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Was machte Gothic so besonders? Rückblick auf das kultige Rollenspiel

Herbboy

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Ich finde, Gothic hat das eigentlich sehr gut gemacht. Man hat schnell gemerkt, dass man nicht einfach in eine beliebige Richtung laufen sollte, weil man dann sehr schnell Wolfsfutter wird. Man wird ja erst mal ins alte Lager geschickt, und da gibt es für einen Neuling auch genug zu tun. Außerdem trifft man dort NPCs, die den Spieler in die anderen Lager begleiten. Und bis man sich wirklich für ein Lager entscheiden muss, hat man sich schon ganz gut in der Welt orientiert. So ging es mir jedenfalls damals.
So was war damals halt noch recht neu, und dazu war es noch RELATIV schwer, da es auch (zumindest meinem Empfinden nach) das erste Rollenspiel war, bei dem es im Kampf auch auf Timing und Geschick ankommt. Und es war halt schwerer als ein damaliges "Action-Adventure", auch weil die Kämpfe IMHO etwas hakelig waren. Ich bin nicht sicher, aber ich glaub, dass es damals auch in 3D und mit Echtzeit-Kampf nur reinrassige Shooter gab oder so was wie Project IGI oder Max Payne, was aber auch "Shooting" und kein Man vs Man war.

Ich hab mich da nicht zurechtgefunden und es frustriert sein lassen, auch da ich damals von einem Rollenspiel erwartet hatte, dass ein Kampfsystem gefälligst nur auf den Charakterwerten basieren sollte, nicht auf so was wie Timing. ;)
 

golani79

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Herb - Patient Zero der Vercasualisierung in der Spieleindustrie :B :p ;)

Ich habe Gothic 1+2 geliebt - die Atmosphäre war Hammer und auch das Worlddesign, die Charaktere, etc ... einfach super!
DNDR habe ich leider nie besessen und Gothic 3 .. hmmm .. irgendwann hole ich es nochmal nach (hab die Reihe eh bei GOG auch).
Hab mit damals die CE geholt, aber war halt nicht so toll der Release.
 

MrFob

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Wobei man zugeben muss, dass Gothic 2, gerade mit DndR schon richtig schwer war. Zumindest hatte ich das damals schon so empfunden. Selbst fuer die Gegner, um die man nicht herum kam brauchte man gerade am Anfang schon richtig gutes Timing.

Dabei hatten auch Gothic 1 und 2 das Problem, dass so viele Rollenspiele bis heute haben: umgedrehte Schwierigkeits-Progression. Gerade am Anfang, wenn man noch mit einem Jagdmesser ohne grossartige Reichweite unterwegs ist waren Kaempfe richtig hart. Spaeter, falls man einigermassen sinnvol geskillt hat und ein bisschen erkundet um auch ein paar ordentliche Waffen zu finden wird es stinkeinfach, bis man irgendwann im letzten Kapitel von Gothic 2 die komplette Belagerungsarmee der Orks um die Burg im Minental ohne Probleme abschlachten konnte usw.

Das war nie eine Staerke von Piranha Bytes. In Risen war es genauso und in Elex ist es ganz schlimm.
 
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golani79

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Ja, es war nicht leicht - aber irgendwie waren die Spiele früher "alles" (ziemlich viele) ziemlich harte Brocken.
 

Neawoulf

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Gothic 2 mit dem Die Nacht des Raben Addin (das Addon wird ins Hauptspiel integriert und fügt weiteren Inhalt zur Hauptstory hinzu, anstatt eine separate Geschichte zu erzählen. Daher wurde auch das komplette Spiel neu ausbalanciert, was einen neuen Spielstart nötig machte) war tatsächlich deutlich schwerer, als das Basisspiel und Gothic 1 (zu Anfang zumindest). Aber im Laufe des Spiels wurde es dann auch wieder besser und ab ca. der Hälfte fühlte es sich dann wieder ziemlich genauso an, wie in Gothic 1 und 2 ohne DNDR.

An sich bin ich aber tatsächlich ein Fan des umgekehrten Schwierigkeitsgrades, da es auch gut zum Setting passt (vor allem in Gothic 1): Man kommt als namensloser Kleinkrimineller mit losem Mundwerk in die Barriere, muss sich gegen die starken Typen der drei Lager behaupten und kriegt zu Anfang von jedem volles Pfund auf's Maul, dem man zu frech wird. Erst im Laufe der Zeit wird man "jemand" und kann es es Arschnasen, die einem schikaniert haben, dann nach und nach heimzahlen.

Risen 2 und 3 dagegen waren meiner Meinung nach durch die starken und unsterblichen KI-Begleiter von Anfang an zu einfach und bei Elex war man durch die riesige Spielwelt und die praktisch unendlich nachspawnenden Gegner, die einen unbeabsichtigt grinden lassen, wenn man viele Nebenquests erledigt, zum Schluss viel zu einfach. Den Endboss in Elex hab ich mit zwei oder drei Treffern umgehauen ohne selbst Schaden zu nehmen. Das fand ich damals schon extrem enttäuschend.

Gothic ist vielleicht wirklich nicht für jeden was, aber es wäre schön, wenn es für die Fans solcher Spielsysteme mehr Spiele dieser Art geben würde. Manche vergleichen Gothic gerne mit Souls Like Spielen, aber ehrlich gesagt sehe ich da nicht viele Gemeinsamkeiten. In der Kombination der Eigenschaften sind die ersten beiden Gothic Spiele meiner Meinung nach tatsächlich ziemlich einzigartig.
 
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Herbboy

Spiele-Gott/Göttin
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Ja, es war nicht leicht - aber irgendwie waren die Spiele früher "alles" (ziemlich viele) ziemlich harte Brocken.
Ich bin davor mit Games super klargekommen, und auch danach ;) . Was ich nie verstehen werde ist aber, dass manche Games es einem selbst im leichten Modus SEHR schwer machen oder es so machen, dass man quasi jeden Kampf 3-4 mal machen muss, bis es klappt, und wenn man stirb, lädt das Spiel erstmal fröhlich neu, am besten noch an einer Stelle "von vor 10 Minuten"...

Daher hasse ich auch Souls-like-Games. Das "endlich geschafft!!!"-Gefühl wiegt das vorige 6-7 oder gar 10-20-malige Scheitern für mich bei weitem nicht auf, GANZ schlimm vor allem auch noch dann, wenn man dann erst wieder ne Minute neu laden muss...

Über Marvels Avengers hab ich mich wegen der Nachladeverhaltens zB letzte Woche irrsinnig aufgeregt, und zwar nicht wegen der Kämpfe, sondern wegen der Steuerung beim Springen: man muss sprinten und geradeaus springen - da aber der Stick beim Sprinten sehr schnell ein BISSCHEN nach links oder rechts geht, springt man dann nicht exakt geradeaus - ich bin 6-7x mal seitlich am Ziel vorbei in einen Abgrund, und JEDES Mal lud das Game dann über eine Minute neu... :B

Games sollen fordern, aber auch unterhalten und belohnen. Und wenn die Belohnung zu lange auf sich wartet, hab ICH auf so was einfach keinen Bock ;) Egal ob es wegen schwerer Kämpfe ist oder einfach nur langatmigen Dingen wie Zb realistisch weite Wege, wo man dann 15 Minuten rumläuft, nur um bei einem NPC was nachzufragen, oder stundenlanges Sammeln von Material, bevor man endlich seine Waffe so craften kann, dass man bei der Quest weiterkommt usw.
 

sauerlandboy79

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Ich war nie der große Gothic-Freund. Hab zwar den Erstling tatsächlich mal durchgespielt, das war allerdings auch meiner angeborenen Beharrlichkeit zu verdanken. Das Setting war nett, die Dialoge gut und die Welt für damalige Verhältnisse gigantisch... Aber das Kampfsystem war einfach mies umgesetzt, und schon zu Beginn waren die ersten Viecher denen man über den Weg lief teils hoffnungslos überlegen. Ich bin damals immer von Quest zu Quest gehechtet in der Hoffung damit meine Stärke-Attribute auf diesem Wege nach oben zu pushen.

Von der Story hab ich heute nur noch Fragmente in Erinnerung behalten, nur eines werde ich nie vergessen:
Das höchst unbefriedigende Ende. Ich dachte mir damals nur:"Und weiter?! DAS war es???" :B

So muss ich lustigerweise ausgerechnet Gothic die Schuld dafür geben dass ich nie ein richtiger RPG-Fan geworden bin, sondern mich gerade dieses Spiel von dem Genre seitdem eher ferngehalten hat. Gut, dass Fantasy- bzw. Mittelalter-Szenarios gar nicht meinen Geschmack treffen war damals auch eine Feststellung die ich auf diesem Wege erfahren hab, wir wollen ja ehrlich sein. ^^
 

golani79

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Daher hasse ich auch Souls-like-Games. Das "endlich geschafft!!!"-Gefühl wiegt das vorige 6-7 oder gar 10-20-malige Scheitern für mich bei weitem nicht auf, GANZ schlimm vor allem auch noch dann, wenn man dann erst wieder ne Minute neu laden muss...

So schlimm finde ich Dark Souls und Co gar nicht.
Ich weiß nicht, ob du Mal DS gespielt hast oder ob du die nur vom Hörensagen bzw Videos kennst, aber die sind schon sehr nice gemacht - wenn man stirbt, hat man meist selbst nen Fehler gemacht.
Falls du es noch nicht selbst ausprobiert hast, solltest du dem Mal ne Chance geben - man muss halt schon bissl nen "Anfangs Willen" haben. Wenn man Mal drinnen ist und bestimmte Dinge raus hat, ist alles halb so wild.

Das Gefühl, es dann geschafft zu haben, ist schon ziemlich nice, was halt bei vielen neueren / einfacheren Titeln irgendwie nicht so vorhanden ist. Und dabei sind DS und Co eigentlich immer fair - nicht so, wie bei anderen Spielen, wo es bei Anpassung vom Schwierigkeitsgrad oft einfach nur unfair wird.

Spiele aber selbst auch oft gerne zum Relaxen - dann darfs gerne auch Mal der "Story-Mode" sein.

Dark Souls und Co, ebenso wie Gothic oder damals Sevrance Blade of Darkness, möchte ich aber nicht missen .. das waren bzw sind eben ganz besondere Spielerlebnisse mit jeder Menge liebevoller und cooler / subtiler Features.
 

MrFob

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Gothic 2 mit dem Die Nacht des Raben Addin (das Addon wird ins Hauptspiel integriert und fügt weiteren Inhalt zur Hauptstory hinzu, anstatt eine separate Geschichte zu erzählen. Daher wurde auch das komplette Spiel neu ausbalanciert, was einen neuen Spielstart nötig machte) war tatsächlich deutlich schwerer, als das Basisspiel und Gothic 1 (zu Anfang zumindest). Aber im Laufe des Spiels wurde es dann auch wieder besser und ab ca. der Hälfte fühlte es sich dann wieder ziemlich genauso an, wie in Gothic 1 und 2 ohne DNDR.

An sich bin ich aber tatsächlich ein Fan des umgekehrten Schwierigkeitsgrades, da es auch gut zum Setting passt (vor allem in Gothic 1): Man kommt als namensloser Kleinkrimineller mit losem Mundwerk in die Barriere, muss sich gegen die starken Typen der drei Lager behaupten und kriegt zu Anfang von jedem volles Pfund auf's Maul, dem man zu frech wird. Erst im Laufe der Zeit wird man "jemand" und kann es es Arschnasen, die einem schikaniert haben, dann nach und nach heimzahlen.

Risen 2 und 3 dagegen waren meiner Meinung nach durch die starken und unsterblichen KI-Begleiter von Anfang an zu einfach und bei Elex war man durch die riesige Spielwelt und die praktisch unendlich nachspawnenden Gegner, die einen unbeabsichtigt grinden lassen, wenn man viele Nebenquests erledigt, zum Schluss viel zu einfach. Den Endboss in Elex hab ich mit zwei oder drei Treffern umgehauen ohne selbst Schaden zu nehmen. Das fand ich damals schon extrem enttäuschend.

Gothic ist vielleicht wirklich nicht für jeden was, aber es wäre schön, wenn es für die Fans solcher Spielsysteme mehr Spiele dieser Art geben würde. Manche vergleichen Gothic gerne mit Souls Like Spielen, aber ehrlich gesagt sehe ich da nicht viele Gemeinsamkeiten. In der Kombination der Eigenschaften sind die ersten beiden Gothic Spiele meiner Meinung nach tatsächlich ziemlich einzigartig.
Es stimmt schon, dass die schwer-zu-leicht Entwicklung in gewisser Weise zur Story gepasst hat. Allerdings haette man das schon auch nochmal besser machen koennen.

So macht es ja Sinn, dass man am Anfang noch mit Blutfliegen und Scavangern zu kaempfen hat, diese spaeter aber einfach so wegfegt. Aber dafuer haette es halt dann spaeter auch noch wesentlich schwerere Gegner geben muessen.
Gothic versucht das ja auch. Ich kann mich noch gut erinnern, als in Gothic 2 in der zweiten Haelfte des Spiels (3. Kapitel oder so) dann ploetzlich die Schwarzmagier, Elite-Orks und Echsenmenschen auftauchen, die das ganze schon wieder schwerer machen. Allerdings hatte es vom Balancing dann doch nicht mehr so ganz gepasst und gerade das Ende des Spiels auf der Insel mit dem Beliar Tempel (das von der Story her extrem cool war und mMn einer der besten Abschluss-Level in Spielen ueberhaupt war) hab ich mich viel zu einfach durch alles "durchgerotzt". Da fehlten dann nochmal 1-2 neue Gengertypen, die nochmal schwerer haette sein duerfen.

Und ein paar einfachere Gegner am Anfang, um erstmal ein bisschen in die Steuerung und die Spielmechaniken reinzfinden haetten wahrscheinlich auch nicht unbedingt geschadet.

Aber ja, alles Meckern auf hohem Niveau. Gothic 1/2 bleibt einfach ein absolutes Highlight der Spielgeschichte mMn.

Ich bin auch echt gespannt auf das Remake, das ja nach wie vor in der Mache ist. Visuell hatte mir die Teaser Demo sehr gut gefallen, auch die neue Kampfmechanik war eigentlich ganz interessant, allerdings ist mir das Ding in Sachen Handlung viel zu weit vom Original abgewichen. Allein, dass man in der Kolonie nicht mehr mit einem "'Willkommen im Lager!' Watz! Faust in's Gesicht!" begruesst wurde war schon unverzeihlich. Aber so weit ich weiss, hatten die Entwickler mal verlauten lassen, dass das Feedback nach dem Teaser sehr eindeutig war, dass sie da zu weit abgedriftet sind und dass sie sich in der finalen Version sehr viel naeher am Original halten wollen. Insofern bleibe ich gespannt.
Ich war nie der große Gothic-Freund. Hab zwar den Erstling tatsächlich mal durchgespielt, das war allerdings auch meiner angeborenen Beharrlichkeit zu verdanken. Das Setting war nett, die Dialoge gut und die Welt für damalige Verhältnisse gigantisch... Aber das Kampfsystem war einfach mies umgesetzt, und schon zu Beginn waren die ersten Viecher denen man über den Weg lief teils hoffnungslos überlegen. Ich bin damals immer von Quest zu Quest gehechtet in der Hoffung damit meine Stärke-Attribute auf diesem Wege nach oben zu pushen.

Von der Story hab ich heute nur noch Fragmente in Erinnerung behalten, nur eines werde ich nie vergessen:
Das höchst unbefriedigende Ende. Ich dachte mir damals nur:"Und weiter?! DAS war es???" :B

So muss ich lustigerweise ausgerechnet Gothic die Schuld dafür geben dass ich nie ein richtiger RPG-Fan geworden bin, sondern mich gerade dieses Spiel von dem Genre seitdem eher ferngehalten hat. Gut, dass Fantasy- bzw. Mittelalter-Szenarios gar nicht meinen Geschmack treffen war damals auch eine Feststellung die ich auf diesem Wege erfahren hab, wir wollen ja ehrlich sein. ^^
Das Ende des ersten Teils war ok aber nichts total spektakulaeres, das stimmt. Aber dafuer schliesst halt Gothic 2 dann wirklich direkt und sehr perfekt daran an und das Ende von Gothic 2 ist mMn super gewesen.

Die ganze letzte Schiffsreise mit den Freunden, die man ueber zwei Spiele um sich geschaart hat ist genial. Und wenn Xardas dann nach dem Ende nochmal in deiner Kabine auf dem Schiff vorbeischaut und dir mitteilt, dass er dich nur manipuliert hat um an die Macht Beliars zu kommen, das war schon sehr cool.


Was die Vergleiche zu Dark Souls angeht, ich kann es auch nicht so recht nachvollziehen. Dark Souls zieht seine Schwierigkeit (und seinen Frust-Faktor) ja auch hauptsaehclich aus dem Speichersystem mit den Lagerfeuern an die man zurueckversetzt wird und den Seelen, die man verliert. Das trifft auf Gothic ja ueberhaupt nicht zu, das hat schliesslich schon seit dem ersten Teil ganz normales Quicksave und Quickload. Wenn du da einen Kampf versaust, einfach laden und gut is. Ich glaube man konnte in der release Version von Gothic 2 sogar noch in den Kaempfen quicksaven und sogar die Healthbar des Gegners wurde mit gespeichert, sprich, du konntest harte Gegner sogar per save-scumming besiegen, wenn du sonst gar nicht mehr weiter kamst. War zwar fast wie cheaten (wurde glaube ich auch irgendwann rausgepatcht) und war nicht wirklich noetig wenn man sich ein bisschen eingespielt hatte aber so richtiger Frust wurde durch das freie Speichern eigentlich recht gut vermieden fand ich.
 
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Neawoulf

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Ich muss zugeben: Ich kann keine Souls Like Spiele spielen :-D Ich mag das Art Design, die Atmosphäre und die Levelgeometrie, gerade bei den genre-definierenden Originalen von From Software, aber mir fehlt einfach das Geschick/Timing für die Kämpfe und die Frustresistenz für das Speichersystem (mit jedem Speichern/Neuladen/Sterben respawnende Gegner und sämtliche nicht ausgegebene Erfahrung für immer weg, wenn man stirbt und seine "Leiche" vor dem nächsten Tod nicht plündern kann). Dafür gucke ich ab und zu gerne Youtubevideos oder Livestreams zu den Spielen. So können auch Gamepad-Legastheniker wie ich noch Spaß an den Spielen haben :-D

Aber zurück zu Gothic: Perfekt waren die Spiele wirklich nicht (vor allem technisch), aber ich mag, wie gesagt, das System dahinter unglaublich gerne. In einem Singleplayerspiel finde ich Save-Scumming auch völlig okay (bleibt ja jedem selbst überlassen), wenn man es machen möchte. Man ermogelt sich damit ja keinen unfairen Vorteil gegenüber anderen oder so. Und ich gebe zu: In Stealth Spielen a la Thief oder Dishonored nutze ich Save-Scumming selbst viel, da ich solche Spiele ohne Gegner zu töten durchspielen möchte.

Dass man die Möglichkeit während der Kämpfe zu speichern rausgepatcht hat könnte sicher teilweise daran liegen, dass man das System so ausnutzen kann. Ich glaube aber eher, dass man das getan hat, damit sich Leute, die nur einen Save-Slot nutzen, nicht versehentlich in eine aussichtslose Lage bringen, aus der sie nicht hinauskommen (mit kaum Lebensenergie mitten in einer Gruppe Feuerwarene oder Drachensnapper gespeichert z. B.).

Das Ende von Gothic 1 fand ich an sich okay. Nicht super spektakulär, aber ich mochte den ganzen Lovecraft-Vibe rund um den Schläfer. Eigentlich war auch noch ein Addon geplant, aber stattdessen haben die Entwickler dann direkt mit Gothic 2 begonnen. Den Schläfertempel fand ich auch super, einer meiner Lieblingsdungeons in Rollenspielen generell, weil sehr viel Abwechslung. Etwas Story, reichlich Kämpfe, ein paar Puzzles und schöne Architektur. Ein paar stärkere Zwischengegner gegen Ende des Spiels wären noch ganz nett gewesen (immerhin gab es in späteren Kapiteln recht starke Trolle, ein paar stärkere Ork-Varianten, Drachensnapper, Feuerwarene usw.), aber für ein Erstlingswerk fand ich das alles schon sehr gelungen.

Viele andere und neuere Spiele von sehr viel größeren und erfahreneren Entwicklern haben meiner Meinung nach ihren Spielen deutlich schlechtere Enden serviert, wenn auch evtl. spektakulärer inszeniert (gerade seit Ingame-Cutscenes in RPGs immer aufwendiger und zahlreicher wurden durch diverse Bioware-RPGs).


*edit*

Btw. noch ein Punkt, den ich an Gothic super fand: Es gab kein GPS, wie in modernen RPGs seit Oblivion. Am Anfang hat man nicht einmal eine Karte, sondern muss erst eine finden/klauen/kaufen. Und auch da bekommt man erst eine kleine und unvollständige Karte. Erst später bekam man eine bessere Karte, alles handgezeichnet natürlich. Man lernte so auf die Umgebung zu achten. Dafür gab es überall einzigartige Landmarken, an denen man sich orientieren konnte. Das fand ich damals unglaublich gut. Die NPCs haben einem Wege beschrieben oder haben einen zum Questort begleitet und man ist nicht einfach nur einem Pfeil hinterher gelaufen. Da die Welt relativ klein war und jeder Ort seine Eigenheiten hatte, hat man sich so auch nie wirklich verirrt.

In moderneren Spielen mit gigantischen Spielwelten dagegen kann man oft ohne solche Systeme gar nicht mehr spielen. Erstens, weil die Welt riesig ist, und zweitens, weil einem die Informationen, die nötig sind um z. B. einen Ort oder eine Person zu finden, gar nicht mitgeteilt werden, sondern nur als Marker auf der GPS-Karte existieren oder als schwebendes Symbol direkt in der Spielwelt. Für mich ist sowas immer ein riesiger Immersionskiller. Bei Cyberpunk oder GTA macht ein GPS noch Sinn, aber in einem Fantasy-RPG mag ich sowas überhaupt nicht.
 
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Herbboy

Spiele-Gott/Göttin
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Was die Vergleiche zu Dark Souls angeht, ich kann es auch nicht so recht nachvollziehen. Dark Souls zieht seine Schwierigkeit (und seinen Frust-Faktor) ja auch hauptsaehclich aus dem Speichersystem mit den Lagerfeuern an die man zurueckversetzt wird und den Seelen, die man verliert.
Also, ICH hab es nicht damit verglichen, im Sinne von "die sind sich ähnlich", sondern nur die so genannten "soulslike"-Spiele als Beispiel für Games aufgegriffen, die wegen bestimmten Schwierigkeiten nicht mein Ding sind, wegen denen man gefühlt zig Versuche braucht für bestimmte Kämpfe bzw. so oft scheitert, dass man (ich) aufgibt. ;)
 

RoteRosen

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Gerade bei Gamestar den Podcast zum 20. jährigen Jubiläum angehört...War ja bei den ganzen Kommentaren hier schon ganz verwundert, glücklicherweise haben die das dort deutlich objektiver analysiert :-D
Kann ich jedem empfehlen, da man hier in den Kommentaren schon merkt, wie viel Subjektivität aufgrund der damals geringeren Ansprüche an Qualität in die persönliche Meinung mit einfließt.
Auch sehr schön, dass die darauf eingehen, dass Jowood denen sogar mit dem Anwalt gedroht hat wegen ihrer Wertung.
 

bundesgerd

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Komisch, daß ausgerechnet die PC Games nichts zum 20. jährigen Jubiläum von Gothic bringt.
Oder habe ich was überlesen? :confused:
 
S

Spiritogre

Gast
Ich bin wahrscheinlich der einzige, der Risen lieber mag als Gothic. Ich finde Gothic hatte immer zu viele Bugs und wie auch schon angeführt war es nicht sonderlich konsistent beim Schwierigkeitsgrad. Bei Risen hat man das alles nicht mehr, selbst das Kampfsystem ist ein bisschen besser. Gerade Risen 1 kann einen heute noch auf einen wunderbaren Inseltrip mitnehmen, Gothic hingegen kann ich heute absolut nicht mehr spielen.
 
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