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Der Herr der Ringe: Gollum: Daedalic, was treibt ihr da?

Carlo Siebenhuener

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Ich würde behaupten, dass nicht wenige das Spiel im Shop sehen und sich sagen: "Ach cool, Herr der Ringe. Das schau ich mir mal an!". Damit spielt es vielleicht gerade so sein Geld wieder ein und wird zur Nullrunde.
Also ich würde behaupten dass im Jahr 2023 niemand einfach so ein Spiel kauft ohne einmal nach einem Test/Review im Internet zu schauen.
 
Auf einen zweiten Teil von "Harveys neue Augen" warte ich schon seit vielen Jahren und würde sehr gerne meine Sprech-Rolle als Gerret wieder aufnehmen. Aber das wird wohl in diesem Leben nichts mehr.

Apropos: in letzter Zeit liefert Toneworx auch nur noch eher so mittelmäßige Voice-Over ab (Ausnahme: Return to Monkey Island). Keine Ahnung, woran es liegt. Und ausgerechnet bei Gollum sind fast nur unbekannte Sprecher:innen an Bord. Da wurde auch irgendwie am falschen Ende gespart.
Okay, Andreas Fröhlich als Gollum hätte wahrscheinlich auch nicht wirklich geholfen, aber es hätte ein ordentlicheres Bild ob dieser Lizenz ergeben.

Bezüglich der Annahme, daß die meisten das Spiel eh wegen des Namens kaufen: genau deswegen eher nicht. Vor allem die HdR-Fans sind doch mehr als skeptisch (gewesen), ob so ein "Stealth-Action-Adventure" eine gute Idee war. Am Ende muß sich diese Spielweise mit "Styx" vergleichen lassen und nichts anderes ist es ja. Sowas funktioniert als eigenständige IP sicher gut, aber bei einem Lizenztitel, an den von vornherein gewisse (große) Erwartungen geknüpft sind, wird es unendlich schwer, da was vernünftiges draus zu machen.

Daedalics Fall (wenn man es so bezeichnen will) begann - meiner Meinung nach (!) - mit diesem Publisher-Kram für Telltale.
Erst nach einem riesigen Protest und diversen Petitionen wurde für "Tales of Monkey Island" eine deutsche Vertonung hingeschludert. Alle anderen Spiele der Firma haben keine.
Jaja, ich kenne die Gegenargumentationen. Doch mal im Ernst: kann es sich ein Spieleentwickler wirklich erlauben, den drittwichtigsten Markt in dieser Hinsicht zu ignorieren? Was daraus wurde, sieht man ja... Natürlich hat TTs Untergang vordergründig nichts mit einer fehlenden Vertonung zu tun. Aber mein Geld haben sie nie bekommen und ich weiß, daß viele aus dem selben Grund deren Spiele nicht gekauft haben. Klar, es wäre sicher am Ende nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen, aber es kommt ja nicht nur auf die Kaufkraft an, sondern auch, wie die Spieler einen Entwickler - und speziell hier: den Publisher! - wahrnehmen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Daedalic steht sich selbst im Weg. Mag sein, daß Adventure-Spiele jetzt tatsächlich so etwas wie tot sind (was RtMI allerdings widerlegt), aber sie gucken ihre Kernkompetenz ja nicht mal mehr mit dem Hintern an. Es spricht nichts dagegen, auch mal Neues zu versuchen, aber man darf nicht den eigentlichen Fokus verlieren. Aus Edna und Harvey könnte man immer noch eine Menge machen, oder man hätte sich im Vorfeld mal um eine Zusammenarbeit mit Ron Gilbert bemühen können und bspw. "Thimbleweed Park" selber hierzulande veröffentlichen (mit dt. Synchro natürlich). Dieser Erfolg ist dann halt an ihnen vorbeigegangen und nicht in ihren Kassen gelandet. Und der Reputation hätte es ordentlich gut getan.
 
Also ich würde behaupten dass im Jahr 2023 niemand einfach so ein Spiel kauft ohne einmal nach einem Test/Review im Internet zu schauen.
Wie kommst zu dieser Behauptung?
Spieleveröffentlichungen im katastrophalen Zustand sind die Regel und nicht die Ausnahme und dennoch geht es munter so weiter - weil die Käufer eben völlig lernresistent sind.
 
Deadalic ist für mich mittlerweile gleichbedeutend mit Bioware und Co. Man verbindet den Namen mit bestimmten Spielen, aber die wichtigen Leute sind längst nicht mehr an Bord. Kenne das auch aus meinen Arbeitsleben. Wenn die erfahrenen und talentierten Leute allesamt gehen, ist es verdammt schwer das aufzufangen. Klar ist es dann notwendig auch neue Wege zu beschreiten, aber dann braucht man eben auch eine Geschäftsleitung, die weiß, was sie macht. Von Adventures auf Action-Adventures umzusteigen ist schon eine Herausforderung, aber sich dann gleichzeitig in eine neue Engine einzuarbeiten .. puh schwierig.
 
PCGames schrieb:
Ob Gollum aber der finanzielle Fehlschlag wird, den man vermuten würde? Da wäre ich mir nicht so sicher.

in der spitze ganze 750 spieler bei steam und mehr werdens wohl kaum werden. wenn diese zahl auch nur irgendwie halbwegs für die anderen plattformen repräsentativ ist, und das ist vermutlich nicht allzu unwahrscheinlich, dann kann ich mir kaum vorstellen, dass da schlussendlich was anderes stehen kann als ein dickes rotes minus. es sei denn natürlich, das budget war nochmal deutlich geringer als angenommen.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass Daedalic sich besinnt und die richtigen Schlüsse zieht, denn es wäre wirklich tragisch, wenn die einstige Vorzeigestory der deutschen Spielebranche von der Odyssee zur Ikarusgeschichte wird. Hoch geflogen und am Ende tief gefallen.

ich sach mal so; aussagen wie diese (von ceo fichtelmann), getätigt 2019: "We have development teams in-house working on AAA projects on a scale that will astonish our fans and media. With IPs like this, we aim to create a stir that goes beyond the gaming industry." ließen ja schon vermuten, dass da jemand ein wenig dem größenwahn anheim gefallen sein könnte. und dementsprechend skeptisch wurde das ganze auch schon damals kommentiert. dann kam der erste größere reinfall a year of rain (längst vergessen) und jetzt eben gollum. man musste wirklich keine hellseherischen fähigkeiten besitzen, um zu vermuten, dass ein dann doch eher kleiner laden wie daedalic das nicht würde stemmen können.

wars das jetzt? ohne nacon hätte ich gesagt, dass zumindest der entwickler daedalic am ende ist. da die übernahme aber stattfand als gollum schon längst in der mache war und die zahlung der vereinbarten übernahmesumme ja teilweise erfolgsgebunden war, gibts für nacon vermutlich keinen grund den stecker zu ziehen. gollum dürfte ja noch mehr oder weniger auf eigene rechnung (von daedalic) gegangen sein. vielleicht auch mit ein grund, für die veröffentlichung in diesem zustand. man wollte die altlast loswerden. spekulation, zugegeben.
 
Mich würde interessieren, wie viel die Lizenz für Gollum gekostet hat. Günstig kann das doch nicht gewesen sein?
 
Also ich würde behaupten dass im Jahr 2023 niemand einfach so ein Spiel kauft ohne einmal nach einem Test/Review im Internet zu schauen.
Eh, eher das Gegenteil ist der Fall... solltest mal ein bisschen rezensionen lesen ect... und dich zb mal mit vorbesteller zahlen auseinandersetzen. Es ist unfassbar wie viele Leute Spiele vorbestellen oder am Releasetag kaufen und dann ihren unmut in rezensionen rauslassen, anstatt zu warten ob klar ist wie das Spiel eigentlich ist und sich spielt. Nicht selten übersteigen die Zahlen der Vorbestellungen diejenigen die ein spiel erst nach dem Releasetag kaufen bei weitem.

Ich wünschte es wäre anders... ganz aktuelles Beispiel? Diablo 4. Da lässt sich aber ne schier endlose Liste schreiben nur für das Jahr 2023 in der die vorbesteller Zahlen gigantisch waren für Spiele. Der Durchschnittszocker liest keine Tests oder informiert sich vorab... der durchschnitt sieht Trailer, und kauft. Ist leider so.

*edit* positiv ist aber folgende Entwicklung... sehr sehr viele machen dann recht schnell gebrauch vom Rückgaberecht bzw der funktion.

Ganz böse lief das zb zuletzt für The Last of Us Part 1 auf dem PC... die Verkaufszahlen sind nicht gut, gar nicht, aber die Zahl der reklamationen sind enorm. Weil das Ding auf dem PC ne derartige Bruchlandung hingelegt hat, ist ein Port für Teil 2 auch aktuell recht unwahrscheinlich... man wird es nicht riskieren nochmal so schlampig zu sein. Die Quittung ist recht heftig die man da bei Last of Us 1 bekommen hat. Überraschend heftig sogar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mich würde interessieren, wie viel die Lizenz für Gollum gekostet hat. Günstig kann das doch nicht gewesen sein?

Man möge mich korrigieren, aber war das nicht noch ein aktiver Deal mit Bastei Lübbe? Die tragen da die Lizenzkosten bzw hatten doch die Rechte daran?... und haben Daedalic quasi übernommen damit die aus der Lizenz ein Spiel machen... kurz darauf aber gemerkt das die nur Mist verzapfen und dann das ganze abgestoßen... das Recht für die Entwicklung von Gollum hat Daedalic dadurch aber behalten. Ist dadurch also recht "billig" an die Möglichkeit geraten 1 und wohl ein zweites Herr Der Ringe Spiel machen zu dürfen. Bastei Lübbe hat dabei etliche Millionen in den Sand gesetzt. Was die aber nicht merken.

Die Produktion von "Gollum" soll übrigens ca 7 Millionen gekostet haben für Daedalic... Bei der zugkraft der Lizenz holt man das wohl locker wieder rein... egal wie desaströs das Spiel auch sein mag.
 
Wenn ich lese sie zapfen eine staatliche Spieleentwicklungsförderung an, schrillen bei mir schon die Alarmglocken! Private Investoren hatten wohl kein Interesse?

Aber damit sind wir wohl beim Hauptproblem - europäische Entwickler haben zumeist einfach nicht das Geld größere Produktionen zu stemmen.

Das wird zusehends zum Problem, weil die Produktionskosten mit jeder neuen Hardwaregeneration steigen und ich möchte nicht wissen was die UE 5 Produktionskosten verschlingen wird...

Dann bleibt den kleineren Entwicklern nur mehr der Indiemarkt und die AAA Games werden zusehends von den immer gleichen internationalen Konzernen dominiert ?
 
Aber damit sind wir wohl beim Hauptproblem - europäische deutsche Entwickler haben zumeist einfach nicht das Geld größere Produktionen zu stemmen.
Ich hab das mal für dich korrigiert.
Andere europäische Länder haben da längst nicht so die Probleme mit.
Frankreich ist ja eh gut aufgestellt (Ubisoft, Focus, Bigben, etc.), aber auch unsere anderen Nachbarn (Niederlande, Belgien, Polen, Skandinavien) machen das alle deutlich besser.
 
Wird ohne die Originalentwickler nicht mehr dasselbe sein. Von der Point`n Klick Phase ist kein einziger Entwickler noch bei dem Studio.

This. Ich bezweifle dass das Know-How noch in der Firma sitzt. Aber wer weiß. Zumindest einer der zentralen Figuren ist ja schon seit 2020 oder so weg.


Wenn ich lese sie zapfen eine staatliche Spieleentwicklungsförderung an, schrillen bei mir schon die Alarmglocken!

ALLE die können zapfen das an, Piranha Bytes, Egosoft , wie sie alle heißen, wer das nicht macht, wäre auch leichtsinnig weil er sich eine unvorteilhafte Position bringt.. ZUSÄTZLICH zu Investoren - Geldern und was es sonst noch so gibt.

Der GAME Verband schreit auch zuverlässig Zeter und Mordio wenn absehbar wird dass die Fördertöpfe (wieder) leer werden, da ist schon fix eingeplant mehr oder minder bei den deutschen Studios mag man meinen. :P

ist aber in Kanada z.B. auch nicht anders, ist ja einer der Gründe mit warum Ubisoft dort auch einen Sitz hat.. und auch warum sie in Deutschland einen Sitz haben (Ex-BlueByte),

Ubisoft ist auch einer der größten Bezieher der deutschen Spieleförderungsmaßnahmen... Mag man seltsam finden, aber letztlich werden dadurch deutsche Arbeitsplätze gesichert.

Private Investoren hatten wohl kein Interesse?

Investoren für Spiele waren (und sind vermutlich) in Deutschland schwierig.. wir haben ja noch nicht lange überhaupt eine Tradition für Start-Up Finanzierungen oder allgemein Finanzierungen für neues, innovatives. Und Spiele galten laaaange als eher ungewöhnlich und schwer abzuschätzen für Banken und Co.

Factor5 (Turrican usw.) ist auch mit aus diesem Grund komplett damals in die USA ausgewandert... da war man Finanzierungen gegenüber offener wie es aussieht.

Aber damit sind wir wohl beim Hauptproblem - europäische Entwickler haben zumeist einfach nicht das Geld größere Produktionen zu stemmen.

Zumindest deutsche Entwickler haben jeher ein Finanzierungsproblem, technisch war man " mit einer Hand" immer mal wieder dran (Factor5, Thalion, Crytek) , aber so richtig ein dauerhaftes Franchise etablieren UND technisch weiterentwickeln.. schwierig. Den Sprung zur Konsole - die etwas geschützter gegenüber Raubkopierern war als Amiga/Atari ST - schafften damals schon irgendwie wenige, forderte wohl auch schon Invest die kaum einer stemmen konnte/wollte, für mich was das ein "Breaking Point" wo es viele international spätestens aussortierte.

.
Dann bleibt den kleineren Entwicklern nur mehr der Indiemarkt und die AAA Games werden zusehends von den immer gleichen internationalen Konzernen dominiert ?

Na ja, das ist aber schon länger so. Wer in AAA Gefilden unterwegs ist, der hat seinen Weg schon gemacht, in Zeiten, wo die Invests zwar auch schon bedeutend, aber noch geringer waren. Da waren die deutschen Studios aber schon zu einem Gutteil aussortiert. Jetzt da noch reinkommen in die Region.. schwierig.

Das fordert so viel Know How, Geld, Beziehungen..... ich weiß nicht ob das überhaupt noch realistisch ist.

Schon vor gefühlten Ewigkeiten ist Massive Development (nicht verwechseln mit Massive Entertainment) mit "Schleichfahrt", was generell sonst gut ankam, in den USA dran gescheitert weil die einfach kein "shelf space" einkaufen konnten, sprich ihre Boxen mit dem Spiel nicht in die Märkte bekommen haben, das war prä-Steam auch ein Todesurteil. Da fehlte es halt auch an Connections usw.
 
in der spitze ganze 750 spieler bei steam und mehr werdens wohl kaum werden. wenn diese zahl auch nur irgendwie halbwegs für die anderen plattformen repräsentativ ist, und das ist vermutlich nicht allzu unwahrscheinlich, dann kann ich mir kaum vorstellen, dass da schlussendlich was anderes stehen kann als ein dickes rotes minus. es sei denn natürlich, das budget war nochmal deutlich geringer als angenommen.

bei steam spielt es wie gesagt (quasi) niemand.

und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.

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noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.
 
bei steam spielt es wie gesagt (quasi) niemand.

und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.

Anhang anzeigen 24969

noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.

Wie halt mit GTA5 da immer noch ein 10 Jahre altes Ding auf den oberen Plätzen rumeiert.
Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
 
was das budget angeht:
in diesem französischen artikel spricht der nacon-boss von 15 mio. euro.
verkaufserwartung: 1 mio. exemplare im ersten jahr.
 
Wie halt mit GTA5 da immer noch ein 10 Jahre altes Ding auf den oberen Plätzen rumeiert.
Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.

Dem ist wohl buchstäblich so.

Hauptsache wohl wegen GTA Online, wenn ein Account gesperrt wird, wird wohl flugs eine neue Lizenz für das Spiel geholt, dass soll schon seit Jahren den Verkauf anfeuern.
 
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