Dann verstehst du vielleicht unser Wertungssystem nicht ganz: Für Spiele, die herausragend sind bzw. neue Standards setzen, vergeben wir eine 9,5 oder eben die 10.
Doch, ich glaube jetzt verstehe ich es und die 10/10 für Cyberpunk zu Release.
Aber Spaß beiseite, ich spiele seit fast 40 Jahren und das eine oder andere Spiel hab ich dann doch schon gespielt und man muss mich daher auch nicht wie einen Grundschüler über die Noten aufklären.
Natürlich ist das allen nur meine persönliche Meinung, eine andere habe ich nicht.
Doch ich finde eben auch, dass Wertungen von 8 und mehr zu häufig vegeben werden. Wann genau war eigentlich der Zeitpunkt, als Spiele mit Wertungen von 7 oder unter 8 als unterdurchschnittlich galten?
Finde ich nämlich überhaupt nicht.
Die inflationäre Vergabe von Wertungen jenseits der 8 und höher für alles, was bei 3 nicht auf dem Baum ist, hat nämlich dazu geführt, dass es kaum noch Luft nach oben gibt und das Ergebnis ist dann zum Besipiel eine 9 für sowas wie Veilguard. Bis heute eine der größten Lachnummern, sorry. Die gleiche Wertung im gleichen Genre hat auch ein Witcher 3 bekommen.
Das ist unfassbar.
Weißt du, was ich denke?
Es gab mal Zeiten, da waren Entwickler und Publisher auf die Spielepresse angewiesen, um ein Spiel zu supporten.
Heute ist es genau umgekehrt. Die Spielepresse ist auf Publisher und Entwickler angewiesen, weil sie sonst nicht mehr rechtzeitig mit Testmustern versorgt werden und zu den ersten gehören, die zu Release einen Test veröffentlichen, weil genau darauf ist man angewiesen.
Ansonsten lassen sich, vorsichtig ausgedrückt, wohlwollende Tests nur noch schwer erklären.
Große Spiele brauchen das an sich gar nicht mehr.
Nimm zum Beispiel mal das kommende GTA6. Braucht da wirklich irgendjemand einen Test? Das Spiel wird auch ohne einen Test nicht ein einziges Exemplar weniger verkaufen, aber es wird keine Seite angeklickt, die keinen Test veröffentlicht.
Ich kenne auch einige sehr junge Spieler um die 20 oder noch jünger. Die lesen überhaupt keine Spieletests mehr auf den etablierten Seiten, ja die wissen nicht mal, dass es eine PCGames zum Beispiel gibt. Mit Ach und Krach noch die Gamestar oder Play3, je nach Lager. Und die älteren Spieler? Im Vergleich zur gesamten Spielerschaft spielen die, die noch auf Spieleseiten angemeldet sind, in Wahrheit überhaupt keine Rolle mehr, Null. Das schließt mich selbstverständlich mit ein, aber so ist es.
Doch diese Erkenntnis scheint weder bei manchen Spielern, noch bei der Fachpresse angekommen zu sein. Da wird immer noch so getan, als hätte man die absolute Deutungshoheit.
Wir leben in Zeiten, in denen es unzählige Möglichkeiten mehr gibt, sich über ein Spiel zu informieren, als noch damals, als Print-Magazine 6-stellige Auflagen erreichten und die Hauptquelle für Infos zu Spielen waren.
Doch zurück zu Genre-Wertungen. Zu aufwenig? Weiß nicht, es muss ja nicht ausschweifen, sondern könnte im Fazit eine Erwähnung finden.