Ok, ging tatsächlich an mir vorbei.
Sorry, aber willst Du mir wirklich sagen, dass so ein Gesetz bspw. okay und nicht menschenverachtend ist? Das fängt da an und hört damit auf, dass Menschen, die nicht der "Norm" entsprechen, sich nicht frei fühlen.
Dreh es doch einfach mal um und versuch dir vorzustellen du würdest an allen Ecken hören, dass es ja nicht normal sei, dass du als Mann auf Frauen stehst. Irgendwie voll unnormal, voll der komische Mensch. Irgendwie auch eklig und abartig. Das sollten Kinder nicht sehen und nichts darüber hören, sonst werden die auch noch so mental krank.
Versuch's dir einfach nur mal vorzustellen. Wie beschissen das sein muss. So beschissen teilweise, dass du keinen Bock mehr darauf hast und dir lieber das Leben nehmen würdest.
Ich versuche wirklich oft aus meiner Blase auszubrechen und solche Sachen zu verstehen, aber irgendwie endet es immer dabei, dass Menschen ausgeschlossen und/oder marginalisiert werden. Und das ist in meinen Augen "böse". Und macht mich einfach nur noch unbeschreiblich wütend.
Meiner Meinung nach ist der Denkfehler oder Kommunikationsfehler in unserer Gesellschaft das wir sagen nur was normal ist, ist gut.
Witzigerweise wenn ich zu jemanden sage das ich finde er sei normal, dann ist er meistens eher gekränkt, weil er gerne individuell sein möchte und normal hört sich so 0815 an.
Wenn ich jemanden sage er sei nicht normal, dann ist er auch wieder gekränkt etc.
Ich finde wir sollten darauf kommen das auch Dinge die nicht der Norm entsprechen in unserer Gesellschaft angenommen werden.
Weil wenn alles "normal" sein muss, dann musst du alles zwanghaft normal machen um zu akzeptieren.
Das ist genau das was mich z. B. jetzt an diesen Diskussionen (nicht nur das Thema sondern auch Andere) nervt.
Wenn die Leute lernen etwas nicht zu verurteilen und trotzdem anzunehmen auch wenn es NICHT der Norm entspricht, dann müssen es die Leute nur einmal lernen.
So aber wird den Leuten unterbewusst vermittelt es muss normal werden damit es toleriert wird und damit fängt man bei jedem neuen Thema einen neuen Kampf an um die Normalität.
Bleiden wir bei Homosexualität. Normal ist hier sowieso Sache der Perspektive.
Du kannst sagen es ist normal weil es sowas in der Natur schon immer gegeben hat.
Du kannst sagen es ist nicht normal, weil die Mehrheit einfach vorgibt was normal ist (die Norm praktisch).
Die Frage ist halt warum überhaupt diesen Kampf anzufangen?
Man kann doch sagen es ist ok, auch wenn es etwas außergewöhnliches ist.
Das Gleiche bei anderen Themen z. B. Trans-Menschen: ist es wirklich gut Kindern zu sagen es sei normal, sich ein Geschlecht auszusuchen?
Oder wäre es nicht besser zu sagen: es kommt sehr sehr selten vor das sich jemand in seinen Geschlecht unwohlt fühlt und wenn dann sollte man ihn dafür aber nicht verurteilen weil er es sowieso schon schwerer hat als normal.
Ich habe mir das Gesetz ein wenig angeschaut und es geht halt darum das die Eltern die Kontrolle über diese Themen haben und nicht das Schulsystem erklärt wie und was das alles bedeutet.
Das es jetzt als Anti-Homo Gesetz verschrieen wurde, ist halt Teil des politischen Kampfes.
Ich sehe nicht wo da etwas menschverachtendes sein sollte.
Und du hast recht. Jeder will individuell sein aber die die wirklich nicht normal sind, leiden häufig darunter.
Nur eins dazu: das ist auch ein Weg den jedes Individium selbst gehen muss.
Der Staat muss die Gleichheit vor dem Gesetz schaffen aber ob mich jetzt meine Mitmenschen als normal, nicht normal, gut, nicht gut, was auch immer sieht - darf mich halt nicht so sehr stressen.
Dieser unglaubliche Kampf den heutzutage viele Menschen führen um von jedem Akzeptanz zu erhalten... niemand fragt wie sinnvoll das eigentlich ist.
Selbstakzeptanz ist einfach wichtiger. Das scheint häufig übersehen zu werden.