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90nm-Prozessoren geringeres OC-Potenzial?

Kandsler

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Moin, moin!

Inzwischen gibt es ja die ersten Athlon64-Prozessoren, die im 90nm-Prozess gefertigt wurden, für den Sockel 939 (3000+, 3200+ und 3500+).
Haben diese Prozessoren eigentlich ein geringeres OC-Potenzial? Mit meinem rudimentären Physik-Wissen stelle ich mir irgendwie vor, dass die schmaleren Leiterbahnen nicht so viel mitmachen. Vor allem nicht, wenn man die Spannung erhöht.
Andererseits ist ja auch die Wäremabgabe wohl etwas geringer, so dass die wohl weniger einen limitierenden Faktor darstellen würde...

Kandsler
 
Kandsler am 29.10.2004 14:50 schrieb:
Moin, moin!

Inzwischen gibt es ja die ersten Athlon64-Prozessoren, die im 90nm-Prozess gefertigt wurden, für den Sockel 939 (3000+, 3200+ und 3500+).
Haben diese Prozessoren eigentlich ein geringeres OC-Potenzial? Mit meinem rudimentären Physik-Wissen stelle ich mir irgendwie vor, dass die schmaleren Leiterbahnen nicht so viel mitmachen. Vor allem nicht, wenn man die Spannung erhöht.
Andererseits ist ja auch die Wäremabgabe wohl etwas geringer, so dass die wohl weniger einen limitierenden Faktor darstellen würde...

Kandsler
zum teil richtig. also beim PIV trifft das wohl so in der Art zu. bei AMD hat sich das nicht ganz so gravierend eingestellt. also man kann die CPu´s nachdem was ich so gelesen haben doch ein ganzes stück höher takten. wie die das nun angestellt haben k.a.
 
Kandsler am 29.10.2004 14:50 schrieb:
Moin, moin!

Inzwischen gibt es ja die ersten Athlon64-Prozessoren, die im 90nm-Prozess gefertigt wurden, für den Sockel 939 (3000+, 3200+ und 3500+).
Haben diese Prozessoren eigentlich ein geringeres OC-Potenzial? Mit meinem rudimentären Physik-Wissen stelle ich mir irgendwie vor, dass die schmaleren Leiterbahnen nicht so viel mitmachen. Vor allem nicht, wenn man die Spannung erhöht.
Andererseits ist ja auch die Wäremabgabe wohl etwas geringer, so dass die wohl weniger einen limitierenden Faktor darstellen würde...

Kandsler

Da liegt ein Irrtum deinerseits vor. Du hast natürlich recht, dass der Elektrische Widerstand etwas anwächst durch das Reduzieren der Leiterbahn-Stärke. Und jawohl, auch die Wärmeabgabe wird geringer, da die E-Leistung sich aus P=U^2/R ergibt und R ja größer wird. Außerdem senkt AMD die Spannung von 1,55V auf 1,4V für den Winchester-Core (90nm).
Allerdings hast du unrecht, was das OC-Potential angeht, denn je kleiner die Leiterbahnen, desto kleiner die induktiven Lasten. Diese sind eher das Problem der Prozessorhersteller. Du kennst den Effekt, wenn du ein Netzteil einschaltest. Es dauert eine Zeit lang bis der volle Strom fließt. Das hängt nicht damit zusammmen, dass der Impuls des Stromes so lange dauert (denn dieser ist annähernd in Lichtgeschwindigkeit), sondern mit der Induktivität. Im Netzteil wird nämlich beim Einschalten ein Strom induziert, der dem Strom aus der Steckdose entgegengerichtet ist. Je höher die Induktivität, desto länger dauert dieser Vorgang. Nun ist ja die Induktivität so einer Leiterbahn zwar sehr sehr gering, jedoch befinden wir uns im GHz-Bereich. Da genügt es, wenn die Verzögerungen im Nanosekundenbereich da sind um den Stromfluss zu behindern. Deshalb versuchen die Hersteller immer kleinere Fertigungsverfahren zu entwickeln, wodurch wiederrum die Spannung gesenkt werden muss, da die CPUs sonst schneller kaputtgehen (EM-Effekt).
Lange Rede, kurzer Unsinn: Die 90nm CPUs von AMD sind deutlich besser zu übertakten, als die 130nm. Es gibt tests im Netz laut denen es Leute geschafft haben, einen Athlon 64-Winchester 3000+ (S939,,1,8GHz)auf 2600MHz zu übertakten, und zwar mit Luftkühlung!!! Die Spannung wurde dabei lediglich um 8,3% erhöht, was noch im Toleranzbereich liegen sollte. Allerdings macht da nicht jedes Mobo mit und auch nicht jeder neue 3000+. Aber ich denke, dass 2,4GHz fast bei jedem 3000+-Winchester drinn sein sollten.
Hoffe, ich konnte weiterhelfen!
 
UltraSchmart am 29.10.2004 15:32 schrieb:
Da liegt ein Irrtum deinerseits vor. Du hast natürlich recht, dass der Elektrische Widerstand etwas anwächst durch das Reduzieren der Leiterbahn-Stärke. Und jawohl, auch die Wärmeabgabe wird geringer, da die E-Leistung sich aus P=U^2/R ergibt und R ja größer wird. Außerdem senkt AMD die Spannung von 1,55V auf 1,4V für den Winchester-Core (90nm).
Allerdings hast du unrecht, was das OC-Potential angeht, denn je kleiner die Leiterbahnen, desto kleiner die induktiven Lasten. Diese sind eher das Problem der Prozessorhersteller. Du kennst den Effekt, wenn du ein Netzteil einschaltest. Es dauert eine Zeit lang bis der volle Strom fließt. Das hängt nicht damit zusammmen, dass der Impuls des Stromes so lange dauert (denn dieser ist annähernd in Lichtgeschwindigkeit), sondern mit der Induktivität. Im Netzteil wird nämlich beim Einschalten ein Strom induziert, der dem Strom aus der Steckdose entgegengerichtet ist. Je höher die Induktivität, desto länger dauert dieser Vorgang. Nun ist ja die Induktivität so einer Leiterbahn zwar sehr sehr gering, jedoch befinden wir uns im GHz-Bereich. Da genügt es, wenn die Verzögerungen im Nanosekundenbereich da sind um den Stromfluss zu behindern. Deshalb versuchen die Hersteller immer kleinere Fertigungsverfahren zu entwickeln, wodurch wiederrum die Spannung gesenkt werden muss, da die CPUs sonst schneller kaputtgehen (EM-Effekt).
Lange Rede, kurzer Unsinn: Die 90nm CPUs von AMD sind deutlich besser zu übertakten, als die 130nm. Es gibt tests im Netz laut denen es Leute geschafft haben, einen Athlon 64-Winchester 3000+ (S939,,1,8GHz)auf 2600MHz zu übertakten, und zwar mit Luftkühlung!!! Die Spannung wurde dabei lediglich um 8,3% erhöht, was noch im Toleranzbereich liegen sollte. Allerdings macht da nicht jedes Mobo mit und auch nicht jeder neue 3000+. Aber ich denke, dass 2,4GHz fast bei jedem 3000+-Winchester drinn sein sollten.
Hoffe, ich konnte weiterhelfen!

Wie gesagt: Mein Physik-Wissen ist eher schlecht. Trotzdem konnte ich deine Erklärung nachvollziehen :top: Also vielen Dank!
Dann sieht es ja fast so aus, als ob die 90nm-Prozzis überhaupt keine Nachteile gegenüber den 130nm-Teilen haben. Und ein 3500+ mit 90nm ist kaum teurer als ein 3500+ mit 130nm.
Oder haben die 90nm-Prozzis doch irgendwelche Nachteile?
 
Kandsler am 29.10.2004 15:47 schrieb:
UltraSchmart am 29.10.2004 15:32 schrieb:
Da liegt ein Irrtum deinerseits vor. Du hast natürlich recht, dass der Elektrische Widerstand etwas anwächst durch das Reduzieren der Leiterbahn-Stärke. Und jawohl, auch die Wärmeabgabe wird geringer, da die E-Leistung sich aus P=U^2/R ergibt und R ja größer wird. Außerdem senkt AMD die Spannung von 1,55V auf 1,4V für den Winchester-Core (90nm).
Allerdings hast du unrecht, was das OC-Potential angeht, denn je kleiner die Leiterbahnen, desto kleiner die induktiven Lasten. Diese sind eher das Problem der Prozessorhersteller. Du kennst den Effekt, wenn du ein Netzteil einschaltest. Es dauert eine Zeit lang bis der volle Strom fließt. Das hängt nicht damit zusammmen, dass der Impuls des Stromes so lange dauert (denn dieser ist annähernd in Lichtgeschwindigkeit), sondern mit der Induktivität. Im Netzteil wird nämlich beim Einschalten ein Strom induziert, der dem Strom aus der Steckdose entgegengerichtet ist. Je höher die Induktivität, desto länger dauert dieser Vorgang. Nun ist ja die Induktivität so einer Leiterbahn zwar sehr sehr gering, jedoch befinden wir uns im GHz-Bereich. Da genügt es, wenn die Verzögerungen im Nanosekundenbereich da sind um den Stromfluss zu behindern. Deshalb versuchen die Hersteller immer kleinere Fertigungsverfahren zu entwickeln, wodurch wiederrum die Spannung gesenkt werden muss, da die CPUs sonst schneller kaputtgehen (EM-Effekt).
Lange Rede, kurzer Unsinn: Die 90nm CPUs von AMD sind deutlich besser zu übertakten, als die 130nm. Es gibt tests im Netz laut denen es Leute geschafft haben, einen Athlon 64-Winchester 3000+ (S939,,1,8GHz)auf 2600MHz zu übertakten, und zwar mit Luftkühlung!!! Die Spannung wurde dabei lediglich um 8,3% erhöht, was noch im Toleranzbereich liegen sollte. Allerdings macht da nicht jedes Mobo mit und auch nicht jeder neue 3000+. Aber ich denke, dass 2,4GHz fast bei jedem 3000+-Winchester drinn sein sollten.
Hoffe, ich konnte weiterhelfen!

Wie gesagt: Mein Physik-Wissen ist eher schlecht. Trotzdem konnte ich deine Erklärung nachvollziehen :top: Also vielen Dank!
Dann sieht es ja fast so aus, als ob die 90nm-Prozzis überhaupt keine Nachteile gegenüber den 130nm-Teilen haben. Und ein 3500+ mit 90nm ist kaum teurer als ein 3500+ mit 130nm.
Oder haben die 90nm-Prozzis doch irgendwelche Nachteile?


;-)
 
Es gilt die Faustregel...

Je geringer die Strukturbreite, desto...

... geringer die anzulegende Spannung
... schneller geht die CPU bei höherer Spannung durch Elektromigration kaputt
... mehr thermische Verlustleistung pro Fläche entsteht. Die Gesamtverlustleistung sinkt allerdings.
 
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