Im PC Games Podcast hat Peter erzählt, daß er es für den Test an einem WE durchgespielt hat und ihm u.A. die unendlichen "Sammelquests" (es sind ja nicht mal Quests - nimm halt den Schrott auf, oder eben nicht), auf den Geist gingen. Das ist natürlich ein allgemeines Problem von Spielen mit der "Ubisoft-Formel".
Ich habe im September den Test und die weitere Berichterstattung neutral verfolgt, da ich grundsätzlich keinerlei Interesse hatte am Spiel, war also weder gehyped, noch ablehnend. Auch der Film lief bei mir unter "schau ich mir irgendwann einmal an".
Da sich mir allerdings die Möglichkeit bot, das Spiel vor dem Kauf (Family Sharing) länger auszuprobieren, stellte ich fest, mit wieviel Sorgfalt und Auge für Details Avalanche vorgegangen waren. Z.B. die Reparatur ist kein schnöder Fortschrittsbalken, sondern Chumbucket klettert nach vorn, mault noch, dass mit seinem "Engel" so übel umgesprungen wird und er zückt das Werkzeug. Durch ihn wird auch der "Fahrzeug-Spawn" dem Spiel entsprechend erklärt. Die Animationen sind abwechslungsreich und selbst an einzigartigen Stellen (Max setzt vorsichtig ein Mädchen in den Wagen) filmreif smooth umgesetzt. Das Ödland hat einen eigenen Charakter je nach Gegend (so grob weiß man immer, wo man ist), inklusive der verschiedenen, auf die "Zone" abgestimmten 36 Lager, die zwar immer nur eine von vier verschiedenen Quests zum Erledigen bieten, aber diese in kreativ aufgebaute Levels einbinden, und alle sind vom Konzept her unterschiedlich(Autobahnbrücke, Containerfestung, riesiges Denkmal,Seilbrücken, U-Bahn Tunnels etc...), und manchmal kleine Puzzles (wie komme ich wann wo am Besten ran). Das Aufmotzen des Autos wirkt sich optisch und im Fahrverhalten spürbar aus, mit steigendem Level gewinnt der Faustkampf an Varianz, ohne überkomplex zu werden.
Die Soundabmischung ist atmosphärisch, der seltene Einsatz von Musik(immer passend), fügt sich prima in die Ödnis ein. Die Sandstürme und allgemeine grafische Qualität sind über jeden Zweifel erhaben, allein die KlonkriegerWarboys könnte man bemängeln - aber selbst im Film sehen die alle gleich aus, und das sind dort echte Menschen. Die Pc Fassung läuft insgesamt recht gut, es scheint ein sauberer Port zu sein.
Das sind meiner Meinung nach alles Punkte, die zu einer höheren Wertung führen dürften, aber vielleicht schnell untergehen, wenn man das in 2 Tagen/Etappen durchrotzen muß/möchte. Dann überwiegen vielleicht die repetetiven Mechaniken.
Und das führt zur soliden, aber vielleicht zu niedrigen Bewertung. Im verhassten Metacriticschnitt liegt der Herr Bathge genau drin, soweit "alles richtig gemacht", aber da der Test ja bei allen Medien schnell schnell raus muß, ist das Bild wohl ähnlich.....
Auch ein Grund bei mir wird allerdings sein, daß Mad Max recht einfach ist - das ist für Spieler mit weniger Zeit einfach perfekt. Und die simple Steuerung trägt natürlich auch dazu bei, dass man nach 2 Wochen Pause trotzdem noch die Belegung aller Funktionen kennt (im Gegensatz zu Batman, oder Darksiders).