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So, hab mich wegen gestörtem Schlaf-Rhythmus (nein, hier sind keine Killerspiele Schuld!) nochmal durch das in der E-Mail genannte Portal www. mediengewalt.de geschlängelt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass natürlich in den seltensten Fällen eine direkte Korrelation als eindeutig beweisbar bezeichnet werden kann. Andererseits empfehle ich aber - vor allem denen, die sich am meisten ereifert haben - mal einige Studien genauer anzuschauen. Gerade was zusammenfassende Studien angeht, darf man auch vor solchen Argumenten die Augen nicht verschließen. Ja, z.B. Stoiber hat ein Verbot gefordert und das ist populistisch, aber der wird ja wohl in Bayern bald selbst verboten
Dass Journalisten auf die Gefahren für Kinder und Jugendliche hinweisen, darf man ihnen nicht vorwerfen. Und es geht in dem Beitrag um Kinder und Jugendliche. Und wenn die USK da laxer ist als die FSK beim Film, gleichzeitig aber sowohl in der Forschung, als auch in einigen Beiträgen hier das Erleben des Computerspiels als intensiverer oder aktivere Handlung bezeichnet wird, dann muss eine schärfere Kontrolle auch angesprochen werden können.
Und wenn GTA. San Andreas wirklich auf Platz Vier der Zehnjährigen Computerspieler ist, dann ist das in der Tat erschreckend und dann kann man auch mal einen Bericht sehr kritisch halten. Bin nämlich auch der Meinung, das die Selbstkontrolle der Industrie nicht wirkt, die schneiden sich doch nicht ins eigene Fleisch.
Frage mich nur, warum es vielen so schwer fällt, eine Indizierung bestimmter Spiele zuzustimmen, wenn doch eh die meisten über 18 sind.
Die Vergleiche mit Drogen/Alkohol, die hier öfter genannt werden, weil sie auch GEwaltpotenzioal fördern KÖNNEN, finde ich übrigens unangebracht. Die BPjM schreibt derzeit auf der Startseite zu Pc-Spielen und Jugendlichen in etwa: Computerspiele können Spaß machen, bergen aber auch Risiken. Das würde wohl kein Bundesorgan über Drogen beahupten, oder?
Ich habe übrigens im Sommer bei einer Produktionsfirma gearbeitet, die für das öffentlich-rechtliche Kinderfernsehen eine Nachrichtensendung produziert. Die Zuschriften, die wir zu Sendungen bekamen und die Kritik beinhalteten, waren zu circa 80 Prozent Hass- und Schimpftiraden. Selten gab es wirklich konstruktive Kritik oder Hinweise auf wirkliche sachliche Fehler, die ja immer passieren können. Ich finde die E-Mail aus der Kontraste-Redaktion wirklich äußerst unsouverän. Gemäß meiner Erfahrung sind die zitierten Zuschriften aber eher die Regel, als die Ausnahem. Hoffe, dass unter den vielen, die die anscheindend bekommen haben müssen, auch wenigstens noch eine oder zwei lesbare und sachliche Emails waren.
Mein Fazit: Wenn ihr Euch in der Email über einen Kamm geschoren fühlt, dann habt ihr Recht. Auch eine bisweilen etwas konservative Tendenz kann man dem kontraste-Magazin nicht absprechen. Soooo unausgewogen ist der Beitrag aber gar nicht, wenn man bedenkt, dass es sich um die Auskwirkungen auf Kinder dreht. Ich bin jetzt seit ein paar Stunden auf der Suche, aber Studien, die die auf mediengewalt.de angesprochenen Auswirkungen auf Spieler generell und vor allem Jugendliche widerlegen, suche ich vergeblich.
Dummerweise sind aber solche Spiele halt Massenware für die Kleinen und wenn die Selbstkontrolle nicht funktioniert, dann bläst eben genau das den populistischen Politikern Wind in die Segel.
Wenn ein- bis niedrige zweistellige Zahl mehr Spiele auf dem Index landen, dann ist das kein Verlust, vor allem nicht, wenn dann viel weniger Fünftklässler davor sitzen. die Spiele gibts ja weiterhin, also holt sie Euch, wenn ihr sie wirklich haben wollt.