Ich vermute ja, dass die Steam Machines ein kleiner Testlauf in eine ganz andere Richtung sind. Wenn Sie sich nämlich gut verkaufen, haben es nicht nur die "Features" von Steam ins Wohnzimmer geschafft, sondern auch die Vertriebsplattform selbst. Und im Wohnzimmer liegen neue Geschäftsbereiche...
Es passt alles wunderbar ins Bild. Das Family-Sharing zum Beispiel, ist wie gemacht für ein Gerät im Wohnzimmer. Hat der Junior nämlich eine "Konsole" im Wohnzimmer stehen, wollen Geschwister und/oder Eltern eventuell auch mal ne Runde daddeln. Gleich den ganzen Account (inklusive Statistiken und Freunden) abzugeben, ist aber äußerst doof. Also bekommt jeder im Haushalt einen eigenen Steamaccount. Und alle Accounts teilen sich eine Bibliothek (Kindersicherung/Jugendschutz-Features sind ja auch vorhanden). Es funktioniert wie auf den Konsolen. Nur das hier noch der "Steam-Effekt" hinzukommt...
Wirft man den Kasten an, ist man direkt auf der Shop-Seite. Mama, Papa, Schwester, Bruder... Sie alle sehen zukünftig die Steam-Deals. Bejeweled für 2 Euro? Mama schlägt zu. Bohrmaschinensimulator 2014 (ich weiß, dass es den nicht gibt)? Papa freut sich. Barbies Abenteuer auf dem Reiterhof? Endlich was fürs Schwesterchen. Und die dicken Rabatte bei den Sales haben bisher noch jeden erwischt. Warum also nicht auch die Familien der Steam-Nutzer?
Dann kommt noch hinzu, dass Steam nicht mehr nur eine reine Spieleplattform ist. Vielleicht ist es ja nur ein Anfang, dass man inzwischen auch Nicht-Spiele-Software anbietet? Ist man erst eine feste Größe im Wohnzimmer, kann man seine Fühler ja auch noch in ganz andere Bereiche ausstrecken. Warum nicht auch Filme und Musik anbieten, wenn man schon am Fernseher und dem Soundsystem klemmt? Steam hat eine riesige Nutzerbasis und ist eine geschlossene Plattform, die sich über Jahre bewährt hat. Davor würde sich auch die Musik- und Filmindustrie nicht verschließen...
Das mag ein wenig spekulativ klingen, aber ich denke, dass Valve diesen Schritt gehen muss. EA hat nämlich gezeigt, dass die Publisher auch ohne Steam auskommen können. Was passiert, wenn nun Ubisoft seine Titel plötzlich UPlay-Exklusiv macht? Wie viele Leute schreien "No Steam no sale!", wenn weitere große Publisher ohne Steam weitermachen? So erfolgreich Steam auch ist: Ohne Spiele von anderen Entwicklern/Publishern, sind sie nichts. Mit einer großen Online-Videothek, würde man sich etwas unabhängiger von Firmen machen, die irgendwann eventuell nicht mehr der Aktionärsversammlung erklären können, warum man 30% des Verkaufspreises an Steam abtritt, obwohl man es doch wie EA machen könnte. Zumal (um beim Beispiel Ubisoft zu bleiben) UPlay eben schon vorhanden ist.
Steam Machines? Ein kluger Schazug! Wenn es funktioniert, bindet man die Publisher von Casualgames (da man viele Gelegenheits- und Nicht-Spieler erreicht) und hat die Option, komplett neue Geschäftsbereiche zu erschließen, ohne bei Null anfangen zu müssen.