Deutsche Gamesindustrie - Quo Vadis?

TE
Bonkic

Bonkic

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mir z.B. will nicht in den Kopf warum z.b. TRI: Of Friendship and Madness so dermaßen unterging, sodass der Entwickler Rat King Entertainment jetzt auf Handyzeug umgeschwenkt ist.

das dürfte unter anderem wohl daran liegen, dass keine sau dieses spiel kennt.
ich hab bspw noch nie was davon gehört, und ich beschäftige mich jetzt wahrlich genug mit diesem "unsinn".
 

Look

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Publisher für TRI war Rising Star, auch ein wenig bekannter, da gab es ganz simpel und einfach kein Werbebudget, leider. Btw. war es die von mir gelesene c't, wenn ich mich richtig erinnere, die mich darauf aufmerksam machte.


Ich fand das Spiel super, definitiv eines meiner Highlights der von mir gespielten Sachen dieses Jahr.
 

Spiritogre

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Hm, schon hier muss ich intervenieren, weil offenkundig falsch. ;)

1. Gibt es keine Familienclan "Wells Fargo"; Es gab/gibt die Familien Wells UND Fargo, afaik haben die niemals untereinander geheiratet.

2. Taucht in sämtlichen Forbes-Rankings zum Thema "reichste US-Familien" weder der Name "Wells", noch der Name "Fargo" auf.

3. Muss die Tatsache, dass man ein Nachkomme einer berühmten Gründer-/Industriellenfamilie ist, noch lange nicht heißen, dass man automatisch auch reich ist. Ein Vorfahr meiner besseren Hälfte hat auch AUDI (mit)gegründet; wir sind deshalb trotzdem keine (Groß)aktionäre. :B
2. Bei den 100-Tausenden Millionären in den USA wäre so ein Forbes Ranking auch sehr lang.
3. Brian Fargo ist reich (es sei denn, er hat alles verzockt ... ) er hat immerhin Interplay gegründet und geleitet, jahrelang einer der großen Publisher.
 

Spassbremse

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2. Bei den 100-Tausenden Millionären in den USA wäre so ein Forbes Ranking auch sehr lang.

Du hast aber geschrieben, bei den "reichsten" Familien... ;)


Brian Fargo ist reich (es sei denn, er hat alles verzockt ... ) er hat immerhin Interplay gegründet und geleitet, jahrelang einer der großen Publisher.

Selbst wenn er Multimillionär sein sollte, so eine Spieleentwicklung ist sehr teuer und ich würde auch nicht einen Großteil meines Eigenkapitals einsetzen, um damit EIN Projekt zu finanzieren.

Außerdem ist Fargo (daher überhaupt mein Einwand) ein denkbar schlechtes Beispiel, denn im Gegensatz zu Schafer hat er bislang überzeugend "geliefert". ;)

So, oder so, ich halte Kickstarter und Co. durchaus für ein großartiges Konzept, allerdings sollte man im Vorfeld genau checken, *wem* man da seine sauer verdiente Kohle anvertraut. Natürlich locken solche Plattformen auch jede Menge Gauner und Dampfplauderer an, das liegt nun einmal in der Natur der Sache, bzw. konkreter, in der Natur des Menschen.

Ich bin aber der Meinung, dass man durchaus mit etwas "Menschen- und Branchenkenntnis" eine halbwegs sichere Vorauswahl treffen kann. Die von mir z. B. bislang unterstützten Projekte waren durch die Bank weg gute bis sehr gute Erfolge; die Entwickler lieferten genau das ab, was sie versprochen hatten bzw. übertrafen die Erwartungen.

Bei Schafer habe ich z. B. niemals auch nur einen Cent "gebackt" - denn der Mann hat leider eine "history", wie man in den USA so schön sagt.
Bei SC bin ich auch nicht mit dabei, nicht weil Chris Roberts ein unfähiger Dampfplauderer wäre, im Gegenteil, er hat in der Vergangenheit durchaus des Öfteren bewiesen, dass er "es" drauf hat - aber er genauso berühmt-berüchtigt dafür, dass seine Spiele gerne bis zum St.-Nimmerleins-Tag in der Entwicklung sind... :B
 

Spiritogre

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Meine Aussage war, dass die (populären) Kickstarter Projekte hätten auch ohne Probleme so finanziert werden können. Wir sprechen hier ja nicht von 100 Millionen Blockbustern (Star Citizen außen vor) sondern von Titeln im Bereich 1 - 5 Millionen, und die bezahlen solche Berühmtheiten aus der Portokasse. Aber ist natürlich für sie erheblich angenehmer, wenn das Risiko die Fans tragen ...
 

Spassbremse

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Meine Aussage war, dass die (populären) Kickstarter Projekte hätten auch ohne Probleme so finanziert werden können. Wir sprechen hier ja nicht von 100 Millionen Blockbustern (Star Citizen außen vor) sondern von Titeln im Bereich 1 - 5 Millionen, und die bezahlen solche Berühmtheiten aus der Portokasse. Aber ist natürlich für sie erheblich angenehmer, wenn das Risiko die Fans tragen ...

Ja, aber den Beweis bleibst Du schuldig. Du unterstellst, dass die betreffenden Personen allesamt millionenschwer wären, aber selbst wenn, weißt Du doch noch lange nicht, wer genau wieviel besitzt bzw. "flüssig" hat.

Ich denke, wenn viele Leute hier im Forum ihr Vermögen (auch Erbe), also Häuser, Autos, Grundstücke einmal zusammenrechnen, dann gibt's dann auch nicht einmal wenige Vermögensmillionäre. Die allerwenigsten werden davon aber in der Lage sein, sechs- oder gar siebenstellige Summen einfach einmal "locker" investieren zu können.

Aber selbst wenn man über ein Millionenvermögen in bar verfügen würde - wäre es nicht ein wenig blauäugig, die gesamte Summe, oder zumindest einen großen Teil, in EIN Projekt zu investieren?

Oder ist es nicht wirtschaftlich sehr viel klüger, das Risiko in ÜBERSCHAUBARER Höhe auf viele Schultern zu verteilen?

Es ist doch ein Unterschied, ob bspw. eine Person 2 Mio. verliert, oder 100.000 jeweils 20€...
 

Spiritogre

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Es geht ja um das "wie". Meiner Ansicht nach muss man schon ein arger "Fanboy" sein, um irgendwem Geld zu geben, ohne einen garantierten Gegenwert und wenn dann oftmals erst nach Jahren. Für die Hersteller ist es einfach eine extrem günstige Variante, keine Kredite, keine Beteiligten die von ihren Investitionen Gewinn erwarten.

Nur, ich persönlich halte da nichts von (es sei denn, ich kriege eine prozentuale Gewinnbeteiligung - ich hab 0,02 Prozent vom Spiel finanziert, dann kriege ich auch 0,02 Prozent vom erwirtschafteten Reingewinn) und der Spielemarkt ist so groß und vielseitig, so sehr kann ich gar nicht auf ein spezielles Projekt stehen (vor allem weil in der Regel das Ergebnis ohnehin seinem Hype nicht annähernd gerecht wird, es ist und bleibt ein Spiel) und ich habe Tausende Games, die ich inzwischen schon zocken kann, schlicht weil sie fertig sind und viele davon sind letztlich ähnlich.

Das ist der Grund, warum ich nicht verstehe, wieso "Fans" das mitmachen (Early Access als auch Crowdfunding). Man zahlt aber bekommt erst mal nichts. Stattdessen könnte man für das Geld sofort ein praktisch gleichwertiges fertiges Game kaufen.
 

Spassbremse

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Es geht ja um das "wie". Meiner Ansicht nach muss man schon ein arger "Fanboy" sein, um irgendwem Geld zu geben, ohne einen garantierten Gegenwert und wenn dann oftmals erst nach Jahren.

Ich persönlich trenne schon Kickstarter und Early Access. Ersteres mag ich, letzeres lehne ich (für mich persönlich) ab.

Das (wiederum für mich) Interessante an KS ist, dass man quasi die Entwicklung von Anfang bis Ende verfolgen kann, "gute" Entwickler kommunizieren nicht nur vorbildlich mit der Fanbase, sondern bitten regelmäßig um Feedback, veranstalten Umfragen zu Gameplay-Elementen, etc., kurz. man *kann* sich als Teil der Entwicklung fühlen.

Sicher steckt da viel Enthusiasmus, bzw. auch "Fanboyism" dahinter, aber wenn man damit Spaß hat, warum denn nicht? Ich persönlich habe keine Problem damit, auch mal 30-50€ abzuschreiben, *falls* einmal ein Flop dabei sein sollte.

Ich verstehe aber, dass für manche Leute das u. U. schon eine Menge Geld sein kann; aber die müssen (und sollen) sich ja auch nicht bei KS engagieren.

Early Access dagegen, gerade bei Steam, hat für mich eher einen negativen Beigeschmack. Klar gibt's da auch einige seriöse Entwickler, "Kerbal" und "Prison Architect" waren/sind da gute Beispiele dafür, aber bei vielen EA-Titeln hat man dann doch stark den Eindruck, hier wollen einfach ein paar Amateure ein bisschen Geld abfischen und viele hochtrabende Pläne versanden früher oder später wieder.
 
TE
Bonkic

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noch so ein projekt aus deutschland, von dem ich bislang noch nie gehört habe: das mmorpg tibia von cipsoft aus regensburg.
in dem fall ist die sache noch merkwürdiger. tibia ist 1997 also zeitgleich mit ultima online an den start gegangen!
mal ehrlich: kannte das jemand oder spielt(e) es sogar?

tibia war vor einigen tagen deshalb in den schlagzeilen, da hab ich erstmals davon gehört.
wirklich sehr erstaunlich.
 

Spassbremse

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noch so ein projekt aus deutschland, von dem ich bislang noch nie gehört habe: das mmorpg tibia von cipsoft aus regensburg.
in dem fall ist die sache noch merkwürdiger. tibia ist 1997 also zeitgleich mit ultima online an den start gegangen!
mal ehrlich: kannte das jemand oder spielt(e) es sogar?

Gehört habe ich davon, habe es aber weder gespielt, noch wusste ich, dass das aus Deutschland und sogar aus Regensburg kommt.

Lustigerweise habe ich Anfang der 2000er anscheinend ganz in der Nähe dieser Firma gewohnt... :B
 

Exar-K

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Ich habe in den letzten 15 Jahren mehrere Dutzend MMOs gespielt und würde mich eigtl. auch als Kenner der Szene bezeichnen, aber von Tibia habe ich auch noch nie etwas gehört.
Oder es war irgendwann vor 10-15 Jahren und ich hab es wieder vergessen. :-D
 
TE
Bonkic

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