Die Handlung von Teil 2 und 3 hat ungefähr so viel Tiefe wie Star Wars Episode 8. Ja, die Geschichte ist schnell erzählt. John Wick muss noch mal als Attentäter ran, weil er im ersten Teil einen persönlichen Rachefeldzug unternommen hat. Er soll natürlich jemanden umlegen um eine alte Schuld zu begleichen, trifft dabei auf alte Bekannte und neue Feinde, während er sich zunehmend zum Ziel von weiteren Attentätern macht.
Kritikwürdig ist dabei die absurde Vorstellung, dass gefühlt jeder Zweite (inkl. einer Obdachlosengesellschaft, die keine ist), der mit einem Handy rum läuft, zur Gilde der Attentäter und damit zum organisierten Verbrechen gehört. Die Idee der Continental-Hotels als neutrale Zone oder andere Dinge dieser Art, geben der Welt aber dennoch klare Regeln vor und zeigt auch was mit denen geschieht, die sich nicht dran halten. Sicher stört mich auch das kugelsichere Jackett, was einfach nur ausgestreckt werden muss, damit es alle Arten von Beschuss wiedersteht. Es gibt also immer wieder Stellen, wo die Glaubwürdigkeit des Geschehens überspannt wird. Das darf man gerne negativ hervor heben. Dafür hat man ähnlich wie in den 80iger Jahre Jackie Chan Filmen sehr schön inszenierte Kampfszenen, bei der nicht nach jeden Schlag ein Schnitt erfolgt. Die Dialoge sind nicht tiefsinnig, aber müssen sie im Umfeld der Handlung auch nicht sein. Große Plottwists erwartet da eigentlich auch keiner, obwohl es hier und da zu etwas überraschenden Verwicklungen kommt.
Die hervor gebrachte bzw. rezitierte Kritik von einem hauchdünnen Plot, mag unter bestimmter Betrachtung richtig sein, ist aber in dem Filmgenre gar nicht mal so unüblich und würde der Erzählung auch keinen signifikanten Mehrwert bringen. Bud Spencer und Terence Hill Filme waren auch nicht so beliebt, weil die Erzählung mit der die Filme verbunden waren, so episch war. So lange die Handlung ohne offensichtliche Logiklücken oder Widersprüche auskommt, wird man sie nicht als großen Kritikpunkt bei John Wick Filmen nutzen können.