In diesem Fall hast du recht, die kosten bleiben gleich. Das is denen ja eigentlich egal. Worum es denen geht ist das sie durch den Gebrauchkauf weniger Geld bekommen. Bsp:
Spieler 1 kauft Spiel für 50€
Spieler 2 kauft Spiel für 50 €
Also bekommt THQ 100€
Spieler 1 kauft Spiel für 50€
Spieler 2 kauft Spiel von Spieler 1
Also bekommt THQ 50€, da ja nur ein Spiel verkauft wurde.
Ein anderes Beispiel wäre: THQ verkauft vom Spiel XYZ 500.000 Stück. Alle 500.000 Spieler verkaufen das Spiel weiter. Somit hat THQ insgesamt nur die 500.000 Stück verkauft. Hätten die 500.000 Gebrauchtkäufer sich das Spiel "Original" gehollt, hätte THQ insgesamt 1 Mio Stück verkauft und damit ja auch mehr Geld bekommen

.
Mal davon abgesehen, dass sowieso nicht der Publisher die vollen 50€ selber bekommt

:
das ist eh eine typische Hersteller-Milchmädchenrechnung, denn man geht dabei davon aus, dass die Käufer sich alle auch immer die 50€ leisten könnten und die Gebrauchtkäufer sich von dem "gesparten" Geld irgendwas ganz anderes schönes kaufen oder essen gehen oder so was. In Wahrheit ist es aber in den allermeisten Fällen so, dass sich die Leute, die Spiele wieder verkaufen, ein Spiel nur kaufen, weil sie wissen: ich kann es für 20-30€ wieder verkaufen und NUR deswegen dann wieder ein neues Spiel kaufent. Und die Gebrauchtkäufer wiederum kaufen meistens deswegen gebraucht, weil sie sich den Neukauf nicht leisten können bzw. sich viel seltener ein neues Spiel leisten könnten.
Die Rechnung sieht da mit "Pech" sogar eher so aus: sagen wir mal, THQ veröffentlicht je ein Spiel im Januar, April und Juni (Spiel A, B und C)
Gebrauchtkauf möglich:
Januar: Spieler 1 kauft Spiel A für 50€
April: Spieler 1 verkauft Spiel A an Spieler 2 für 25€ und kann sich sich Spiel B leisten.
Juni: Spieler 1 verkauft Spiel B an einen weiteren Spieler, Spieler 2 verkauft Spiel A an einen anderen Spieler. Spieler 1 und 2 können sich Spiel C leisten.
Aus Herstellersicht 4 verkaufte Spiele
Gebrauchtkauf "verboten":
Januar: Spieler 1 kauft das Spiel A für 50€.
April: Spieler 1 würde gern Spiel B kaufen, kann es sich aber nicht leisten. Spieler 2 hat auch zu wenig Geld, gebraucht wäre o.k, aber neu ist zu teuer. Spiel B verkauft sich nicht an Spieler 1.
Juni: Spieler 1 und 2 haben wieder genug Geld, beide Kaufen Spiel C (oder vlt. kauft Spieler 2 sich auch "endlich" Spiel B

)
=> 3 verkaufte Einheiten.
tja, da steht der Publisher dann sogar schlechter da, wenn er Pech hat. Natürlich gibt es auch die Fälle, in denen Leute wirklich nur sparen wollen und sich auch die Neupreis-Version leisten könnten, das ist klar. Ich kenn auch Leute, die sich MP3 "illegal" runterladen, obwohl sie sie 2-3 Alben pro Monat locker aus der Portokasse zahlen könnten...
Aber sehr oft ist das Budget einfach beschränkt, und ein Spieler X kauft sich entweder 2 neue Spiele oder 4 gebrauchte, und der andere Spieler kauft sich nur dann 4 neue Spiele, wenn er 4 alte verkaufen kann, ansonsten kann er sich halt nur 2 neue leisten. In dem Fall wären es in beiden Fällen 4 verkaufte Vollpreis-Exemplare, also an sich egal für den Publisher, nur dass das verbot eines Gebrauchtverkaufes die Spieler sehr ärgert und dafür sorgt, dass man nur 2 statt 4 verschiedene Spiele durchspielen konnte.
Ach ja, noch eine ganz andere Sache: trotz Tests usw. weiß man nie, ob einem das Spiel wirklich gefällt. Wenn man 50€ komplett in den Sand setzen könnte, werden sehr viele Leute auch ganz bestimmt viele Spiele erst gar nicht kaufen, wenn sie es nicht weiterverkaufen können. Ich zB kauf immer wieder mal ein Spiel, bei dem ich nicht weiß, ob es mir wirklich zusagt - und dann merk ich: nö... und dann bin ich heilfroh, dass ich nach 2-3 Wochen noch 30-35€ bekommen kann. Ohne das Geld hätte ich das Spiel nie gekauft, und im BESTEN Falle (aus Publishersicht) hätte mein potentieller Gebrauchtkauf-Interessent sich das Spiel halt dann auch neu gekauft, d.h. es wäre so oder so bei EINEM verkauften Exemplar geblieben...