Natürlich ist das Beispiel konstruiert, dennoch würde die überwältigende Mehrheit ohne Nachzudenken das Kind retten. Ich würde das per Münzwurf entscheiden.
Ähm...ja. Das will ich jetzt mal bezweifeln, da du mit ziemlicher Sicherheit noch nie in so einer oder in einer ähnlichen Situation warst. Ich bin mir zu 100% Sicher, dass du genau das nicht machen wirst. Dermaßen rational in so einer Extremsituation zu denken, erfordert entweder entsprechendes Training oder einen psychischen Knacks. Und ich will mal behaupten, dass beides nicht auf dich zutrifft.
Doch natürlich geht es im Endeffekt um eine Wertigkeit. Ein Menschenleben wird schützendwerter als das andere erachtet, es werden Unterschiede gemacht. Von mir als Mann würde doch bei einem Schiffsunfall unter lautem "Kinder zuerst in die Rettungsboote" Geschrei erwartet, dass ich im haiverseuchten Eiswasser umkomme.
Ich hab dir doch nun mehrmals erklärt, warum das so ist...

Von dir wird übrigens gar nicht erwartet, dass du im Eiswasser umkommst. Jetzt übertreib mal nicht, Mr. Spock. Von dir wird zu allererst erwartet, den Schwachen den Vorrang zu geben und gefälligst mit zu helfen. Wenn du ins Wasser fällst, dann hast du Pech. Gilt aber auch für ein Kind, wenn es ins Wasser fällt. Da kann man nur hoffen, dass man doch noch gerettet wird.
Warum sollten Kinder
keinen besonderen Schutz zugesprochen bekommen? Indem man ihnen diesen Schutz nimmt, entwertet man sie automatisch. Man kann Kinder nun mal nicht wie Erwachsene behandeln, weil sie eben keine Erwachsenen sind. Das ist vollkommen logisch.
Auf Teufel komm raus alle "gleich" behandeln, funktioniert halt nicht. Wie auch? Man kann ja auch keinen Elefanten auf Bäume klettern lassen, nur weil der Affe das kann. Funktioniert nicht. Ich behandle die Kiddies und die Eltern in meinem Hort auch alle gleichwertig, kann sie aber alle nicht gleich behandeln, weil sie einfach unterschiedliche Bedürfnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Schwächen haben. Auch das ist logisch, oder? Also kann es hier gar nicht um eine "Wertigkeit" gehen.
Ein Giftgasangriff wäre auch dann immernoch eine ganz miese Nummer, wenn die Opfer gestandene Soldaten wären, die Kampfausbildung haben.
Und letztlich reden wir hier ja hier auch nur von völlig fiktiven Spielen und Filmen, diese Grundsatzdiskussion macht deswegen wenig Sinn.
Klar, letztlich geht es hier auch um ein Spiel. Und hier muss die Grenze einfach jeder für sich selbst finden (was ich übrigens selbst bereits gesagt habe). Ich habe dir lediglich erklärt, warum bei Medien ein "Aufstand" gemacht wird, wenn Kinder, bzw. Wehrlose (das betonen wir an der Stelle mal) mit Gewalt konfrontiert oder gar getötet werden. Und die Ursache darin liegt nun mal in dem, was ich geschrieben habe.
Allerdings sei an der Stelle gesagt, dass es nicht völlig unüblich ist, wenn Kinder in Medien zu Schaden kommen. Ich will hier mal auf Game of Thrones (Staffel 5, Folge 9) verweisen, in dessen Verlauf ein junges Mädchen bei lebendigem Leib verbrannt wird. Da kam keine Kritik auf, von wegen "Grenze überschritten!". In Days Gone gibt es diese kleinen Freaker, die offensichtlich Kinder sind. Dead Space 2? Auch da gibt es mutierte kleine Kinder und man weiß als Spieler spätestens dann genau, dass es Kinder sind/waren, wenn man durch den Kindergarten spaziert. Der mediale Aufschrei blieb aus.
Als Fazit bleibt wohl zu sagen: Auch wenn es mal kontrovers wird, bleibt ein echter Shitstorm doch eher aus.