Also wenn man mit solch offensichtlichen Aussagen als Branchenexperte bezeichnet wird, dann ernenne ich mich jetzt selbst auch mal zum Branchenexperten. Ich verstehe nicht, wieso diese Aussagen jetzt so innovativ sein sollen??? Dass bei der Xbox One Kinect den Preisunterschied zur PS4 ausmacht, war doch schon seit der E3 klar. Natürlich hat Pachter recht: die Preissenkung kann nicht früh genug kommen.
Eine Preissenkung für das Jahr 2015 zu prognostizieren klingt logisch, da dies ein Eingeständnis wäre, dass Microsofts Konzept der Konsole nicht aufgegangen ist und dies natürlich gerade bei ohnehin so starker Konkurrenz etwas verzögert werden soll. Außerdem könnten mit den diesjährigen Messen noch Anläufe gestartet werden, dem Spielerlebnis einzelne Kinectfunktionen hinzuzufügen, auf die der Spieler dann nicht mehr verzichten will (keine Ahnung, was das sein soll, aber ich denke für Akzeptanz könnte Kinect nur als zusätzliches Eingabeinstrument sorgen, Kinect-only Titel sind da einfach zu begrenzt).
Zudem würde der Kinectsensor nur noch optional angeboten, wodurch der Spielemarkt dafür noch begrenzter ausfallen wird. Dann endet das ganze wie bei der Playstation-Kamera, die fröhlich auf meinem Fernseher verstaubt und auf ihren Einsatz wartet. Dafür ist Microsoft einfach zu stolz auf das Kinect-Konzept, was zugegebenermaßen interessant und innovativ ist.
Allerdings würde für eine baldige Preissenkung bzw. das Entfernen des Kinect-Sensors sprechen, dass noch die Möglichkeit besteht, die Spieler von dem Konzept der Konsole zu überzeugen, gerade da auch interessante und insbesondere (für Microsofts Verhältnisse) viele Exklusivtitel in Entwicklung sind. Gerade damit könnte geworben werden und die Verkäufe der neuen Xbox könnten sich verbessern...wenn der Preis stimmt. Das Problem liegt ja gerade darin, dass ein Großteil der Spieler keine Verwendung für Kinect hat, da der Sensor meistens nur eher nette Spielerei ist. Wenn Microsoft Kunden (zurück-)gewinnen möchte, sollten sie das Paket reduzieren und es möglichst bald preiswerter machen. Es wäre wirklich schade um Titel wie Sunset Overdrive oder Quantum Break, die Kaufargumente sein könnten, aber aufgrund des zu hohen Konsolenpreises von der breiten Masse unbeachtet bleiben werden.
Eine Preissenkung der Konsole wäre auch denkbar, ohne Kinect daraus zu entfernen. Allerdings glaube ich, dass dann weiterhin die Verkäufe zurückbleiben, da dann (zumindest nach außen hin) weiterhin Geld für Kinect bezahlt wird, was man gegebenenfalls gar nicht möchte. Man könnte ja anders für das Paket werben, vielleicht: Xbox One für 399 Euro und gratis dabei Kinect. Ist im Ergebnis das gleiche, kommt jedoch in der Psyche des Käufers besser an.
Selbst wenn sie dieses Jahr noch abwarten denke ich, dass das keine gute Entscheidung wäre. Ich bin nicht überzeugt, dass die Kinect-Features dieses Jahr die breite Masse begeistern werden und so verliert Microsoft erst die letzte Gunst der Spieler und muss dann trotzdem das Verkaufskonzept ändern.
Klar ist, dass das Problem da ist, es jeder kennt und außer Microsoft auch jeder die einzig logische Lösung befürwortet. Microsoft will nur keine Niederlage eingestehen und an dem Konzept festhalten. Damit lösen sie das Problem aber nicht, sondern schieben es nur auf!
Vielleicht habe ich ja einen logischen Denkfehler, aber aus meiner Sicht gibt es nur eine wirkliche Lösung: Kinect muss so schnell wie möglich wieder separat verkauft werden!