• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank
  • Kritk / Fragen / Anregungen zu Artikeln

    Wenn ihr Kritik, Fragen oder Anregungen zu unseren Artikeln habt, dann könnt ihr diese nun in das entsprechende Forum packen. Vor allem Fehler in Artikeln gehören da rein, damit sie dort besser gesehen und bearbeitet werden können.

    Bitte beachtet dort den Eingangspost, der vorgibt, wie der Thread zu benutzen ist: Danke!

Immersion in Videospielen: Wie realistisch müssen Spiele sein?

Immersion ist nicht Realismus.
Der erste Hinweis darauf ist, dass es zwei verschiedene Wörter sind!

Immersion bedeutet, dass man vergisst in einer virtuellen Welt zu sein, also dieselben Gefühle bei Erfolg oder Misserfolg hat wie im echten Leben. Ohne bei allem bewusst den (immersionsbrechenden) den Gedanken zu haben ein Spielzu spielen.
Realismus dagegen ist eine möglichst genaue Abbildung der Realität.


Anhand von KCDII kann man das anschaulich aufzeigen:

Die Alchemie und das Schmieden werden immer wieder "realistisch" genannt. Dabei sind sie immersiv.
Realistisch ist es nicht, ein Stück Metall zu erhitzen, rhytmisch drauf einzuschlagen und nach 2 Minuten ist es ein Schwert, eine Axt oder ein Hufeisen.
Es ist auch nicht realistisch 2 Kräuter ne Minute in Wasser zu kochen, eine Flasche abzufüllen und 6 Tränke zu haben.
Realistisch müssten es viel mehr Schritte sein, die länger dauern, öfter schiefgehen, weniger Ertrag bringen. Natürlich wäre beides in realistisch auch sehr langatmig um nicht langweilig zu sagen.

Als eigene Simulation(sic), die wie der Name schon sagt die Realität simulieren will, mag sowas klar gehen, als Mechanik in einem viel grösserem Spiel aber nicht.

Die verschiedenen Schritte sind also nicht realistisch, die ganze Mechanik ist stark vereinfacht.
Aber verschiede Aspekte, die Ego Perspektive, die detaillierten Animationen, die vielen einzelnen Schritte, die Notwendigkeit sich die Reihenfolge selbst zu merken, das minimalistische bzw. nicht vorhandene UI (also Dinge wie "Wasser kocht" oder "Schwert glüht" direkt in der Welt zu zeigen statt über ne Einblendung)
führen dazu, dass es immersiv ist.
Man hat das Gefühl wirklich beteiligt zu sein, die eigenen Handlungen, das eigene Geschick und Erinnerungsvermögen beeinflussen das Ergebnis. Das ist Immersion.
Dafür braucht es zwar ansatzweise Realismus aber weder ist es dasselbe noch muss der Realismus besonders weit gehen.
 
Ich habe den Artikel vollständig gelesen, aber ich muss sagen, ich verstehe ihn nicht ganz.
Beziehungsweise wird das Thema Immmersion beiläufig am Rande und eigentlich nur als Einsteiger verwendet, um den größten Teil des Artikels dem Thema Krieg in Spielen zu widmen. Das ist ein ganz eigenes Thema für sich.
Immersion und Realismus, die eigentlichen Themen, werden daher leider nur oberflächlich angekratzt und die Leser erfahren dadurch auch nicht wirklich etwas neues.
Wie oft allein das Wort „Krieg“, ob als Substantiv, Adjektiv oder Verb in dem Beitrag vorkommt, kann man kaum zählen.
Sehr schade, denn zum einen ist damit der Text sehr einseitig und zum anderen auch, abgesehen vom Einstieg, am Thema vorbei.
 
Die Alchemie und das Schmieden werden immer wieder "realistisch" genannt. Dabei sind sie immersiv.
Realistisch ist es nicht, ein Stück Metall zu erhitzen, rhytmisch drauf einzuschlagen und nach 2 Minuten ist es ein Schwert, eine Axt oder ein Hufeisen.
Es ist auch nicht realistisch 2 Kräuter ne Minute in Wasser zu kochen, eine Flasche abzufüllen und 6 Tränke zu haben.
Realistisch müssten es viel mehr Schritte sein, die länger dauern, öfter schiefgehen, weniger Ertrag bringen. Natürlich wäre beides in realistisch auch sehr langatmig um nicht langweilig zu sagen.
Ich persönlich finde hier ja den Unterschied zwischen intra- und extradiegetisch auch ziemlich nützlich.
Also alles, was tatsächlich Teil des Spiels bzw. der Geschichte ist, und eben solche Dinge, die außerhalb der Geschichte bzw. der Welt stattfinden.

Ein Bosskampf ist etwa intradiegetisch, der coole Soundtrack, den man hört, ist aber extradiegetisch, weil der Spielercharakter den nicht selbst hören kann, außer er wurde explizit als Teil des Kampfes beschrieben.

In einer Life-Sim kann der Farming-Aspekt beispielsweise sehr realistisch und intradiegetisch sein, wie man sein Gemüse anpflanzt und heranwachsen lässt, den Akt des Abbaus könnte man dann aber möglicherweise als extradiegetisch bezeichnen, wenn das Gemüse einfach per Knopfdruck aus dem Boden ploppt und dann auf magische Art und Weise ins Inventar des Spielers fliegt - was durchaus Immersionsbrechend für einige Personen sein kann.

Realismus und Immersion sind ein wahnsinnig faszinierender Aspekt in Videospielen meiner Meinung nach, auch wenn mir persönlich der Fokus auf "Immersion", den viele Spiele mittlerweile haben, ein wenig missfällt.
 
Klare Sache, der Spaß. Und dann halt ne Welt, ne Figur, ne Geschichte etc. wo man unterwegs sein will. Anbei, je besser die Grafik wird, desto weniger "immersiv" wird ein Spiel. Eigentlich ein Widerspruch, und ja manche (damalige) Grafik schreckt mich auch ab, aber es ist wie es ist.

Was "Immersion" nun genau für jeden ist, das kann man nicht sagen, aber es können Dinge ausgeschloßen werden.

--> Menschen lieben klassische Heldengeschichten. Der Mann zieht aus rettet den Tag und gut ist. Absolut immersionszerstörend sind die Charaktere, welche in normalen Geschichten eigentlich die Antipoden sind und nun aufeinmal in Reihe als Helden mit "besonderem Hintergrund" aufgewartet werden.
--> Entfernt durch Moderation
--> Komplexität erhalten lernen. Es darf auch ruhig mal etwas anspruchsvoller sein. Nicht jede Spielmechanik muß so "casualisiert" werden, daß ein hirntoter Affe auf einer Arschbacke durch das Spiel rutscht. Klar, Verbesserungen dürfen es immer sein.
--> Ne Welt, in der man gerne Abenteuer erlebt. Entweder eher klein und fein oder als Open World, wobei letztere nun eher in Arbeit ausgeartet wurden als in einem Spielplatz.

edit Lox:
Den polemischen Absatz entfernt, bitte unterlassen in Zukunft. Danke
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Anbei, je besser die Grafik wird, desto weniger "immersiv" wird ein Spiel.

Findest du wirklich, dass der Grad der Immersion automatisch im umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Grafik steht?
Ich finde, das hat miteinander überhaupt nichts zu tun.
Dann müsste ja ein Witcher 2 weniger immersiv sein als ein Witcher 1 und ein Witcher 3 deutlich weniger immersiv als die Teile 2 und 1 oder ein KCD 2 ebenso gegenüber dem ersten Teil.
Es mag durchaus Spiele geben, da trifft das zu, dass ein Nachfolger oder allgemein neue Spiele mit hübscherer Optik weniger immersiv sind oder einem so erscheinen als Vorgänger oder ältere Vertreter des gleichen Genres, aber das liegt dann bestimmt nicht an der Grafik, sondern an vielen anderen Dingen, die in den älteren Spielen besser gemacht wurden.
 
Findest du wirklich, dass der Grad der Immersion automatisch im umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Grafik steht?
Ich finde, das hat miteinander überhaupt nichts zu tun.
Dann müsste ja ein Witcher 2 weniger immersiv sein als ein Witcher 1 und ein Witcher 3 deutlich weniger immersiv als die Teile 2 und 1 oder ein KCD 2 ebenso gegenüber dem ersten Teil.
Es mag durchaus Spiele geben, da trifft das zu, dass ein Nachfolger oder allgemein neue Spiele mit hübscherer Optik weniger immersiv sind oder einem so erscheinen als Vorgänger oder ältere Vertreter des gleichen Genres, aber das liegt dann bestimmt nicht an der Grafik, sondern an vielen anderen Dingen, die in den älteren Spielen besser gemacht wurden.
Wie gesagt, das kannst schlecht beurteilen. Der Witcher 1 ist z.B. das beste Spiel der Reihe, weil es von der Atmo einfach fett abliefert. Der zweite Teil sieht viel besser aus und spielt sich auch einfach geiler, ist aber nicht mehr so ein Brett. Der dritte Teil ist ja ja endsgeil und besser als der zweite Teil.

Kopfkino ist da glaub ich entscheidend. Wenn das Spiel und die Atmo stimmt zieht das einen mehr rein als gute Grafik. Es geht aber auch beides, schau Dir Cyberpunk 2077 oder ein Kongdome Come an.

Die Geschichte, welche sich die Spieler selber dazu machen ist wohl "immersionsentscheidend". Bei nem Doom oder nem Fifa brauch ich jetzt keine tolle Story für die "Immersion", da ist es eher wieder die Grafik. Anderseits wollte ich das neue Doom nachholen, das Mittelalterzeug ist ne geile Idee, ich zock aber grad das erste auf der Swich2, weil es mich voll abholt.

Das mit der Grafik ist die Idee von Realität in der Digitalität und daß das irgendwann mal verschmilzt. Nun wird erschreckt festgestellt, daß egal was man tut, die Fiktionalität in ihrer (versuchten) Perfektion niemals das Begehren nach der unperfekten Realität verdrängen kann. Ist wohl wie mit Frauen. :D :D :D
 
Immersion und Realismus sind für mich an sich auch zwei verschiedene Dinge, auch wenn beide sehr gut miteinander harmonieren. Der Realismus (Physik, echte Fahr- und Flugzeuge usw.) in einer guten Flug- oder Fahrsimulation hilft auf jeden Fall bei der Immersion. Nicht nachvollziehbare Physik dagegen würde die Immersion zerstören, zumindest bei Spielen bei denen diese Spielmechaniken im Vordergrund stehen.

Anders sieht es bei nem Shooter, Adventure, Action Adventure oder sowas aus. Grafik, eine glaubwürdige lebendige Spielwelt, passende Soundkulisse und viele Interaktionsmöglichkeiten und Arten, wie die Spielwelt auf einen reagiert können solche Spiele sehr immersiv machen, auch unabhängig vom Realismus.

Umgekehrt ist z. B. Workers & Resources: Soviet Republic eine sehr detaillierte und realistische Stadtbausimulation. Aber Immersion ist da nicht wirklich ein Thema.

Im Endeffekt geht es meiner Meinung nach bei Immersion einfach darum, dass einen etwas so sehr "umschließt" beim Spielen, Lesen, Anschauen etc., dass man für die Dauer des Konsums Zeit und Raum um sich herum vergisst. Das ist eine sehr subjektive Sache und kann bei jedem anders aussehen.

Realismus dagegen ist objektiv beweisbar. Da müssen Zahlen und andere Daten stimmen.

Immersion = Emotion, subjektiv
Realismus = Mathematik, objektiv
 
Der Witcher 1 ist z.B. das beste Spiel der Reihe

Uii, das bist du der Erste den ich kenne, der das sagt.
Meine Reihenfolge aufsteigend: 1, dann 2 und mit ziemlichem Abstand dann der 3. Teil.

Anderseits wollte ich das neue Doom nachholen, das Mittelalterzeug ist ne geile Idee, ich zock aber grad das erste auf der Swich2, weil es mich voll abholt.

Welches erste Doom meinst du?
Das tatsächlich erste oder das 2016er Doom?
Das zum Besipiel hat mich mit seinen Glory-Kills und dem ganzen Gedöns nicht abgeholt. Doom Eternal dann gleich gar nicht. War mir zu viel Herum-Gehopse und zu viele Arena-Fights. The Dark Ages hab ich ganz ausgelassen.
Aber ich bin auch jemand der sagt, das letzte gute Doom war Teil 3. Das sehen auch viele nicht so.
 
Welches erste Doom meinst du?
Das tatsächlich erste oder das 2016er Doom?
Das zum Besipiel hat mich mit seinen Glory-Kills und dem ganzen Gedöns nicht abgeholt. Doom Eternal dann gleich gar nicht. War mir zu viel Herum-Gehopse und zu viele Arena-Fights. The Dark Ages hab ich ganz ausgelassen.
Aber ich bin auch jemand der sagt, das letzte gute Doom war Teil 3. Das sehen auch viele nicht so.
Das erste und das zweite aus den 90ern (ich bin allerdings auch ein klassisches Boomershooter Opfer, sind halt leider, immer noch, geil). Die "neuen" Doom sind aber auch sehr geil gemacht. Da haben se die Reihe Anno 2016 gut neu auf den Weg gebracht.
 
Zurück