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Besser als ein Buch: Diese Spiele haben Story mit Tiefgang

Außerdem kann ein Spiel (wie auch ein Film) nie die Details eines Buchs liefern. Was in den filmischen/visuellen Medien meist fehlt, ist die Introspektive, wie es in den Charakteren vorgeht und was ihren Charakter ausmacht. Das liegt nun mal an der visuellen Beschränkung.
Introspektive kann sehr wohl von Film und Spiel dargestellt werden.

Beispielsweise könnte man mitten in einer Kampfszene diese einfrieren, einen Off Sprecher Text vom Protagonisten vortragen lassen und in eine Rückblende überleiten. Oder auf entsprechende Teilausschnitte der Szene wie eine Träne oder Kampfwunde zoomen. Wenn's stilistisch passt, auch auf die schematische Darstellung eines schneller schlagenden Herzens im Innern des Körpers.

Im einfallslosesten Fall kann man den Erzähler des Buches als Off Sprecher 1:1 aus selbigem vorlesen lassen.
Zack: dieselbe Menge Dateils wie im Buch.


Schwierig wird es übrigens nicht bei der Introspektive, sondern bei Metaphern und Adjektiven.
zB:
"Erntezeit im Jahre 1941, und die Sonne schmerzte am Himmel, und es bebte die geschwollene Luft und wärmte mich sehr, so wie wiederum ich mich feucht für sie erwärmte, und unsere sommerlich dumpfen Pulsschläge pochten im selben Takt.
Ich saß auf den Verandastufen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Kinn in die Handflächen gelegt, und ließ die Lider träge hängen, betäubt von der Hitze wie von einer Droge."


Dafür hingegen hat Film und Spiel die Möglichkeit, durch entsprechendes Tempo, Musik und Geräusche eine ähnliche Atmosphäre zu erzeugen. Siehe beispielsweise den Anfang von "Spiel mir das Lied vom Tod", der eine ähnliche Hitze filmtechnisch perfekt darstellt.

Interaktion ist für eine gute Story nicht förderlich. Das Gegenteil ist der Fall.
Es kommt drauf an, wie weit man die Interaktion zulässt. Bei einer Open World Spiel Freiheit ist eine schlüssige Story wesentlich komplexer zu schreiben als bei einem linearen Spiel, bei dem das Geschehen kontinuierlich abläuft und nur per QTEs interagiert wird.
 
Edit: Ich wage zu behaupten, dass du einen Großteil der im Hintergrund ablaufenden Dinge in Witcher 1+2 gar nicht vestanden hast, wenn du nicht die ganzen Bücher gelesen hast. Nur mal so am Rande....;-)
Nur weil die Spiele Teile auslassen, die im Buch vorkommen, ist das Medium Spiel doch nicht schlechter!?
Wenn man unbedingt das Buch getreu übertragen will, hätte man da vielleicht mehr oder längere Spiele draus machen sollen.

Bedenke, daß auch der Herr der Ringe lange Zeit als unverfilmbar galt, weil er zu lang für einen Film - ja selbst für 3 Filme war.
Und dann kamen Peter Jackson und Co und haben eine rund 12 Stunden Trilogie gedreht.
 
Nur weil die Spiele Teile auslassen, die im Buch vorkommen, ist das Medium Spiel doch nicht schlechter!?
Wenn man unbedingt das Buch getreu übertragen will, hätte man da vielleicht mehr oder längere Spiele draus machen sollen.
Ich glaube, du hast mich da falsch verstanden. Bei dem Absatz ging es nur darum, dass man die Spiele ganz anders wahrnimmt, wenn man die Bücher vorher gelesen hat. Man versteht dann einfach viel mehr Details, die Charaktere, die Spielwelt usw. ;-)
 
Es heißt nur "Alan Wake".Nicht "Alan Wakes Nightmare".Außer ihr meint das Spin-Off "Alan Wake's American Nightmare",was ich aber nicht glaube da der Screenshot und die Beschreibung zum Hauptspiel gehört.
 
Mir fehlt die Legacy of Kain Reihe. Diese hatte doch wirklich eine echt gut gestrickte Story zu bieten die bis zum Ende fesselte.
 
Ich glaube, du hast mich da falsch verstanden. Bei dem Absatz ging es nur darum, dass man die Spiele ganz anders wahrnimmt, wenn man die Bücher vorher gelesen hat. Man versteht dann einfach viel mehr Details, die Charaktere, die Spielwelt usw. ;-)

Das ist doch ähnlich wie eine Verfilmung eines Buches. Z.B. beleuchten die Verfilmungen der Bücher von Harry Potter nur 50% der Buchinhalte. Da fehlt eine Menge. Ebenso ist es mit Spielen. Da kann man nicht alles reinpacken.
 
Das ist doch ähnlich wie eine Verfilmung eines Buches. Z.B. beleuchten die Verfilmungen der Bücher von Harry Potter nur 50% der Buchinhalte. Da fehlt eine Menge. Ebenso ist es mit Spielen. Da kann man nicht alles reinpacken.
Verbleiben wir mal bei Harry Potter:
Band 7, also der letzte Band, war völlig überladen. Bisweilen war da ein eher negativer WTF-Effekt bei mir gegeben, weil alles auf einem Haufen kam, wovon ein Großteil vorher nie angedeutet wurde. Die Horkruxe, die Heiligtümer des Todes und dann noch die Sache mit Dumbledore. Dieses eine Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine zu überladene Story auch nicht förderlich ist, so detailliert manches auch ausgearbeitet sein mag. Zumal auch so einige Logiklöcher in diesem Buch aufkamen. Dabei waren die Bücher an sich nie schlecht. Ich hab sie alle gern gelesen. Aber ab dem 6. Band schien es mir, dass die Autorin wohl kaum noch Lust auf diese Buchreihe hatte oder ihr Ideen fehlten, weshalb sie zu weit hergeholten Mitteln greifen musste.

Da fand ich den Film weit angenehmer von der Handlung her, weil sie a.) nicht so überladen war und b.) somit auch ein paar Logiklöcher ausgemerzt wurden, indem einige Handlungsdetails aus dem Buch entfernt wurden.
 
Gut die Horrorkruxe waren mir auch etwas too much. Aber viele Handlungsstränge aus den Büchern fehlen schlichtweg in den Filmen. Ob nun die geheimen Nachtausflüge, die überflutete Schule, die detaillierte Behandlung der Schüler durch das Ministerium für Magie, die die Lehrer ersetzt bzw. für ihre Zwecke eingebunden haben... Sicher teils auch aufgrund der Verständlichkeit und der begrenzten Zeit pro Film. Normalerweise hätte z.B. Band 5 schon allein 3 Filme erfordert um ansatzweise alle Inhalte zu erfassen und entsprechend darzustellen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Gut die Horrorkruxe waren mir auch etwas too much. Aber viele Handlungsstränge aus den Büchern fehlen schlichtweg in den Filmen. Ob nun die geheimen Nachtausflüge, die überflutete Schule, die detaillierte Behandlung der Schüler durch das Ministerium für Magie, die die Lehrer ersetzt bzw. für ihre Zwecke eingebunden haben... Sicher teils auch aufgrund der Verständlichkeit und der begrenzten Zeit pro Film. Normalerweise hätte z.B. Band 5 schon allein 3 Filme erfordert um ansatzweise alle Inhalte zu erfassen und entsprechend darzustellen.
Die Horkruxe fand ich ja, wenn auch etwas weit hergeholt, noch relativ nachvollziehbar. Aber die Handlung wurde dann mit Erwähnung dieser Heiligtümer und Dumbledores Vergangenheit nicht komplexer, sondern einfach verwirrend und unlogischer.
 
Das nun wieder fand ich notwendig. Allerdings kam das auch erst ziemlich spät. Das hätte ich nun wieder gezielt und langsam in den vorangegangenen Teilen untergebracht.
 
Das ist doch ähnlich wie eine Verfilmung eines Buches. Z.B. beleuchten die Verfilmungen der Bücher von Harry Potter nur 50% der Buchinhalte. Da fehlt eine Menge. Ebenso ist es mit Spielen. Da kann man nicht alles reinpacken.

Doch, kann man. Die Frage ist nur, ob man dann einen Geldgeber findet, der zB eine 9 Stunden Verfilmung des 300 Seiten Buches "Der kleine Hobbit" finanziert.
 
Ich habe bisher noch kein Spiel gespielt, welches auch nur ansatzweise mit einem richtig guten Roman hätte mithalten können. Wenn es sowas geben sollte, dann müßte in einem Spiel ja erstmal unzählige Stunden auf Charaktermodellierung und -ausarbeitung verwendet werden.

Ich sag nur: Otherland oder Der Herr der Ringe. Im Buch stehen so unfaßbar viele Details und Hinweise, sowas kann ein Spiel niemals bieten. Kann es nicht, denn dort müßte man ja mit einem Holzhammer auf solche Dinge aufmerksam gemacht werden müssen.
 
Doch, kann man. Die Frage ist nur, ob man dann einen Geldgeber findet, der zB eine 9 Stunden Verfilmung des 300 Seiten Buches "Der kleine Hobbit" finanziert.

Genau das ist der Punkt. Dann benötigt man für jeden Harry Potter Band mindestens 4 h Spieldauer, bei Band 5 und 6 gar noch mehr.

Daß man das Finale gesplittet hat, war da schon ein Zugeständnis an den massiven Buchcontent den man nicht unterschlagen kann.

Wie gesagt gehen würde es. Aber a) Wer außer ein Fan und Leser würde sich die Spieldauer antun ? Und b) wer finanziert solche massiven Dreharbeiten ? Daran scheitert es doch schon.
 
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