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Hideo Kojima: "Games haben die Kraft, Filme und Romane zu übertreffen"

Bei Romanen bin ich mir nicht so sicher, Filme aber auf jeden Fall. Aber ich bin auch schon zum Schluss gekommen, dass Spiele ein Medium sind, dessen wahres Potential noch lange nicht von Künstler ausgeschöpft wurde. Spiele wie Life is Strange sind da erst der Anfang.
 
Nö, weder noch. Aber sicher hätte er das gerne. ;)

Wobei ironischerweise seine eigenen Spiele das beste Gegenbeispiel darstellen. Die sind erzählerisch einfach nur infantil-pubertäre Grütze auf RTL2 Niveau. Vielleicht hat er sich aber natürlich auch nicht selbst gemeint, wobei ich das bei Kojima eher bezweifle... :P
 
In einem Spiel kann man alles machen, was auch ein Film erlaubt, aber nicht umgekehrt. Dadurch sind Spiele als Medium mächtiger, allerdings wird diese Potential kaum genutzt. Heavy Rain etc. sind nichts anderes als interaktive Filme.
 
Aktive Unterhaltungsmedien sind weder besser noch schlechter als passive. Keines kann die Gegenseite ersetzen, man kann nur froh sein dass man die Auswahl hat. Und manche können auch nur in ihrer eigenen Form funktionieren. Man stelle sich "Metal Gear Solid" als Roman oder minder gelungene Verfilmung vor... Geht gar nicht. Die Marke lebt von ihrer Interaktivität. ^^

Gesendet von meinem 6070K mit Tapatalk
 
Eben. Und selbst Spiele könnten in Teilen selbst besser sein. Da fehlt den Publishern/Entwicklern entweder der Wille für eine längere Entwicklungszeit für eine größere Detailtiefe und/oder die finanziellen Mittel dazu. Und selbst Romane sind teils deutlich detaillierter als manche Verfilmung dazu. Gewisse Details sind dann in Filmen tiefgreifender als im Spiel aber Romane wiederum noch detaillierter. Allerdings sind "aktive" Medien wie Spiele wiederum trozdem in gewisser Weise mächtiger wenn sie ihre Vorteile ausspielen. Aber wie gesagt man kann keine der beiden Seiten wirklich ersetzen.
 
Aktive Unterhaltungsmedien sind weder besser noch schlechter als passive. Keines kann die Gegenseite ersetzen, man kann nur froh sein dass man die Auswahl hat. Und manche können auch nur in ihrer eigenen Form funktionieren. Man stelle sich "Metal Gear Solid" als Roman oder minder gelungene Verfilmung vor... Geht gar nicht. Die Marke lebt von ihrer Interaktivität. ^^

Gesendet von meinem 6070K mit Tapatalk
Einige Spiele funktionieren, meiner Meinung nach, sehr wohl auch als Film. Metal Gear Solid würde sich als Serie, ähnlich wie Game of Thrones, super machen. :) Wäre die echt komplexe, teilweise abgedrehte Storyline nicht, wäre MGS letztlich aber auch nur ein 08/15-Stealth Game.
Allerdings sind die Vorstellung an eine gute Verfilmung und deren Umsetzung zwei Paar Schuhe.

Auf der anderen Seite funktionieren eben auch nicht alle Spiele als Filme. Ich könnte mir auch kein TES als Film vorstellen, weil die Serie nicht von Geschichten lebt, sondern vom Sandbox-Gameplay.
 
Metal Gear Solid 3 hat mich immer extrem stark an einen James Bond Film erinnert. Interessanterweise kam damals die PS2 Subsistance version unter anderem mit einer extra disk auf der man sich sämtliche zwischensequenz zusammengeschnitten als Film anschauen konnte. Natürlich geht dem ganzen viel verloren weil das viel zu lange ist ohne das man selbst beschäftigt ist.
Das problem darin ein Spiel zu verfilmen ist das gleiche wie bei einem Buch. Je komplexer das ganze ist umso schwerer wird es das ganze so zusammenzukürzen das es in einen Film passt. Bei Harry Potter sieht man sehr schön im verlauf der Reihe wie es sich auf die Filme auswirkt wenn die Bücher länger werden (auch dem orden des Phönix hätte es gutgetan daraus 2 filmezu machen). In extremfällen nimmt das ganze dann entweder ein format an etwa von Herr der Ringe was sehr gut umgesetzt war oder im negativ fall denke ich da zb an Eragon wo das buch so verstümmelt und umgeschrieben wurde das man selbst wenn der film erfolgreich gewesen wäre, man fast umöglich an den 2ten band hätte anknüpfen können zb weil man es für eine gute idee hielt figuren zu töten die in den späteren bänden nuch eine wichtige rolle spielen.
Bei Spieleverfilmungen verhält es sich im grunde ganz genauso. Da der letzte Teil gerade im Kino läuft kommt mir da natürlich als erstes Resident Evil in den sinn. Hier hat man beschlossen statt sich an die vorlage zu halten, die denke ich durchaus eine passabele Filmreihe abgegeben hätte, die ganze geschichte um eine neue Figur herrum komplett neu aufzubauen und die einzige verbindung zur vorlage darin bestehen zu lassen das man Charaktere und schauplätze aus den spielen in die filme einstreut. Tomb Raider oder Assassins Creed sind da gemessen an den vorlage sehr viel besser umgesetzt.
 
In einem Spiel kann man alles machen, was auch ein Film erlaubt, aber nicht umgekehrt. Dadurch sind Spiele als Medium mächtiger, allerdings wird diese Potential kaum genutzt.
Nö.

Ein Film ist per Definition zu 100% Storytelling. Jedes Quentchen "Spiel" , das da dazu kommt, reduziert den Anteil, den das Storytelling einnimmt.

Ich persönlich halte allerdings immer noch Literatur für das mächtigste erzählerische Medium, weil das zum einen das kreative Werk eines einzigen Geistes ist (-> Konsistenz) und zum anderen Freiheiten erlaubt, die einem visuellen Medium nicht möglich sind (-> Fantasie). ;)
 
Einige Spiele funktionieren, meiner Meinung nach, sehr wohl auch als Film. Metal Gear Solid würde sich als Serie, ähnlich wie Game of Thrones, super machen. :) Wäre die echt komplexe, teilweise abgedrehte Storyline nicht, wäre MGS letztlich aber auch nur ein 08/15-Stealth Game.
Ja, aber gerade dieses Teils-Überdrehte ist für ein Film- oder Serienformat nicht zwingend geeignet, es würde mich da so gar nicht überraschen wenn sich die Mehrheit der unbefleckten Seher fragen würden was denn dieses "Gaga-Zeugs" zwischen den Action-Thriller-Elementen zu suchen hat. Wir Spieler kennen ja diesen speziellen Kojima-Humor, in den Spielen muss es einfach rein, wir wissen wie er und seine Spiele ticken. Das MGS als Ganzes würde man bestimmt nicht vollständig ins TV- oder Kino-Medium übertragen, sondern es um essentielle Zöpfe bringen. Und dieses Endergebnis wäre nur ein Bruchteil von dem was MGS tatsächlich ist. MGS hat nun mal seinen Eigenheiten, und da die meisten Spiel-Adaptionen vorwiegend US-Produktionen und die ihr eigene Vorstellung von Adaption hinklatschen wäre die Gefahr recht groß eher ein 0815-MGS auf Zellluloid zu bekommen.
 
Ich persönlich halte allerdings immer noch Literatur für das mächtigste erzählerische Medium, weil das zum einen das kreative Werk eines einzigen Geistes ist (-> Konsistenz) und zum anderen Freiheiten erlaubt, die einem visuellen Medium nicht möglich sind (-> Fantasie). ;)
Bücher sind nichts anderes als Kopf-Kino. Wobei jedes Buch auch nur so stark ist wie der der es schreibt. Autoren-Arbeit ist auch keine einfache Kunst, es gibt auch genug Schrott in Papierform. ;)
 
Sehe ich anderst: Ich hab noch nie ein Spiel gespielt und erlebt, was einen guten Film auch nur im Ansatz überbieten könnte! Betonung liegt auf "noch nie" und "EIN Spiel"!
Es gibt Leute, die würden sagen z.B. The Last of Us sei um weiten besser als "ein Film".
Ich weiß nicht wie ich es sagen soll: Habs mehrfach gespielt fand es bestenfall Mittelmaß.. (und zwar aus erzählerischer, emotionaler und darstellerischer Sicht)
Das heißt, dass diese Leute keine guten Filme kennen oder ihre Messlatte für Spiele im Keller liegt.
 
Nö, bei Kojima dürfte das einzig der traurige Versuch der Selbstbeweihräucherung sein. %-)
 
Nö.

Ein Film ist per Definition zu 100% Storytelling. Jedes Quentchen "Spiel" , das da dazu kommt, reduziert den Anteil, den das Storytelling einnimmt.

Ich persönlich halte allerdings immer noch Literatur für das mächtigste erzählerische Medium, weil das zum einen das kreative Werk eines einzigen Geistes ist (-> Konsistenz) und zum anderen Freiheiten erlaubt, die einem visuellen Medium nicht möglich sind (-> Fantasie). ;)

Schön gesagt! Sehe ich auch so!
Zudem hat das medium Spiel auch das Problem, dass es technisch deutlich anfälliger ist.
Mir geht es z.B. so, dass ich kaum (bis garnicht MEHR) Spiele, der Story wegen spiele. (zu viele Sachen ein intensives Storytelling killen) Ich bin beruflich vielleicht zu stark in der Materie, aber es kommt soooo oft vor, dass schon nach kurzer Zeit in einem Spiel die Atmosphäre so weit unten ist, dass sie nicht mehr ist als Beiwerk - anderst als bei Film, wo Erzählung und Atmosphäre/Emotion Hand in Hand gehen (ist die Story 100% gut, ist der Film 100% gut) und nicht gegeneinander arbeiten (Gameplay vs. Story, beides geht einfach nicht auf 100%, wie du schon gesagt hast).
Probleme von Spielen. KI; Gameplay-Elemente (szenengebunden), die den Spieler in den Möglichkeiten des Spiele beschränken; Bugs und Glitches; uncanny valley (der Killer, wenns um emotion geht)...
 
Ich persönlich halte allerdings immer noch Literatur für das mächtigste erzählerische Medium, weil das zum einen das kreative Werk eines einzigen Geistes ist (-> Konsistenz) und zum anderen Freiheiten erlaubt, die einem visuellen Medium nicht möglich sind (-> Fantasie). ;)

Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen. bei Büchern setzt tatsächlich nur die Fantasie die grenze des Machbaren, jedoch nicht nur die Fantasie des Autors, sondern auch die des Lesers, denn die geschriebene Geschichte wird praktisch im Kopf des Lesers, mit dessen Vorstellungskraft visualisiert. In visuellen Medien (Comics, Filme, Spiele), kann der Autor dem Leser Dinge zeigen, die dieser sich vorher gar nicht vorstellen konnte. Dafür unterliegt man natürlich anderen (oft technischen) Einschränkungen.

Ich denke übrigens nicht, dass Spiele versuchen sollten, wie Filme oder Bücher zu sein, denn dann ignorieren sie ihre Stärken. Die liegen in der Interaktivität und im Gameplay, nicht im Erzählen von Geschichten. Letzteres hat eher unterstützende Funktion, damit das tolle Gameplay nicht in der Luft schwebt.
 
Das ist klar. Deswegen sagte ich ja auch, dass man mit dem (geschriebenen) Wort am meisten und am Besten erzählen kann. Spiele haben andere Stärken. ;)

Wie war das noch, Bilder sagen mehr als tausend Worte? :D

Ich glaube es kommt eher auf das Individuum ansich an, wie es sich am besten unterhalten lässt. Dass man jetzt kein Kopfkino genießt, wenn man ein Buch liest, muss ja nicht zwangsläufig darauf schließen, dass das Individuum über keine Fantasie verfügt. Vielleicht wird seine Fantasie andersweitig angeregt und nicht durchs (ich schreibs mal absichtlich so provokativ) Anstarren von Wörtern.

Btw. Es gibt ja auch Spiele da draußen, in denen man viel lesen muss, oder die sogar eine Art Hybrid darstellen (Vertonte/unvertonte Zwischensequenzen, Dialogzeilen, Bilder...). Yakuza 0 fällt mir da gerade ein.

Für mich gibt es keinen Gewinner^^
 
Man kann mit visuellen Mitteln eben nur bestimmte Dinge darstellen. Der Fantasie in Büchern ist praktisch keine Grenzen gesetzt. Ein ganz typisches Beispiel ist der "Innenblick" und der "innere Monolog". Abgesehen davon hat ein Buch den Vorteil, dass man sich individuell beliebig viel Zeit nehmen kann. Ein Film ist da relativ "starr", d.h. man erfasst eine Situation vollständig - oder auch nicht. Ein Buch kann ich so schnell oder langsam lesen, wie ich das möche und wie es meine Fantasie erfordert. Von allen Medien bietet das geschriebene Wort die meisten Freiheiten für den Autor und es sind praktisch alle erzählerischen Stilmittel und Methoden problemlos möglich. Jedes visuelle Medium hat da viel stärkere Limitierungen.

Das meine ich damit, dass das geschriebene Wort das "mächtigste" Werkzeug zum Erzählen einer Geschichte ist. Wer seiner Kreativität freien Lauf lassen will ohne irgendwelchen (technischen) Beschränkungen aufzuliegen, ist mit dem geschriebenen Wort am besten bedient. Und für den Konsument bietet das geschriebene Wort die größte Bandbreite an möglichen Erzähltechniken und unterschiedlichen Erzählansätzen. So viel kreative Freiheit wie ein Autor hat praktisch kein Filmemacher.

Was ich damit nicht sagen wollte ist, dass ein Buch zwangsläufig die bessere Geschichte erzählt oder dass Filme nicht ebenso viele Emotionen wie ein Buch erzeugen können.
 
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