AW:
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INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
Ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Vielleicht liese sich mit einem dem "CipherUnicorn" ähnlichen Verfahren da etwas effektiver zu Werke gehen. Wie genau ein solcher Schutz aussehen müßte, und in wie Fern ein kleiner spezialisierter Prozessor auf dem Modul dazu beitragen könnte entzieht sich leider meiner Kenntnis. Zumindest in der Theorie müßte da was zu machen sein, denn wie gesagt - einzig mit Software kommt man einfach nicht mehr weiter.
Das Problem ist, dass das Modul einen Schutz gegen das Öffnen des Gehäuses bieten müsste ähnlich dem
Ironkey. Ansonsten könnte man das Modul "einfach" öffnen und direkt den Verkehr auf dem Bus der Platine protokollieren, was auch wieder zusätzliche Verschlüsselungshardware ab adsurdum führen würde da die Kryptographiehardware und die Speicherchips i.d.R. aus Kostengründen nicht im gleichen IC untergebracht sind. Auch muss man darauf achten, ob die Chips irgendwelche Debuggingschnittstellen wie z.B.
JTAG o.ä. besitzt womit man Zugriff auf die Interna der Kryptographiehardware bekommen könnte.
INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
Theoretisch kein Problem. Zu keinem Zeitpunkt muß das Programm/Spiel Zugriff auf sämtliche Daten haben. Egal welches Genre von Spiel, abhängig vom Standort des Spieler muß immer nur der Zugriff auf einen teil gewährleistet sein. Eben dieser teil der benötigt wird um die Welt direkt um den Spieler herum vom Computer berechnen zu lassen. Es ist also zu keinem Zeitpunkt nötig das der gesamte Inhalt eines solchen Moduls entschlüsselt werden muß.
Das würde in einem rein level-basierten Spiel funktionieren. Aber spätestens bei "offenen" Spielen wie Oblivion, Sacred, etc würde dies daran scheitern, dass das Spiel keine Möglichkeit hat einzugrenzen, welche Daten innerhalb der nächsten - sagen wir mal als Anhaltspunkt - 10 Sekunden benötigt werden (Landschaftsdaten, Quests, Musik/Sound, Objektmodelle, Texturen, etc) damit die Daten angefordert und
rechtzeitig entschlüsselt werden können um den Spielablauf nicht ins Stoppen zu bringen.
INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
Das ist natürlich völlig richtig, aber sie müssen dabei keine Struktur ähnlich der auf einer Festplatte gespeicherten Daten haben. Man müsste die Daten also nicht nur nach und nach auffangen, man müßte sie auch wieder so im Ganzen zusammenfügen das eine Installation des Spiels (bzw. "transplantation", installiert wird ja nichts) - ohne Modul - problemlos möglich ist.
Dennoch müssen die Daten in einer Form vorliegen die das Betriebssystem - oder besser gesagt, das Dateisystem - verstehen kann. Und wenn ein Prozess die Daten über einen Kernelaufruf auslesen kann, können das alle Prozesse. Siehe auch meinen Vergleich mit TrueCrypt-Containern. Man kann einfach einen TC-Container nicht nur für einen Prozess zugänglich machen. Es geht aus technischen Gründen einfach nicht, und daran lässt sich auch [leider|zum Glück] nichts ändern - zumindest nicht bei den heutigen Betriebssystemen.
Auf
Singularity säh die Sache eventuell wieder anders aus, aber man darf davon ausgehen, dass ein auf Singularity basierendes kommerzielles Betriebssystem in absehbarer Zeit nicht erscheinen wird. Und selbst wenn, es wäre in seiner Basis völlig inkompatibel zu den heutigen Systemen.
INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
Dem könnte man zusätzlich mit einem Mechanismus entgegen wirken welcher mit dem Kern des Spiels verschmolzen ist und (wie auch immer das umzusetzen wäre) sich vor dem Start (während des spielens) versichert das eben diese HW auch vorhanden ist. So hätte man - unterm Strich - quasi eine ganze Reihe von Schutzmechanismen zu einem großen Ganzen zusammengefügt.
Wie gesagt, DRM³. Ich hab eine nicht zertifizierte Grafikkarte? Spiel startet nicht. Ich hab ein nicht zertifiziertes Mainboard? Spiel startet nicht. Ich hab einen nicht zertifizierten Monitor? Spiel startet nicht.
So ein ähnliches System hat sich die Musik-/Filmindustrie ja schon ausgedacht:
TCP. Wenn man sich aber mal anschaut was die Nachteile dieses Systems sind (siehe Link), sollte jedem ganz schnell klar werden, dass das einfach der falsche Weg ist.
INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
OK, aber was denken Sie können die "Jungs" machen damit in Zukunft nicht mehr so viel von ihrer Software kopiert wird? Der Kunde muß da schon noch ein Stück mitziehen - finde ich.
Kaufenswerte Spiele produzieren? Den
zahlenden Kunden nicht vorkriminalisieren? oO Nur um mal zwei einfache Dinge zu nennen. Kopierschutz ist genau wie diese 3 Minuten langen, nicht abbrechbaren "Auch RaubkopiererInnen sind VerbrecherInnen und werden im Gefängnis anal sodomiert" Spots auf Kauf-DVDs. Die nerven nur denjenigen, der Geld dafür bezahlt hat, weil in Rips dieses Zeugs rausgeschnitten worden ist. -.-"
Es kann nicht sein, dass man 50€ für ein 8h Spiel auf den Tisch legt welches eigentlich nur ein Grafikblender ist. Wenn ich Doom 3/Quake 4 locker an einem Tag durchspielen kann ohne das Spiel vorher zu kennen und danach dennoch alles gesehen zu haben ist doch was falsch. Die Stichworte hierzu wären "Wiederspielbarkeitswert" und "Langzeitmotivation".
Bei RTS rettet i.d.R. der Multiplayer die Sache - wenn denn das Balancing stimmt und dieses auch gepflegt wird. Auch kleine kostenlose Erweiterungen in Form von zusätzlichen Einheiten und Gebäuden (siehe z.B. Total Annihilation) können die Spielerschaft auf lange Zeit bei der Stange/Laune halten, da man damit (gutes natürlich Balancing vorausgesetzt) eine große Zahl zusätzlicher neuer interessanter Strategien ins Spiel bringen kann.
Bei RPG hat man im Normalfall eine lange Geschichte die man aus unterschiedlichen Blickwinkeln/mit verschiedenen Charakterklassen nochmal erleben kann. Verschiedene Klassen haben oft nicht nur ein völlig anderes Spielgefühl, sondern sorgen mit klassenspezifischen Questserien i.d.R. auch dafür, dass man mit einem Spielen eben nicht schon alles gesehen hat - man will wissen was man als "Schurke" oder "Magier" anderes bekommt als als "Krieger". Bestes Beispiel dafür: Baldur's Gate 2. Als Krieger bekommt man eine eigene Festung zum Verwalten, als Schurke eine Diebesgilde, als Barde ein eigenes Theater, als Magier eine magische Sphäre und Lehrlinge, usw.
Aber bei FPS siehts was das angeht
sehr düster aus. Die Story der meisten FPS kann man getrost in der Pfeife rauchen, neuere Shooter hat man an einem Tag locker durch, und nochmal Spielen kann man sich sparen, da man i.d.R. alles gesehen hat. Multiplayer ist auch oft so ne Sache... wie viele Leute kennen Sie die Prey im Multiplayer spielen? Das macht man einmal auf ner LAN um die Level zu sehen, dann ist allen schlecht, und dann wird CS(S) oder DoD gezockt.
Eines weiß ich genau: in dem Moment in dem Publisher ihre Spiele nur noch per Download verkaufen, hab ich meinen letzten Cent für legale Spiele ausgegeben. Der ehrliche Käufer sollte immer einen Mehrwert gegenüber dem Schwarzkopierer haben. Warum sollte ich 50€ für einen Downloadlink zahlen, wenn ich einen anderen Downloadlink für umsonst haben kann? Handbuch, Schachtel und sonstige Extras (welche früher durchaus üblich waren wie z.B. Karten, Poster, Sammelfiguren, etc) hab ich ja bei keinem der beiden.
Und der Kunde zieht schon lang genug mit - er bezahlt Geld für das Zeug. Und lässt sich im Gegensatz dazu Kopierschutztreiber, Onlineaktivierungen, begrenzte Installationen und den ganzen anderen Mist gefallen, mit dem sich die Schwarzkopierer nie rumärgern müssen.
INU-ID am 09.11.2008 03:27 schrieb:
Und jetzt gehen wir mal davon aus das in Zukunft auf jedem Mobo ein Chip verbaut wird der zusammen mit einem Spiele-Modul dafür sorgt das jeder derartig geschützte Software nutzen kann, wo genau wäre denn das Problem für den Kunden?
Das Problem bei TCP ist das, dass man die Problematik von abgeschalteten Aktivierungsserver noch verschärft und zu einem allgemeinen Problem macht:
[url=http://en.wikipedia.org/wiki/Trusted_Computing_Platform#Criticism_of_Trusted_Computing schrieb:
Wikipedia[/url]][...] The Cambridge cryptographer Ross Anderson has great concerns that "TC can support remote censorship [...] In general, digital objects created using TC systems remain under the control of their creators, rather than under the control of the person who owns the machine on which they happen to be stored (as at present) [...] So someone who writes a paper that a court decides is defamatory can be compelled to censor it — and the software company that wrote the word processor could be ordered to do the deletion if she refuses. Given such possibilities, we can expect TC to be used to suppress everything from pornography to writings that criticise political leaders." [...]
Auf gut Deutsch: mit TCP-"kompatiblen" Spielen könnte der Publisher sagen "Hey, Zeit für C&C 17, alle früheren Versionen starten ab sofort einfach nicht mehr" ohne dass der Kunde/Käufer irgendwas dagegen tun kann.