Immersion ist nicht Realismus.
Der erste Hinweis darauf ist, dass es zwei verschiedene Wörter sind!
Immersion bedeutet, dass man vergisst in einer virtuellen Welt zu sein, also dieselben Gefühle bei Erfolg oder Misserfolg hat wie im echten Leben. Ohne bei allem bewusst den (immersionsbrechenden) den Gedanken zu haben ein Spielzu spielen.
Realismus dagegen ist eine möglichst genaue Abbildung der Realität.
Anhand von KCDII kann man das anschaulich aufzeigen:
Die Alchemie und das Schmieden werden immer wieder "realistisch" genannt. Dabei sind sie immersiv.
Realistisch ist es nicht, ein Stück Metall zu erhitzen, rhytmisch drauf einzuschlagen und nach 2 Minuten ist es ein Schwert, eine Axt oder ein Hufeisen.
Es ist auch nicht realistisch 2 Kräuter ne Minute in Wasser zu kochen, eine Flasche abzufüllen und 6 Tränke zu haben.
Realistisch müssten es viel mehr Schritte sein, die länger dauern, öfter schiefgehen, weniger Ertrag bringen. Natürlich wäre beides in realistisch auch sehr langatmig um nicht langweilig zu sagen.
Als eigene Simulation(sic), die wie der Name schon sagt die Realität simulieren will, mag sowas klar gehen, als Mechanik in einem viel grösserem Spiel aber nicht.
Die verschiedenen Schritte sind also nicht realistisch, die ganze Mechanik ist stark vereinfacht.
Aber verschiede Aspekte, die Ego Perspektive, die detaillierten Animationen, die vielen einzelnen Schritte, die Notwendigkeit sich die Reihenfolge selbst zu merken, das minimalistische bzw. nicht vorhandene UI (also Dinge wie "Wasser kocht" oder "Schwert glüht" direkt in der Welt zu zeigen statt über ne Einblendung)
führen dazu, dass es immersiv ist.
Man hat das Gefühl wirklich beteiligt zu sein, die eigenen Handlungen, das eigene Geschick und Erinnerungsvermögen beeinflussen das Ergebnis. Das ist Immersion.
Dafür braucht es zwar ansatzweise Realismus aber weder ist es dasselbe noch muss der Realismus besonders weit gehen.