Habe jetzt RE7 auf PS4 durch und bin mit meiner Bewertung nicht so freundlich. Immerhin kosten diese Spiele ein Schweinegeld, und dafür will ich auch eine lang anhaltende, spannende Unterhaltung geboten bekommen.
Wäre RE7 vor einigen Jahren unter einem anderen Namen, oder als Zwischenteil der Reihe erschienen (für wenig Geld), dann hätte ich gesagt, dass es ein ganz nettes Spiel wäre.
Als aktueller, vollwertiger Teil der Reihe ist es für mich aber unbefriedigend gewesen.
Zu den Gründen:
Anstatt sich Mühe zu geben, ein neuartiges, ausschweifendes Spielerlebnis zu kreieren, haben die Macher ganz stumpf alte Spiel- und Filmkonzepte zu einer Pampe zusammengerührt und uns zum Fraß vorgeworfen. Diese Pampe schmeckt nicht schlecht, ist aber nur teuer bezahltes Fast Food.
Man hat hier das Spielprinzip von RE1 Eins zu Eins übernommen. Damals, vor 20 Jahren, war dieses Spielprinzip ja auch ganz cool. Aber spätestens bei RE Remastered von 2002 hatte es nur genervt, immer wieder durch die gleichen Räume laufen zu müssen, um irgendwelche Schlüssel zu besorgen, damit man Türen öffnen kann, an denen man schon hundert Mal vorbeigelaufen ist.
Und bei Teil 7 wird uns genau das wieder vorgesetzt. Auch durch die Flashbacks und Videos, die man anschaut, muss man immer wieder das Gleiche doppelt und dreifach durchlaufen. Das hat mich gestört.
Dazu kam eine Prise Haunting Ground. Das war ein PS2 Spiel von 2005, ebenfalls von den RE Machern, in dem man ein Mädchen mit Schäferhund spielen musste, das sich in einem Schloss vor den bösen Bewohnern verstecken musste. Das Game hatte schon damals keinen Spaß gemacht.
Das alles hat man in das Gewandt ausgelutschter B Movie Horrothriller gesteckt, was meiner Meinung nach ziemlich mädchenhaft rüber kommt. Geisterhafte Erscheinungen von kleinen Mädchen, die vor einem wegrennen, passen meiner Meinung nach nicht zur Idee von Resident Evil.
Das letzte Drittel des Spiels hingegen erinnerte mich plötzlich sehr stark an RE 4 und 5 und von den Endbossen her auch an RE6. Ziemlich einfache Endbosse wohlgemerkt, die man auf die gleiche Weise zu erledigen hatte, wie in über zehn Jahre alten Spielen.
Die Variation an sonstigen Gegnern war mager, aber der eng beschnittenen, kleinen Spielwelt angemessen.
Bis auf ein, oder zwei brutalen Sequenzen und einem einzigen Schockmoment hat mich das Spiel Null gegruselt. Da hätte mit etwas mehr Mühe sicherlich viel mehr geschehen können.
Diese kleinen Psychospielchen, wie die klingelnden Telefone, Oma im Rollstuhl, oder die Machenschaften des irren Sohnes (der plötzlich einfach verschwunden war), hat man in Spielen wie Silent Hill, oder in Filmen wie SAW schon zur Genüge gesehen. Diese Elemente lassen RE7 zwangsläufig ein wenig albern erscheinen.
Besonders albern aber war das Ende des Spiels, das ebenfalls fast 1 zu 1 aus RE1 kopiert wurde, nur diesmal mit Smartphone(damit man ja auch merkt, dass wir nicht mehr in 1996 leben)
Ich bin kein großer Technikfreak, daher stören mich technische Unebenheiten nicht so sehr, aber das will ich auch noch anmerken:
Die Grafik in den Räumlichkeiten war gut. Die Pflanzen und Büsche aber wirkten ziemlich billig und statisch.
In einigen Situationen ertönt immer die gleiche Soundausgabe, was schon etwas billig wirkt. So z.B. das Stöhnen von Mia, wenn sie eine Leiter hinaufklettert.
Der größte Kritikpunkt war die Spieldauer, obwohl ich froh war, dass ich das Spiel schnell durch hatte. Ich habe rund 12 Stunden benötigt und habe extrem langsam gespielt. Das ist mir eindeutig zu wenig für so einen wichtigen Teil der Spielreihe und für das Geld, was die von uns einsacken.
Positive Kritik:
Das Spiel ist für ein kurzes Intermezzo ganz nett. Hätte es Resident Evil Pipapo geheißen und hätte es nur 25 Euro neu gekostet (so als Überbrückung bis Teil 7), dann hätte ich gesagt: Daumen hoch.
Meine Empfehlung: Kauft euch das Spiel irgendwann mal gebraucht, wenn es billig ist.