Cyberpunk 2077: Kritik an Crunch-Politik

Darkmoon76

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Angeldust

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Uiuiui... die armen müssen arbeiten wenns Projekt hinter der Zeit liegt... das gibts nur (!!!) in der Gamesbranche...

Dafür können se wenn das Projekt durch ist erst mal 2 Monate Urlaub machen.
 

darkyoda

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Uiuiui... die armen müssen arbeiten wenns Projekt hinter der Zeit liegt... das gibts nur (!!!) in der Gamesbranche...

Dafür können se wenn das Projekt durch ist erst mal 2 Monate Urlaub machen.

Wenn man keine Ahnung hat einfach mal fresse halten...
 

OldMCJimBob

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Uiuiui... die armen müssen arbeiten wenns Projekt hinter der Zeit liegt... das gibts nur (!!!) in der Gamesbranche...

Dafür können se wenn das Projekt durch ist erst mal 2 Monate Urlaub machen.

Wie mich solche Kommentare ärgern. Der Mensch ist keine Maschine. Natürlich gibt es Leute, die können die Nächte und Wochenenden durcharbeiten und hinterher ists mit nem Urlaub getan. Aber das kann nicht jeder, und es muss auch nicht jeder können. Gesund ist es auf keinen Fall, und es betrifft ja auch Familie und co. Wer das will kann es natürlich machen; gerade in Angestelltenverhältnissen geht es sehr schnell nicht mehr um "wollen", sondern um Druck und Zwang. Steht ja auch so im Artikel. Wie kann man das so abtun?

Und nein - auch wenn in anderen Branchen (ich meine herauszuhören, dass Du selbst unter derart prekären Arbeitsbedingungen schaffst) teilweise das Selbe passiert ist das kein Grund, dann mit der Schulter zu zucken, sondern das Problem eben allgemein anzugehen.
 

Loosa

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Uiuiui... die armen müssen arbeiten wenns Projekt hinter der Zeit liegt... das gibts nur (!!!) in der Gamesbranche...

Dafür können se wenn das Projekt durch ist erst mal 2 Monate Urlaub machen.

Oder sind bis zum Folgeauftrag arbeitslos. ;)

Ich kenne keine andere Branche in der man nach fünf Jahren als "Veteran" gilt - weil der Großteil schon vorher ausgebrannt das Handtuch wirft.
Und das oft mit einem witzlosen Einkommen. Hatte kürzlich ehrlich mal Interesse in's Gaming zu wechseln. Beim CEO eines kleinen Studios, mit denen ich beruflich öfter mal zu tun hatte, bei einer Veranstaltung mal vorsichtig nachgehakt. Weil alle händeringend Leute suchen.

Kein Wunder... deren Chefentwickler(!) bekam vielleicht die Hälfte meines Gehalts.
Dafür dann auch noch Wochenenden und Nachtschichten als gegeben setzen?

Crunch wird sich nie ganz verhindern lassen. Termine lassen sich nur schwer verschieben, und gegen Ende mehr Entwickler draufwerfen bringt noch weniger. Aber dann sollte zumindest die Entlohung passen.
 

BladeWND

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Gott das ist in anderen Berufen auch so..... aber "jammern" gehört ja heute dazu... und davon abgesehen, das Geld lockt sonst wären die ja alle nicht dort...
 

Malifurion

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Komisch, über die Filmindustrie und wie da "gecrunched" wird, meckert niemand? Verkehrte Welt. In der gesamten Entertainment Industrie werden massig Überstunden geackert. Egal wo. Im Ausland noch viel schlimmer. Beispielsweise in Indien. Wie viele Stunden hier ein bis zwei Inder an einem Marvel Hero Shot arbeiten und irgendwelche langweiligen Comp Geschichten in Nuke zusammenbasteln...pff. In der IoT Industrie? Von Wegen 8 Arbeitsstunden und dann Feierabend! Die ganzen Ingineure und Designer in den kleinen Büros ackern mal so richtig viel. Und selbst die Nagen teilweise am Hungertuch, wenn über den Budget gearbeitet hat. Man kann hier ein riesen Fass aufmachen. Auch Bäcker müssen vor Ostern oder Xmas Überstunden machen. Auch auf der Baustelle kommt das vor, wenn die Elektrik funktionieren muss. Manche haben 0 Ahnung wie es wirklich in der Berufswelt aussieht und ich kann das ganze Meckern nicht verstehen. Wir leben in einer Zeit in der man nach ein paar Jahren ausgebrannt ist. Man ist leicht zu ersetzen. Der nächste/ die nächste steht schon in der Schlange hinter einem.
 

Angeldust

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Wenn man keine Ahnung hat einfach mal fresse halten...

Nee das ist einfach nur normal wenn man in Projekten arbeitet...das weiß man vorher und sollte nicht jammern.

Wir haben letztes Jahr von R3 auf S4 Hana umgestelt... knapp 3 Jahre Projekt... die letzten 6 Monate war Urlaubssperre.

Daxunternehmen...

Ich hab Ahnung, kann das Geweine nur nicht nachvollziehen. Der Anfang eines Projekts ist dafür in der Regel recht entspannend ;)
 

Herbboy

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Komisch, über die Filmindustrie und wie da "gecrunched" wird, meckert niemand?
Da meckern sichern auch welche, nur vlt nicht ganz so viele. Denn bei Film/TV weiß man, dass ein Nicht-Arbeiten trotzdem hohe laufende Kosten durch die ganze Technik und mehr hat, und manche Drehorte MÜSSEN nach einer bestimmten Frist geräumt werden. Bei einem Spiel aber hast du "nur" die Büromiete und die laufenden Gehälter. Außerdem ist es bei Film&TV so, dass viel der Arbeitszeit auch einfach nur "warten" ist, d.h. man ist zwar "nicht zu Hause", aber kann oft relativ entspannt bleiben. Ein Programmierer muss aber bis auf wenige Pausen hochkonzentriert sein.

Man kann das also nicht wirklich miteinander vergleichen. Und was Autoren angeht: DIE haben sich sehr wohl schon oft beschwert, vor allem wegen der Bezahlung. Aber Autoren sind auch oft selbstständig, die haben Fristen, aber die sitzen nicht unbedingt in einem Büro mit einem "Aufseher", der dauernd Druck macht ;)

Verkehrte Welt. In der gesamten Entertainment Industrie werden massig Überstunden geackert. Egal wo. Im Ausland noch viel schlimmer. Beispielsweise in Indien. Wie viele Stunden hier ein bis zwei Inder an einem Marvel Hero Shot arbeiten und irgendwelche langweiligen Comp Geschichten in Nuke zusammenbasteln...pff. In der IoT Industrie? Von Wegen 8 Arbeitsstunden und dann Feierabend! Die ganzen Ingineure und Designer in den kleinen Büros ackern mal so richtig viel. Und selbst die Nagen teilweise am Hungertuch, wenn über den Budget gearbeitet hat. Man kann hier ein riesen Fass aufmachen. Auch Bäcker müssen vor Ostern oder Xmas Überstunden machen. Auch auf der Baustelle kommt das vor, wenn die Elektrik funktionieren muss. Manche haben 0 Ahnung wie es wirklich in der Berufswelt aussieht und ich kann das ganze Meckern nicht verstehen. Wir leben in einer Zeit in der man nach ein paar Jahren ausgebrannt ist. Man ist leicht zu ersetzen. Der nächste/ die nächste steht schon in der Schlange hinter einem.
Nur weil es woanders vorkommt heißt das nicht, dass man es akzeptieren und die Klappe halten muss. Vielmehr sollten sich die anderen dann eben AUCH beschweren.

Und so was wie saisonale, geplante Überstunden wie beim Bäcker kannst du damit auch nicht vergleichen, das weiß man lange vorher und das wird dann auch idr ausgeglichen. Da muss man aber nicht monatelang am Stück ständig Überstunden machen ;)

In vielen Branchen ist es auch dumm, die Leute zu Überstunden zu drängen. Es gibt schon einige Studien, die zeigen, dass in einigen Berufen das Endergebnis besser ist, wenn die Leute selten Überstunden machen oder sogar mal lange Pausen einlegen, da die meisten dann motivierter, besser gelaunt und mit geringerer Fehlerquote arbeiten. Es kann gut sein, dass die Programmierer bei CD Project nach 3 Monaten bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie jeden Tag nur 8-10h arbeiten anstatt 13-14h oder gar noch länger, weil sie dann viel weniger Fehler machen und im Kopf "freier" sind. Es geht ja nicht um einen akuten Engpass, z.B. Überstunden, weil nach Release eine schwere Sicherheitslücke im Log-In entdeckt wurde oder so, sondern hier wird monatelange Langarbeit gefordert.


@Angeldust: so was wie bei Deinem Dax-Unternehmen is halt unter aller Sau. Dann sollen die halt für die 6 Monate noch 2-3 Leiharbeiter holen (es gibt auch Leiharbeiter aus den Bereichen IT, Buchhaltung, Ingenieurwesen usw.) . Wenn man weiß, dass 6 Monate Zeit sind, kann sollte nicht die eigenen Leute komplett verschleißen. Ginge es um 2-3 Wochen, zB Jahresabschluss, wäre es was anderes. Aber Monate? Das ist menschlich unter aller Sau und vermutlich auch wirtschaftlich eher eine unkluge Entscheidung. Natürlich gibt es auch Leute, denen das nichts ausmacht, so wie Dir anscheinend. Aber viele Leute sind für lange Zeit richtig am Ende, wenn sie monatelange für nichts als für die Arbeit leben und am Wochenende nur den Akku halbwegs aufladen, aber keine richtige Freude an der "Freizeit" haben.
 

Mutterkrone

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Die haben das Ding jetzt auf September verschoben und haben somit nochmal mehr Zeit. Das wird ja wohl dazu dienen den Crunch zu verringern. Bis zum release wird das Ding bereits 7 Jahre in Entwicklung sein, da kannst du mir doch nicht von Crunch erzählen wenn die fast ne Dekade an einem Spiel werkeln.
 

McDrake

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Die haben das Ding jetzt auf September verschoben und haben somit nochmal mehr Zeit. Das wird ja wohl dazu dienen den Crunch zu verringern. Bis zum release wird das Ding bereits 7 Jahre in Entwicklung sein, da kannst du mir doch nicht von Crunch erzählen wenn die fast ne Dekade an einem Spiel werkeln.

Der Crunch bezieht sich im Normalfall auf ein Ende eines Projektes, bzw einem Etappenziel.
Ich denke jeder hat schon mal so eine Situation erlebt.

Und grade hier, auch wenns nicht schön ist, dass überhaupt eine stressige Situation entsteht: Zuvor gings ja anscheinend auch ohne.
Wie waren zuvor die Bedingungen?

Wichtig finde ich da, dass ein Ende in Sicht ist, das ganze kommuniziert wird und danach ein Ausgleich.
Manchmal kommt einfach der Termindruck. Mein Bruder ist Architekt und teilweise Bauherr. Da kommts manchmal auch zu Stressituationen.
Mal gibts Lieferengpässer, da haut einer ne falsche Wand raus, etc...
Dem Auftraggeber ist das dann relativ egal. Er will sein Gebäude an einem bestimmten Zeitpunkt benutzen können.
Daran hangen Umzugstermine & co.

Wir selber wollen ja, dass das Paket gleich am nächsten Tag da ist und das so billig wie möglich.
Da interessiert es uns dann auch wenig, was da für Arbeitsbedingungen herrschen.
Und da reden wir von DAUERCRUNCH. Umgangssprachlich: Ausnutzung.

Bevor ich hier die Hintergründe nicht genau kenne, möchte ich mir hier kein Urteil erlauben.
Kennt denn jemand hier die Zahlen (wie viele Überstunden, wie viele Mitarbeiter sind betroffen, etc).
 

McDrake

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Nee das ist einfach nur normal wenn man in Projekten arbeitet...das weiß man vorher und sollte nicht jammern.

Wir haben letztes Jahr von R3 auf S4 Hana umgestelt... knapp 3 Jahre Projekt... die letzten 6 Monate war Urlaubssperre.

Daxunternehmen...

Ich hab Ahnung, kann das Geweine nur nicht nachvollziehen. Der Anfang eines Projekts ist dafür in der Regel recht entspannend ;)

Da darf man sich dann fragen, warums am Anfang so entspannt ist und man am Schluss in den Stress kommt. :P

Urlaubssperre finde ich jetzt ehrlich gesagt, nicht so schlimm, wenn mans zuvor weiss.
Ist ja nicht so, dass man sonst nie 6 Monate ohne Urlaub arbeitet.
Und es ist, das nehme ich mal an, nicht so, dass man den Urlaub gestrichen bekommt.
Man bezieht ihn nach oder vor.
 

McDrake

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Gott das ist in anderen Berufen auch so..... aber "jammern" gehört ja heute dazu... und davon abgesehen, das Geld lockt sonst wären die ja alle nicht dort...

oO
Ich denke nicht, dass alle in der IT die grossen Lohnsummen abgreifen.
Könnte mir vorstellen, dass viele Leute da mitarbeiten um was zu lernen, was auch ok ist.
Nur können die nicht einfach nen neuen Job antreten.
Auch machts gerade nicht den besten Eindruck, wenn man den Laden JETZT verlässt ;)

Und so einfach ist ein Job-/Branchenwechsel dann auch nicht immer.
Wie oft hats Du Deinen Job/Branche denn schon gewechselt?
 

Shotay3

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Also "Crunch" wird immer schnell in den Raum geworfen, und während die meisten hier recht behalten, das "Crunchtimes" sich durchaus unmenschlich auswirken können, ist es trotz allem zu relativieren. Bevor man hier die Entwickler anprangert, gilt es genau zu prüfen, wie viele Mitarbeiter, wie viele Stunden zu welchem Ausgleich machen müssen.

Ich komme aus der Filmbranche, habe bei vielen Sets mitgewirkt und ich habe keine Projekt erlebt, wo es mal keine Überstunden gab. Teils exorbitant. Allerdings war auch dort ein Ende des Projekts oft in Sicht und WENN die Entlohnung gestimmt hat, war ich auch nicht immer unzufrieden mit der Situation. Manches mal, wo der "Crunch" zu hart war, ggf. auch schon sehr unzufrieden.

Wie einer meiner Vorredner schon erwähnt hat, bei Film ist vieles Zeitintensiv, die wildesten Pläne werden für einen kurzen Drehzeitraum geschmiedet, Equipment und Mitarbeiter, vor allem Schauspieler, haben enge Terminkalender und die meisten Motive sind zeitlich begrenzt. ("Wir drehen im 5 Sterne Hotel, wir haben die PräsidentenSuite für 2 Tage, nicht mehr nicht weniger. Macht nichts kaputt!") Da gibt es kein wenn und aber mehr, Abstriche werden gemacht, Bilder teils gestrichen, das geht aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Man muss immer noch das Produkt fertigstellen. Schafft man es nicht, wurden Millionen für ein gescheitertes Filmprojekt in den Sand gesetzt. Das kann sich KEINER aus den Big Playern leisten, und auch für die ist es teils schmerzhaft. Außerdem, wer verballert schon gern Millionen für nichts außer einer Insolvenz?

Ich möchte "CrunchTimes" nicht schön reden, unvermeidbar sind sie aber eben bei bestem Willen nicht immer. Es kommt drauf an, wie ein Projektleiter diese handhabt. Und hier sei anzumerken, dass Cyberpunk zum zweiten mal verschoben wurde und zwar um nochmals nicht zu verachtende 5 Monate. Im Endeffekt hängen sie im Zeitplan knapp 1 Jahr hinterher, das macht sich bei großen Firmen mit vielen Mitarbeitern schon in den Finanzen bemerkbar. Man sollte die Infos mit Vorsicht begutachten und nicht sofort Fackeln und Mistgabeln rausholen.
 

linktheminstrel

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Es bleibt abzuwarten, wie arg das Ganze ausfällt, bzw. auch, wie das Ganze enrlohnt wird.
Das war ja bei RDR2 der Knackpunkt. Ich finde auch, dass man zusätzliche Arbeitskräfte hinzuziehen kõnnte, um Mehrarbeit gering zu halten, allerdings dürfte das in Polen ein größeres Problem sein als in Kalifornien, das als Mekka der Programmierer gilt.
Die Moon Studios aus Wien haben da ja ein sehr interessantes Konzept, wo die rund 60 Entwickler zuhause arbeiten (Weltweit) und sich ihre Arbeitszeit oft selbst einteilen können.
Auch hier gibt es Crunch times, aber nicht so wie in nem an einen Ort gebundenen Studio.
 

quentinharlech

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Crunch bei Red heißt sieben Tage die Woche, und absolut unmenschliche Stunden. An Weihnachten gab es für alle Mitarbeiter ne Nachricht, man wünsche schöne Weihnachten und erwarte, dass sich alle später wieder auf der Arbeit einfinden..

Quelle? Polin die bei CD Project Black gearbeitet hat. So sehr ich Witcher 3 liebe, fühlt sich so ein bisschen madig an wenn man drüber nachdenkt.
 

burzum793

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Außer man ist gut bezahlt in einer Topposition oder Idealist und will UNBEDINGT Games entwickeln oder Assets dafür verstehe ich nicht wieso man in die Games Branche gehen will. Ein Bekannter von mir hat das gemacht und ich verstehe es nicht. Ich verdiene besser bei weniger Arbeitsbelastung wenn man Projekte für größere Geschäftskunden erledigt.

Die "Crunch Times", für mich definiert als dauerhaftes extremes Anhäufen von Überstunden durch Arbeit bis in die Nacht und am Wochenende, gibt es bei mir im Betrieb nicht. Mal etwas länger wenn was brennt, aber es kommt extrem selten vor das hier etwas so ungetestet / unfertig überhaupt in den Livebetrieb geht das es kritisch wird.

Und mir persönlich ist es vollkommen egal ob ich die Geschäftslogik für eine Buchhaltung schreibe, eine RESTful API oder irgendwas für ein Spiel. Programmieren und die Herausforderung Probleme zu lösen macht mir Spaß und nicht das Produkt das ich entwickel.
 

MichaelG

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Da darf man sich dann fragen, warums am Anfang so entspannt ist und man am Schluss in den Stress kommt. :P

Urlaubssperre finde ich jetzt ehrlich gesagt, nicht so schlimm, wenn mans zuvor weiss.
Ist ja nicht so, dass man sonst nie 6 Monate ohne Urlaub arbeitet.
Und es ist, das nehme ich mal an, nicht so, dass man den Urlaub gestrichen bekommt.
Man bezieht ihn nach oder vor.

Weil man vielleicht am Ende Probleme entdeckt die man vorher nicht eingeplant hat ? Oder wo man der Meinung war, daß die schneller behebbar sind und man erst später merkt wie komplex sie tatsächlich sind ?

Da würde ich mir kein Urteil erlauben wollen bezüglich Fehlplanung ja/nein. So etwas kann durchaus vorkommen. Und je größer und komplexer so eine Software ist umso eher kann es zu solchen Problemen kommen.
 

RedDragon20

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"Crunch-Phase" muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass ausnahmslos jeder Mitarbeiter in dieser Phase über längere Zeit eine 60-80h Woche aufgedrückt bekommt.

Genaueres ist ja nicht bekannt. Weder, wie viel Überstunden geschoben werden, noch wie es organisiert ist. Es kann gut sein, dass CDPR die Crunch-Phase so organisiert, dass nicht das ganze Team bis September Überstunden schieben muss, sondern dass sich einzelne Teams wöchentlich oder monatlich abwechseln.
 

MichaelG

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Eben. Crunch ist nicht gleich Crunch. Und was die Bezahlung betrifft wissen wir auch nichts näheres. Ob es dafür Bonis gibt o.ä.
 

Sayaka

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in meiner alten Arbeit gab es öfter Crunch mit Montag - Samstag, manchmal auch Montag - Sonntag täglich von 7 - 23 Uhr arbeiten. Blöd war es nur wenn eine Crunchphase vorbei war ging in einem anderen Projekt schon die nächste los. Von der Geschäftsleitung hieß es da nur "ja das ist jetzt einmal so".
Ich hab massiv Überstunden angehäuft, hab mir einen neuen Job gesucht und hab jetzt relativ flexible Arbeitszeiten. Ich verdiene zwar weniger, aber mir geht es um einiges besser. Crunchphasen sind grundsätzlich machbar, aber wenn die Zeit dazwischen zu kurz ist, dann geht das einfach nicht mehr.
 

fud1974

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Die haben das Ding jetzt auf September verschoben und haben somit nochmal mehr Zeit. Das wird ja wohl dazu dienen den Crunch zu verringern.

Hmm.. Da wäre ich vorsichtig, gerade WENN verlängert wird gilt das wohl in der Branche als Zeichen, dass jetzt der Crunch erst richtig übel wird.. der "Death March" wird noch länger und intensiver wie die so schön sagen.

Aber: Ich finde es sauschwer das zu verallgemeinern (und vorzuverurteilen). Was genau passiert da bzw. ist passiert? Wo fängt Crunch an?

Schwierig, schwierig.

so was wie bei Deinem Dax-Unternehmen is halt unter aller Sau. Dann sollen die halt für die 6 Monate noch 2-3 Leiharbeiter holen (es gibt auch Leiharbeiter aus den Bereichen IT, Buchhaltung, Ingenieurwesen usw.) . Wenn man weiß, dass 6 Monate Zeit sind, kann sollte nicht die eigenen Leute komplett verschleißen. Ginge es um 2-3 Wochen, zB Jahresabschluss, wäre es was anderes. Aber Monate? Das ist menschlich unter aller Sau und vermutlich auch wirtschaftlich eher eine unkluge Entscheidung.

Puh, wenn ich mich da an meine Erfahrungen erinnere ... da willst du Leiharbeiter holen, aber es sind keine verfügbar. Oder die, die kommen, taugen im schlimmstenfalle nix und die überlasteten Mitarbeiter dürfen den Mist ausbügeln den die Leiharbeiter gemacht haben. Oder die erstmal anlernen. Sind dann weg, wenn sie angelernt sind.

Höhepunkt: Die Leihagenturen konnten keine Leiharbeiter bereitstellen, obwohl sie welche hatten, aber sie hatten selber Arbeitskräftemangel und konnten deswegen den Verleihprozess nicht mehr einwandfrei durchführen. Made my day.

Manchmal kommt einfach der Termindruck. Mein Bruder ist Architekt und teilweise Bauherr. Da kommts manchmal auch zu Stressituationen.
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Dem Auftraggeber ist das dann relativ egal. Er will sein Gebäude an einem bestimmten Zeitpunkt benutzen können.

This. Trotz bester Planung. Manchmal geht es halt nicht auf. Und Fehler passieren. Ich denke, man muss die Grenze dort ziehen, wo Crunch bewusst erzeugt wird weil er Arbeitgeber meint es wäre die günstigste Möglichkeit das gewünschte Ergebnis zu erzielen oder dauerhaft grob fahrlässig handelt.
Manche Sachen fallen aber halt unter "Shit happens".

Was nun im vorliegenden Fall passiert ist.. ich könnte das nicht ernsthaft beantworten. Immerhin sagen sie es im Vorfeld relativ klar und es gibt keine geschliffene Marketing-Antwort die im Kern was ähnliches sagt aber das Word "Crunch" vermeidet.... Nun ja. Nützt den Betroffenen natürlich nix.
 

LesterPG

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Ich finde auch, dass man zusätzliche Arbeitskräfte hinzuziehen kõnnte, um Mehrarbeit gering zu halten, allerdings dürfte das in Polen ein größeres Problem sein als in Kalifornien, das als Mekka der Programmierer gilt.
Programmierer sind zumeist die Hauptleidtragenden, aber idR arbeitet man sich am Kerncode nicht mal so eben von 0 auf ein.
Bei Grafiker ist das relativ einfach, aber z.B. zur Levelerstellung muß man auch viele Eigenarten und Bedürfnisse lernen.


Es kann gut sein, dass CDPR die Crunch-Phase so organisiert, dass nicht das ganze Team bis September Überstunden schieben muss, sondern dass sich einzelne Teams wöchentlich oder monatlich abwechseln.
Grundsätzlich ja, allerdings ist in der Phase ohnehin nur ein Teil der Mitarbeiter noch involviert.
Modeller und Grafiker sind idR bereits fertig und müssen maximal vereinzelt noch Dinge patchen/ändern.
Ganze Levelarchitekturen könnten ggf noch einen Umbau benötigen, das sollte man aber primär frühzeitig durch "Stressmuster" abgeklopft haben, trotzdem ist es möglich das hie Probleme auftreten.
Die Coreprogrammierer sind natürlich grundsätzlich am Arsch. :confused:
 

Batze

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Ich sage es mal so,
CDR hat gesagt das es einen Überstundenauflauf geben wird. Na und.
Solange die Beschäftigten dabei sind ist doch alles Okey.
Also aus der News heraus kann ich nichts entnehmen wo es Beschwerden gibt seitens der Arbeitnehmer. Also was soll der Aufschrei?
Jeder von uns musste doch schon mal Überstunden schieben, wo ist also das Problem?
Nirgendwo steht auch geschrieben wie das Studio die Überstunden Honoriert.
Es könnte ja Extra Zahlungen geben, Extra Urlaub usw.
Also erstmal alles nicht so wichtig nehmen, es ist in meinen Augen erstmal eine News um in der Medien Branche Klicks zu machen, basta.
Alle mal ganz Ruhig erstmal bleiben.
Und 6 Monate später zur besseren Qualität kann uns Spieler doch ganz recht sein,oder?
 

Loosa

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Komisch, über die Filmindustrie und wie da "gecrunched" wird, meckert niemand? Verkehrte Welt. In der gesamten Entertainment Industrie werden massig Überstunden geackert. Egal wo. Im Ausland noch viel schlimmer. Beispielsweise in Indien. Wie viele Stunden hier ein bis zwei Inder an einem Marvel Hero Shot arbeiten und irgendwelche langweiligen Comp Geschichten in Nuke zusammenbasteln...pff.

Pfff... kommt darauf an, was man in Nuke macht! Kreative Arbeiten, Look Development, technisch herausfordernd... oder hirnloses Seilchen wegmalen?

Bei Film ist die Situation aber sehr unterschiedlich. Alteingesessene Bereiche sind meist gewerkschaftlich vertreten. Drehbuchautoren und Kameramänner zum Beispiel. Ja, am Set sind Überstunden oft unausweichlich. Aber jeder einzelne Beleuchter lässt sich das doppelt und dreifach entlohnen und macht nicht einen Handgriff zu viel. Die kennen ihre Rechte ganz genau.

Post Production ist dann leider, und wie du schon schreibst, ähnlich wie die Spieleindustrie. Relativ neu - und ohne Gewerkschaft. Ergibt unsichere Arbeitsverhältnisse, schlechte Bezahlung und man ist beim Wohnort besser sehr flexibel. Vor rund zehn Jahren wurden viele VFX-Studios von Kalifornien nach Kanada verlegt. Einige Jahre später lockte New York mit noch besseren Steueranreizen. Und die Karawane zog weiter.

Den krassesten Fall hörte ich mal von einem Neuseeland-Ableger eines großen der Branche. Entweder man wurde sofort entlassen, auf hirnlose Hilfsarbeiten degradiert (Masken ziehen), oder durfte zum Studio nach Indien wechseln. Um dort diejenigen einzulernen, die einen letztendlich ersetzen würden. :S


Für eine Gewerkschaft der Spieleindustrie wird ja schon lange getrommelt. Solange da aber nichts passiert, sehe ich wenig Chancen, dass sich die Situation verbessert. Da bei Spielen (wie VFX) der Standort in weiten Bereichen egal ist, ist aber fraglich ob eine nationale Interessenvertretung überhaupt was bringt.
 
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