AW: News - widescreen avant*garde: Notebook zu gewinnen - Große Episoden-Wahl bei avant*garde
Ich mag abgedrehte und experimentelle Filme.
Und die dort besprochenen Regisseure scheinen mir gut ausgewählt zu sein.
Aber diese Widescreen-Avantgarde Sendung mag ich nicht. Weder das blauweiße Farbthema, noch die Maske der Moderatoren, noch die Moderatoren, den Moderationsstil, die Kamera, die Regie - was sollen zB die ganzen Schnitte in der David Lynch Moderation? Die nerven nur ...
Erstaunlich, was man alles falsch machen kann ...
Der Rest dieses Postings behandelt die (fast) einzige Folge, die ich mir davon angesehen habe: David Lynch:
Da wird dann gesagt, daß Stanley Kubrick den Film "Eraserhead" gerne selbst gedreht hätte, aber mit keinem Wort wird erwähnt, worum es in dem Film überhaupt geht. Dasselbe Schicksal ereilt "Mulholland Drive": Er wird von den Kritikern wohl als der beste Film bezeichnet, aber auch hier: kein Wort,
warum denn. Was ist denn an dem Film so besonders?
Nun gut, kommen wir mal zu den Filmen, die dann ausführlicher besprochen werden:
"Lost Highway" und "The Straight Story"
Zu "Lost Highway" wird viel gesagt, aber auch hier wird die Handlung mit nahezu keinen Wort erwähnt.
Hallo? Das erste, was jemand fragt, wenn ich ihm erzähle, daß "<insert filmtitle here>" ein guter Film sei, ist: "Worum geht's denn da?"
Die gezeigte Szene "wenn sie sagt, ihr Name sei Renee, dann lügt sie." bringt dem unbedarften Zuschauer auch nichts, die könnte theoretisch genauso in zig anderen Filmen enthalten sein. Sinnvoller wäre es gewesen, eine nachvollziehbar skurille, typische Lynch-Szene zu zeigen, wie zB die mit dem Mann und seinem Telefon auf der Party, der ihm sagt, daß er gerade bei dem Protagonisten zu Hause sei.
Der zweite Film, auf dessen Handlung dann tatsächlich mal eingegangen wird - "The Straight Story" - ist für eine Sendung, die sinngemäß mit "Schauen sie sich mal Lynch Filme an - es lohnt sich" endet, nicht wirklich sinnvoll ausgewählt.
Ich meine, wenn ich zB jemandem Dali Bilder nahebringen will, zeige ich ihm ja auch nicht die realistischsten Bilder, sondern diejenigen, die
typisch für ihn sind und die
seine Einzigartigkeit ausmachen.
Und das wären bei Lynch nun mal eher "Mulholland Drive", "Blue Velvet" oder "Inland Empire" als "Der Elefantenmensch" und "The Straight Story" - die deswegen ja nicht schlechter sind, bloß halt nicht so geeignet, um darzustellen, was an Lynch so besonders ist.
Daher:

von fünf möglichen Daumen für die Lynchfolge - nach der ich auch nicht das geringste Interesse habe, mir andere Folgen dieser Show anzusehen.
Zu dem "ausführlich" besprochenen Film "Lost Highway" steht übrigens genausoviel Information in der Wikipedia im ersten Absatz. Und der ist schneller gelesen, als man dieses Folge ertragen muß ...
