Zu diesem Thema finde ich diesen Artikel recht interessant:
Bei ExtremeTech gibt es zwei recht interessante Artikel zum Thema Direct3D10, in welchen mit einigen Machern aus der Branche gesprochen wurde: In Part 1 mit den Microsoft-Mannen David Blythe und Chris Donahue, in Part 2 mit Bob Drebin, dem Chief Technology Officer von ATI. In letztgenanntem Artikel bestätigt der ATI-Entwickler unter anderem, daß ATI bezüglich der Vorstellung der ersten Direct3D10-Beschleuniger keineswegs auf das Release von Windows Vista warten wird, selbst wenn die Direct3D10-Funktionalität bekanntermaßen unter Windows XP nicht zur Verfügung stehen wird ...
... Um diesen Gedanken aufzugreifen, wird immer mehr klar, daß die kommende erste Direct3D10-Generation wohl kaum als primärer Direct3D10-Beschleuniger gebaut werden wird (bzw. inzwischen wurde). Dadurch, daß Direct3D10 an Windows Vista gebunden ist, wird die Durchsetzung von Direct3D10-Spielen (ob als extra Modus oder als Direct3D10-only) deutlich zurückgeworfen. Direct3D10-only-Spiele sind derzeit kaum vorstellbar, zu breit ist schlicht die installierte DirectX9- und Windows-XP-Basis, dies wird sich erst in zwei bis drei Jahren anfangen zu ändern. Insofern stellt für die nächste Zeit das höchste der Gefühle ein extra Direct3D10-Renderpfad dar - zusätzlich zum standardmässigem DirectX9-Renderpfad ...
... Allerdings wird auch der extra Direct3D10-Renderpfad die nächsten zwei Jahre noch einen - relativ betrachtet - arg geringen Markt ansprechen, lohnt sich dieser zusätzliche Aufwand also nur für Spieleentwicklungen, welche auf die eine oder andere Art auf eine besonders herausragende Grafik bzw. den dadurch eintretenden Werbeeffekt angewiesen sind. Die Masse der Spiele wird die nächsten Zeit gemäß unser derzeitigen Einschätzung viel eher weiterhin auf einem DirectX9-Renderpfad für alle aktuellen Grafikkarten inklusive auch der Direct3D10-Modelle vertrauen. Allerdings können die Direct3D10-Grafikkarten auch bei DirectX9-Spielen weiterhin ein wenig von Direct3D10 profitieren ...
... Denn intern können die Grafikkarten die Vorzüge ihrer Direct3D10-Architektur natürlich trotzdem ausnutzen, selbst wenn sich die Direct3D10-Grafikkarte für das Spiel als DirectX9-Hardware darstellt. Zu nennen wären hier primär die dynamische Lastverteilung zwischen Vertexshader- und Pixelshader-Programmen, sofern man wie ATI eine unified Shader-Architektur plant, aber auch die (angeblich deutlich) geringere Treiberlast unter Direct3D10. Betrachtet man sich diese Ausgangssituation, dürften die Grafikchip-Entwickler ihre Direct3D10-Projekte wohl sogar noch viel stärker auf die Beschleunigung von DirectX9-Code ausgelegt haben, als man letztlich bereit ist, zuzugeben - schlicht, weil sich die kommenden Direct3D10-Grafikchips um ATI R600 und nVidia G80 zu ihren Lebzeiten wohl fast ausschließlich mit der Beschleunigung von DirectX9-Software beschäftigen dürften.
Quelle: http://www.3dcenter.de/news/2006/woche27.php
Wenn der Schreiber recht behält, wäre der Schritt von nVidia (noch keine "echte" Unified-Shade-Architektur) beim G80 nachvollziehbar.