Wobei ich die Gewalt in dem Spiel nicht grundsätzlich verwerflich finde. Es ist nun mal klar "Unterhaltung" für Erwachsene. Von daher ist es eine Gratwanderung zwischen was ist noch "als Spiel vertretbar" und was ist eher "menschenverachtend". Allein schon, weil halt ein Kernbestandteil des Spiels ist "Kill with skill" bzw. bekomme Extrapunkte für's möglichst kreative bzw. brutale töten.
Ich werde es trotzdem wohl irgendwann Ende des Jahres mal als günstige Importversion kaufen und spielen, allein um mir einen persönlichen Eindruck von dem zu machen was die "People can Fly" Studios da abgeliefert haben.
Sicher ist aber, dass dieses Spiel ein gefundenes Fressen für jeden Computerspielegegner darstellt. Das ist der einzige Punkt bei dem ich immer etwas Sorge habe, das uns irgendwann auch noch die Importmöglichkeit genommen wird, weil irgendein Politiker der von der Materie keine Ahnung hat, meint uns arme Bürger vor Schaden schützen zu müssen...
So ein Extremtitel liefert da leider genug "schockierende" Fakten die eine kräftige Medienpräsenz schaffen können. Naja und da Schlammschlachten führen inzwischen als Bewerbungskriterium für Politiker gilt, werden wir bei nächster Gelegenheit wo Computerspiele "Schuld" sein sollen an einer schlimmen Tat, sicherlich auch Bulletstorm in den Medien sehen und nicht nur Counter-Strike.
Das von 100 veröffentlichten Spielen nur 1 dabei ist, das so extrem ist, wird dann natürlich verschwiegen...[size=xx-small](Prozentsatz ist kein Fakt und dient nur als Beispiel)[/size]
Ich hab im Prinzip auch nichts gegen "Ballerspiele" oder andere Spiele mit höhrem Gewaltgrad (z.B. Hitman Reihe), wobei mir Spiele eher zusagen bei denen man dafür belohnt wird, wenn man eine Mission mit so wenig Blutvergießen wie möglich beendet (z.B Splinter Cell, Hitman Blood Money etc.).
Was Bulletstorm angeht stört mich, genau wie du schon sagtest, das Feature, dass man fürs Töten - und zwar fürs Kreative, d.h. unterm Strich: je brutaler desto besser - belohnt wird.
Ich meine brutalere Spiele gabs immer, aber ich habe den Eindruck, dass immer mehr Tabus in diesem Bereich gebrochen werden. Und mit besser werdender Grafik / Physik verliert das Ganze eben auch noch an Abstraktheit.
Diesbezüglich hab ich da dann auch so meine Sorgen. Eben das Politiker aus Unwissenheit/Ignoranz nicht differenzieren und Spiele mit "normalem" Gewaltgrad auf den gleichen Haufen werfen, wie Spiele a la Bulletstorm. Das ist eh schon der Fall, aber mit Bulletstorm gießt man nochmal Öl ins Feuer.
Klar, ich kann verstehen, dass man als Erwachsener (dazu gehöre ich mit 22 auch

) nicht bevormundet werden will. Aber wenn auf einer öffentlichen Lan (ab 1

fast ein Viertel der Spieler Nicknames wie "Judenvernichter1337" oder "SSObersturmführer Pimmel" benutzen, dann zweifelt man an entsprechender Reife, egal ob das jetzt lustig sein soll oder nicht. Von Erwachsenen kann da iwie keine Rede mehr sein. Zumal das Verhalten dieser Spielergruppe ein ähnliches Niveaulimbo tanzt.
Aber wie auch immer.
Wenn Bulletstorm indiziert würde, und man damit weniger Gefahr liefe, dass andere harmlosere Spiele von einer hetzerrischen "Diskussion" dank Bulletstorm ins Fandenkreuz gerieten, dann wäre ich glaub ich dafür. Habe nach dem Lesen der Tests und Spielerreaktionen nämlich nicht das Gefühl, dass man hier einen Meilenstein verpasst hat. Kurz gesagt: Ich würds zum Wohle des Rufes der Videospielszene opfern.