis vor kurzem bei Kazaa Musik...
Irgendwann wollte ich aber mal ein Spiel, das kein Freund zum tauschen anbot

also tat ich das Unausprechliche, ich kaufte zwei Spiele für zusammen 218 DM. Beide waren nicht besonders gut, aber damals hatte ich noch keine PC-Games - gabs wohl auch noch nicht zu kaufen.
Aus dieser Zeit stammt nun meine Überzeugung, ein PC-Spiel muß Original (englisch) gekauft werden, besser noch in der US-Version. Ich konnte diese Spiele am Anfang leicht beschaffen, es gab diverse kleine Lädchen die auf drei alten IKEA Ivar Regalen an die 20 Titel anboten, wie die ihre Miete bezahlt haben weiß ich bis heute nicht. Irgendwann gingen die aber alle ein. Der Blöd-Markt und andere "Spezialisten" übernahmen den Vertrieb und da gabs nur noch gute "teutsche" Hausmannskost. Zum Glück fand ich dann in PC-Games (oder woanders) die Anzeige eines Versenders, der auch heute noch bereit und Willens ist, englischsprachige Spiele zu beschaffen und zu vertreiben. Früher waren die ja eher mal preiswerter als einheimische Machwerke, heute kommt wegen dem in Europa einzigartigem Jugendschutzwahn (so was wie Rinderwahn) noch ein Aufschlag für eigenhändige zustellung hinzu. Aber das ist es mir wert. Leider gibt es noch kaum Spiele bei denen man sich die Sprache bei der Installation aussuchen kann (ich kenne nur Sims 2 und die Ergänzungs-CDs zu den Original Sims).
Ich frage mich jetzt nur, woher kommt die mangelnde Bereitschaft ein gutes englisches Spiel zu spielen und statt dessen lieber eine schlecht übersetzte deutsche Version zu kaufen? Sims 2 hat auf deutsch übrigens lustige Fehler, das aber nur am Rande. Ist das ein weiterer Beleg für die PISA-Verdummung der Jugend? Wenn ich im TV bei WWM und Das Quiz Erwachsene über 30 sehe, die keine Maßeinheiten einordnen können, keinen Dreisatz oder gar Prozentrechnung beherrschen und sich trotzdem diplomierte Akademiker schimpfen, dann muß ich der Jugend Abbitte leisten - das sind nämlich gemeinhin deren Eltern! Wie kann man sich eigentlich ohne eine saftige Portion Allgemeinwissen bei Jauch bewerben, um dann auf dem Stuhl wie der letzte Depp auszusehen? Siehe gestern 31.01.05: Das tote Meer ist die Grenze zwischen Israel und Ägypten , häää? Das darf doch nicht war sein! Der Typ wusste sogar in welcher Richtung die jeweiligen Länder zu Israel lagen nur schien er das tote mit dem rotem Meer zu verwechseln (na gut, er war gebürtiger Österreicher).
Das Problem ist für die Spiele Anbieter auch gar nicht da, denn es ist der Massenmarkt - der letztendlich Umsatz produziert. Vor 15 Jahren hatte eben nicht jeder Halbwüchsige einen PC mit 500 Euro teurer Grafikkarte und anderem Luxuszubehör in der Bude. Mein oben beschriebener PC hat 1988 9.000 Mark gekostet, mein Golf II Match aber nur 16.000 Mark. Auf heute übertragen wären das locker 12.000 Euro - gut, der Golf ist besser geworden - die PCs aber auch.
Fazit: Irgendwann wird es wohl keine englischen Spiele auf deutsch installierten PCs mehr geben - nicht weil sioe dann wirklich keine mehr kaufen will, sondern eher weil die Firmen auf Regionsschutz (ähnlich wie bei DVDs) gehen werden, damit auch schön jeder den maximal erzielbaren Preis für das jeweilige EU-Land zahlen muß. HP fängt damit gerade schon bei den Farbtinten für Drucker an, aber der Rest wird folgen...
... wenn es nicht Original ist, dann spiele ich es auch nicht!