HanFred am 07.11.2005 09:50 schrieb:
ich teile deine ansichten schon teilweise. zu trivial darf's für mich auch nicht sein... aber auch im metalbereich gibt's mittlerweile extrem trivale sachen und sehr viel davon. genauso wie's im elektronischen bereich sehr vieles gibt, was kein bisschen trivial rüberkommt.
chartmusik ist meistens trivial. das was man überall hört, MTV, VIVA, was aus den kleiderläden schallt... in mainstream-musikgeschäften aus den boxen plärrt... da gibt's eher wenige ausnahmen. tja, wenn's so vielen leuten gefallen soll, kann's ja gar nicht mehr sehr spezielle musik sein.
das ist aber bei der nu-metalwelle, die aus den USA hier rübergeschwappt ist, kein bisschen anders IMO.
als revolutionär würde ich heute nicht mehr viele (neuere) bands bezeichnen. es ist aber auch schwer geworden, einen vollkommen eigenen stil zu entwickeln, es war doch schon so viel da. du kannst zum beispiel kaum noch kurze tonfolgen finden, die noch nicht in anderen liedern verwendet wurden.
was mir aber bei metal aufgefallen ist und oft auch bei elektronischer musik, ist, dass ich die melodien am besten finde, die klassiescher musik entstammen. oft genug kenne ich ein metalstück, höre viel später ein klassisches und denke mir "woher kenne ich das nur". bis es mir dann einfällt. es waren halt schon die durchdachtesten und oft abwechslungsreichsten melodien und arrangements.
klar gibts auch im meal triviale mucke... beim numetal kann ich dir aber nur bedingt recht geben: klar sind bands wie linkin park oder limp bizkit nicht das gelbe vom ei und die neuerfindung des rades schon mal gar nicht, aber nimm mal ne band wie ill nino. allein durch deren mexikanischen einflüsse heben sie sich deutlich von vielen anderen in diesem bereich ab!
die klassischen einflüsse: klar gibt es die, ich bin mit powermetal groß geworden, da ist es ganz besonders vertreten (jaja, auch im black und death und blah - bevor jemand meckert!) aber dort passt es auch! metal ist teilweise sehr kompliziert (nicht nur zu spielen sondern auch zu hören, man möge sich dream theatre anhören...) und man entdeckt ne menge darin und da passt die klassische musik rein... in aktueller chartmusik würde es lächerlich klingen (oder kann sich jemand britney spears und den ritt der walküren zusammen vorstellen...?)
bei elektronischer musik stört mich eigentlich am meisten, das jeder depp was machen kann! ich selbst spiele kein instrument, hab ich auch kein interesse dran, aber selbst ich könnnte mich nach einer gewissen einarbeitung hinsetzen und aus diversen samples n lied machen (zumindest wenn ich mir manche dinge anhöre).
das es auch anders geht zeigt ein kumpel von mir. er macht (aus reinem spaß an der freude) ebm und doktort etwa 1 jahr (im ernst) an einem 10 minuten lied rum... wirft immer wieder was über den haufen baut es neu, lässt es liegen, macht weiter, etc...
gut find ichs deswegen immer noch nicht (entspricht halt nicht meinem geschmack), zeigt mir aber, das es nicht nur wie oben beschrieben gehen kann und das man auch elektronische musik ernsthaft als musik bezeichnen kann.
allerdings kann ich elektronische musik, die immer und immer wieder irgendwelche alten lieder covert und eine bass-spur drunter legt nicht ernst nehmen (ich erinne an house-versionen von 'poison', 'moonlight shadow' oder 'i was made for lovin' you')
komisch finde ich nur: sind 'wir' (ich zähl mich jetzt einfach mal dazu, bin ja erst 24) jugendlichen heute gleichgültiger was das alles angeht... die 60er waren ne rebellische zeit, klar... aber die 50er auch schon (rock n roll) und die 70er und 80er in gewisser weise auch... aber was ist heute? gar nix... ausser n bissel kiffen und hier und da mal scheiße machen passiert nicht wirklich viel... und das spiegelt sich in der musik irgendwie wieder...