Nein, das stimmt schlichtweg nicht. I.d.R. wird eine Sucht von einem Psychologen diagnostiziert, es ist aber eben nicht immer notwendig. Ich sage auch nicht, dass es sinnvoll ist, sich selbst um die Probleme zu kümmern; ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, das sich viel mehr Menschen professionelle Hilfe holen sollten. Nur stimmt eben Deine Aussage so nicht.
Doch, es ist immer eine offizielle Diagnose erforderlich, um dem Patienten helfen zu können!
Man mag Alkoholsucht usw. selber erkennen können, aber die Diagnose eines ausgebildeten Therapeuten/Psychologen ist in Deutschland
immer notwendig.
Ansonsten gibt es z.B. kein Geld von der Krankenkasse für die Behandlung. Man kann bestehende Gesetze und Verordnungen da nicht einfach ignorieren, weil es einem selber so passt.
Jeder erkennt z.B. einen gebrochenen Arm, trotzdem muss das von einem Arzt/Sanitäter auch genau so diagnostiziert werden, da auch noch andere Verletzungen vorhanden sein können, die man als normaler Mensch so nicht erkennt.
Das gleiche Prinzip gilt auch für psychologische/therapeutische Behandlung.
Mir pers. ist es völlig egal, ob das jetzt als Spielsucht oder Videospiel-Sucht, Microtransaction-, Online-, DLC-Sucht heißt. Ausschlaggebend sollte in dieser Diskussion auch nicht sein, ob Lootboxen Glücksspiel sind oder nicht, sondern die zugrunde liegende Ursache für das Suchtverhalten.
Nennen kann man es unterschiedlich, aber die Ursachen sind vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen selbst. Die Ursache zu finden ist Aufgabe von Psychologen/Therapeuten. Das kann von einem Trauma aus der Kindheit, über persönliche Probleme und noch viel mehr an Ursachen haben, die man nicht von außen sehen kann und nicht nebenbei herausfindet.
Sorry, aber die Aussage das nur ein Fachatzt eine Suchterkrankung Diagnostizieren und behandeln kann ist falsch. Das Beweisen schon die vielen Anonymen Gruppen mit ihrem 12 Schritte Programm!
Es wurde zwar von zwei Ärzten erfunden aber die wollten damit ihre Alkoholsucht heilen. Was ihnen ja auch gelang. Heute gibt es nicht nur die am besten bekannten AA Meetings sondern für nahezu alle Suchterkrankungen. Die werden zwar manchmal von Ärzten empfohlen, in den Meetings selbst sind aber nur dann Ärzte zu finden wenn diese selbst betroffen sind.
Anonyme Gruppen sind eine zusätzliche Hilfe, die man ohne großen Aufwand aufsuchen kann und auch sollte, wenn man meint betroffen zu sein. Aber auch in anonymen Gruppen werden oft Psychologen/Therapeuten/Ärzte eingeladen, um über die Themen zu informieren und ggf. die Leute zu ermuntern, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Gruppen sind eine Erweiterung des Angebotes, aber kein Ersatz.
Viele gehen da auch hin, weil es an offiziellen Angeboten schlicht und ergreifend mangelt, da nicht ausreichend Personal vorhanden ist. Auch Angst ist oft ein entscheidender Faktor nicht zum Psychologen zu gehen.
Es ist gesellschaftlich leider immer noch "verpönt" sich solche Schwächen einzugestehen, auch wenn dies sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat!
Mit deiner Aussage sprichst du jedem suchtkranken die Fähigkeit ab jemals wieder selbst reflektieren und eigenverantwortlich handeln zu können. Als betroffener fühle ich mich von deiner Argumentation diesbezüglich schon etwas angegriffen. Ja, mir ist bewusst das dies nicht deine Absicht gewesen ist
Wie ich oben aber bereits geschrieben habe halte auch ich es nicht für sinnvoll immer auf eine fachäztliche Behandlung zu verzichten. Das betrifft allerdings nur wenige wirklich riskante stoffliche Suchtmittel oder wenn der eigene Versuch gescheitert ist.
Nein, tue ich nicht. Man muss aber unterscheiden in den Fällen. Suchtkranke haben oft in vielen Fällen die Kontrolle über ihr Leben oder Teilen davon auf unterschiedliche Art und Weise verloren. Eine Therapie soll dem Patienten helfen diese Kontrolle wieder zu gewinnen.
Der Kontrollverlust drückt sich in vielfältiger Art und Weise aus, da kann man schlecht verallgemeinern. Viele stellen sich ja immer das extreme vor, nach dem Motto der liegt nur noch im Bett und kommt nicht mehr hoch usw. Dies ist aber eine verbreitete falsche Vorstellung.
Wer z.B. nicht mehr gut leben kann, ohne permanent und andauernd am PC zu spielen, hat einen Teil seines Lebens dem PC untergeordnet. Eine Therapie soll dem Patienten diese Kontrolle zurück geben und ihm zeigen, dass er den PC kontrolliert und nicht er vom PC kontrolliert wird/abhängig ist.
Und es ist ähnlich wie beim Alkohol, es bleibt ein lebenslanger "Kampf" abhängig von der Schwere der Sucht. Wenn man nicht aufpasst, kann man gerade beim PC wieder in alte Verhaltensweisen zurückfallen und das soll bestmöglich verhindert werden.
Und sollte ich dich beleidigt haben, so möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen. Zwar sehe ich da jetzt irgendwo keine Beleidigung, aber sollte ich dies unbewusst/ignorant gemacht haben, dann bedaure ich dies.
Was die verbote von Lootboxen und den Spielemechaniken angeht gebe ich dir nur teilweise recht. Das man beides verbieten kann und das auch durchsetzbar ist wenn die Politik den willen dazu hat sieht man ganz gut an Spielen mit besonders verherrlichender Gewalt und solchen die Hakenkreuze usw enthalten. Die bekommen recht schnell eine FSK 18 oder werden gleich auf den Index gesetzt wenn sie nicht entsprechend angepasst sind.
Natürlich kann man es ad hoc verbieten, nur hat das politische und wirtschaftliche Auswirkungen, die man vorher bedenken muss. Siehe z.B. die Klage der Energieversorger gegen die BRD wegen der Abschaltung der AKW. Der Grundgedanke ist völlig richtig und gut, aber er ist rechtlich völlig falsch gewesen, weswegen der Steuerzahler nachträglich mehrere Milliarden an die Stromversorger zahlen darf. Daher sollte man sich bei politischen Entscheidungen vor Schnellschüssen möglichst fern halten, dies verursacht oft mehr langfristige Probleme, als aktuell da sind.
Und die
USK ist eine Abspaltung der FSK und dient zum Schutz der Jugend vor gewaltverherrlichenden Spielen etc. Das Problem ist nur, die Institution ist durchsetzt von alten Menschen, die eine völlig andere Moralvorstellung haben. Was heute veröffentlicht wird, wäre noch vor 10-15 Jahren auf dem Index gelandet und hätte nicht beworben oder gar vertrieben werden dürfen. Es gab Spiele die auf dem Index gelandet sind, weil man angeblich den Krieg simuliert erleben konnte. Dabei waren das nur ein paar Pixel, wo man schon sehr phantasievoll dafür sein musste. Es waren alte Menschen die meinen sie müssen ihre Moral der Jugend absolut aufdrücken (weil nur sie wissen, was gut und richtig ist)
Aber ich merke, ich schweife vom Thema ab, da könnte man eine ganz neue lange Diskussion zu aufmachen.
Ich persönlich sehe Lootboxen als Glücksspielvariante an. Ob das nun so zutrifft sei mal dahingestellt. Ich denke aber das man sich darauf einigen kann das Lootbox Mechaniken eine Überprüfung und angemessener reglementierung seitens der Politik nötig haben. An ein generelles verbot glaube ich auch nicht, muss auch gar nicht sein wenn die reglementierungen mit Verstand vorgenommen werden.
Daran glaube ich allerdings auch nicht
Wie auch immer wir werden sehen was (und wann) die Politik daraus macht.
Das sei dir auch unbenommen und gehört zu einer Diskussion/Kontroverse dazu. Ich sehe Lootboxen aktuell nicht als Glücksspiel, da die Definition nicht erfüllt wird.
Bin ich ein Freund von Lootboxen? Mitnichten, aber wir Spieler sind mit an der Situation Schuld und sollten dies auch nicht leugnen, was aber viele ja unbewusst leider machen.
Überprüft und ggf. reguliert werden müssen sie aber definitiv. Nur wird das noch eine ganze Weile dauern, bis dahin müssen wir uns damit irgendwie arrangieren bzw. uns dagegen entscheiden.
Oh, Reglementierungen und Gesetze sind immer mit Verstand gemacht, das Problem sind nur die Einflüsse auf solche Entscheidungen. Die Kunst von Politik ist es, alle Seiten bestmöglich zufrieden zu stellen. Was nun mal nicht gerade leicht ist und oft genug auch leider nicht gelingt. Ich bin parteipolitisch an der Basis aktiv, es gibt wirklich besseres um seine Freizeit gut zu verbringen, da kannst du dir sicher sein. Das ist manchmal schrecklicher als jede Scripted Reality-Sendung im Privatfernsehen.