Worrel
Spiele-Guru
Nicht ganz: TWD will aufzeigen, wie Menschen sich beim Wegfall der Zivilisation und ihren nationalen und internationalen Verknüpfungen organisieren und welche Leitlinien sie annehmen und verwerfen könnten und wie lange sie selbige selbst aufrecht erhalten können, ohne zu dem zu werden, das sie bekämpfen (siehe ua der beschriftete Sarg oder Gespräche zwischen Rick und Negan in StaffelDie Serie sollte von Anfang an keine "Zombie-Serie" werden. [...] Viel mehr sollte es eine Serie werden wie sich die Menschheit verändert, wie sich verschiedene Gruppen bilden, wie sie miteinander klar kommen.

... hat allerdings ein Problem: Sein erster Auftritt war derart perfekt inszeniert - in dem Szenario konnte man regelrecht jedes einzelne Wort seiner nächtlichen Exekutions Inszenierung 100%ig nachvollziehen - daß nachfolgende Aktionen dagegen nur alt aussehen konnten.Negan passt in diese Welt perfekt rein.
Da ich inzwischen die achte Staffel gesehen habe (relativ spoilerfrei):
An der 7. Staffel hatte mich der "whiny Carol" Strang in seiner Länge genervt - eine einzelne Folge wie die, in der Daryl Carol besuchte, wäre völlig ausreichend gewesen. Und irgendwie war die Story zu lang gekaut ...
Staffel 8 fängt mit einem Plan an, der dem Zuschauer aber zunächst nicht erklärt wird. Wer die Personen aus der letzten Staffel nicht direkt wieder erkennt, fragt sich mitunter, wer hier gerade wen angreift und welche Seite eigentlich gerade diesen Kampf gewinnt.
Dann der erste WTF Moment: Negan tritt bei seinem ersten Auftritt der Staffel vor die Tür - völlig ungeschützt(!) und Rick und Gefolge hätten jetzt DIE Gelegenheit, Negan umzulegen - machen sie aber nicht ... !?
Der Gegenschlag/Plan als Reaktion auf die Schlacht von Alexandria in der letzten Folge der 7. Staffel nimmt meines Erachtens viel zu viel Zeit in der Staffel in Anspruch - das hätte man wesentlich kürzer erzählen können.
Die Deppen Aktion des Priesters in der ersten Folge führt immerhin in eine interessante Odyssee und ist dadurch entschuldbar.
Ein Tod wird besonders inszeniert und in die Länge gezogen - eine komplette Folge lang - und die Hälfte der Folge ist am Totenbett gedreht ... vor allem, weil in der Staffel eine ähnliche Ursache innerhalb weniger Stunden zum Tod führt, es bei diesem einen Tod aber scheinbar mehrere Tage gedauert hat, bis derjenige Charakter starb, ist diese Folge nicht nur unnötig, sondern innerhalb des Universums auch unrealistisch in die Länge gezogen.
Davon ab fand ich die Staffel besser als die 7. Staffel. Negan's "Charme" seines ersten Auftritts blitzt ab und zu wieder auf und auch wenn man sich manchmal fragt: "Gibt es nun eigentlich nur knapp 10 oder doch eher mehrere hundert Saviours?" und manche Handlungsverläufe pure Zeitverschwendung sind (zB Negan auf dem Schrottplatz), hat die Staffel doch genug Spannung, um das Interesse wachzuhalten.
Aber selbst, wenn einige Szenen nachts und konzeptionell in der Dunkelheit spielen - ich fand, es gab definitiv zu viele Szenen, in denen man außer Dunkelheit nichts weiter erkennen konnte.