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Pro7 und Gallileo springen auf auf die "Killerspielhetze"

hettcon

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Mit entsetzen habe ich soeben Gallileo gesehen. Im aktuellen Thema (http://www.prosieben.de/wissen/galileo/themen/artikel/58068/) ging es um Killerspiele und ob diese eine Schuld- Mitschuld an dem Amoklauf von Erfurt 2002 hatten.

Und wieder hat Gallileo bewiesen, dass es sich von einer vormals Wissenssendung, in ein Boulevard Revolver-TV-Magazin verwandelt hat, welches gefällig gesellschaftliche Vorurteile bedient. Das beweist für mich einmal mehr den Trend bei Pro7 generell, hinweg von einem meiner ehemals Lieblingssender hin zu einem Mädchen und Frauensender mit qualitativ "banalen" Formaten.

Bei Aussagen wie "Ego-Shooter heißen diese Spiele oder auch Killerspiele genannt", wurde ich mitunter wirklich zornig. Da wird eine ganze Generation stigmatisiert, weil sie gerne Computer spielt. Da wird munter das Thema Killerspiele, mit Amol-Läufen an Schulen und das Phänomen der Spielesucht (welches ich nicht bestreiten möchte) durcheinander gemixt und in einen quasi-faktischen Zusammenhang gepackt und dem Zuschauer als wissenschaftlich untermauert verkauft.

Da versucht ein Lehrer, welcher noch nie ein Computerspiel gespielt hat zu ergründen, wie Computer Spiele den Schüler Rober Steinhäuser zu seinem Amok-Lauf gebracht haben könnten. Mein Beileid dem Lehrer, für das was er erlitten hat, aber man kann doch nicht eine Aussage treffen, wie der Lehrer nach dem Besuch der Games-Con, bei dem es ihm nach danach ganz anders wurde, Angesichts der Masse und der dargebotenen Spiele und dann versuchen wollen dieses Spieler zu verstehen?! Wenn ein Mensch ohne Computerspiele aufgewachsen ist, nie ein Spiel "gedaddelt" hat, dann kann er gar nicht begreifen, was die wahren Motivationen von 99,99% der Spieler ist. Ich möchte noch einmal erwähnen, es geht mir nur um die Gewalt in Spielen. Ich bestreite nicht, dass Computerspiele süchtig machen können und dies auch ein Problem für die betroffenen Personen und das Umfeld sein kann.

Ich möchte ein Beispiel ziehen. Jemand der in seinem Leben noch nie einen Action-Film gesehen hat, dem wird angesichts der Gewalt auch ganz anders. Ich persönlich bin 27, leite mein eigenes Unternehmen, habe studiert und spiele gerne Computerspiele in meiner Freizeit. Bis vor einem Jahr habe ich exzessiv WOW gespielt und würde sagen, "ja ich war süchtig". Ich habe auch schon so gut wie jeden Shooter gespielt den es gibt, aber ich würde niemals das für Baar münze ansehen, was da gezeigt wird. Ich freue mich auf die Story des Spiels und auf eine ohne Authentizität des Spiels. Im Multiplayer freu ich mich mit anderen MENSCHEN zusammen etwas zu Unternehmen. Es geht nicht ums "abschlachten". Ich denke für viele Vertreter meiner Generation ist es eine Art Auseinandersetzung mit der Zeit, wenn man zockt. Auch Shooter gehören mit zu dieser Zeitkultur.

Blut in spielen? Warum nicht? Warum soll Gewalt in Computerspielen tabuisiert werden, wenn Sie täglich statt finden. Warum sollen Shooter verwerflich sein, wenn überall auf der Welt Kriege und Krisenherde brodeln? Spiele, wie auch Filme (Actionfilme z.B.) sind ein Spiegel, wie die Welt ist. Vielleicht sollten Soziologische Studien mal diesen Zusammenhang ergründen.

Ich persönlich verabscheue Gewalt. Ich hasse Kriege. Ich habe mich intensiv mit dem 3. Reich und dem Holocaust beschäftigt (auch im Rahmen des Studiums) und ich finde diese Zeit, welche als gewalttätigste und grausamste in die Geschichte einging, verwerflich. Ich habe also die Fähigkeit hohe Empathie und Mitgefühl mit Opfern zu empfinden und trotzdem habe ich keine moralischen bedenken auf einen virtuell Figur zu schissen und diese effektreich ins virtuelle Jenseits zu schicken. Der Unterschied. Computerspielefiguren sind keine echten Menschen und werden von meinem Verstand auch nicht als Menschenähnlich gesehen. Ich bin mit diesen Figuren aufgewachsen und diese haben, so Menschenähnlich sie auch aussehen mögen, nie einen menschenähnlichen Stellenwert erreicht. Ich weiß, dass was auf dem Bildschirm passiert nur Pixel sind.

Ich möchte zum Abschluss noch einen Vergleich ziehen. In meinem Leben habe ich viele Actionfilme und Horrofilme gesehen. Egal wie viel "Gore" und Gewalt in diesen Filmen geherrscht hat ich wusste immer es war ein Film. Einmal hat mir ein Kumpel (Afghane) ein Video gezeigt im Internet, in welchem Taliban einen Menschen enthaupten. Mir wurde obwohl ich ähnlich Szenen schon sehr oft im Film gesehen habe, spei Übel und ich war tagelang aufgewühlt. Damit möchte ich sagen ein gesunder Junger Mensch ist im Stande Realität, Abbild der Realität und Fiktion zu unterscheiden. Wenn der Junge Mensch das nicht kann, ist etwas in seiner Erziehung schief gelaufen und ihm wurde nie die Werte des Lebens vermittelt.

Das habe ich einfach schreiben müssen, da ich denke, viele von euch erkenne sich in dem wieder. Würde auf Pro7 nicht die Simpsons laufen würde ich den Sender so langsam nicht mehr einschalten.

Beste Grüße
 
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