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Unser Hot Take der Woche: Star Wars ist kein Meisterwerk, sondern maximal 08/15

Karangor

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Ja, bin da ja ein Fan der ersten (und für mich auch einzigen) drei Teile. Erstaunlicherweise mag ich keine Auskopplungen von Serien, aber Kotor find ich fast geiler als das "original" SW.

Aber generell hat der Autor recht. Ich hab die Triologie vor ein paar Wochen nochmal angesehen und mittlerweile ... puh ... nicht mehr so geil wie man es sich immer vorstellt. "Dune" (ich kann jetzt nur den 80er Jahre Film beurteilen) ist anbei schon viel geiler. Zwar eigentlich auch ne Space-Opera, aber da merkst schon, daß der Autor jetzt mehr Substanz hat der Drehbuchautor bei SW.
 
Tatsächlich ist vor allem George Lucas auch kein Meisterregisseur. Das Imperium schlägt zurück ist von einem Fernsehregisseur und Regieveteranen inszeniert und das sieht man auch. So viel dynamischer inszeniert, die kultigen Übergänge von Kurosawa clever kopiert. Insgesamt der viel bessere Film. Star Wars ist sehr statisch und durchschnittlich inszeniert. Man merkt auch das Jahrzehnt sehr deutlich, in dem er entstanden ist. Ein Klassiker ist der Film wegen der Spezialeffekte geworden, für die 20th Century Fox sogar den eigentlich als Blockbuster konzipierten Damnation Alley um sein Effektebudget gebracht hat. Das hat man Star Wars zugeteilt, als klar war, dass das ein großes Ding werden kann.
Die Story ist tatsächlich ebenfalls einfach zusammen kopiert. Der schwarze Ritter, der charmante Pirat, die Prinzessin in Not etc.
 
Ich schaue Filme seit den 90ern. Star Wars ist bis heute der beste Film den ich je gesehen habe. Action, Spannung, Humor, geniale Story und Figuren. Auch heute noch macht er mir Spaß obwohl ich ihn schon dutzende Male gesehen habe. Natürlich gewinnt immer das Gute wie in den meisten Filmen. Aber darf ich fragen was der Lieblingsfilm des Autors ist?
 
Ich schaue Filme seit den 90ern. Star Wars ist bis heute der beste Film den ich je gesehen habe. Action, Spannung, Humor, geniale Story und Figuren. Auch heute noch macht er mir Spaß obwohl ich ihn schon dutzende Male gesehen habe. Natürlich gewinnt immer das Gute wie in den meisten Filmen. Aber darf ich fragen was der Lieblingsfilm des Autors ist?
In der IMDb Top 250 Liste kommt Star Wars auf Platz 30, was immer noch verdammt weit vorne ist. Aber auch dort ist Imperium mit Platz 15 der bessere Film.

Das ganze ist sicherlich subjektiv und im Bereich Fantasy ist lediglich Herr der Ringe eine bessere Filmreihe. Bei reinen "echten" Science Fiction Filmen fallen mir aus dem Stehgreif eine Menge besserer Filme ein. Mad Max: Fury Road, The Arrival, Interstellar und Blade Runner 2049 sind mal ein paar neuere Beispiele.
Terminator 2, Aliens und Highlander wären drei ältere. Das sind nur ein paar Beispiele, die allesamt handwerklich und meistens auch storytechnisch ein paar Stufen besser sind.
Auf dem gleichen Level wie Star Wars würde ich Transformers, Fluch der Karibik und Fast and the Furious einordnen. Die sind ebenfalls für Teenager konzipiert. Vielleicht ist das auch einfach der Unterschied. George Lucas hat einen Film für Zwölfjährige gedreht. Hier ein Originalzitat von ihm:

"It's a film for 12-year-olds. As you're 12 years old, you're about to enter the real world. You're moving away from your parents, you're probably scared, you don't know what's going to happen. Here is a little idea of things you should pay attention to: Friendship, honesty, trust, doing the right thing. Living on the light side, avoiding the dark side."
 
Solche Artikel sind der Grund wieso ich als Pcg stammuser zu Gamestar gewechselt bin. Pcg ist nur 0815
 
Nun ja.
Ein Artikel dieser Art ist nicht wirklich ernst zu nehmen . Ähnlich wäre es, eine 8-Zoll Diskette von heute aus zu bewerten mit "zu groß, schlabberig und der Speicherplatz lässt auch zu wünschen übrig.

Aber ich denke ich weiß, wie du es meinst.
Ich zum Beispiel habe mich auch schon gefragt, warum z.b. Harry Potter so unfassbar erfolgreich war. Oder die Herr der Ringe-Bücher - literarisch gesehen sind sie allenfalls mittlmäßig geschrieben - dennoch verfilmt und supererfolgreich.

Ich denke - irgendwie ist es mit der Liebe bzw der Macht:
Sie umgibt uns, sie durchdringt uns. Sie hält die Galaxis zusammen.
Warum und wie vermag wohl kein Mensch zu erklären.
Dasselbe mit Filmen.
Sie waren halt zur richtigen Zeit da, haben die richtigen Themen angesprochen, den Nerv der Zeit getroffen.
Darin liegt wohl die Meisterleistung von Lucas - die vorhandenen Dinge zu mischen und dadurch doch etwas Neues und bleibendes zu schaffen.
Und zu sagen, was wirklich "gute" und "schlechte" Filme sind - oi, diese Diskussion wird lang. Sehr lang.... ;-)
 
Ach Loide... so funktionieren Hot Takes nun Mal... Und wenn man mich fragt, is das dieses Mal so richtig einer. Vielleicht hat mein Auge angefangen zu zucken ^^ ABER: Ich muss bei längerem Nachdenken leider zustimmen. Ich mein, im Grunde is es einfach ne Adaption von der klassischen Heldenreise, die man schon seit dem Mittelalter kennt... IDie Parallelen zu Artusromanen kommen echt nicht von ungefähr. Und der Rest des Universums is halt zusammengeschustert ausm Märchenbaukasten. Der meiste Rest des Beschriebenen sind auch einfach Krankheiten, die man bei vielen verschiedenen Geschichten unterschiedlichster Formate kennt. Abgesehen von dem Ding von Leia und Han. Also bitte...

Andererseits stell ich mir halt die Frage: gibt es wirklich noch innovative Dinge im Bereich der Unterhaltung? Ohne zu sehr in die Philosophie abdriften zu wollen, aber bei uns Menschen kommt selten was aus dem Nichts. Unsere komplexen Vorstellungen entstehen einfach aus bereits bestehenden Eindrücken … Das bedeutet aber am Ende doch auch, dass entweder alles 08/15 is oder eben nichts. Selbst mein innig geliebter Tolkien hat nichts vollkommen Neues erschaffen, und der Kerl war ein Meister seines Faches. Und wenn wir an der Stelle weitermachen? In der aktuellen Zeit fordern Menschen immer schneller neue Inhalte. Die werden aufgesaugt. Sicherlich war es damals noch nich so schlimm, dennoch war da n gewisser Druck da. Dass Dinge dann weniger gut werden, bleibt nich aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich lasse mich ja gern auf einen Hot Take ein, wenn er gut argumentiert ist, aber das trifft in diesem Fall leider überhaupt nicht zu. Das ist nur Gemeckere, noch nicht mal qualifizierte Kritik. Der Autor verfügt offensichtlich nicht über das ausreichende Kontextwissen, um den Film einordnen zu können. Star Wars ist als Märchen konzipiert und das drückt sich auch an den archetypischen Figuren aus, am Gut gegen Böse. Und trotzdem ist Star Wars eben nicht platt, sondern reflektiert politische Debatten und referenziert Geschichte. Julius Caesar, Napoleon und der Vietnamkrieg stecken alle in Star Wars und die Filme sind auch eine starke Kritik am US Imperialismus der Zeit. Gleichzeitig ein zeitloses Märchen und einen aktuellen politischen Film zu machen ist hohe Kunst. Und auch die zeitliche Einordnung des Films kommt viel zu kurz in diesem Artikel. Ein Fantasy-Western mit Kurosawa-Elementen, Weltkriegs-Streifen und einer Prise Abenteuerfilm war 1977 eben eine absolute Neuheit und kreatives Kombinieren will gekonnt sein. Einen massentauglichen *und* intellektuell reichhaltigen Film zu machen ist unglaublich schwer, aber letztere Facette ist wohl am Autor etwas vorbeigegangen, denn dafür müsste man den Kontext verstehen und Kultur und Medien sinnvoll interpretieren können. Immerhin hat es seit George Lucas niemand mehr geschafft mit dieser angeblich so simplen Grundlage einen guten Star Wars Film zu machen. Nur mit Andor hat es das Franchise wieder geschafft, aber warum? Weil dieser politische Kontext, die kluge Analogie wieder ihren Weg ins Franchise gefunden hat.

EDIT:
Weil ich gestern nicht genug Zeit hatte will ich jetzt noch etwas stärker auf ein, zwei Punkte eingehen. Nämlich das Argument Darth Vader sei platt und die Dialoge hölzern. Letzteres hört man ja ohnehin immer wieder, ist also auch nichts neues. Zu einem gewissen Grad ist die Kritik auch gerechtfertigt und trotzdem greift sie zu kurz. Zuerst zu Darth Vader: Darth Vader ist Brutus und George Lucas verhandelt mit Star Wars auch die antike Frage nach dem Tyrannenmord. Was ist es, das Vader zu Brutus werden lässt? Der Film erzählt uns so vieles über Vader, das nur subtil gezeigt wird, etwa in Episode 6 als Luke seinem Vater die mechanische Hand abschlägt und auf seine eigene blickt. Kleine Einblicke in die Hintergrundgeschichte, ohne den Mythos, den Archetyp zu zerstören. Denn als Märchen muss Star Wars eben auch zu einem gewissen Grad archetypisch bleiben. Und insgesamt sollten sich wieder viel mehr Filme trauen, nicht die gesamte oh so tragische Hintergrundgeschichte ihrer Bösewichte in voller Breite zu erzählen sondern Raum lassen für das Mysterium und die Interpretationen des Publikums. Der Imperator wurde beispielsweise in Episode 4 immer nur angedeutet als Figur im Hintergrund, ohne große Erklärungen. Genau das hat aber die Fantasie des Publikums angeregt und mit Sicherheit auch zur Entwicklung des Extended Universe beigetragen. Und damit zu den Dialogen: Was sind "gute" Dialoge? Ich würde argumentieren das kommt stark auf den Film an. Ein Film, der ein zwischenmenschliches Drama ist und das Publikum mit in den gezeigten Haushalt nehmen möchte versucht vielleicht besonders alltagsnahe, realistische Dialoge zu zeigen, während ein Epos, ein Märchen - wie Star Wars! - viel stärker auf "schriftliche" und "unrealistische" Dialoge setzen muss, um den Charakter des Films zu verstärken. Das ist die absolute Grundlage der Dialogkonstruktion: zu wissen für welchen Film man schreibt. Gerade die aktuelle Diskussion um das "Daddy" in Nolans Odyssee zeigt das eindrücklich. Scheinbar "natürliche" Sprache funktioniert nicht in einem antiken Epos, so der Tenor. Insofern würde ich mit diesen Ergänzungen nochmal stark dafür plädieren die filmtheoretische und kulturwissenschaftliche Analyse stärker einzubeziehen, denn so ist der Artikel am Ende ein unreflektierter und schlecht argumentierter Kommentar in der Verkleidung eines "Meinungsartikels".
 
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