Nostalgia

electronicjudas

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Hallo Mitzocker und Leidgenossen!

Ich bin mir sicher dass es dieses Thema in irgendeiner Form bereits gab, allerdings wollte ich keine alten Threads ausgraben bzw. meinen Senf nicht auf Seite 107 eines bestehenden Threads beimengen, wo ihn sowieso niemand liest ;)

Ich bin Hardcorezocker. Unter Hardcorezocker verstehe ich, 50 - 60 Stunden Spielzeit jede Woche (was übrigens fast doppelt so lange ist wie meine Wöchentliche Arbeitszeit ;) und das bereits seit vielen vielen Jahren. Leider wird es für mich immer schwieriger meiner Passion (oder sogar Obsession) zu fröhnen.

Trotz meines "unnatürlichen" Zockerverhaltens konnte ich in den letzten Jahren nicht "alle" Titel die mich interessiert hätten spielen, weshalb ich in gewissen Phasen, in denen ich mich langweile, jedesmal beginne diese Titel zusammenzutragen und dann Demo`s oder von Freunden geliehene Spiele anzuzocken.

An dieser Stelle nur mal ein "Brainstorming" zu meinen Erfahrungen in den letzten 3 Monaten (nicht chronologisch) mit der Randnotiz, dass mich sinnloses herumgeballere von der Mehrheit an Ego-Shootern und Weltkriegsszenarien nicht reizt und ich immer schon im RPG Genre beheimatet war.

Borderlands 2 hatte mich gerade 3 Wochen lang unterhalten und von einem Tag auf den nächsten hat sich mein Plan, alle Klassen auf das Maximallevel zu bringen in Rauch aufgelöst. Also eben mal Google bemüht, einige Demos heruntergeladen und einige Freunde um deren Steam Accounts und SFTP Adressen/Zugangsdaten angepumpt. Gut, dann kann es ja losgehen.

Dark Souls gestartet, über die mieseste aller Konsolenportierungen die ich bis jetzt gesehen habe geärgert, auf Google nach Lösungen gesucht und beim Status "mit Xbox Controller für den PC sehr gut spielbar" sofort wieder deinstalliert.

Hm, schade. Dabei hatte es so gute Kritiken bekommen.

TES - Oblivion gestartet, mal eben eine Stunde mit der Charaktererstellung + Recherche verbracht. Los geht's. Hm, irgendetwas stimmt nicht. Die Welt wirkt steril und leblos. An der Steuerung passt auch irgendetwas nicht. Erinnert mich also ein wenig an Morrowind wobei ich Morrowind damals geliebt habe, zu dieser Zeit konnte man solche Schnitzer eben leichter verzeihen. Legen wir es mal zur Seite und machen mit etwas anderem weiter.

Gothic 4. Die Kritiken hätten mich schon beinahe davon abgehalten es zu versuchen. Aber ich möchte mich selbst überzeugen. "Drücken sie "K" um ihren Skillbaum anzuzeigen. Gesagt getan. Aha, insgesamt 9 vielleicht 10 verschiedene Zauber und mein "Schafhirte" kann bereits Schmieden und Alchemistische Tränke brauen. Außerdem bewegt man sich scheinbar durch Schlauchlevels was den Forscherdrang im Keim erstickt und die Feinde wehren sich nur sporadisch. Alt + F4

Dishonored. Das Game wurde ja gehyped wie nur was. Da werden doch wohl ein paar Stunden Unterhaltung drinnen sein. Die KI ist extrem stupide was den "Stealth Content" für mich sofort zur Farce macht. Also Metzeln wir uns eben durch das Spiel. Nachdem wir im "Intro-Szenario" gesehen haben, wie mächtig Ungeziefer in diesem Spiel ist, skillen wir natürlich sofort mal den Rattenschwarm voll aus. Das heißt auf Level 2 ... naja, beängstigend dass es zu diesem Spiel sogenannte "Builds" gibt. Also stehe ich nun auf Dächern herum und spamme den Rattenzauber auf die Straße und die kleinen Biester machen die ganze Arbeit. Nach ca. 6 Stunden Spielzeit hat das ganze seinen Reiz verloren und ich steige aus dem Spiel aus.

Frustriert kaufe ich mir eben mal Final Fantasy - ARR in der Hoffnung dass mich meine alte Leidenschaft "MMORPG`s" durch die Woche bringt. Naja, immerhin fast wäre es sich ausgegangen. Nach ziemlich genau 6 Tagen und rund 50 Stunden Spielzeit verliert das ganze ebenfalls seinen Reiz. Stundenlanges zusammentragen von Ressourcen und Hochleveln von Handwerksfähigkeiten verschiedenster Art, um im Endeffekt seine Robe mit einem +1 Willenskraft Materia zu versehen. In einer Spielertraube auf der Map herumrushen um bei den FATES halbwegs mitschneiden zu können, was jedoch als Scholar so gut wie unmöglich ist. Endloses Dungeon Grinding um Quest-Durststrecken zu überbrücken. Nein Danke, darauf habe ich momentan keine Lust.

Mhh, State of Decay Early Access. Ich mag das Post-Apocalyptische-Szenario recht gerne also warum nicht. Mh, kein Maus-Support. Danke Konsolenportierungen! Dann warten wir eben bis es released wird.

Risen 2 - Dark Waters. Risen in Piratensetting. Klingt doch recht spannend. Leider hat mich auch hier nach rund 10 Stunden Spielzeit die Motivation verlassen. Nichts gegen Quests in Spielen erledigen, allerdings kann man es auch übertreiben. "Stelle einen Trupp zusammen und greife Captain sowieso im Tempel an". Gut. Namen der potentiellen Truppmitgleider erfahren und sofort auf die Suche nach selbigen gegangen. "Olaf gefunden" -> Bringe mir meine Flinte sonst kann ich nicht mit. Gut, alle möglichen Leute zum Thema Flinte Interviewed. "Ich sage dir gar nichts bevor ich nicht mein Geld von "sowieso" wiederbekommen habe". Also auf geht's und nach "Sowieso" gesucht. Sowieso: Ich muss mich erst um etwas anderes kümmern bevor ich "Olaf" sein Geld wiedergeben kann. Neverending Story. Im Endeffekt hat das zusammenstellen der Gruppe gut 1,5 Stunden gedauert und der "Action-Part" danach rund 15 Minuten. Gut, nach 1,5 Stunden Dialoge anhören will ich ein wenig Action, also eben mal die Insel erkundet und alle Viecher (und es sind zu 80% der Zeit NUR Wildtiere), Affen, Krokodile, Termiten, Wildschweine, etc. über den Jordan geschickt. Mh, das war ja weniger Prickelnd und die Character-Entwicklung lässt ebenfalls stark zu wünschen übrig. Also steigen wir aus dem Spiel aus.

Torchlight 2 / Path of Exile. Beides meines Erachtens sehr schwache Diablo 2 Nachfolger mit wenig bis gar keiner Langzeitmotivation. Die Klassen in Torchlight 2 einfallslos und die Charackterentwicklung ebenso.

Der scheinbar unendlich große Skilltree in Path of Exile ala "Sphärobrett aus FFX" entpuppt sich als Farce. Der Großteil der angeprisenen über 1000 Fähigkeiten bestehen aus +Resist +Attribute +Schaden mit 1h/2h/DW/Zauber/Fernkampf etc. Feldern. Tatsächliche Fähigkeiten sind vielleicht in Summe 30 auf dem Feld. Also bastle ich mir einen Dual Totem Hero und gehe beinahe ausschließlich auf +Blitzschaden/Zauberschaden und Casting Speed. Siehe da. Innerhalb von grob geschätzt 10 Spieltagen bin ich auf Level 65 - 70 und habe den Endgamecontent erreicht, der aus zufällig generierten Karten die man Stundenlang abfarmt besteht. Wenn man etwas abwegige Builds versuchen will, wird man meist durch die Mechanik gestoppt und muss auf den nächsten Patch warten. (siehe Dual Shockwave Totem Build während der Beta) Na gut, immerhin 1,5 Wochen Spaß gehabt.

Kingdoms of Amalur - Reckoning. Habe ich nach ca. 30 Minuten wieder geschlossen. Ich bin mir gar nicht mehr sicher warum, solch einen starken Eindruck hat das Spiel bei mir hinterlassen.

Dragon Age 2. Ich habe Origins geliebt. Also zocken wir den Nachfolger! OK. Das Kampfsystem ist irgendwie zu "Action Action und noch mehr Action" verkommen. Wo ich bei Origins überlegen mußte, wie ich eine Gruppe von 5 Feinden angehe, ertappe ich mich hier dabei, wie ich wahllos auf Tasten hämmere und trotzdem irgendwie zum Erfolg komme. Danke, nein.

An dieser Stelle mache ich auch Schluß und komme zum Punkt: Es gab noch unzählige andere Spiele an die ich mich aber nichtmal mehr erinnere weil sie bereits nach wenigen Minuten wieder den Weg allen Irdischen von meiner Festplatte gegangen sind oder es bereits zu lange her ist. Sicher ist jedoch dass ich in den Letzten 12 Monaten mindestens 2 mal an dem Punkt war, Baldur`s Gate 2 wieder auszupacken und zum 1000sten mal durchzuspielen.

Die Spiele in den letzten 10 Jahren die meines Erachtens nennenswert sind (wenn auch nur im RPG Genre), kann man tatsächlich an 10 Fingern abzählen und hat danach noch 2 - 3 Finger übrig. Allem voran Skyrim bzw. Fallout 3. Eines der wenigen Spiele welches an Handlungsfreiheit, Storyintensität, Atmosphäre, Langzeitmotivation - in Summe "Spielspaß" an die großen Klassiker herankommt.

Wenn ich mir nur 50% der Kostenpflichtigen Spiele aus den letzten 5 Jahren, die mich interessiert haben, gekauft hätte, ohne diese vorher anzutesten (Denn Demo`s sind ja heutzutage auch eine Seltenheit geworden), hätte ich Unsummen für "Dreck" ausgegeben und hätte mich zusätzlich noch grün und blau geärgert.

Auch wenn ich persönlich mit "Minecraft" nichts anfangen kann, verstehe ich nur zu gut warum so viele Leute darauf schwören. Die Spiele werden immer stupider und anspruchsloser und die Mehrheit der Kundschaft bestärkt die Spieleschmieden in ihrem tun. Warum sollte man viel Entwicklungszeit und Geld auf Story, Charakterentwicklung und Handlungsfreiheit investieren, wenn man doch mit einer tollen Grafik und "Coolen-Waffen" genau so viele, wenn nicht sogar mehr Abnehmer erreicht.

Natürlich muss man anmerken dass es auch Leute gibt die am Tag vielleicht nur 30 - 60 Minuten Spielen und das nur 1 - 2 mal die Woche. Ein Arbeitskollege von mir Spielt heute noch an seinem ersten Skyrim Durchgang und hatte sich das Spiel direkt nach Release gekauft. Allerdings kaufen sich Gelegenheitszocker auch nicht 15 oder mehr Spiele pro Jahr (Zumindest machte ich das früher) weshalb die Spieleindustrie ihr Hauptaugenmerk von Zeit zu Zeit auf uns "Hardcorezocker" richten sollte.

So, jetzt habe ich mir den Frust von der Seele "geschrieben" und werde mich mal wieder auf die Suche begeben ;)

Mich würden allerdings "sinnvolle" Kommentare freuen die mir Eure Sichtweise offenlegen.

lg
electronicjudas

P.S: Nur um Kommentare ala "Geh doch mal raus! / Unternimm was mit Freunden" etc. im Keim zu ersticken: Ich bin an Real-Life Interaktion mit Menschen nicht interessiert ;) *lol*
 

MichaelG

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Kurze Frage: Kann das sein, daß Du aufgrund 50 h/Woche Hardcorezocken schlichtweg übersättigt bist und demzufolge zu hohe Ansprüche an ein Computerspiel stellst ? :-D
 
TE
E

electronicjudas

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Übersättigt... vielleicht. Allerdings zeigt ja Skyrim z.B. das die Ansprüche nicht "zu hoch" sind. Die Motivation der Spieleschmieden "hohe Ansprüche" zu erfüllen scheint nur immer geringer zu werden ;)
 

Herbboy

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Wirklich in allen Punkten passende Games für SO exzessive Spieler zu schaffen ist kaum möglich, da ist es dann eher Zufall, wenn Du dann ein Game wie Skyrim "findest" und es DIR dann trotzdem auf Dauer sehr gut gefällt. Es gibt andere Spieler, die sogar weniger spielen als Du und denen Skyrim nach 40 Std Spielzeit schon zu langweilig war ;)
 
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